Barcelona – Atlético de Madrid: Der nächste Krisensieg

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Barcelona – Atlético de Madrid 1:0

Der FC Barcelona hat das Viertelfinal-Hinspiel im Copa del Rey gegen Atlético Madrid 1:0 gewonnen und hat sich eine sehr gute Ausgangslage für das Rückspiel am 28. Januar im Estadio Vicente Calderón erarbeitet. Das Tor des Tages erzielte Lionel Messi in der Schlussphase mit einem im Nachschuss verwandelten Elfmeter (85.).

Das sind die harten Fakten eines europäischen Spitzenspiels, immerhin trafen die beiden Clubs aufeinander, die in der Januar-Europarangliste von Gegen den Ball auf den Positionen vier und fünf stehen. Vor zehn Tagen empfing Barça die Colchoneros erst in der Primera División und zeigte beim 3:1-Sieg zumindest in der ersten Halbzeit eine der besten Leistungen der vergangenen Monate.

Beide Trainer veränderten ihre Aufstellung leicht. Barça-Coach Luis Enrique brachte – wie in allen Pokalwettbewerben – Marc-André ter Stegen für Stammkeeper Claudio Bravo. Bei Atlético gab es drei Wechsel: Guilherme Siqueira kam als Linksverteidiger für Jesús Gámez ins Spiel, im defensiven Mittelfeld ersetzte Mario Suárez Tiago und Pokalheld Fernando Torres verdrängte Mario Mandzukic auf die Bank.

Wichtiger als die personellen Wechsel waren auf Seiten Atléticos jedoch die taktischen Erkenntnisse, die Trainer Diego Simeone aus dem Spiel in der Liga gezogen hatte. Lionel Messi kam wieder über die rechte Seite, oftmals auch aus der Tiefe und auf diesen Fakt hat Simeone mit einer Asymmetrie reagiert, die sein Mittelfeld gegen den Ball sehr linkslastig werden ließ.

Der eigentlich zentrale Mittelfeldspieler Gabi rutschte somit nach rechts, Suárez stand im Zentrum und Koke sowie der laufstarke Arda Turan unterstützten Siqueira im Spiel gegen Messi. Absurder Effekt: Simeones Taktik ging auf, Barça hatte deutlich weniger Offensivaktionen als noch beim Sieg in der Liga. Und trotzdem war Messi bester Spieler der Blaugrana – weil er einfach Messi ist und mit seinen Tempodribblings nicht komplett auszuschalten ist.

Überhaupt Messi: Als der Argentinier am 4. Januar bei der 0:1-Heimniederlage gegen Real Sociedad San Sebastián erst zur zweiten Halbzeit eingewechselt wurde, häuften sich in den folgenden Tagen Krisenberichte zum FC Barcelona. Barça spiele schwach, hinke Real hinterher, Messi habe ein Problem mit Enrique und wolle womöglich den Verein verlassen.

Belastbare Zitate gab es nicht, aber die Geschichte las sich doch so schön. Krise? Krise! Ein Blick auf die Ergebnisse zeigt allerdings, wie absurd diese Erzählweise ist. Nach der Niederlage im Clásico Ende Oktober folgte noch eine Pleite gegen Celta. Seitdem hat Barcelona von 17 Pflichtspielen 15 gewonnen und dabei sieben Gegentore kassiert. Und Messi spielt nicht so, als habe er ein Problem mit dem Trainer.

Die Erfolgsserie erstaunt insofern, weil das neue Sturmtrio der Blaugrana – Ausnahmen bestätigen hier die Regel – immer noch an der Abstimmung feilt. Gegen Atlético war Messi bester Spieler der Gastgeber. Neymar hielt konsequent die linke Seite, mit seinen Dribblings blieb er jedoch zu häufig hängen. Und Luis Suárez pflegte sein Bad-Boy-Image, das erklärt auch die schlechteste Note im Gegen-den-Ball-Notensystem (hier geht es zum Noten-FAQ).

Suárez ließ sich zu einem unnötigen Rempler gegen Nationalmannschaftskollege Diego Godín hinreißen, der unbestraft blieb. Im weiteren Verlauf legte er sich wiederholt mit dem Schiedsrichter-Gespann an, was ihm dann auch eine Gelbe Karte einbrachte. Eigentlich hätte der Uruguayer somit vom Platz fliegen müssen, was ein ärgerlicher und unnötiger Platzverweis für Barcelona gewesen wäre. Aber auch seine Leistung passt zur Note 4, denn ihm unterliefen leichte technische Fehler und er lief bei Messis und Neymars Aktionen von außen die falschen Wege.

Bei Atlético fiel auf, dass Torres nach seinen beiden Pokaltoren gegen Real Madrid im Achtelfinale eine schwache Leistung zeigte, die eher an seine Zeit beim FC Chelsea oder bei Milan erinnerte. Kaum ins Spiel eingebunden, 15 Ballkontakte, zweimal im Abseits – ein Arbeitszeugnis, das die Auswechslung nachvollziehbar machte.

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3 comments

  1. Ping: Das ist nicht mehr das Barcelona, das ich kenne. Und das ist auch gut so. › Gegen den Ball
  2. Ping: Die Europarangliste im Februar 2015 › Gegen den Ball

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