Bundesliga-Noten: Lasst das Geld stecken

Bayern_Wolfsburg_4 FC Bayern – VfL Wolfsburg 2:1 (Noten-FAQ)

Seit sich Javi Martínez im Supercup gegen Borussia Dortmund das Kreuzband gerissen hat, kochen täglich Transfergerüchte durch die Münchner Gerüchteküche. Mal ist Mehdi Benatia von der Roma so gut wie verpflichtet, dann soll Diego Godín der Auserwählte für die Bayern-Defensive sein.

Eines ist klar: Verpflichten die Bayern tatsächlich einen neuen Abwehrspieler, wird es eine teure Angelegenheit. Das Festgeldkonto ist prall gefüllt, die Ablöse kein Problem. In Anbetracht der Tatsache, dass mit Dante, Jérôme Boateng und Holger Badstuber drei weitere Innenverteidiger im Kader stehen, muss die Frage erlaubt sein, warum überhaupt reagiert werden muss.

Trainer Pep Guardiola will in dieser Saison unbedingt mit Dreierkette spielen. Das ist mit Martínez als zentralem Spieler eine vielversprechende Variante, die das übrig gebliebene Trio in der Form nicht ausfüllen kann. Dante und Boateng fühlen sich als Außenspieler in einer Dreierkette wohler und Badstuber wird zu Recht noch Zeit eingeräumt.

Doch das Spiel gegen Wolfsburg hat gezeigt, dass Badstuber deutlich weiter ist, als man nach einer anderthalbjährigen Auszeit hätte erwarten können. Gegen die Wölfe verlor er keinen Zweikampf, gewann alle seine Kopfballduelle und spielte kaum Fehlpässe. Sicher hätte er beim Treffer von Ivica Olic energischer eingreifen können, aber diese Automatismen werden in den kommenden Wochen dazukommen.

Guardiola ließ zum Bundesliga-Auftakt mit einem Hybrid aus Dreier- und Viererkette spielen – die Flexibilität der Protagonisten war sehr wichtig. Schwer vorstellbar ist, dass – egal ob der Neuzugang nun Benatia oder Godín heißt – die Dreierkette aus dem Stand so funktioniert, als wäre Martínez noch fit.

Deshalb wäre es deutlich effektiver, und günstiger, wenn die Bayern in der Anfangsphase der Saison zur Viererkette bzw. zum Wolfsburger System zurückkehren und die Einführung der Dreierkette verschieben. Denn ein Badstuber in Topform ist neben Martínez die zweite Idealbesetzung für die mittlere Position. Und wenn der Spanier dann nach einem halben Jahr zurückkehrt, müssen nicht fünf Innenverteidiger mit Stammplatz-Anspruch bei Laune gehalten werden. Ein nachvollziehbarer Gedanke wäre allerdings, wenn Guardiola der Verfassung von Dante misstraut und den Brasilianer nicht als Spieler für seine erste Elf sieht.

Doch zurück zum Spiel gegen Wolfsburg: Auffällig war Arjen Robbens Frühform, nach nicht einmal dreiwöchiger Vorbereitung wirkte Robben so agil wie in der gesamten Vorsaison.

Für den VfL wäre nach defensiv ordentlicher, offensiv aber schwacher erster Halbzeit ein Punkt möglich, aber nicht wirklich verdient gewesen. Der eingewechselte Junior Malanda hatte die Riesenchance zum Ausgleich, die Manuel Neuer im ersten Versuch stark vereitelte, Malanda im Anschluss aber fahrlässig neben den Kasten setzte.

Vor dem Spiel wurde viel über die Verfassung der Münchner WM-Fahrer debattiert. Neuer war wie Philipp Lahm solide, Mario Götze eher blass und Thomas Müller schon wieder unter den Torschützen. Im glänzend besetzten Kader der Münchner fällt es aber nicht so auf, wenn vier Weltmeister noch nicht in Topform sind.

Bei den Wölfen standen ebenfalls fünf WM-Teilnehmer in der Startelf. Die fehlende Vorbereitungszeit merkte man vor allem Luiz Gustavo und Kevin de Bruyne an. Gustavo war sehr verhalten und fehlerbehaftet, der Belgier taute erst nach dem Seitenwechsel ein wenig auf. Und weil es dem Kader der Wölfe doch noch ein wenig an Tiefe mangelt, kann das Team von Trainer Dieter Hecking solche Ausfälle eben noch nicht kompensieren. So viel zum Nachteil der Bayern, den Karl-Heinz Rummenigge medial in die Welt getragen hat.

Be Sociable, Share!

Kommentar verfassen

Sie können die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>