Bundesliga-Prognose: Die Rückrunden-Tabelle

Was haben der FC Bayern und der ADAC gemeinsam? Warum ist Simon Rolfes beleidigt? Was raucht Hannibal Luhukay in Berlin? Und welcher Schmonzette will der HSV entfliehen? Die Bundesliga startet in die Rückrunde und es gibt viele spannende Fragen. Gegen den Ball versucht einige dieser Fragen zu beantworten und stellt sich dem Faktencheck nach der Prognose-Tabelle im Sommer. So richtig daneben lagen wir bei der Einschätzung unseres Abstiegskandidaten FC Augsburg, den HSV schätzten wir dagegen viel zu positiv ein. Aber wir versuchen es einfach wieder:

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Platz 18: Eintracht Braunschweig

Wir haben wirklich lange nach Argumenten für den Klassenerhalt von Eintracht Braunschweig gesucht. Nichts ist langweiliger als eine Mainstream-Prognose. Wir sind aber nicht fündig geworden. Taktisch zeigen die Braunschweiger unter Trainer Torsten Lieberknecht ansehnliche Ansätze, dem Angriff fehlt aber eindeutig die Bundesliga-Tauglichkeit. Winter-Neuzugang Havard Nielsen lässt die zahme Offensive breiter aufgestellt wirken, dem stehen jedoch die Verletzungen von Torsten Oehrl und Dennis Kruppke gegenüber. Letztlich gibt es auch nicht viel zu kritisieren. Der eingeschlagene Weg, die Eintracht ohne neue Schulden zu einem etablierten Bundesligisten zu machen, braucht vor allem eines: Zeit.

Platz 17: Werder Bremen

Wer die Vorbereitung der Bremer beobachtet hat, wurde mit positiven Nachrichten nur so überhäuft. Stimmung und Kameradschaft sollen so gut wie lange nicht mehr sein. Die vielen Youngster im Kader hätten die Trainingsqualität nicht gemindert. Und Trainer Robin Dutt zeigte sich zufrieden mit der defensiven Stabilität in den Testspielen gegen NEC Nijmwegen (0:1) und Steaua Bukarest (0:0). Gepaart mit der guten Ausgangsposition (acht Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz) dürfte da doch nichts mehr schief gehen. Ironie aus. Dutts Handschrift ist nach guten Ansätzen zu Beginn nicht zu erkennen, es fehlt weiterhin das defensive Denken im Kollektiv und in der Offensive ist die Abhängigkeit von Aaron Hunts Form viel zu groß. Um den zweiten Abstiegsrang wird es einen Kampf bis zum letzten Spieltag geben, die Bremer sind ein veritabler Kandidat.

Platz 16: SC Freiburg

Im Breisgau sind sie sich sicher: Die wegfallende Dreifachbelastung, das dadurch zu erhöhende Trainingspensum und die Rückkehr der verletzten Stammspieler reichen als Argumente aus, um den Klassenerhalt schaffen zu können. Klingt nachvollziehbar, zumal wir Christian Streich für einen herausragenden Trainer halten. Allerdings bleiben den Freiburgern die strukturellen Probleme im Kader nach dem beachtlichen Qualitätsverlust im vergangenen Sommer (Daniel Caligiuri, Johannes Flum, Max Kruse, Cedrick Makiadi, Jan Rosenthal) erhalten. Vor allem in der Offensive drängt sich kein Leader auf: Sebastian Freis ist angeschlagen, Karim Guédé stagniert, Mike Hanke hatte Verletzungsprobleme und kommt auch nach der zweiten Vorbereitung in Freiburg nicht mit den taktischen Vorgaben zurecht. Der fleißige Admir Mehmedi ist kein Torjäger. Die Rückrunde wird besser, aber nicht so gut, um die Relegation zu vermeiden.

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Platz 15: Hamburger SV

Der Duden erklärt Ironie als „paradoxe Konstellation, die einem als Spiel einer höheren Macht erscheint“. Da wir nicht an den Fußball-Gott glauben, lassen wir die Frage nach der höheren Macht offen. Beim Hamburger SV könnte die Ironie im Mai dennoch gnadenlos zuschlagen: In dem Jahr, in dem sich die Hanseaten mit einer neuen Struktur (HSV Plus) professionalisieren wollen, steigt der Dino erstmals ab. „Solche Geschichten schreibt nur der Fußball“ – und schon wäre die Schmonzette perfekt. Ganz so negativ sehen wir die Rückrunde des HSV nicht (zugegeben, in der Hinrunde war unsere Prognose mit Rang acht viel zu optimistisch), aber es wird tatsächlich bis zum letzten Spieltag gegen den Abstieg gehen. In der Offensive ist das Potential mit Pierre-Michel Lasogga, Hakan Calhanoglu, Rafael van der Vaart und Neuzugang Ola John gewaltig, aber auch der neue Trainer Bert van Marwijk verzweifelt daran, dem Team ein funktionierendes Defensivkonzept an die Hand zu geben.

Platz 14: 1. FC Nürnberg

Der Glubb is a Depp! Als Fan des 1. FC Nürnberg ist man mit dieser Weisheit vertraut. Es geht um einzigartige Konstellationen, die so eben nur der Club erleiden musste. So stieg Nürnberg sowohl als amtierender Meister (1968), als auch als aktueller Pokalsieger (2007) aus der Bundesliga ab und verspielte 1999 im Abstiegskampf einen der komfortabelsten Vorsprünge der Bundesliga-Historie. In der Hinrunde folgte die nächste Rekordmarke, in 17 Spielen gelang kein einziger Sieg. Trotzdem halten wir den Club für eines der Überraschungsteams der Rückrunde. Trainer Gertjan Verbeek verpasste seiner Mannschaft schon noch wenigen Wochen eine offensive Handschrift, die er nun in der Vorbereitung vertiefen konnte. Der Niederländer wird weiter früh attackieren lassen, weil er um die Bedeutung von Siegen weiß. Die Verletzungen von Makoto Hasebe und Emanuel Pogatetz sind zwar ärgerlich, aber die Offensive mit Hiroshi Kiyotake, Daniel Ginczek und Josip Drmic wird den Unterschied zu den Teams aus Braunschweig, Freiburg oder Bremen ausmachen.

So tippt die Gegen den Ball-Redaktion die Rückrunden-Tabelle der Bundesliga.
So tippt die Gegen den Ball-Redaktion die Rückrunden-Tabelle der Bundesliga.

Platz 13: Eintracht Frankfurt

Die Eintracht musste ein ähnliches Hinrundenfazit ziehen wie der SC Freiburg. Nach der starken Vorsaison folgte auf Grund der Dreifachbelastung und zahlreicher Verletzungen ein Einbruch, auf den beide Vereine besonnen reagierten und die Trainer weitermachen durften. Anders als Kollege Streich im Breisgau kann Eintracht-Trainer Armin Veh nicht alle Probleme abhaken, denn die Hessen sind sowohl im DFB-Pokal als auch in der Europa League vertreten. Veh erhöhte in der Vorbereitung die Intensität, damit seine Mannschaft besser auf die Belastungen reagieren kann. Trotzdem wird es in der Anfangsphase schwierig bleiben, bis Ende Februar hat die Eintracht acht Pflichtspiele. Und sechs davon auch noch gegen extrem schwere Gegner – Hertha BSC, FC Bayern, Borussia Dortmund (2) und FC Porto (2). Mit der Rückkehr der unersetzlichen Stammspieler Alex Meier, Pirmin Schwegler und Stefan Aigner wird sich die Eintracht dann aber spätestens im März konsolidieren und den Klassenerhalt schaffen.

Platz 12: Hannover 96

Schon im Sommer prophezeiten wir Hannover 96 eine schwierige Saison, die Trennung von Trainer Mirko Slomka hatten wir sogar früher erwartet. Nun befinden wir uns in einer Black Box, die Arbeit von Tayfun Korkut ist nur schwer zu bewerten. Taktisch wird er 96 eine andere Ausrichtung verpassen, Korkut möchte mehr Ballbesitz und Dominanz sehen. Das unter Slomka einstudierte schnelle Umschaltsystem wird es dann nicht mehr geben. Die Verpflichtung Korkuts ist somit in doppelter Hinsicht ein Risiko, neben seiner Unerfahrenheit werden die Umstellungen erfahrungsgemäß ihre Zeit brauchen. Und ob Korkut in die Fußstapfen der erfolgreichen Jungtrainer Thomas Tuchel oder Markus Weinzierl tritt oder wie Marcus Sorg oder Michael Wiesinger schnell scheitert, werden wir erst am Ende der Saison wissen. Den Klassenerhalt sollte er mit diesem Kader aber stemmen.

Platz 11: 1899 Hoffenheim

Ich liebe es, wenn eine Prognose aufgeht! Vor der Saison schrieben wir von einem „Jahr der Konsolidierung“, von einer „laufintensiven und attraktiven Spielweise“ und eingeplanten Rückschlägen. Das beschreibt die Hinrunde der TSG ziemlich gut. 5:1, 3:3, 2:6, 3:3, 4:1, 4:4 – allein diese sechs Ergebnisse verdeutlichen das Hoffenheimer Spektakel, das Trainer Markus Gisdol mit seiner Taktik einfordert. Sicher hätte Gisdol gerne auf das eine oder andere Gegentor verzichtet, aber insgesamt stimmt die Richtung im Kraichgau. Deshalb machen wir es uns einfach: Es bleibt bei Rang 11.

Platz 10: FSV Mainz

Manager Christian Heidel weiß um die Qualitäten seines Trainers Thomas Tuchel, trotzdem kann er die immer wieder aufkeimenden Gerüchte um Tuchels vorzeitigen Abgang belächeln. Der Coach hat einen Vertrag bis 2015 unterschrieben und Heidel und Präsident Harald Strutz sind sich sicher, dass Tuchel diesen auch erfüllen wird. Danach wird ein Abgang aber immer wahrscheinlicher, die Leichtigkeit, mit der Tuchel seine Mainzer in der Bundesliga hält, kann der Konkurrenz nicht verborgen bleiben. Im Sommer schob Tuchel einen Umbruch voran, der fast unbemerkt an seinem Team vorbeigegangen ist. Mit Ja-Cheol Koo hat Tuchel nun noch seinen Wunschspieler bekommen und merzt damit auf der Zehn eine der wenigen Schwachstellen in seiner Mannschaft aus. Mainz festigt den Platz im Mittelfeld der Bundesliga.

Platz 9: VfB Stuttgart

Die Schwaben starteten unter Trainer Bruno Labbadia mit drei Niederlagen in die Saison, Labbadia wurde deshalb durch Thomas Schneider ersetzt. Unter dem Neuling konsolidierte sich der VfB dann, doch auch Schneider konnte seinem Team a) nicht die nötige Konstanz beibringen und b) nicht die richtige Balance zwischen Hurra-Fußball und defensiver Stabilität einbläuen. Am Ende der Hinrunde stellte Schneider sein System von 4-2-3-1 auf 4-4-2 um, das ließ er in der Vorbereitung weiter einstudieren. So werden die Stuttgarter beginnen, Gewinner der Vorbereitung ist Mohammed Abdellaoue. Der Norweger spielt nach einem verkorksten ersten Halbjahr an der Seite von Ibisevic in der Spitze und verdrängt Youngster Timo Werner auf die Bank. Dort werden mit William Kvist, Ibrahima Traoré, Arthur Boka und Georg Niedermeier weitere Stammplatz-Kandidaten landen, der VfB ist in der Breite sehr gut aufgestellt.

Platz 8: Hertha BSC

Vor der Saison schrieben wir über Hannibal Luhukay: „Wir glauben an Luhukay, und am Ende der Spielzeit sitzen wir in unseren Redaktionsräumen, blicken auf die Abschlusstabelle, die deckungsgleich mit unserer Prognose sein wird, rauchen eine dicke Zigarre und sagen: Wir lieben es, wenn ein Plan funktioniert!“ Was im A-Team geraucht wird, wenn ein Plan – in skydeutsch – sogar mehr als funktioniert, wissen wir nicht. Aber Luhukay hat in Berlin ein Kollektiv geschaffen, das in Sachen taktischer Disziplin, Laufbereitschaft und Arbeit gegen den Ball zu den besten Teams der Bundesliga gehört und auf Rang sechs in die Rückrunde geht. Dabei ragten mit Adrian Ramos, Hajime Hosogai und Fabian Lustenberger drei Spieler besonders heraus. Wer wie Luhukay nach Baumjohanns Ausfall das kreative Zentrum mit den Leihspielern Per Skjelbred und Tolga Cigerci sogar noch besser machte, verdient einen Preis für kreatives Scouting. Wir erhöhen den Sommerplatz 13 auf 8, glauben wegen der Konkurrenz aus Wolfsburg und Gelsenkirchen aber nicht an den Europa League-Einzug.

Platz 7: FC Augsburg

Gerne hätten wir die große Skepsis aus der Sommer-Prognose in eine richtige Überraschung mit der Europa League-Qualifikation umgewandelt. Als Wiedergutmachung. Denn wir werden zu großen Bewunderern von Markus Weinzierls Arbeit. Der FCA kompensiert den auf einigen Positionen nur durchschnittlichen Kader mit einer klaren Spielidee, die Weinzierl auch gegen große Gegner konsequent durchzieht. Im Sturm fehlt ein Garant für eine zweistellige Trefferzahl, für Strippenzieher Daniel Baier gibt es keinen Ersatz und auch die Außenverteidiger entsprechen nicht den modernen Anforderungen. Aber die laufintensive Arbeit gegen den Ball und das schnelle Umschalten über die schnellen Außen (André Hahn) bereiten vielen Gegnern Probleme. In die Lobeshymnen passen auch die Wintertransfers. Mit Dominik Kohr kommt ein ambitioniertes Talent aus Leverkusen, Dong-Won Ji hat seine Fähigkeiten schon in der letzten Rückrunde unter Beweis gestellt und Alexander Esswein könnte mit seiner Schnelligkeit perfekt auf die linke Seite passen – wenn er mental einen Schritt nach vorne macht. Für die kommende Saison, siehe Freiburg und Frankfurt, ist es ohnehin besser, wenn die Augsburger noch nicht in die Europa League einziehen.

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Platz 6: FC Schalke

Die Schalker verloren Ende Oktober das Derby gegen den BVB vor heimischer Kulisse mit 1:3 und hatten zu diesem Zeitpunkt elf Zähler Rückstand auf den großen Rivalen. Es folgte der Absturz der Dortmunder, der in der Öffentlichkeit vor allem als Reaktion auf die vielen Verletzungen wahrgenommen wurde. Auf Schalke sah es in Sachen Lazarett nicht viel anders aus, aber die Kritik fokussierte sich auf Trainer Jens Keller. Das mag ungerecht sein, immerhin beträgt der Rückstand auf den BVB mittlerweile nur noch vier Zähler und die Qualifikation zur Champions League ist mit einer guten Rückrunde machbar. Ganz objektiv muss sich Keller jedoch Kritik gefallen lassen, denn in Gelsenkirchen vermisst das Umfeld zu Recht eine Handschrift des Trainers, eine erkennbare Spielidee. Die individuelle Klasse von Jefferson Farfan und Julian Draxler war in brenzligen Situationen häufig die einzige Waffe der Schalker, die allerdings mit Klaas-Jan Huntelaar auch den wichtigen Fixpunkt im Angriff fast über die gesamte Hinserie ersetzen mussten. Anders als in Dortmund wird die Knappen das Verletzungspech noch länger begleiten. Huntelaar und Draxler sind immerhin auf dem Weg zurück, was für Marco Höger, Dennis Aogo und Jan Kirchhoff noch lange nicht gilt. Die Schalker werden es somit nur in die Europa League schaffen.

Platz 5: VfL Wolfsburg

Den Transfer von Kevin de Bruyne zu den Wölfen kann man als Signal werten. Mit Rang fünf nach der Hinrunde stimmt die Tendenz ohnehin, Trainer Dieter Hecking und Manager Klaus Allofs stehen für seriöse Arbeit und Eigentürmer VW ist zu teuren Transfers bereit. Daraus aber direkt einen Champions League-Platz abzuleiten, halten wir für übertrieben. De Bruyne hat in Bremen und in der belgischen Nationalmannschaft sein Potential unter Beweis gestellt, beim FC Chelsea reichte es trotzdem nur zum Ergänzungsspieler. De Bruyne allein wird Wolfsburg nicht auf das nächste Level bringen, zumal in der Rückrunde die Anforderungen gegen tiefer stehende Gegner neu sein werden und Defensivtaktiker Hecking mit seinem Team einen Schritt in Richtung Spitzenteam machen muss. Für die Europa League wird es aber sicher reichen.

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Platz 4: Borussia Mönchengladbach

Auch wenn zum Rückrundenauftakt gegen den FC Bayern Tony Jantschke ausfallen und vom gerade wieder genesenen Alvaro Dominguez ersetzt wird – Borussia Mönchengladbach hat in Sachen Verletzungen eine fast schmerzfreie Saison hinter sich. In der Offensive ist das auch ein nötiger Umstand, das Trio Raffael, Max Kruse und Patrick Herrmann kann in Ansätzen nur von Branimir Hrgota ersetzt werden. Mit Luuk de Jong, Amin Younes oder Peniel Mlapa könnte Trainer Lucien Favre sein schnelles und schnörkelloses Kombinationsspiel nicht wie gewünscht aufziehen. Bleiben die Fohlen vom Verletzungspech verschont, führt der Weg in die Champions League.

Platz 3: Bayer Leverkusen

Es wirkt ein wenig nervig, wenn Spieler wie Simon Rolfes oder der ehemalige Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser öffentlich mehr Respekt für die Arbeit in Leverkusen einfordern. Beleidigte Kinder bekommen auch nicht das schönste Spielzeug, nur weil sie im Sandkasten zu den Großen gehören. Die Leverkusener haben sich im Kreis der Großen etabliert, weil Trainer Sami Hyypiä das charakteristische 4-3-3 der Werkself verfeinert hat und personell seit Jahren kluge Entscheidungen getroffen werden. Mit Bernd Leno (2018), Ömer Toprak (2018), Lars Bender (2019) und Heung-Min Son (2018) sind wichtige Leistungsträger lange gebunden. Leverkusen gilt für junge Talente wie Levin Öztunali oder Julian Brandt als guter Ausbildungsverein. Und der Kader ist insgesamt gut für die Dreifachbelastung gerüstet. Einzige Ausnahme bleibt das Sturmzentrum, wo Stefan Kießling nicht zu ersetzen ist. Eren Derdiyok hat in der Vorbereitung zwar seine Treffsicherheit wiedergefunden, der Schweizer muss diesen Aufschwung aber auch in der Bundesliga unter Beweis stellen. In der Champions League wird gegen Paris St- Germain wohl das Aus im Achtelfinale kommen und wir glauben, dass der BVB den Rückstand auf Bayer (fünf Zähler) aufholen kann. Rang drei bleibt für die eingeschnappte Werkself trotzdem ein riesiger Erfolg.

Platz 2: Borussia Dortmund

Es gibt Experten, die halten Dortmunds Taktik für entschlüsselt, Jürgen Klopps Ideen für entzaubert. Die Hinrundenspiele gegen Wolfsburg, Leverkusen und Hertha lassen diesen Schluss zu, mit ihren aufwändigen Defensivkonzepten ließen die drei Clubs kaum hochkarätige Torchancen des BVB zu. Es lag aber nicht nur an den Gegnern und schon gar nicht an den Verletzungen in der Defensive. Dabei legten die Ausfälle die kreative Last buchstäblich auf die Schultern des am Ende ebenfalls angeschlagenen Nuri Sahin. Zudem offenbarten die beiden Neuzugänge Henrikh Mkhitaryan und Pierre-Emerick Aubameyang in taktischer Hinsicht für Klopp typische Anpassungsprobleme. Die spielerischen Probleme waren logisch, mit Entschlüsselung hat das wenig zu tun. Die Rückkehr von Mats Hummels und Ilkay Gündogan wird Sahin in der Rückrunde entlasten und die Erfahrung zeigt, dass Neuzugänge im zweiten Halbjahr unter Klopp einen deutlichen Schritt nach vorne machen. Wir glauben deshalb – und wegen des leichten Auftaktprogramms – an das Comeback der hoch verteidigenden, schnell umschaltenden und damit wieder erfolgreichen Dortmunder.

Platz 1: FC Bayern

Wem kann man heutzutage eigentlich noch trauen? Die USA spionieren Angela Merkel aus. Der ADAC manipuliert im großen Stil Umfragen. Und die Bayern verlieren absichtlich bei Red Bull Salzburg. Wer das letzte Testspiel der Münchner beobachtet hat, konnte zumindest diesen Eindruck gewinnen. Trainer Pep Guardiola experimentierte mit einer unsinnigen Dreierkette, Kevin Kampl und Sadio Mané spielten den Champions League-Sieger schwindelig und die Bayern blieben erstmals seit fast einem Jahr ohne eigenes Tor. Wer aus dieser „Blamage“ Rückschlüsse auf die Rückrunde ziehen will, kann falscher nicht liegen. Die Bayern werden den Vorsprung in der Tabelle ausbauen und frühzeitig den 24. Meistertitel einfahren.

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One comment

  1. Torben

    Ich sehe Augsburg auch ähnlich weit oben. Denke das Geheimnis bei Augsburg ist, dass sie wissen was sie können und ihren Stiefel runterspielen. Wenn sie das tun und dann 0:3/0:4 verlieren, ist es kein Weltuntergang und auch die Spieler lassen sich dadurch im Kopf nicht verrückt machen. In der nächsten Woche konzentrieren sie sich dann wieder auf ihre Stärke – wozu auf jeden Fall der Wille und Einsatz zählt – und holen so die nötigen Punkte. Beim HSV z.B. ist es genau das Gegenteil, wenn dort 0:3 verloren wird, ist die Mannschaft und das Umfeld völlig verunsichert. Wird ne spannende Rückrunde!

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