Die Europarangliste: Ausgabe Mai

Wer die erste Europarangliste im März oder die zweite im April verpasst haben sollte, dem sei das Bewertungssystem zur Ermittlung der aktuell besten 20 Teams in Europa noch mal erläutert. Die sportliche Klasse der Clubs steht immer im Vordergrund:

1) Die Qualität des Kaders
Wie stark sind die einzelnen Positionen besetzt und wie gut sind die Mannschaftsteile aufeinander abgestimmt?
2) Das Abschneiden in der heimischen Liga
Dabei ist die Stärke der jeweiligen Liga ein wichtiger Faktor. Premier League, Primera División, Bundesliga und Serie A haben einen qualitativen Vorteil, mit Abstrichen folgt Frankreich. Wer in den anderen europäischen Ligen um den Titel mitspielt, muss parallel auch international Erfolge feiern.
3) Das Abschneiden im europäischen Wettbewerb
Die Erfolge in der Champions League und damit die Quervergleiche zu anderen Ligen sind sehr wichtige Faktoren. Auch das Abschneiden in der Europa League ist relevant, aber nicht ganz so entscheidend.
4) Der Trainer
Ein guter Trainer kann den Unterschied machen, wenn es darum geht, welches von zwei gleich stark besetzten Teams sich durchsetzen würde.
5) Die Form
Da dieses Ranking monatlich erscheint, spielt die Form – hier zählen alle relevanten Wettbewerbe – eine gewichtige Rolle. Doch auch hier gibt es Unterschiede, Erfolge in Spitzenspielen haben mehr Gewicht als der fünfte Sieg in Serie gegen Abstiegskandidaten.

Prolog: Der abgestürzte Adler

Sportlich gibt es einen Club, dessen Versagen seit unserer letzten europäischen Bestandsaufnahme tragische Ausmaße annahm. Der Club heißt Benfica und wir sind zumindest die Geschichte dazu schuldig: Nach dem Auswärtssieg bei Maritimo Funchal sprach man bei Benfica schon vom Titel, doch der damalige Tabellenführer kam im folgenden Heimspiel gegen Estoril überraschend nur zu einem Remis. Durch die anschließende Niederlage gegen Porto gab man die Tabellenführung ab und den Meistertitel aus der Hand. In der 90. Minute hatte Kelvin ins Herz des Hauptstadtclubs und für den FC Porto getroffen. Es sollte noch dicker kommen.

Das Finale der Europa League verlor man ebenfalls in aller letzter Sekunde, in der Nachspielzeit traf Branislav Ivanovic für den FC Chelsea und Benfica verlor 51 Jahre nach dem Erfolg im Landesmeister-Pokal auch das siebte internationale Endspiel in Serie. Um den Absturz perfekt zu machen, verlor Benfica am vergangenen Wochenende auch das portugiesische Poklfinale gegen Vitória Guimaraes, die beiden Tore für den Außenseiter fielen in der 79. und 81. Minute. Das diesjährige Benfica-Trauma bleibt auch in unserer Rangliste nicht folgenlos. Vom 15. Platz im April fegt es den Rekordmeister aus dem Ranking. Zumindest die Tragik der Geschehnisse hat aber hiermit Erwähnung gefunden. Kommen wir zu den Siegerteams in Europa, der ultimativ letzten Rangliste der Saison 2012/13.

Platz 20 (neu): Shakhtar Donetsk

Pflichtspiel-Bilanz: 32 Siege – 6 Unentschieden – 4 Niederlagen
Premier-Liga: Meister
Europa: Aus im CL-Achtelfinale

Der letzte Rang in unserer Rangliste war bisher keine Konstante. Im März hatte sich der FC Liverpool, vor allem aufgrund des starken Kaders, für die Top 20 qualifiziert, einen Monat später wurden die Reds von Lokalrivale Everton abgelöst. In der Endabrechnung fehlen die beiden Teams aus der Premier League jedoch komplett, weil der zwischenzeitlich erträgliche Abstand zu Tottenham, Arsenal und Chelsea im Saisonfinale immer weiter anwuchs und beide Teams in der nächsten Saison nicht international spielen werden. Das Rennen macht mit Shakhtar Donetsk letztlich ein Club, der neu in der Rangliste ist. Das Team von Trainer Mircea Lucescu dominierte die stärker werdende ukrainische Liga nach Belieben (eine Niederlage) und machte in der vergangenen Woche mit einem 3:0-Sieg gegen Chornomorets Odessa das dritte Double in Serie perfekt. In der Champions League schied Donetsk im Achtelfinale deutlich gegen den BVB aus, in der Gruppenphase sorgten die Ukrainer allerdings für das frühe Aus von Titelverteidiger Chelsea.

Platz 19 (19): FC Schalke

Pflichtspiel-Bilanz: 21-11-13
Bundesliga: 4. Platz
Europa: Aus im CL-Achtelfinale

Nachdem die königsblauen Fans ein schmerzvolles Wochenende mit dem Champions League-Finale der beiden Erzrivalen hinter sich haben, kommt nun ein kleiner Trost: Schalke gehört immer noch zu den besten 20 Clubs in Europa. Dabei ist die Bewertung, ob auf Schalke das Glas nun halbvoll oder doch halbleer ist, nicht einfach. Über die Qualität des Kaders haben wir schon viel geschrieben, in der Bundesliga stehen die Knappen in dieser Frage direkt hinter Bayern und Dortmund. Doch was sich in der Hinrunde unter Huub Stevens bereits andeutete, konnte Nachfolger Jens Keller nicht wirklich revidieren. Rang vier und damit die Teilnahme an der Champions League-Qualifikation verdankt Schalke auch der Erfolglosigkeit der Gegner. Keller wiederum hatte es vom ersten Tag an nicht leicht, mit stoischer Ruhe und einer beispiellosen Defensivtaktik sicherte er am letzten Spieltag eben diesen vierten Rang. Kritiker sagen Angsthasenfußball, wir meinen: gegen spielstarke Freiburger genau die richtige Entscheidung. Bleibt noch der internationale Auftritt. Schalke wurde vor dem FC Arsenal Gruppensieger, schied dann aber auch aufgrund taktischer Unzulänglichkeiten gegen Galatasaray aus. Das Glas ist im Endeffekt halbvoll, weil Schalke in den beiden Spielen gegen Borussia Dortmund gezeigt hat, was wirklich möglich ist. Keller darf es nun in seiner ersten kompletten Saison weiter herauskitzeln.

Platz 18 (neu): Bayer Leverkusen

Pflichtspiel-Bilanz: 24-9-11
Bundesliga: 3. Platz
Europa: Aus in der EL-Zwischenrunde

Moment mal, Leverkusen war bisher noch gar nicht in der Europarangliste vertreten und steigt zum Ende der Saison gleich auf Platz 18 und damit vor Schalke ein? Was zunächst komisch klingt, wird mit folgenden Erläuterungen nachvollziehbar: In der ersten Ausgabe fehlte der Werksclub unter den Eindrücken des klaren Scheiterns in der Europa League gegen den späteren Finalisten Benfica. Die Zweifel an Bayers Kader und an dem Vermögen, auch die wichtigen Spiele gewinnen zu können, wurden im April nur unwesentlich kleiner, denn Leverkusen hätte den großen Vorsprung auf Schalke fast noch verspielt. Doch in den letzten Wochen spielte Bayer stark und konstant auf, fünf Siege in Serie brachten am Ende zehn Punkte Vorsprung auf Schalke und fast noch die Vizemeisterschaft. Leverkusen freut sich auf die Rückkehr in die Champions League.

Platz 17 (17): Galatasaray

Pflichtspiel-Bilanz: 27-10-9
Süper Lig: Meister
Europa: Aus im CL-Viertelfinale

Mit einer Serie von sieben Siegen sicherte sich Galatasaray schon drei Spieltage vor Ende der Süper Lig den Titel in der Türkei. Das Spitzenspiel gegen Fenerbahce ging im Anschluss zwar verloren, doch das darf hier keine zu große Rolle spielen. Gala profitiert zudem von der starken Champions League-Saison, als das Team von Trainer Fatih Terim trotz drei siegloser Spiele zu Beginn die Gruppenphase überstand, im Achtelfinale gegen Schalke siegte und dann gegen Real Madrid begeisternde, wenn auch taktisch naive spielte. Im Moment rücken die sportlichen Belange jedoch in den Hintergrund, vor den Vorstandswahlen am 15. Juni tobt bei Galatasaray ein Machtkampf. Immerhin hat der von einigen europäischen Topclubs (Florenz, Chelsea) umworbene Torschützenkönig Burak Yilmaz Wechselabsichten dementiert, was Terim die Kaderplanung für die kommende Saison erleichtert.

Platz 16 (13): FC Málaga

Pflichtspiel-Bilanz: 23-16-16
Primera División: 6. Platz
Europa: Aus im CL-Viertelfinale

Dem FC Málaga ging am Ende der Saison die Puste aus, auch wenn ein Spieltag vor Saisonende in Spanien mit Rang sechs oder sieben die sportliche Qualifikation zur Europa League feststeht. Der Kader der Andalusier war in der Breite nicht gut genug, um in zwei Wettbewerben bestehen und die zahlreichen Verletzungen kompensieren zu können. Für einen besseren Endspurt waren zudem der emotionale Höhepunkt in Dortmund (drei Niederlagen in sieben Spielen seitdem) und die Diskussionen um Trainer Manuel Pellegrini abträglich. Der Weggang von Pellegrini („Es wird ein emotionaler Abschied für mich.“) steht mittlerweile fest, ein Wechsel zu Manchester City gilt als wahrscheinlich. Ob die internationale Sperre der UEFA für die kommende Saison Bestand hat, wird der internationale Sportgerichtshof CAS Anfang Juni entscheiden.

Platz 15 (18): FC Porto

Pflichtspiel-Bilanz: 31-7-3
Liga Sagres: Meister
Europa: Aus im CL-Achtelfinale

Seit unserem letzten Ranking Ende April konnte Porto fünf Mal in Folge gewinnen. Der wichtigste Sieg fand zweifelsohne am vorletzten Spieltag der portugiesischen Meisterschaft statt. Der Vorjahresmeister konnte den damaligen Tabellenführer und Rekordmeister Benfica in letzter Minute mit 2:1 besiegen und sich auf den Spitzenplatz katapultieren. Porto holte ohne Saisonniederlage nach 30 Spielen verdient den Titel. Im Sommer kommt es wie schon so oft zum Umbau im Kader. Frankreichs Erstliga-Rückkehrer AS Monaco holte sich die Porto-Stars Joao Moutinho und James Rodriguez für insgesamt 70 Millionen Euro. Jackson Martinez wird von vielen Topclubs umworben, u.a. soll Borussia Dortmund interessiert sein. Da ist die hervorragende Scouting-Abteilung des FC Porto erneut gefragt.

Platz 14 (14): Tottenham Hotspur

Pflichtspiel-Bilanz: 27-13-14
Premier League: 5. Platz
Europa: Aus im EL-Viertelfinale

Als Fan von Tottenham muss man hart im Nehmen sein. In der vergangenen Saison verloren die Spurs den sportlich erlangten Champions League-Platz, weil der FC Chelsea den Titel holte und die UEFA keine fünf Teams aus einem Land billigt. In dieser Spielzeit holte Tottenham 72 Punkte – was in allen anderen großen europäischen Ligen mindestens zu Rang vier gelangt hätte – und darf wieder nur Europa League spielen. Erzrivale Arsenal war um einen Zähler besser. Die Spurs erzielten weniger Tore als die englischen Topclubs und kassierten gleichzeitig auch die meisten, doch der Schuh drückt besonders im Sturm. Die Abhängigkeit von Gareth Bale ist zu groß, deshalb will Trainer André Villas-Boas zwei neue Angreifer verpflichten, Gerüchten zufolge stehen Leonardo Damiao (Porto Allegre) und Roberto Soldado (FC Valencia) ganz oben auf der Wunschliste. Damit das Leiden ein Ende hat.

Platz 13 (10): AC Mailand

Pflichtspiel-Bilanz: 25-11-12
Serie A: 3. Platz
Europa: Aus im CL-Achtelfinale

So wie Benfica durch zwei Gegentore in der Nachspielzeit zwei Titel verspielte und komplett aus der Europarangliste flog, vermied die AC Mailand mit zwei späten Toren gegen Absteiger Siena einen noch tieferen Sturz als nur um drei Plätze. Mario Balotelli (84.) und Philippe Mexes (87.) sicherten den 2:1-Sieg am letzten Spieltag der Serie A und somit die Qualifikation zur Champions League. Auch wenn sich Milan im Umbruch befindet, das war das Minimum für diesen Kader. Ob Trainer Massimiliano Allegri in der kommenden Saison weitermachen darf, ist allerdings noch nicht sicher.

Platz 12 (12): Arsenal

Pflichtspiel-Bilanz: 29-12-12
Premier League: 4. Platz
Europa: Aus im CL-Achtelfinale

Die Gunners haben sich den Champions League-Qualifikationsplatz in der Premier League sichern können. Die größte Qualität des Wenger-Teams bleibt es, gegen kleine Gegner keine Punkte liegen zu lassen. Vier Siege gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte und ein Remis gegen Manchester United im Saisonfinale reichten letztlich, um mit einem Punkt Vorsprung Platz vier vor Tottenham behaupten zu können. Auch in unserer Rangliste heißt es damit erneut Platz 12 für die Gunners.

Platz 11 (16): SSC Neapel

Pflichtspiel-Bilanz: 26-9-12
Serie A: 2. Platz
Europa: Aus in der EL-Zwischenrunde

Die Schwierigkeit bei der Europarangliste liegt darin, eine gesunde Balance aus nationalen und internationalen Spielen zu finden. Die vier großen Ligen stehen dabei über dem Rest, wie auch die Champions eine deutlich höhere Wertigkeit besitzt als die Europa League. Eine berechtigte Ausnahme räumen wir Napoli ein, denn das Team vom scheidenden Trainer Walter Mazzarri schied in der Europa League früh aus und war im Rennen um den Scudetto gegen Juventus chancenlos. Napoli schenkte die Europa League aber im Grunde ab – was kein lobenswerter Zug ist – und präsentierte sich seit unserer März-Ausgabe in bestechender Form (acht Siege, ein Remis, eine Niederlage) mit begeisterndem Offensivfußball. Ob Mazzarri-Nachfolger Rafael Benitez in der kommenden Saison ähnlich spielen wird, muss jedoch bezweifelt werden.

Platz 10 (7): Manchester City

Pflichtspiel-Bilanz: 28-12-11
Premier League: 2. Platz
Europa: Aus in der CL-Gruppenphase

Die Citizens fallen von Platz sieben auf Platz zehn unseres Rankings. Vier von sieben Spielen konnten im Saisonfinale nicht gewonnen werden. Darunter das FA Cup-Finale. Die Niederlage gegen Absteiger Wigan setzte der mäßigen Saison – trotz Rang zwei in der Premier League – die Krone auf. Das frühe Aus in der Champions League (Gruppenletzter), die Finalniederlage gegen Wigan und die verpasste Titelverteidigung, obwohl die Mannschaft nicht an Qualität eingebüßt hat, führt nicht gerade zu Luftsprüngen bei der Beurteilung von Manchester City in dieser Spielzeit. Trainer Roberto Manicini hat das Abschneiden letztlich den Job gekostet. Der Italiener konnte zwar einen tollen Kader zusammenstellen, aber nicht nachhaltig beweisen, dass er taktisch zu den großen Trainern in Europa gehört.

Platz 9 (11): Atlético Madrid
Pflichtspiel-Bilanz: 34-10-11
Primera División: 3. Platz
Europa: Aus in der EL-Zwischenrunde

Der Sprung von Atlético von elf auf neun ist leicht zu erklären. Das Team von Trainer Diego Simeone sicherte sich souverän den dritten Tabellenplatz und damit die direkte Qualifikation für die Champions League. Dazu gab es noch den Sieg im Pokalfinale gegen Real Madrid. Nach dem Europa League-Sieg im letzten Jahr konnte Atletico also erneut einen Titel holen. Es wird allerdings mit dem Abgang von Torjäger Falcao (28 Treffer in der Liga) gerechnet, dann müsste der Club auf dem Transfermarkt nachlegen, um im nächsten Jahr in der Champions League eine gute Rolle spielen zu können.

Platz 8 (8): Paris St. Germain
Pflichtspiel-Bilanz: 35-11-8
Ligue 1: Meister
Europa: Aus im CL-Viertelfinale

Der französische Meister darf in unserem Ranking nicht fehlen. Das Pariser Starensemble scheiterte in der Champions League allerdings an Barcelona und im nationalen Pokalwettbewerb an Evian. Trainer Carlo Ancelotti steht bei Real Madrid auf der Wunschliste. Doch der Club will den Trainer nicht ziehen lassen und auch Superstar Zlatan Ibrahimovic drohte schon mit Abwanderung, falls der Trainer nicht bleiben sollte. Ancelotti hat auch persönliche Gründe für einen möglichen Abgang angeführt, aber noch ist nichts entschieden. Während David Beckham seine Karriere beendete, könnte ein anderer Engländer demnächst an der Seine spielen. Der Verein soll mit Wayne Rooney in Kontakt stehen.

Platz 7 (9): Chelsea

Pflichtspiel-Bilanz: 38-14-13
Premier League: 3. Platz
Europa: Europa League-Sieger

Chelsea schaffte es, als amtierender Champions League-Sieger die Europa League zu gewinnen. Dadurch darf Rafael Benítez nach dem UEFA-Cup Sieg mit Valencia und dem Champions League-Sieg mit Liverpool einen weiteren internationalen Titel in seiner Vita führen. Der erfolgreiche Interimstrainer Benítez durfte nicht weitermachen und Jose Mourinho soll neuer Coach der Blues werden. Das Team ist mit Spielern von hoher Qualität gespickt, doch der Fußball, den Chelsea auch im Finale der EL spielte, war nicht besonders schön anzuschauen. Nicht schön, aber erfolgreich. Vielleicht ist Chelsea deshalb der beste Ort für Jose Mourinho. Die Mannschaft war in der Schlussphase der Saison, trotz der hohen Belastung aus vier Wettbewerben, in allen wichtigen Spielen erfolgreich. Gegen Everton, Benfica und Manchester United konnte man siegen, gegen Tottenham und Liverpool spielte man Remis. Der dritte Tabellenplatz in der Premier League ist somit redlich verdient.

Platz 6 (6): Juventus

Pflichtspiel-Bilanz: 34-10-8
Serie A: Meister
Europa: Aus im CL-Viertelfinale

Der italienische Meister aus Turin war ähnlich wie die Konkurrenten aus England, Deutschland und Spanien nahezu konkurrenzlos. Abgesehen vom FC Bayern stellte Juventus auch die beste Defensive Europas, die das klare Aus im Viertelfinale gegen eben diese Bayern aber nicht verhindern konnte. Der italienische Schuh drückt deshalb in der Offensive, hier möchte Trainer Antonio Conte in der Sommerpause ordentlich aufrüsten. Gonzalo Higuaín soll von Real Madrid kommen, die bereits verkündete Einigkeit wurde von Seiten des Stürmers jedoch dementiert. Fernando Llorente steht bereits als Neuzugang fest, die Verhandlungen mit Fiorentina-Angreifer Stevan Jovetic sollen ebenfalls schon sehr weit sein.  Dafür sollen zwölf Spieler aussortiert werden – die Alte Dame will im kommenden Jahr auch in Europa groß angreifen.

Platz 5 (4): Manchester United

Pflichtspiel-Bilanz: 36-8-10
Premier League: Meister
Europa: Aus im CL-Achtelfinale

Der Meister der Premier League steht vor einem großen Umbruch. Nach 26 Jahren verlässt der erfolgreichste Trainer der Clubgeschichte seinen Stuhl. David Moyes darf sich als Nachfolger von Sir Alex Ferguson versuchen. Am Ende waren es elf Punkte Vorsprung für die Red Devils, die sich in den letzten sechs spielen drei Remis und eine Niederlage erlauben konnten. Der neue Trainer hat zunächst Veränderungen im Trainerstab veranlasst. Die enorme Schuldenlast aus der Zeit der Übernahme drückt den Verein allerdings immer noch (350 Millionen Euro laut BBC), über einen Abgang von Wayne Rooney wird spekuliert. Die Baustelle im defensiven Mittelfeld mit der intelligenten Spieleröffnung aus der Defensive heraus bleibt bestehen.

Platz 4 (3): Real Madrid

Pflichtspiel-Bilanz: 36-12-10
Primera División: 2. Platz
Europa: CL-Halbfinale

Real Madrid beendet die Saison ohne Titel. Trainer José Mourinho wird den Verein verlassen. Allerdings konnte Real den Ranking-Konkurrenten Manchester United in der Champions League hinter sich lassen und die Halbfinal-Niederlage gegen Dortmund fiel durchaus knapp aus. Der Wunschtrainer heißt wohl Carlo Ancelotti, doch der hat bisher keine Freigabe seines Clubs erhalten. Vielleicht heuert der Trainer des aktuellen Champions League-Siegers, Jupp Heynckes, erneut bei Real Madrid an. Sein Berater verriet zuletzt, dass Heynckes ein Angebot annehmen würde, sollte sich Präsident Florentino Perez bei ihm melden. Ausgang offen.

Platz 3 (2): Barcelona

Pflichtspiel-Bilanz: 41-9-7
Primera División: Meister
Europa: CL-Halbfinale

Der Abgesang auf Barcelona war nach der 0:7-Niederlage über zwei Spiele gegen Bayern München vielstimmig und vielleicht etwas zu voreilig. Immerhin konnten die Katalanen die Meisterschaft mit 15 Punkten Vorsprung (ein Spiel steht noch aus) gewinnen. 97 Punkte hat Barca nach 37 Spielen auf dem Konto. Im vergangenen Jahr konnte Real Madrid die Bestmarke von 100 Punkten aufstellen, nur der FC Málaga steht Barca noch im Wege, diese Rekordmarke ebenfalls zu erreichen. Für das nächste Jahr hat man den Brasilianer Neymar verpflichtet, der in seiner Heimat bereits ein Superstar ist. An Barca wird auch in der kommenden Saison in Europas Top-Fünf kein Weg vorbei führen.

Platz 2 (5): Borussia Dortmund

Pflichtspiel-Bilanz:29-13-9
Bundesliga: 2. Platz
Europa: Niederlage im CL-Finale

Wir wollen die Platzierung von Borussia Dortmund bewusst nicht als Signal interpretiert wissen, dass die Bundesliga nun die beste Liga der Welt ist. Andererseits ist der Dortmunder Finaleinzug in der Champions League auch keine reine Momentaufnahme. Es ist irgendwas dazwischen, denn auch wenn die internationale Saison des BVB fast durchgängig von großen Leistungen geprägt war, für ein dauerhaftes Messen mit gewachsenen Topclubs wie Manchester United, Real Madrid oder FC Barcelona fehlt Dortmund noch die nötige Atemlänge. In erster Linie sind nun Trainer Jürgen Klopp und Manager Michael Zorc gefragt, die den Kader nach Mario Götzes sicherem und Robert Lewandowskis wahrscheinlichem Abgang sowohl in der Spitze als auch in der Breite verstärken müssen. Und das erstmals mit viel Geld im Portemonnaie, was die Verhandlungen mit anderen Clubs erschweren dürfte. Für diese Saison gilt aber festzuhalten: In allen drei Wettbewerben stand mit dem FC Bayern nur die mit Abstand beste Mannschaft des Kontinents im Weg.

Platz 1 (1): FC Bayern

Pflichtspiel-Bilanz: 44-5-3
Bundesliga: Meister
Europa: CL-Sieger

25 Punkte Vorsprung in der Bundesliga, Champions League-Sieger und vermutlich – sollte Stuttgart nicht kollektiv in einen Topf mit Zaubertrank gefallen sein – auch DFB-Pokalsieger. Der FC Bayern München ist die Nummer eins im Weltfußball. Nun kommt mit Mario Götze Deutschlands größtes Fußballtalent und vermutlich auch Robert Lewandowski, einer der besten Stürmer der Welt. Pep Guardiola muss vieles falsch machen, um eine erneut dominante Saison in der Bundesliga zu verhindern. In der Champions League sind die Bayern zwar nun der Favorit, aber auf diesem Niveau reicht schon ein schlechter Tag, um auszuscheiden. Eine internationale Epoche des FC Bayern ist also noch längst nicht unumstößliche Konsequenz des beeindruckenden Kaders.

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