Die Europarangliste – Ausgabe März

In der drittletzten Europarangliste dieser Saison hat es wieder viel Bewegung gegeben. Auf den hinteren Plätzen mussten wir uns von den Überraschungsteams der letzten Ausgabe trennen. Olympiakos verspielte in der Champions League die gute Ausgangslage gegen Manchester United, der souveräne Titel in Griechenland allein reicht dann nicht für Europas Top 20. Das gilt auch für Red Bull Salzburg. Das Team von Trainer Roger Schmidt feierte in Österreich zwar auch den frühzeitigen Titel, das Aus gegen den FC Basel in der Europa League macht die vielen guten Ansätze zunichte.

Mit Tottenham Hotspur fliegt ein weiterer Club aus dem Ranking. Unter Tim Sherwood stimmte die Tendenz ohnehin nicht, im März kamen dann noch zwei deutliche Pleiten gegen Chelsea und Liverpool hinzu, zudem schieden die Spurs in der Europa League – fast schon erwartungsgemäß – gegen Benfica aus. Sherwoods Punkteschnitt liegt deutlich hinter dem von Vorgänger André Villas-Boas. Wer erstmals auf diese Rangliste stößt, der kann sich vor den einzelnen Platzierungen die Bewertungskriterien anschauen.

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Platz 20 (neu) Ajax Amsterdam

Pflichtspiel-Bilanz: 27 Siege – 10 Unentschieden – 7 Niederlagen
Eredivisie: Tabellenführer
Europa: Aus in der 2. Runde der Europa League gegen Salzburg

Die blamable 0:3-Heimniederlage in der Europa League gegen Salzburg ist nicht vergessen, ebenso wenig wie das 1:3 im Rückspiel. Aber das waren die einzigen beiden Niederlagen von Ajax in den letzten 25 Spielen. Das Resultat dieser beeindruckenden Serie ist die inzwischen unangefochtene Tabellenführung in der Eredivisie mit acht Punkten Vorsprung vor dem Erzrivalen Feyenoord. Außerdem steht Ajax nach einem Auswärtssieg in Unterzahl in Alkmaar im Finale des KNVB Beker, des niederländischen Pokals. In der Champions League-Vorrunde hatte das Team von Frank de Boer respektable acht Punkte in einer Gruppe mit Barcelona und Milan geholt. Letzten Endes war es eine erstaunliche 1:2-Niederlage in Glasgow, die Ajax das Achtelfinale kostete. Auch nach dem Abgang von Christian Eriksen zu Tottenham Hotspur hat der Club fünf Dänen im Kader, darunter Supertalent Viktor Fischer. Insgesamt eine tolle Mannschaft, die zumindest in der Eredivisie begeisternden Fußball zeigt, dazu aber auch eine hohe defensive Stabilität aufweist.

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Platz 19 (neu) Sevilla

Pflichtspiel-Bilanz: 24-12-12
La Liga: Fünfter
Europa: Viertelfinale der Europa League (Hinspiel in Porto 0:1)

Nach fünf Spieltagen und einem schweren Auftaktprogramm (Barcelona, Atlético, Valencia und Real Sociedad) lag Sevilla mit zwei Punkten am Tabellenende der spanischen Liga. Seither aber steuert das Team von Unai Emery auf Champions League-Kurs. Nur die großen Drei holten seit Ende September so viele Punkte wie Sevilla. Einen großen Teil der Verantwortung dafür trägt neben Taktikfuchs Emery Ivan Rakitic, der die Saison seines Lebens spielt (16 Tore, 17 Assists, beides schon jetzt weitaus mehr als er jemals in einer vollen Saison sammelte). Auch der Durchbruch von Carlos Bacca, des Kolumbianers, der erst mit 25 nach Europa kam und nach 31 Toren in eineinhalb Jahren in Brügge nun auch im ungleich anspruchsvolleren spanischen Fußball schon 19 Treffer in seiner Premierensaison erzielt hat. Bacca, den noch im September nur Experten kannten, kann inzwischen davon ausgehen, mit Kolumbien bei der WM zu spielen.

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Platz 18 (15) Athletic Club

Pflichtspiel-Bilanz: 18-8-11
La Liga: 4. Platz
Europa: nicht vertreten

Wenig Neues gibt es von den Basken zu berichten. Der März war ein durchschnittlicher Monat mit Unentschieden gegen die direkten Verfolger Valencia und Villarreal, einem wichtigen Sieg gegen Getafe und einer knappen Niederlage gegen Atlético Madrid. Bilbao bleibt damit mit einem souveränen Sechs-Punkte-Vorsprung das beste Team hinter dem Führungstrio aus Madrid und Barcelona. Allerdings ist der FC Sevilla bis auf sechs Zähler herangerückt, die Andalusier sind die größten Gegner im Kampf um die Champions League-Plätze.

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Platz 17 (neu) Manchester United

Pflichtspiel-Bilanz: 26-9-13
Premier League: Siebter
Europa: Viertelfinale der Champions League (Hinspiel 1:1 gegen Bayern)

Woran soll man Manchester United derzeit messen? Am 1:1 gegen die Bayern? Am 0:3 gegen Manchester City? Am 3:0 gegen Olympiakos oder am 0:2-Hinspiel gegen dasselbe Team? Der siebte Tabellenplatz in der Premier League ist enttäuschend, das Weiterkommen in der Champions League-Gruppe und die Leistung im Hinspiel des Viertelfinals gegen Bayern München respektabel. Über die gesamte Spielzeit betrachtet, fehlt es den Red Devils an Konstanz und spielerischer Linie. Die Abwehr ist überaltert und der Spielaufbau offenbart große Schwächen. Juan Mata und Wayne Rooney müssen sich oft tief ins Mittelfeld fallen lassen, das Spiel ankurbeln und fehlen in der Offensive. Allerdings gewinnt Man Utd in den letzten Wochen die Spiele gegen die kleinen und mittleren Clubs (WBA, West Ham, Aston Villa) und nimmt man das Weiterkommen ins Viertelfinale der CL dazu, die gute Defensiv- und Konterleistung gegen die Bayern obendrauf, dann ist die Rückkehr von Manchester United in die Europarangliste durchaus verdient.

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Platz 16 (neu) Everton

Pflichtspiel-Bilanz: 21-9-7
Premier League: Fünfter
Europa: nicht vertreten

Jahrelang galt die Premier League mit den Big Four als eine Status-Quo-Liga, in der Fluktuation auf den vorderen Plätzen kaum vorkam. Das hat sich durch das massive Investment bei Manchester City, den zwischenzeitlichen Absturz des FC Liverpool und die gute Arbeit bei Tottenham in den vergangenen Jahren verändert. Nun schickt sich mit dem FC Everton der nächste Club an, in die Spitzengruppe aufzusteigen. Die Toffees haben mir vier Siegen in Serie einen glänzenden März hinter sich und können mit einem Heimsieg gegen Arsenal am kommenden Spieltag und einem Erfolg im Nachholspiel gegen Crystal Palace auf Rang vier vorpreschen und den Katzenjammer der Gunners vergrößern. Trainer Roberto Martínez hat eine homogene Mischung aus Routiniers wie Torhüter Tim Howard (35) oder Sylvain Distin (36), englischen Nationalspielern wie Gareth Barry, Leighton Baines oder Ross Barkley sowie verheißungsvollen Leih-Talenten wie Romelu Lukaku oder Gerard Deulofeu gefunden.

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Platz 15 (18) FC Schalke 04

Pflichtspiel-Bilanz: 22-8-11
Bundesliga: Dritter
Europa: Aus im CL-Achtelfinale gegen Real Madrid

Spötter behaupten, Schalke sei nur deshalb in der Liga so stark, weil Leverkusen so schlecht ist. In den letzten fünf Spielen holten die Knappen 13 Punkte, Leverkusen dagegen nur fünf. Schalke gewinnt tatsächlich gegen schwächere Teams – auch trotz der Verletztenmisere – regelmäßig und hat mittlerweile sechs Punkte Vorsprung auf den schwächelnden Werksclub. Die Spiele gegen Real Madrid und das glückliche Remis in Dortmund haben aber gezeigt, dass das Ende der Fahnenstange für Schalkes internationale Ambitionen an der Tür zur Top 12 der Europarangliste endet. Die konstante Liga-Performance lässt unsere Keller-Kritik derzeit verhallen. Wir sind aber dennoch überzeugt, mit einem Trainer auf Topniveau und dieser Kaderqualität ist Platz drei in der Bundesliga Pflicht und in der Champions League, da wäre man wohl auch mit jedem anderen Trainer ausgeschieden, hätte ein 2:9-Debakel aber verhindern können.

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Platz 14 (14) Benfica

Pflichtspiel-Bilanz: 34-6-4
Primeira Liga: Tabellenführer
Europa: Viertelfinale der Europa League (1:0-Hinspielsieg in Alkmaar)

Nach der Champions League-Gruppenniederlage gegen Olympiakos gewann Benfica 24 seiner 27 folgenden Pflichtspiele, bei drei Unentschieden und keiner Niederlage. Von Mitte Dezember bis Mitte März kassierte das Team von Jorge Jesus nur ein einziges Gegentor – in 16 Spielen! Zugegeben, das sind Werte, die so nur in Portugal zustande kommen und nicht in England, Spanien oder Deutschland. Aber wenn ein Club so eine Bilanz in einer der großen Ligen aufwiese, stünde er auch auf Platz eins unseres Rankings, und nicht auf Platz 14. Die ungeschlagene Serie kam vor einer Woche beim 0:1 in Porto im Halbfinalhinspiel des Taca de Portugal zu einem vorläufigen Ende, aber da es noch ein Rückspiel im Estádio da Luz gibt, bleiben den Adlern noch alle Chancen auf ein Quadruple aus Meisterschaft (sieben Punkte Vorsprung), Europa League, Pokal und Taca da Liga.

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Platz 13 (13) SSC Neapel

Pflichtspiel-Bilanz: 27-9-9
Serie A: Dritter
Europa: Aus im EL-Achtelfinale gegen Porto

Nicht zum ersten Mal in dieser Saison müssen wir bei Napoli die fehlende Konstanz bemängeln. Vom Potential und der Kaderstärke her kann die SSC mit den vor ihr platzierten Clubs aus Rom und Turin mithalten. Das zeigten auch die beiden Siege in den jeweiligen Topspielen gegen die Roma (1:0) und Juventus (2:0). Doch im März schied das Team von Trainer Rafael Benítez gegen Porto auch aus der Europa League aus und verlor ein Heimspiel gegen die Fiorentina. Der Rückstand in der Tabelle bleibt konstant, Florenz kann Napoli den Champions League-Qualifikationsplatz aber nicht mehr streitig machen. Neapel bleibt drittbestes italienisches Team, für einen Aufstieg in der Europarangliste fehlt dann aber doch die Rundumversorgung mit starken Ergebnissen.

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Platz 12 (11) FC Arsenal

Pflichtspiel-Bilanz: 29-9-10
Premier League: Vierter
Europa: Aus im CL-Achtelfinale gegen Bayern München

„Oh, ho, ho,Lieutenant Steve“ Oh, ho, ho, ho, Frenchy” Ähnlich witzig wie die Soldaten Adrian Cronauer-Ersatz Steven Hauk finden, muss Arsene Wenger die ständige Zurückstufung in der Europarangliste durch Gegen den Ball empfinden. “Oh, Arsene!“, Oh, ho, ho, Arsenal!“, sagen wir dazu. Die Gunners sind also die Fahrstuhlmannschaft der Europarangliste. In einem Moment des Überschwangs und der feuchtfröhlichen Verzückung, kürten wir die Gunners – sehr zum Missfallen von Kollege Katzenbach – im November zum Topaufsteiger in der Europarangliste. Seitdem hat Arsenal sechs Spiele verloren und sieben Unentschieden eingefahren. Die Niederlagen setzte es gegen Napoli, Manchester City, Liverpool, Bayern München, Stoke und Chelsea. Zum einen ist die Bilanz gegen Top-Gegner also alles Andere als positiv, zum anderen waren die Niederlagen nicht selten deutlicher Natur (0:2, 0:3, 1:5, 0:2, 0:1, 0:6). Nicht ohne Grund hat Arsenal von den vier besten Teams der Premier League das deutlich schlechteste Torverhältnis. Die Balance zwischen Offensive und Defensive stimmt nicht. Nimmt man zum Beispiel das 0:6 gegen Chelsea, dann fällt auf, dass Harakiri-Wenger nur einen tatsächlichen Defensivspieler im Mittelfeld aufstellte – Mikael Arteta. 21 Torschüsse der Blues waren die Folge. Zwei Niederlagen, drei Remis – der März war nicht der Monat der Gunners. Was bringt der April? Am Sonntag müssen die Gunners Tabellenplatz vier gegen den Fünften Everton verteidigen. Der Fahrstuhl des Grauens könnte sich weiter Abwärts bewegen. Ob da wirklich „Rising Sun Electronics“ hinter steckt, oder doch Wengers Unwille, der Offensivabteilung eine ausreichende Absicherung zur Seite zu stellen, wird die Recherche-Abteilung sicherlich demnächst herausfinden.

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Platz 11 (12) AS Roma

Pflichtspiel-Bilanz: 25-7-3
Serie A: Zweiter
Europa: nicht vertreten

Eine Niederlage kassierte die Roma seit dem letzten Erscheinen der Europarangliste bei Gegen den Ball. Ausgerechnet gegen Napoli musste das Team von Trainer Rudi Garcia eine 0:1-Auswärtspleite hinnehmen. Dennoch beträgt der Vorsprung der Roma konstante neun Punkte auf die drittplatzierten Neapolitaner. Es bleibt dabei: Nur zwei Niederlagen (wie Tabellenführer Juve) stehen zu Buche. Mit nur 15 Gegentoren stellt die Roma eine der besten Abwehrreihen Europas. Die klare Struktur des Spiels, das starke Konterspiel und die individuelle Qualität (Gervinho, Miralem Pjanic, Francesco Totti und Mattia Destro) kommen in dem Gesamtkonzept zum Einklang. Die Roma wird sich die direkte Qualifikation für die Champions League nicht nehmen lassen und sich im nächsten Jahr auch auf der ganz großen Bühne messen lassen müssen. Erst dann wäre auch ein weiterer Aufstieg in der Europarangliste möglich.

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Platz 10 (10) FC Liverpool

Pflichtspiel-Bilanz: 25-5-7
Premier League: Tabellenführer
Europa: nicht vertreten

Den letzten Meistertitel feierte der von Manchester United entthronte Rekordmeister 1990. Vor dieser Saison sprach wenig dafür, dass diese Serie enden könnte. Doch die Reds marschieren bisher ohne Niederlage durch die Rückrunde und haben es selbst in der Hand, die 19. englische Meisterschaft folgen zu lassen. Gewinnt Liverpool auch die Heimspiele gegen Manchester City (13. April) und den FC Chelsea (27. April), wird der Kop beben und die Sensation rückt näher. In der letzten Ausgabe äußerten wir noch Zweifel, ob die heißeste Offensive Europas die Defizite in der Abwehr kompensieren kann. Vier Spiele weiter, inklusive der klaren Erfolge gegen Manchester United (3:0) und Tottenham (4:0), sind die Bedenken etwas kleiner geworden. Wir haben uns trotzdem gegen einen Aufstieg innerhalb der Europarangliste entschieden, es liegt vor allem an der fehlenden internationalen Vergleichbarkeit. Als englischer Meister würde Liverpool aber sicher noch ein paar Plätze gutmachen.

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Platz 9 (9) Borussia Dortmund

Pflichtspiel-Bilanz: 27-4-11
Bundesliga: Zweiter
Europa: Viertelfinale in der Champions League (0:3 im Hinspiel bei Real Madrid)

Einen ominösen Vorgeschmack auf die Zeit nach Robert Lewandowski bekam der BVB in dieser Woche in Madrid. Ohne Chance verloren die Schwarzgelben mit 0:3. Als der ZDF-Reporter nach dem Spiel scherzhaft zu Nuri Sahin sagte „dann muss Lewandowski im Rückspiel eben fünf Tore schießen“, beendete der Mittelfeldspieler einfach das Interview. Natürlich ist die Vorstellung, dass Lewandowski im Alleingang Champions League-Spiele gewinnen könne, etwas anmaßend gegenüber seinen Teamkollegen. Aber wie schwer es ist, für so überragende Profis wie Mario Götze oder Lewandowski gleichwertigen Ersatz zu finden, zeigt die schwankende Form von Henrikh Mkhitaryan. Für die kommende Spielzeit könnte es für Dortmund nach jetzigem Anschein vor allem darum gehen, sich mit Schalke um Platz zwei zu streiten, der Meistertitel scheint ebenso weit entfernt wie ein weiteres Champions League-Finale. Das ist alles im Rahmen des Erwartbaren für einen solchen Club, aber nach drei großen Jahren unter Jürgen Klopp fällt es manchem Fan schwer, sich auf realistischere Ziele einzustellen. Und in dieser Spielzeit? Der Meistertitel ist vergeben, die Champions League, wenn kein Wunder geschieht, nächsten Dienstag vorbei. Bleibt noch der Pokal, in dem ein Heimspielsieg im Halbfinale gegen Wolfsburg ein Endspiel gegen den FC Bayern bedeuten dürfte. Das wäre zumindest noch ein Höhepunkt in einer Saison, die nicht wirklich schlecht war – aber auch alles andere als ein Triumphzug.

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Platz 8 (7) Juventus

Pflichtspiel-Bilanz: 33-7-5
Serie A: Tabellenführer
Europa: Viertelfinale der Europa League (Hinspiel 1:0 in Lyon gewonnen)

Juve gilt nach dem Weiterkommen gegen Florenz als Favorit auf den Sieg der kleinen Champions League – auch Europa League genannt. Elf Punkte Vorsprung sollten den Titelgewinn in der Serie A nicht mehr gefährden. Allerdings verlor man zuletzt mit 0:2 gegen Napoli. Die Stärken der Alten Dame bleiben aber evident. Die gute Organisation der Defensive rund um die Dreierkette, die laufstarken Stephan Lichtsteiner und Kwadwo Asamoah auf den Außen. Andrea Pirlo als tiefer Spielmacher und die dynamischen Arturo Vidal und Paul Pogba im Mittelfeld. Der souveräne Meistertitel und die Chance auf den EL-Titel halten Juventus in den Top Ten des Rankings, aber in Europas Spitzengruppe ist auch der italienische Meister nicht mehr zu finden.

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Platz 7 (5) Chelsea

Pflichtspiel-Bilanz: 30-8-10
Premier League: Zweiter
Europa: Viertelfinale der Champions League (Hinspiel 1:3 bei Paris Saint-Germain)

Fünf Niederlagen mussten die Blues in dieser Premier Leauge-Saison einstecken. Die Gegner: Everton, Newcastle, Stoke, Aston Villa und Crystal Palace. Dazu die Remis gegen WBA (2x) und West Ham. Die Blues haben entscheidenden Boden im Meisterkampf in den Spielen gegen die nicht als Top-Gegner zu bezeichnenden Mannschaften verloren. Das liegt wohl auch daran, dass Jose Mourinhos Konterteam sich schwer tut, gegen tief stehende Gegner das Spiel zu machen. Gegen Chelseas Kontermaschine sollte man aufpassen, dass man immer genug Spieler hinter den Ball bekommt. Vor allem die polyvalenten und schnellen offensiven Mittelfeldspieler der Blues sind schwer auszurechnen. Die Strafraumverteidigung ist eigentlich Trademark Mourinhos Chelsea, auch wenn John Terry gegen Paris ein dicker Patzer unterlief. Chelsea hat die beste Abwehr der Premier League (24 Gegentreffer/Man City 28/Liverpool 39). Gerade gegen starke Gegner, die auch selbst das Spiel machen wollen, ist Chelsea schwer zu schlagen. Genau dies gelang Paris im Hinspiel allerdings und nimmt man die zwei Liga-Pleiten im März dazu, dann ist das Zurückfallen der Blues hinter Paris durchaus nicht hanebüchen.

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Platz 6 (6) Paris Saint-Germain

Pflichtspiel-Bilanz: 35-8-3
Ligue 1: Tabellenführer
Europa: Viertelfinale der Champions League (3:1-Hinspielsieg gegen Chelsea)

PSG ist in der Ligue 1 seit zwölf Spielen ungeschlagen. Die letzte Niederlage datiert aus dem Januar, als die Elf von Laurent Blanc Ende Januar im Pokal gegen Montpellier ausschied. Im CL-Achtelfinale setzte man sich scheinbar spielerisch leicht gegen Bayer Leverkusen mit 6:1 durch (4:0 und 2:1). Superstar Zlatan Ibrahimovic erzielte zehn Tore in sieben Champions League spielen, auch in der Liga ist er mit 25 Treffern in 30 Matches treffsicherster Schütze der Pariser. Nach dem 3:1-Hinspielsieg gegen Chelsea droht Zlatan nun verletzungsbedingt auszufallen. Natürlich ist Edison Cavani als vorderste Spitze ebenfalls sehr stark und der Kader insgesamt überragend besetzt, dennoch wäre ein Ausfall des besten Spielers schon eine Schwächung. Denn Zlatan ist nicht nur treffsicher, er ist zudem ein exzellenter Wandspieler, er spielt die Bälle auf die Flügel heraus und reißt mit seiner Dynamik Räume auf. Genug über den Schweden, denn PSG besitzt in allen Mannschaftsteilen große Qualität. In der Europarangliste und in der Champions League geht das Duell PSG vs. Chelsea weiter. Aufgrund von Chelseas Niederlagen gegen Aston Villa, Crystal Palace und Paris sehen wir die Mannschaft von Laurent Blanc derzeit vor den Blues. Das Rückspiel wird die Hackordnung im Zweikampf PSG vs. Chelsea wohl ein weiteres Mal tangieren.

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Platz 5 (4) Manchester City

Pflichtspiel-Bilanz: 35-5-9
Premier League: 3. Platz
Europa: Aus im CL-Achtelfinale gegen Barcelona

Ob Manuel Pellegrini in seiner Debütsaison den Meistertitel mit City holen kann (nach dem Aufwärmtitel des Ligapokals), wird sich vielleicht am 13. April entscheiden. Am Palmsonntag nämlich spielt City in Anfield, beim aktuellen Tabellenführer der Premier League. Ein Sieg dort würde wahrscheinlich den Titel bedeuten, denn dann hätten die Citizens einen Punkt Rückstand auf die Reds, aber noch zwei Nachholspiele in der Hinterhand. Und von den dann verbleibenden sechs Punktspielen finden vier im heimischen Stadion statt, fünf sind gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte. Chelsea will trotzdem ebenfalls auf Distanz gehalten werden, aber bei nach jetzigem Stand könnte City sogar eines seiner restlichen Spiele verlieren und trotzdem noch aus eigener Kraft Meister werden – zumal Chelsea ebenfalls noch nach Liverpool reisen muss. Die Meisterschaft ginge an das spielerisch und individuell beste Team der Liga, wobei Chelseas taktische Möglichkeiten denen Citys nicht nachstehen. Mit zwei nationalen Titeln im Rücken könnte Pellegrini dann auch Phase zwei in Angriff nehmen: den Export der großen Klasse aus England in die Champions League. Aber das ist ein Thema für die Europarangliste der kommenden Saison.

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Platz 4 (8) Atlético Madrid

Pflichtspiel-Bilanz: 37-8-5
Primera División: Tabellenführer
Europa: CL-Viertelfinale (Hinspiel 1:1 in Barcelona)

Atlético wird zur Fahrstuhlmannschaft in der Europarangliste, weitere Gemeinsamkeiten mit dem VfL Bochum wollen uns einfach nicht einfallen. Die Colchoneros waren schon im Februar auf dem Sprung nach ganz oben, es folgte ein verfluchter Absturz mit vier Pleiten in einem Monat. Das Problem war die zuvor noch so sichere Defensive, die infolge des dünnen Kaders zu wackeln begann. Nun hat sich das Altético-Gebilde wieder deutlich stabilisiert. Als Belohnung für sechs Siege in Folge steht das Team von Trainer Diego Simeone wieder an der Spitze der Primera División und kann sich nach dem 1:1 in der Champions League berechtigte Hoffnungen auf den Halbfinaleinzug machen. Atlético spielt kaum einen Gegner an die Wand, besticht durch defensivtaktische Disziplin und hat mit Diego Costa einen zuverlässigen Torjäger. Genau diese Zutaten führten zuletzt den FC Chelsea 2012 zum Sieg in der Königsklasse. Aber warten wir mal ab, was der Fahrstuhl im April zu bieten hat.

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Platz 3 (2) Real Madrid

Pflichtspiel-Bilanz: 38-6-4
La Liga: 3. Platz
Europa: Viertelfinale in der Champions League (3:0-Hinspielsieg gegen Dortmund)

Real Madrid ist, statistisch gesehen, nach dem FC Bayern die beste Mannschaft Europas. Warum haben wir die Blancos dann um einen Platz heruntergestuft? Weil im direkten Vergleich mit Barcelona beide bisherigen Clásicos nach Katalonien gingen, zuletzt vor zehn Tagen beim 4:3-Sieg der Blaugrana im Bernabéu. Dazu rangiert Barcelona in der Tabelle vor Madrid, in der Champions League stehen beide im Viertelfinale, im Copa del Rey trifft man sich demnächst zum Finale. Unter diesen Umständen muss man Barcelona wegen der direkten Duelle leicht höher bewerten – auch wenn jedes weitere Spiel, das es in dieser Saison noch geben könnte, keinen klaren Favoriten hätte.

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Platz 2 (3) FC Barcelona

Pflichtspiel-Bilanz: 37-8-5
La Liga: 2. Platz
Europa: CL-Viertelfinale (Hinspiel 1:1 gegen Atlético)

Natürlich ist uns bewusst, dass es widersprüchlich erscheint, Atlético in der CL-Prognose zum potentiellen Sieger im Viertelfinale zu erklären, hier in der Europarangliste aber Barca weiter vorn zu platzieren. Letztlich bedeutet das aber nur, dass wir den vermeintlichen Außenseiter zum ungeliebtesten Gegner der Katalanen erklären. Mit der Mischung aus defensiver Stabilität und wohl dosiertem Risiko kam Barcelona dann im Hinspiel ja auch bereits zum vierten Mal in dieser Saison nicht zurecht. Insgesamt halten wir Barca aber für die individuell besser besetzte Mannschaft, der mit dem 4:3-Sieg gegen Real Madrid ein bemerkenswerter Big Point geglückt ist. Lionel Messis Formanstieg ist ein entscheidender Faktor für Barcelonas bessere Bewertung.

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Platz 1 (1) FC Bayern

Pflichtspiel-Bilanz: 37-6-2
Bundesliga: Tabellenführer
Europa: CL-Viertelfinale

Es ist wirklich nicht leicht, als deutsches Medium mit dieser vermaledeiten Dominanz des FC Bayern umzugehen. Nachdem das Los Manchester United feststand, wurde über die Höhe des Sieges spekuliert, Zweifel am Weiterkommen wurden keine laut. Dann erreichen die Münchner im Old Trafford „nur“ ein 1:1 und schon wird über einen „Warnschuss“ (FAZ), den „Schluffimodus“ (Süddeutsche Zeitung) oder über „verletzliche“ (Welt) Bayern geschrieben. Die Wahrheit ist: Ein Auswärts-Remis ist ein exzellentes Ergebnis, zumal die spielerischen Defizite Uniteds offensichtlich waren. Die Bayern haben sich unter Pep Guardiola zu einem Pass-Monster entwickelt, das allerdings – anders als der FC Barcelona unter Guardiola – auf taktische Kniffe der Gegner reagieren kann. Die Bayern bleiben auch im März der Topfavorit auf die Titelverteidigung in der Champions League.

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Autoren: Klaus Katzenbach, Michel W. Massing und Marcus Krämer

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