Die Europarangliste – Ausgabe Januar

Atlético Madrid, Schalke 04 und Manchester City gehören zu unseren Aufsteigern. Dagegen mussten wir den BVB und Barcelona zurückstufen. Die erste Europarangliste des Jahres 2014 hält einige Überraschungen und Neuzugänge bereit. Der Status Quo in Europa ist vielleicht doch nicht so einbetoniert, wie Klaus Katzenbach glaubt.

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Platz 20 (neu) Benfica Lissabon

Pflichtspiel-Bilanz: 18 Siege – 5 Unentschieden – 3 Niederlagen
Liga Sagres: 1. Platz
Europa: EL-Zwischenrunde

In der Champions League in einer Gruppe mit Paris St. Germain, Olympiakos und RSC Anderlecht auszuscheiden ist sicherlich kein Ruhmesblatt. Trotzdem kehrt Benfica erstmals seit April 2013 in die Europarangliste zurück. Das liegt an den vergangenen beiden Monaten, in denen das Team des zeitweilig sehr umstrittenen Trainers Jorge Jesus die Kurve bekam und sich wieder an die Spitze der portugiesischen Liga setzte. Vorläufiger Höhepunkt war der 2:0-Sieg im Topspiel gegen den FC Porto. Verkraften müssen die Adler allerdings den Abgang von Stammspieler Nemanja Matic (FC Chelsea/25 Millionen Euro), ohne den in der Europa League gegen PAOK Saloniki aber trotzdem das Weiterkommen gesichert werden sollte.

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Platz 19 (12) Manchester United

Pflichtspiel-Bilanz: 22-6-11
Premier League: 7. Platz
Europa: CL-Achtelfinale

Der Titelverteidiger der Premier League wird in der Saison 2013/14 keinen Pokal gewinnen, für diese Prognose ist keine Glaskugel nötig. In der Champions League ist theoretisch noch alles möglich, zumal mit Olympiakos im Achtelfinale ein schlagbarer Gegner wartet. Doch wer im FA Cup gegen Swansea und im League Cup gegen Sunderland ausscheidet, für den gibt es wohl keine Selbstläufer mehr. Warum bleibt United dann überhaupt in der europäischen Top 20? Diese Frage haben wir lebhaft diskutiert. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass der Kader mit Wayne Rooney, Robin van Persie, David de Gea, Adnan Januzaj oder Marouane Fellaini immer noch großes Potential besitzt, das aufgrund der zeitweiligen Ausfälle von Schlüsselspielern wie Rooney, van Persie und Fellaini noch zusammenwachsen muss. Zudem wurde im Winter mit Juan Mata ein Spieler verpflichtet, der nach einer Eingewöhnungsphase das kreative Loch im Mittelfeld füllen kann. Zu begrüßen ist in jedem Fall die Geduld, die dem neuen Trainer David Moyes eingeräumt wird. Nach einer Ära wie der eines Sir Alex Ferguson kann nicht sofort jedes Rädchen ins andere greifen. Forciert der Schotte in den nächsten Monaten einen Generationswechsel in der Defensive, ist für United eine schnelle Rückkehr in Europas Spitzengruppe möglich.

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Platz 18 (neu) Athletic Bilbao

Pflichtspiel-Bilanz: 15-4-9
Primera División: 4. Platz
Europa: nicht vertreten

Mit Monaco, Mönchengladbach und Tottenham flogen im Vergleich zur November-Ausgabe drei Teams aus der Europarangliste, Athletic Bilbao ist einer der Neuzugänge. Ob die Basken in direkten Duellen gegen diese Clubs tatsächlich siegreich wären, ist schwer zu bewerten, nur die Spurs sind international vertreten. Aber gerade der Vergleich mit Tottenham zeigt, was mit einem stimmigen Konzept möglich ist. Die Spurs gaben – begünstigt durch den Verkauf von Gareth Bale an Real Madrid – über 120 Millionen Euro für Neuzugänge aus, entließen im Winter den taktisch an seine Grenzen stoßenden Trainer André Villas-Boas und lassen seitdem unter dem neuen Coach Tim Sherwood jegliche Spielfreude vermissen. Bilbao wiederum gab 15 Millionen Euro für neue Spieler aus und knüpft unter Trainer Ernesto Valverde an die spektakuläre Pressing-Idee von Ex-Coach Marcelo Bielsa an. Sicher lässt Athletic noch Konstanz vermissen, aber die Basken haben sich mit einer guten Mischung aus jungen Talenten wie Aymeric Laporte, Ander Herrera oder Iker Muniain und Routiniers wie Aritz Aduriz oder Carlos Gurpegi als vierte Kraft in Spanien etabliert.

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Platz 17 (18) AC Florenz

Pflichtspiel-Bilanz: 20-6-7
Serie A: 4. Platz
Europa: EL-Zwischenrunde

Florenz hat durch sich durch die Ausleihen von Alessandro Matri, Anderson und Modibo Diakité noch einmal in der Breite verstärkt. Das Team des gerade wieder ins Mannschaftstraining eingestiegenen Mario Gomez steht auf dem vierten Tabellenplatz und hat trotz der Niederlage gegen Cagliari noch alle Chancen, ein Wörtchen um den dritten Platz mitzusprechen. Trainer Vincenzo Montella lässt mal im 4-3-2-1-Tannenbaum, mal im 3-5-2 oder auch im 4-3-3-System spielen. Ohne Borja Valero, Juan Cuadrado und Giuseppe Rossi (verletzt) fehlte es Florenz zuletzt gegen Cagliari an Offensiv-Qualität. Anderson hat noch nicht Fuß fassen können. Doch Gomez und Rossi kehren bald zurück und Florenz wird gegen Esbjerg fB in der Europa League sicherlich ohne Probleme weiter kommen.

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Platz 16 (-) FC Schalke 04

Pflichtspiel-Bilanz: 16-6-8
Bundesliga: 4. Platz
Europa: CL-Achtelfinale

Die Probleme sind nicht gelöst, aber die Ergebnisse stimmen. Trotz zweier Siege im neuen Jahr ist der Himmel auf Schalke noch nicht königsblau. Schalke hat weiterhin Defizite, das Spiel zu machen. Die Königsblauen haben weiterhin Probleme im defensiven Mittelfeld, die derzeitige Notlösung heißt Boateng. Und Schalke hat Probleme im defensiven Umschaltspiel. Warum die Knappen trotzdem in der Gegen den Ball-Europarangliste vertreten sind? Sie sind noch in der Champions League vertreten und in der Bundesliga auf Platz vier. Trotz des Underperfomers Jens Keller zeigt die Formkurve nach oben. Der Kader ist ohnehin sehr gut besetzt, durch die Rückkehr von Klaas-Jan Huntelaar nun auch mit einem Top-Torjäger. Wir wagen aber die Prognose, dass das Auf und Ab der Knappen in dieser Saison weitergehen wird und Schalke in dieser Rangliste weiterhin die Fahrstuhlmannschaft bleibt.

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Platz 15 (15) Bayer Leverkusen

Pflichtspiel-Bilanz: 19-2-7
Bundesliga: 2. Platz
Europa: CL-Achtelfinale

Die Saison von Bayer Leverkusen ist nur sehr schwer zu bewerten. Extrem positiv sind der Tanz auf drei Hochzeiten, Rang zwei in der Bundesliga und die guten Ergebnisse in den Spitzenspielen gegen Mönchengladbach (4:2), Bayern (1:1) und Dortmund (1:0). Dem stehen deutliche Pleiten gegen Manchester United in der Champions League (2:4 und 0:5) sowie eine Null-Punkte-Bilanz gegen die Kellerkinder Braunschweig, Bremen, Frankfurt und Freiburg gegenüber. Die Werkself kann absolute Highlights setzen, lässt für ein Topteam aber zu viele Punkte gegen leichte Gegner liegen. Unstrittig ist trotzdem der Stammplatz in der Europarangliste, auch wenn wir den direkten Rivalen Borussia Dortmund weiterhin stärker einschätzen. Trainer Sami Hyypiä hat das 4-3-3 des vergangenen Jahres weiter verfeinert und hat sich mit Andrés Guardado eine international erfahrene Alternative für eine der wenigen Schwachstellen im Kader (Linksverteidigung) geangelt.

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Platz 14 (19) FC Everton

Pflichtspiel-Bilanz: 15-9-4
Premier League: 5. Platz
Europa: nicht vertreten

Die Toffees stehen vor Tottenham und Manchester United auf dem fünften Platz der Tabelle. Roberto Martínez interpretiert das 4-2-3-1-System seines Teams durchaus flexibel und stellt das Team mal zentral kompakt und mal breiter auf. Zwar setzte es gegen Liverpool zuletzt eine Klatsche, im Dezember konnte man aber Manchester United besiegen und gegen Arsenal ein Remis holen. Die Ausfälle von Bryan Oviedo und Romelu Lukaku wiegen schwer, aber zumindest Letzterer dürfte nicht so schwer verletzt sein, wie zunächst angenommen (Knöchelblessur). Das Team aus Liverpool hat viele interessante Spieler in seinen Reihen. Die Youngster Ross Barkley, James McCarthy oder Gerard Deulofeu zum Beispiel, dazu die erfahrenen Gareth Barry, Phil Jagielka und Leighton Baines. Wir trauen den Toffees durchaus eine Überraschung zu und das wäre ein Abschneiden vor den Spurs und Red Devils ja schon.

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Platz 13 (13) SSC Neapel 

Pflichtspiel-Bilanz: 18-5-6
Serie A: 3. Platz
Europa: EL-Zwischenrunde

Bei Napoli mangelt es nicht an qualitativ guten Spielern. Das Team zeigt sich dennoch wenig konstant und bekommt zu viele Gegentore. Das 4-2-3-1 von Rafa Benitez wird in der Offensive sehr kompakt gespielt und hält wenig Breite auf den offensiven Außen bereit. Die vielen personellen Wechsel lassen den Eindruck aufkommen, dass Benitez sein Team noch nicht gefunden hat. Talentierte Spieler wie Lorenzo Insigne und Marek Hamsik sitzen häufig auf der Bank. Kommen wir zur fehleranfälligen Defensive. 26 Gegentore, das sind zehn mehr als Juve und 15 mehr als die Roma. Dieses Problem muss Benitez in den Griff bekommen. In der Champions League ist man extrem unglücklich ausgeschieden, hat aber gezeigt, dass man zu den Top-Clubs in Europa gehört. In der Liga sollte der dritte Platz auch das Ziel sein. Wir sehen die Roma deutlich besser, Florenz muss sich steigern, um Napoli noch abzufangen.

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Platz 12 (14) FC Liverpool

Pflichtspiel-Bilanz: 17-5-6
Premier League: 4. Platz
Europa: nicht vertreten

In der letzten Ausgabe der Europarangliste fabulierten wir über einen möglichen Absturz der Reds. Den hat das Team von Trainer Brendan Rodgers verhindern können, auch wenn die Ergebnisse in den Topspielen gegen Manchester City (1:2) und Chelsea (1:2) einen qualitativen Rückstand auf die Spitze in England offenbarte. Rodgers wollte sein Team deshalb im Winter mit Mohamed Salah (FC Basel) und Evgen Konoplyanka (Dnjpropetrovsk) verstärken, scheiterte mit seinen Angeboten aber in beiden Fällen. Die Transfers hätten Liverpool in der Offensive breiter aufgestellt, wobei der Schuh eher in der Abwehr drückt. Mit 58 erzielten Toren und dem immer stärker werdenden Quartett Luis Suarez, Daniel Sturridge, Raheem Sterling und Philippe Coutinho stellen die Reds die zweitbeste Offensive der Premier League. In der Defensive mussten Martin Skrtel und Kolo Touré die Ausfälle von Daniel Agger, Glen Johnson und Mamadou Sakho kompensieren, weshalb Rodgers mittlerweile auch wieder von Dreier- auf Viererkette umgestellt hat. Insgesamt sind die Reds doch deutlich konstanter als die Konkurrenten Manchester United, FC Everton und Tottenham.

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Platz 11 (6) Borussia Dortmund

Pflichtspiel-Bilanz:19-3-7
Bundesliga: 3. Platz
Europa: CL-Achtelfinale

Auf den ersten Blick wirkt der Start des BVB in die Rückrunde gelungen. Mit vier Punkten wurde Rang drei in der Tabelle zurückerobert, der Rückstand auf Bayer Leverkusen hat sich um einen Zähler verringert und gegen Braunschweig gelang ein, laut Torhüter Roman Weidenfeller erhoffter, „dreckiger“ Sieg, der den Weg in die Erfolgsspur ebnen soll. Zudem kehrte mit Mats Hummels ein wichtiger Stabilisator für Defensive und Spielaufbau zurück (der nun wieder zwei Wochen pausieren muss). Doch ganz so einfach ist es dann doch nicht. Beim 2:2 gegen Augsburg offenbarte der BVB altbekannte Mängel in Sachen Chancenverwertung und Defensivverhalten bei Standardsituationen. Und Aufsteiger Braunschweig schaffte es mit simplen Mitteln (frühes, aber unstrukturiertes Pressing sowie Ecken und Freistöße), die Dortmunder wie eine gewöhnliche Mannschaft aussehen zu lassen. Henrikh Mkhitaryan macht das Spiel der Dortmunder weiterhin zu langsam, dabei sollte der taktische Eingewöhnungsprozess des teuren Neuzugangs mittlerweile abgeschlossen sein. Ein Abstufung auf Rang elf scheint in Anbetracht der spielerischen Probleme und von nur zwei Siegen in den letzten sechs Pflichtspielen zu milde zu sein. Doch noch können die Dortmunder in dieser Saison viel erreichen, der Februar wird dabei der entscheidende Monat sein.

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Platz 10 (11) AS Rom

Pflichtspiel-Bilanz: 17-5-1
Serie A: 2. Platz
Europa: nicht vertreten

Erst elf Gegentreffer musste die Roma in dieser Saison hinnehmen. Die einzige Niederlage setzte es gegen Tabellenführer Juventus Turin. Die Remis-Phase im November-Dezember, als man fünf von sechs Spiele mit einem Unentschieden beendete, sorgte ebenfalls dafür, dass man nicht näher an Juve und noch nicht weiter entfernt von Napoli steht. Dennoch: Rudi Garcia macht seine Sache richtig gut. Aus einer kompakten Defensive kontert die Roma schnell nach vorne. Herzstück ist die Abwehr um Mehdi Benatia, Leandro Castan und dem Sechser Daniele De Rossi. Vorne hilft der Altmeister Francesco Totti dem pfeilschnellen und dribbelstarken Gervinho. Die Außen im Mittelfeld rücken oft nach innen ein, um das Mittelfeld zu dominieren und so wirkt das Spiel der Roma extrem kompakt. Die weit aufrückenden Außenverteidiger sorgen dann für die nötige Breite im Spiel. Das Konzept bei der Roma stimmt, der Lohn wird die direkte Qualifikation für die CL sein.

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Platz 9 (8) Paris St. Germain

Pflichtspiel-Bilanz: 24-7-3
Ligue 1: 1. Platz
Europa: CL-Achtelfinale

Die AS Monaco sollte zum großen Antagonisten eines Paris-Märchens aufsteigen, doch da die Monegassen ein wenig schwächeln, hat Paris St. Germain fünf Punkte Vorsprung. Dabei läuft längst nicht alles rund beim Team von Laurent Blanc. In der Liga verlor man in Evian, im Pokal gegen Montpellier und in der Champions League gegen Benfica. Aber vor allem die sechs Remis kosten eine klarere Tabellenführung in der Ligue 1. Der Kader der Pariser ist exzellent besetzt und wird durch die Verpflichtung von Yohan Cabaye noch einmal verstärkt. Der defensive Mittelfeldspieler von Newcastle wechselte für 24 Millionen Euro nach Paris. In Newcastle spielte er meist den offensiven Part einer Doppelsechs, manchmal war er auch der offensivste zentrale Mittelfeldspieler. Bei PSG könnte er die Verbindung der defensiven mit den offensiven Mannschaftsteilen verbessern, was ihm durchaus zuzutrauen ist. Im 4-3-3 der Pariser wird Cabaye wohl neben Thiago Motta im Mittelfeld spielen. Ein Sieg gegen Leverkusen in der Champions League ist Pflicht und je weiter es in der Champions League geht, desto weiter auch in dieser Liste.

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Platz 8 (9.) Chelsea

Pflichtspiel-Bilanz: 24-5-7
Premier League: 3. Platz
Europa: CL-Achtelfinale

Chelsea spielt das 4-2-3-1 sehr kompakt und verdichtet das Zentrum stark. Es soll aus der Defensive gekontert werden und durch den für Mourinho typischen Fokus auf die Defensive wundert es einerseits nicht, dass Chelsea die beste Abwehr der Premier League stellt. Aber es darf auch nicht verwundern, dass man gegen extrem defensive Teams wie West Ham oder im League Cup gegen Sunderland nicht gewinnen konnte. Dafür fehlt es noch an einem Plan, das Spiel zu machen und offensiv variabler zu agieren. Mit Nemanja Matic haben sie in der Problemzone defensives Mittelfeld nachgerüstet. Bisher musste Mourinho dort mit dem Vertikal-Spieler Ramires, dem Freigeist Luiz und dem allenfalls soliden Mikel auskommen. Andre Schürrle spielt nach einer guten Anfangsphase derzeit kaum eine Rolle. Vergleicht man ihn mit der Konkurrenz aus Eden Hazard, Willian und Oscar wirkt Schürrle tatsächlich zu eindimensional.

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Platz 7 (7) Juventus

Pflichtspiel-Bilanz: 22-5-4
Serie A: 1. Platz
Europa: EL-Zwischenrunde

Juves Serie in der italienischen Liga hätte kaum beeindruckender sein können. Zwölf Siege in Serie fuhren die Turiner bis zum 1:1 gegen Lazio ein, kassierten dabei nur vier Gegentore. Mit der weiterhin exzellent aufeinander abgestimmten Dreierkette in der Abwehr, der herausragenden Dynamik und Torgefährlichkeit von Arturo Vidal und Paul Pogba im Mittelfeld sowie einem gut harmonierenden und treffsicheren Sturmduo Carloz Tevez und Fernando Llorente hat Trainer Antonio Conte eine Mischung gefunden, die Beachtung verdient. Rang sieben ist trotzdem gerechtfertigt, weil in der Champions League gegen den FC Kopenhagen und Galatasaray Istanbul ein sicheres Weiterkommen verspielt wurde und in der Coppa Italia gegen die Roma das Aus im Viertelfinale kam. In entscheidenden Partien ist Juve somit vor Rückschlägen noch nicht gefeit. Der 30. Meistertitel der Alten Dame ist bei derzeit neun Punkten Vorsprung auf die Roma wahrscheinlich, ein ähnlich großer Anreiz ist der Finaleinzug in der Europa League. Denn das Finale steigt in diesem Jahr im Juventus Stadium.

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Platz 6 (2) FC Barcelona

Pflichtspiel-Bilanz: 27-6-3
Primera División: 2. Platz
Europa: CL-Achtelfinale

Die Ansprüche an den FC Barcelona sind nach den Jahren unter Pep Guardiola stetig gewachsen. Die Katalanen müssen den schönsten Fußball des Planeten spielen und dabei extrem erfolgreich sein, sprich um alle Titel kämpfen. Nach der insgesamt dritten Saisonniederlage am vergangenen Wochenende wurde deshalb zum wiederholten Male der Abgesang auf die Blaugrana angestimmt, dabei könnte das Jammern kaum auf einem höheren Niveau stattfinden. Barca hat in der Primera División bei drei Punkten Rückstand auf Atlético noch alle Chancen, ist im Halbfinale der Copa gegen Real Sociedad klarer Favorit und steht im Achtelfinale der Champions League (gegen Man City). Tatsächlich tut sich Barcelona in dieser Saison in vielen Spielen schwer, weil gegen tief stehende Gegner die Dominanz an ihre Grenzen stößt und beim Verteidigen von Standards zu viele Fehler passieren. Allerdings hat Schlüsselspieler Lionel Messi lange verletzt gefehlt und braucht noch etwas Zeit, um wieder in Bestform zu kommen. Mit Andrés Iniesta und Xavi plagten sich weitere Stars mit körperlichen Problemen herum. Erreicht dieses Trio wieder die Bestform, ist mit Barca wieder zu rechnen.

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Platz 5 (4) FC Arsenal 

Pflichtspiel-Bilanz: 26-4-6
Premier League: 1. Platz
Europa: CL-Achtelfinale

Die Gunners spielen ein 4-2-3-1 mit hoch aufrückenden Außenverteidigern und einrückenden offensiven Außen. Das Offensivspiel ist sehr variabel, da Arsene Wenger eine Vielzahl an starken Offensivspielern zur Verfügung stehen hat. In den Spielen gegen die Topclubs zeigen die Gunners aber durchaus, was ihnen zu einem Topteam noch fehlt. Man verlor gegen Manchester City, Napoli, Dortmund, Chelsea und Manchester United, spielte in der Liga nur Remis vor eigenem Publikum gegen Mourinhos Blues. Dennoch sollte der FC Bayern München gewarnt sein. Zielstrebige Konter kann Arsenal spielen. Mit Carzola, Ramsey und Özil – die Giroud bedienen, können die Londoner jeden Gegner auseinanderspielen. Die überzeugende Kraft, die Arsenal noch im November ausstrahlte, konnte das Team aber im eher schwachen Dezember nicht aufrechterhalten, deshalb geht es in der Europarangliste um einen Platz herunter. Nächster Halt: CL-Achtelfinale gegen Bayern München. Theo Walcott (und vermutlich auch Aaron Ramsey) werden Arsenal gegen den FC Bayern fehlen. Der Ausgang dieses Spiels sagt viel über den internationalen Stellenwert der Gunners aus. National wird Arsenal im Dreikampf um den Titel weiterhin mitspielen.

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Platz 4 (5) Atlético Madrid

Pflichtspiel-Bilanz: 29-6-1
Primera División: 1. Platz
Europa: CL-Achtelfinale

Der Aufstieg von Atlético Madrid in die Spitzengruppe der Primera División und ins Achtelfinale der Champions League lässt deutliche Parallelen zur Entwicklung von Borussia Dortmund in den vergangenen Jahren zu. Wie beim BVB ging auch bei Atlético finanzieller Größenwahn mit einem sportlichen Niedergang Hand in Hand. Bei den Rojiblancos war es sogar greifbarer, denn nach der letzten Meisterschaft 1996 folgte mit einigen überbezahlten Stars im Jahr 2000 gar der Abstieg in die zweite Liga. Zwei Jahre später schafften die Colchoneros den Wiederaufstieg. Mit hohen Gehaltszahlungen, negativen Transferbilanzen, erheblicher Steuerhinterziehung und mäßigem sportlichen Erfolg erhöhte sich Atléticos Schuldenstand bis 2011 jedoch auf geschätzte 300 Millionen Euro. Die Parallelen gehen aber weiter, denn seitdem wurden in Atléticos Führung viele Dinge richtig gemacht: Mit Diego Simeone kam ein Trainer mit Visionen, der seinem Team eine klare taktische Linie verpasst hat. Auf dem Transfermarkt wurde sowohl beim Personal (Falcao, Miranda, Arda Turan, Thibaut Courtois, David Villa) als auch finanziell gut und umsichtig gehandelt. Mit Koke, Óliver Torres, Saúl Níguez und Javier Manquillo rückten zudem starke Youngster aus Atléticos Jugendabteilung hoch. Die finanzielle Lage hat sich damit zwar noch lange nicht entspannt, aber die Rojiblancos sind auf einem guten Weg. Und sportlich könnte es nicht besser laufen. Simeones Defensivtaktik, die auf die typisch spanische Leidenschaft nach Ballbesitz verzichtet, funktioniert mit einer beeindruckenden Konstanz. Gegen den FC Barcelona schaffte Atlético schon drei Remis in dieser Saison, gegen Real wurde in der Liga gewonnen, nun folgen gegen den Stadtrivalen zwei Partien im Pokal. In der Champions League gegen Milan ist Atlético auch klarer Favorit, die Reise des spanischen BVB dürfte in dieser Saison noch lange weitergehen.

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Platz 3 (10) Man City

Pflichtspiel-Bilanz: 29-3-6
Premier League: 2. Platz
Europa: CL-Achtelfinale

In der Zeit vom 10. November bis zum 3. Februar konnte man keine Niederlage der Citizens beobachten. Nach 20 Spielen ohne Niederlage verloren die Skyblues am vergangenen Montag zu Recht gegen Chelsea. Die Blues konnten somit schon das zweite Spiel der Saison gegen City gewinnen, was wir sicherlich im Hinterkopf behalten werden. Allerdings muss man auch bedenken, dass einige wichtige Spieler fehlten. Neben Samir Nasri und Fernandinho war auch Sergio Aguero nicht dabei, der in dieser Saison schon 15 Tore und 5 Assists lieferte. Mit den zwei doch recht ähnlichen Stürmertypen Edin Dzeko und Alvaro Negredo tat sich City schwer, überraschende Bewegungen ins Offensivspiel zu bringen. David Silva war alleine überfordert, das Defensivbollwerk der Blues zu knacken. Erst mit Stevan Jovetic wurden das Spiel variabler. Dennoch. Manchester City ist zwar punktgleich mit Chelsea, hat aber die um 17 Treffer bessere Tordifferenz. Man gewann Mitte Dezember eindrucksvoll mit 6:3 gegen Arsenal, schoss Tottenham ab und siegte in München. Der Kader der Skyblues ist extrem stark besetzt und hat deshalb im Premier League-Vergleich die Nase vorn.

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Platz 2 (3) Real Madrid

Pflichtspiel-Bilanz: 27-5-2
Primera División: 3. Platz
Europa: CL-Achtelfinale

Schon zu Beginn der Saison schrieben wir von einer verheißungsvollen Liaison zwischen Real Madrid und Trainer Carlo Ancelotti. Der Italiener hat viel Erfahrung, wichtige Titel gewonnen und kann einer Mannschaft einen klaren Stil vermitteln. Bei den Königlichen hat das erwartungsgemäß einige Monate gedauert, spätestens seit Jahresbeginn sieht man immer mehr Ancelottis Real. In der Defensive ist Real nur noch schwer zu bezwingen – 2014 mussten die beiden Keeper Diego López und Iker Casillas in neun Spielen erst ein Gegentor hinnehmen. Ganz wichtig war dabei die Systemumstellung auf ein 4-3-3, Angel di María muss dabei defensivere Aufgaben übernehmen. Schlüsselspieler ist aber Luka Modric, der mit starken Spielen die von BVB-Coach Jürgen Klopp in der vergangenen Saison ausgemachte Abhängigkeit von Xabi Alonso beendet hat.

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Platz 1 (1) FC Bayern München 

Pflichtspiel-Bilanz: 25-2-2
Bundesliga: 1. Platz
Europa: CL-Achtelfinale

In der letzten Saison wurden die Bayern durch den Gewinn aller vier relevanten Titel zur besten Mannschaft der Welt. In dieser Saison sind sie auf dem Weg dahin, dieses Klasse zu bestätigen. Die Zahlen weisen den richtigen Weg. Hatte Bayern im letzten Jahr noch 63,6 Prozent Ballbesitz im Schnitt (Bundesliga) – sind es in dieser Saison schon 70,9 Prozent. 17,2 Mal schossen die Bayern in der letzten Saison durchschnittlich auf das Tor des Gegners, in dieser Spielzeit sind es 19,5 Torschüsse pro Spiel. 17 Siege, zwei Remis und keine Niederlage machen den mit 13 Punkten Vorsprung amtierenden Tabellenführer der Bundesliga zu unserer Nummer eins. Doch entscheidend wird das Abschneiden in der Champions League sein, denn dort kann ein schlechter Tag schon das Aus bedeuten. Die Gegner heißen nicht Frankfurt oder Stuttgart, sondern zum Beispiel Arsenal – immerhin Tabellenführer der Premier League. Ein Selbstläufer ist die Titelverteidigung auf diesem Niveau also nicht und der erste Platz in der Europarangliste somit auch nicht.

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4 comments

  1. Defit86

    Eine schöne Rangliste – über einige Platzierungen lässt sich natürlich wunderbar streiten, aber das macht den Fußball ja so interessant! Ich persönlich bin gespannt wie lange der AS Rom eine Topplatzierung inne haben wird! Kompliment aber für den Blog, schaut doch auch mal bei meinem Fußballblog vorbei!

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