Die Europarangliste: Ausgabe Oktober

EuroparanglisteZum zweiten Mal in dieser Saison kürt Gegen den Ball in der Europarangliste die 20 besten Teams des Kontinents (hier geht es zu den Bewertungskriterien). Es fällt auf, dass es nach drei Spieltagen in der Champions League und einem knappen Drittel in den nationalen Ligen viel Bewegung gegeben hat, zwei vermeintliche Spitzenteams stürzten jeweils um ganze sieben Plätze ab.

Nicht mehr dabei sind mit Milan und Schalke zwei Teams, die in der Champions League zwar das Achtelfinale erreichen können, in Serie A und Bundesliga der Spitze aber zu deutlich hinterherjagen. In beidem Mannschaften ist keine taktische Entwicklung zu erkennen, individuelle Fehler sorgen zudem immer wieder für Gegentore. Beide Teams haben allerdings mit erheblichem Verletzungspech zu tun. Milan hat mit Adil Rami bereits einen Innenverteidiger verpflichtet, Schalke will die kommenden Wochen noch abwarten. Wir beobachten das natürlich weiter, im November gibt es die nächste Chance.

Platz 20 (neu): AS Monaco

Pflichtspiel-Bilanz: 7 Siege – 4 Unentschieden
Ligue 1: 2. Platz
Europa: nicht vertreten

Der Neuling in der Top 20 Monaco hat als Aufsteiger keine internationalen Spiele und ist deshalb schwer einzuschätzen. In der heimischen Liga sind die Monegassen ungeschlagen Zweiter, punktgleich mit Paris St. Germain. Die letzte Niederlage musste man im Juli in einem Freundschaftsspiel gegen Augsburg einstecken. Auswärts tut sich Monaco noch schwer. Von vier Unentschieden musste man drei auf fremden Platz hinnehmen. Gut in Form ist Neuzugang Falcao, der schon acht Tore erzielen konnte. Wirklich aussagekräftig wird es erst nächstes Jahr, wenn Monaco als Vizemeister oder Meister in die Champions League einzieht.

Platz 19 (17): FC Porto

Pflichtspiel-Bilanz: 10-1-2
Liga Sagres: Tabellenführer
Europa: CL-Gruppenphase (1 Sieg – 2 Niederlagen)

Der FC Porto war wegen der bisherigen Unterlegenheit in der Champions League ein Kandidat für einen Sturz aus den Top 20. In der portugiesischen Liga ist von einer Schwächung nach dem erneuten Umbruch im Sommer allerdings nichts zu spüren. Nach dem 3:1-Sieg am vergangenen Spieltag gegen Verfolger Sporting Portugal beträgt der Vorsprung auf Sporting und und Benfica Lissabon schon wieder fünf Zähler, der Serienmeister (neun Titel seit 2000) bleibt das Nonplusultra in Portugal. In großartiger Form befindet sich schon wieder Torjäger Jackson Martínez, der in sieben Liga-Spielen sieben Tore erzielen konnte. Der Kolumbianer könnte im kommenden Sommer der nächste prominente und kostspielige Abgang der Drachen sein.

Platz 18 (neu): Zenit St. Petersburg

Pflichtspiel-Bilanz: 16-3-3
Premier Liga: Tabellenführer
Europa: CL-Gruppenphase (1 Sieg – 1 Unentschieden – 1 Niederlage)

Zenit St. Petersburg ist souveräner Tabellenführer in Russland. Bisher verlor man nur eines von 14 Spielen, musste zwei Remis hinnehmen. Zuletzt gewann man die Spitzenspiele gegen Spartak  und ZSKA Moskau. In der Champions League konnte man zwar nur unentschieden gegen Austria Wien spielen, gewann aber beim FC Porto mit 1:0. Zenit ist auf dem besten Wege, hinter Atlético, die in einer anderen Liga spielen, den zweiten Platz der Gruppe G zu erreichen. Dazu müssen sie vor allem das zweite Spiel gegen Porto (6.11.) erfolgreich bestreiten. Der Trumpf von Zenit ist die Offensive, die stark besetzt ist. Hulk, Shatov, Shirokov, Kerzhakov, Danny und Arshavin heißen die Angreifer.

Platz 17 (18): AC Florenz

Pflichtspiel-Bilanz: 9-3-2
Serie A: 5. Platz
Europa: EL-Gruppenphase (3 Siege)

Für die Erstellung einer solchen Rangliste ist es extrem wichtig, sich nicht zu sehr von einzelnen Spielen leiten zu lassen, das Gesamtkonstrukt aus Kaderstärke, Trainerbewertung, den Platzierungen in den Wettbewerben und der aktuellen Form muss stimmig sein. Bei der Fiorentina war es trotzdem, der in der Schlussphase so furios herausgespielte 4:2-Sieg gegen Juventus, der letztlich das entscheidende Argument für ein Verweilen in der Europarangliste war. Denn mit der Verletzung von Mario Gomez zeigte die Formkurve deutlich nach unten, der Kontakt zur Spitzengruppe der Serie A drohte zwischenzeitlich ganz abzureißen. Nun hat sich Florenz wieder gefangen, vor allem dank der exzellenten Form von Giuseppe Rossi.

Platz 16 (14): FC Liverpool

Pflichtspiel-Bilanz: 6-2-2
Premier League: 3. Platz
Europa: nicht vertreten

Die ausgeruhten Reds ohne internationale Verpflichtungen können im Titelkampf der Premier League das Zünglein an der Waage spielen. Bis zum Ende der Hinrunde, wenn mit Tottenham, Manchester City und Chelsea innerhalb von zwei Wochen drei Topteams warten, sollte sich das formstarke Liverpool in der Spitzengruppe halten können. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass der gute Saisonstart noch mit Vorsicht genossen werden muss. Aber mittlerweile ist die Handschrift von Trainer Brendan Rodgers klar zu erkennen. Mit den Neuzugängen Kolo Touré und Mamadou Sakho lässt Rodgers in der Abwehr eine Dreierkette spielen, das Mittelfeld kompensiert derzeit den Ausfall von Spielmacher Philippe Coutinho ausgezeichnet und das Sturmduo Luis Suárez (6 Tore) und Daniel Sturridge (8) ist in absoluter Topform.

Platz 15 (15): Bayer Leverkusen

Pflichtspiel-Bilanz: 12-1-2
Bundesliga: 3. Platz
Europa: CL-Gruppenphase (2 Siege – 1 Niederlage)

Seit Monaten beklagen sich Spieler und Verantwortliche von Bayer Leverkusen über mangelnde Wertschätzung ihrer Erfolge in der Öffentlichkeit. Angesichts der beeindruckenden Bayer-Konstanz ein verständliches Klagelied. Auf der anderen Seite fehlt es Bayer an Tradition, einer breiten Fan-Basis und einem Image (Stichwort: Vizekusen), was den Rückstand auf Vereine wie Bayern, Dortmund, Schalke oder Mönchengladbach schneller überbrücken lässt. Und bevor nun jemand denkt, auch wir würden Leverkusens Serie von neun ungeschlagenen Pflichtspielen nicht genügend würdigen, dem sei gesagt: Gegen die nun folgenden Clubs wäre die Werkself weiterhin berechtigter Außenseiter.

Platz 14 (8): Manchester United

Pflichtspiel-Bilanz: 8-3-3
Premier League: 8. Platz
Europa: CL-Gruppenphase (2 Siege – 1 Unentschieden)

Der Absturz des englischen Rekordmeisters geht weiter. Zum Abschluss der vergangenen Saison standen die Red Devils in unserer Europarangliste noch auf Rang fünf, Platz acht im September folgt nun der deutliche Fall aus den Top Ten. Das hat Gründe, denn bei United stimmen derzeit weder Leistung noch Ertrag. Symptomatisch waren die Heimspiele gegen West Bromwich (1:2), Southampton (1:1) und am letzten Spieltag gegen Stoke, als zweimal ein Rückstand gedreht werden musste, bis Chicharito in der Schlussphase der 3:2-Siegtreffer gelang. Die überalterte Abwehr kassiert zu viele Gegentreffer, im Mittelfeld fehlen die kreativen Momente. Trainer David Moyes kann immerhin froh sein, dass Robin van Persie und der im Sommer noch abwanderungswillige Wayne Rooney zuverlässig treffen. Immerhin kann Moyes in Manchester sicher sein, eine lange Bewährungsfrist zu bekommen.

Platz 13 (11): SSC Neapel

Pflichtspiel-Bilanz: 9-1-2
Serie A: 2. Platz
Europa: CL-Gruppenphase (2 Siege – 1 Niederlage)

Napoli hat zwei Plätze verloren, weil es nach den Niederlagen gegen Arsenal und die Roma berechtigte Zweifel gibt, ob die neu formierte Mannschaft mit dem neuen Trainer Rafael Benitez tatsächlich schon reif genug für den Scudetto ist. Auch wenn der Kader mit Hilfe der Cavani-Millionen in der Breite verstärkt wurde, einen Ausfall von Mittelstürmer Gonzalo Higuaín kann Napoli noch nicht verkraften.

Platz 12 (5): Juventus

Pflichtspiel-Bilanz: 8-3-2
Serie A: 3. Platz
Europa: CL-Gruppenphase (2 Unentschieden – 1 Niederlage)

Der Absturz der Alten Dame hat verschiedene Gründe. In der Königsklasse musste Juve gegen Kopenhagen und Galatasaray die Punkte teilen, es droht ernsthaft das Vorrunden-Aus. In personeller Hinsicht sucht Regisseur Andrea Pirlo seine Bestform, zudem ist Trainer Antonio Conte immer noch auf der Suche nach einem zentralen Fixpunkt im Angriff, Fernando Llorente zeigt nach unsichtbarem Start mittlerweile gute Ansätze. Und taktisch will sich Conte unabhängiger vom in der Serie A bewährten 3-5-2 machen, zu deutlich wurden in der vergangenen Saison Juves Schwächen auf den Außenbahnen vom FC Bayern aufgezeigt. Bei der 1:2-Niederlage gegen Real Madrid spielten die Turiner dann auch in einem 4-3-3, ob Leonardo Bonucci (26), Andrea Barzagli (32) und Giorgio Chiellini (29) aber die richtige Wahl in einer Viererkette sind, darf bezweifelt werden.

Platz 11 (4): Manchester City

Pflichtspiel-Bilanz: 8-1-4
Premier League: 7. Platz
Europa: CL-Gruppenphase (2 Siege – 1 Niederlage)

Der Kader der Citizens muss keinen Vergleich scheuen. Wir haben dennoch Schwachstellen entdeckt. Die Defensive ist ohne Vincent Kompany nur noch die Hälfte wert. Die Linksverteidigerposition ist eine Problemstelle. Im Zentrum der Abwehr konnte Javi Garcia als Company-Ersatz nicht überzeugen, nun soll es der 32-jährige Martin Demichelis richten. Niederlagen gegen Aston Villa, Bayern München und Chelsea verstärken den Eindruck, dass Man City zwar eine großartige Offensive hat, Trainer Manuel Pellegrini aber noch viel Arbeit bevorsteht, um defensive Kompaktheit herzustellen. Gegen Chelsea war man zwar spielerisch leicht besser, ließ aber eine Reihe von Großchancen zu. Von Bayern München wurde man auseinandergespielt. Bei den Sky Blues ist das Potenzial vorhanden, es stimmen aber derzeit zu viele Faktoren nicht. Die einzige Mannschaft der Top 20 von Gegen den Ball mit vier Niederlagen in dieser Saison haben wir deshalb von Platz vier auf Platz elf degradiert.

Platz 10 (12): FC Arsenal

Pflichtspiel-Bilanz: 12-1-2
Premier League: Tabellenführer
Europa: CL-Gruppenphase (2 Siege – 1 Niederlage)

Englische Nostalgiker wie einfallslose deutsche Sportmedien, die aus den Gunners den FC Gersenal machen, wollen mit der Verpflichtung von Mesut Özil das entscheidende Puzzleteil erkannt haben, mit dem Arsenal wieder ein echter Titelkandidat in England wird. Tatsächlich hat sich das spielerische Potential mit Özil potenziert, neben dem deutschen Nationalspieler tragen aber auch die formstarken Olivier Giroud, Aaron Ramsey, Mathieu Flamini und Mikel Arteta zum Wiedererkennungswert des alten Arsenal-Stils bei. Die Niederlage gegen Borussia Dortmund in der Champions League lassen aber Zweifel darüber aufkommen, ob damit auch die seit Jahren anhaltende Schwäche in Spitzenspielen abgestellt werden konnte. Aus der Spitzengruppe der Premier League spielte das Team von Trainer Arsene Wenger bisher nur gegen Tottenham (1:0). Die kommenden Wochen werden Aufschluss über die wahre Stärke Arsenals geben, nun folgen nacheinander Chelsea, Liverpool, Dortmund, Manchester United und das Überraschungsteam Southampton.

Platz 9 (10): Tottenham Hotspur

Pflichtspiel-Bilanz: 12-1-2
Premier League: 4. Platz
Europa: EL-Gruppenphase (3 Siege)

Die Spurs bestimmen derzeit die Schlagzeilen eher mit der Frage, ob sich die eigenen Fans als „Yid Army“ bezeichnen dürfen – ein objektiv rassistischer Begriff, der jedoch auf die jüdische Vergangenheit des Clubs und damit auf die Selbstbezeichnung der Fans abzielt. Das Thema ist gemacht für kontroverse Diskussionen, kann aber auch durch die sportlich eher langweiligen Auftritte der Spurs schwer in den Hintergrund rücken. Nach dem Abgang von Gareth Bale sucht Tottenham noch das spektakuläre Element im Spiel, was dem Erfolg aber keineswegs abträglich ist. Die zweitbeste Abwehr der Premier League steht defensiv sehr gut (fünf Gegentore in 15 Pflichtspielen, drei davon beim 0:3-Ausrutscher gegen West Ham), die große Qualität in der Offensive sorgt trotz spielerischer Probleme für viele knappe Siege.

Platz 8 (19): AS Rom

Pflichtspiel-Bilanz: 9 Siege
Serie A: Tabellenführer
Europa: nicht vertreten

Im September prophezeiten wir der Roma Schwierigkeiten, sich langfristig in der Europarangliste halten zu können. Und nun stehen die Giallorossi gar in den Top Ten? Wer mit neun Siegen und nur einem Gegentor in die Saison startet und dabei zeitweise begeisternden Offensivfußball zelebriert, muss honoriert werden. Den größten Anteil an der sensationellen Serie hat der von Gegen den Ball bereits gewürdigte Trainer Rudi Garcia.

Platz 7 (9): Paris St. Germain

Pflichtspiel-Bilanz: 11 Siege – 4 Unentschieden
Ligue 1: Tabellenführer
Europa: CL-Gruppenphase (3 Siege)

Ibrahimovic und Cavani im Sturm, was soll da noch schief gehen? Paris St. Germain ist tatsächlich mit einem großartigen Kader bestückt. Um das Leistungspotenzial im Vergleich mit Europas Top-Teams zu messen, fehlen jedoch die starken Gegner. In der Ligue 1 ist nur Monaco ähnlich gut besetzt. In der Champions League-Gruppe C sind mit Benfica und Olympiakos zwei leichte Gegner, mit Anderlecht ein regelrechtes Opfer. Das Remis in der Liga gegen Monaco lässt die Fragezeichen nach der Leistungsstärke nicht verschwinden. Nicht viel schlauer wird man aus Trainer Laurent Blanc. Der Neuling im Clubfußball lässt meist kein modernes Pressing spielen, setzt auf die individuelle Stärke des Kaders und das Verschieben der Ketten, um Passspiele in die Spitze zu unterbinden. Überzeugen kann die taktische Ausrichtung von Paris nicht, der fehlende Beweis der Durchsetzungsfähigkeit gegen Top-Gegner lassen vorerst keinen bessern Platz zu. Der starke Kader und die Tatsache, dass PSG das letzte Spiel in der Saisonvorbereitung verlor (übrigens gegen Real Madrid) lässt eine schlechtere Platzierung aber ebenfalls unsinnig erscheinen.

Platz 6 (13): Atlético Madrid

Pflichtspiel-Bilanz: 13-2-1
Primera División: 2. Platz
Europa: CL-Gruppenphase (3 Siege)

Neben der Roma ist Atlético der zweite große Aufsteiger des Monats. Für eine andere Bewertung war der Saisonstart einfach zu eindrucksvoll. Die Colchoneros verloren den Supercopa gegen Barcelona, ohne ein Spiel verloren zu haben. In der Primera División wurde der Startrekord von Stadtrivale Real nur knapp verpasst, obwohl im Bernabéu ein historischer 1:0-Erfolg gelang. Und in der Champions League gab es ebenfalls drei Siege, Trainer Diego Simeone hat trotz ständig gedrückter Euphoriebremse ein reifes Team geformt, aus dem Torjäger Diego Costa (13 Saisontore), Spielmacher Koke und Innenverteidiger Miranda herausstechen.

Platz 5 (7): FC Chelsea

Pflichtspiel-Bilanz: 9-2-3
Premier League: 2. Platz
Europa: CL-Gruppenphase (2 Siege – 1 Niederlage)

Nach der peinlichen Niederlage im eigenen Stadion gegen den FC Basel drehte Chelsea mächtig auf. Sieben Siege und ein Remis später müssen wir festhalten: Jose Mourinho ist wieder da! Wurden ihm zunächst Probleme mit dem Kader unterstellt, sieht man die Blues nun wieder in Mourinho-Manier defensive Abwehrreihen aufbauen und Konterfußball spielen. Schade nur, dass die offensiven Mittelfeldspieler Oscar und Hazard in dem defensiven System oft in der Luft hängen. Konterspieler wie Andre Schürrle wird die Entwicklung freuen und auch die Defensive profitiert. John Terry ist so stark wie lange nicht mehr. Er darf ja nun auch ganz tief stehen. Auch Torres und Ramires profitieren. Durch die Siege gegen Man City und Schalke ist Chelsea wieder in der Spitze der Premier League und der Champions League angekommen.

Platz 4 (2): Real Madrid

Pflichtspiel-Bilanz: 10-1-2
Primera División: 3. Platz
Europa: CL-Gruppenphase (3 Siege)

In der letzten Ausgabe schrieben wir vom großen Potential der Königlichen. Das ist immer noch vorhanden, doch Trainer Carlo Ancelotti braucht länger für die Abkehr vom Mourinho-Stil. Bei Real stimmen, abgesehen von der Heimniederlage gegen Atlético, die Ergebnisse. Was überhaupt nicht stimmt, sind die spielerischen Darbietungen. Die Abhängigkeit von Ronaldos Toren ist gefährlich, Neuzugang Gareth Bale ist nicht integriert, der verletzte Xabi Alonso fehlt als Organisator aus dem defensiven Mittelfeld heraus. Die Niederlage im Clásico setzt Real nun auch tabellarisch unter Druck, immerhin ist in der Champions League das Achtelfinale so gut wie erreicht.

Platz 3 (6): Borussia Dortmund

Pflichtspiel-Bilanz: 13-1-2
Bundesliga: 2. Platz
Europa: CL-Gruppenphase (2 Siege – 1 Niederlage)

Schon in der vergangenen Saison fiel im Zusammenhang zwischen dem BVB und dem Siegeszug in der Champions League ein Wort mit Nachdruck: Lerneffekt. Wer die Dortmunder Mannschaft am Ende dieses Prozesses wähnte, muss sich nach dem 2:1-Sieg beim FC Arsenal eines Besseren belehren lassen. Denn die defensive Grundordnung nähert sich den Leistungen der Meisterjahre an und in kniffligen Spielen auf Augenhöhe wie in London reicht dem BVB mittlerweile ein eiskalt ausgespielter Konter zum Sieg. Wir freuen uns jetzt schon auf den 23. November, wenn die Dortmunder im Westfalenstadion den FC Bayern empfangen. Spätestens dann steht fest, wie lang der Zweikampf um die Meisterschaft tatsächlich andauern wird.

Platz 2 (3): FC Barcelona

Pflichtspiel-Bilanz: 11 Siege – 4 Unentschieden
Primera División: Tabellenführer
Europa: CL-Gruppenphase (2 Siege – 1 Unentschieden)

Barcas neuer Trainer Gerardo Martino wurde auch verpflichtet, weil er Spielweise und Identität der Katalanen schätzt und beibehalten will. Und doch sind kleine Veränderungen im Spiel der Blaugrana zu beobachten. Barcelona agiert insgesamt etwas vorsichtiger und nicht mehr ganz so dominant wie noch unter Pep Guardiola oder Tito Vilanova, im Clásico hatte Barca nur unwesentlich mehr Ballbesitz als Real. Lionel Messi wiederum muss auch mal auf die Flügel ausweichen und lange Bälle aus der Abwehr heraus stehen nicht mehr auf dem Index. An der individuellen Qualität, den teilweise berauschenden Spielen und der Schwierigkeit, Barcelona zu besiegen, hat das nichts geändert. Die internationalen Topspiele kommen aber auch erst im neuen Jahr.

Platz 1 (1): FC Bayern

Pflichtspiel-Bilanz: 14-2-1
Bundesliga: Tabellenführer
Europa: CL-Gruppenphase (3 Siege)

Die Bayern verteidigen die Spitzenposition, Diskussionen darüber sollten überflüssig sein. Der Übergang zum neuen Trainer Pep Guardiola brachte zwar einige Veränderungen in der Statik des Bayern-Spiels, die vereinzelt für schwache Halbzeiten sorgten, insgesamt klappten die Umstellungen aber extrem gut. In der derzeitigen Form und mit dieser einzigartigen Tiefe im Kader ist die erste Titelverteidigung in der Geschichte der Champions League ein realistisches Ziel.

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