Die Europarangliste: Ausgabe September

Nach dem deutschen Finale in der Champions League, das die Bayern und den BVB zum Ende der vergangenen Saison auch an die Spitze der Europarangliste von Gegen den Ball spülte, wollen die Topteams aus Spanien, England und Italien zurückschlagen. Es gab in der Sommerpause viele Veränderungen, so starten aus unserer Top Ten sieben Mannschaften mit neuen Trainern. Bevor wir allerdings starten, folgen hier die Bewertungskriterien:

1) Die Qualität des Kaders
Wie stark sind die einzelnen Positionen besetzt und wie gut sind die Mannschaftsteile aufeinander abgestimmt?

2) Das Abschneiden in der heimischen Liga
Dabei ist die Stärke der jeweiligen Liga ein wichtiger Faktor. Premier League, Primera División, Bundesliga und Serie A haben einen qualitativen Vorteil, mit Abstrichen folgt Frankreich. Wer in den anderen europäischen Ligen um den Titel mitspielt, muss parallel auch international Erfolge feiern.

3) Das Abschneiden im europäischen Wettbewerb

Die Erfolge in der Champions League und damit die Quervergleiche zu anderen Ligen sind sehr wichtige Faktoren. Auch das Abschneiden in der Europa League ist relevant, aber nicht ganz so entscheidend. Wer international nicht vertreten ist, hat es grundsätzlich schwer – zwei Teams haben es trotzdem geschafft.

4) Der Trainer

Ein guter Trainer kann den Unterschied machen, wenn es darum geht, welches von zwei gleich stark besetzten Teams sich durchsetzen würde.

5) Die Form

Da dieses Ranking monatlich erscheint, spielt die Form, hier zählen alle relevanten Wettbewerb, eine gewichtige Rolle – zu diesem frühen Zeitpunkt aber eher gemäßigt. Doch auch hier gibt es Unterschiede, Erfolge in Spitzenspielen haben mehr Gewicht als der fünfte Sieg in Serie gegen Abstiegskandidaten.

Prolog: Das Blickfeld

Zu so einem frühen Zeitpunkt der Saison ist es schwierig, gerade auf den hinteren Plätzen eine ausgewogene Wahl zu treffen. Deswegen möchten wir zumindest erwähnen, welche Teams vor der Tür zu Europas Top 20 stehen und in den kommenden Wochen von uns genau beobachtet werden:

Europarangliste_illustrationIn England wird das der FC Everton sein, der es in dieser ausgeglichenen Liga aber schwer haben dürfte. In Spanien fehlt diese Ausgeglichenheit, deshalb fehlt Champions League-Teilnehmer Real Sociedad wie auch der FC Valencia. Bei der AS Monaco fehlen die internationalen Vergleiche, das Spitzenspiel am Sonntag gegen PSG könnte wichtige Hinweise geben. In Italien wiederum scheint der Weg von Inter Mailand nach einer grausamen Saison unter Walter Mazzarri wieder zu stimmen. Den russischen Topteams ZSKA Moskau und Zenit St. Petersburg fehlt dagegen scheinbar die internationale Reife, wesentlich näher dran ist der ukrainische Topclub Shakhtar Donetsk. Zu Benfica Lissabon folgt später eine ausführlichere Erklärung, bei Celtic Glasgow, Ajax Amsterdam, Galatasaray Istanbul und dem FC Basel muss schon das Achtelfinale der Champions League herausspringen, um ernsthaft für die Europarangliste in Frage zu kommen.

Platz 20: AC Mailand

Pflichtspiel-Bilanz: 3 Siege – 2 Unentschieden – 1 Niederlage
Serie A: 9. Platz
Europa: CL-Gruppenphase

Die Rossoneri kämpfen zu Beginn der Saison mit massiven Verletzungssorgen. Zum Auftakt der Königsklasse fehlte den Mailändern fast eine komplette Elf. Das mag den holprigen Start mit einer Niederlage gegen Hellas Verona und einem erst in der Nachspielzeit gesicherten Punkt beim FC Turin entschuldigen. Trotzdem hält sich der Glaube an den selbst ernannten Scudetto-Anwärter in Grenzen. Der Tausch Kaká für Kevin-Prince Boateng macht nur für verträumte Milan-Nostalgiker Sinn, in der Abwehr fehlt es an Tiefe und Mario Balotelli allein wird es in der Offensive nicht richten können. Im Moment ist Milan erster Streichkandidat der Europarangliste.

Platz 19: AS Rom

Pflichtspiel-Bilanz: 3 Siege
Serie A: 2. Platz
Europa: nicht vertreten

Die Roma steht zum Auftakt der Saison etwas überraschend in Europas Top 20 und wird sich aufgrund der fehlenden internationalen Präsenz auch nur schwer halten können. Dafür wäre schon langfristiger Aufenthalt in Italiens Spitzengruppe nötig. Das das aber durchaus möglich ist, haben die ersten drei Saisonspiele gezeigt, gegen Livorno, Verona und Parma zeigte die Roma ansehnlichen Offensivfußball. Nun folgt am 4. Spieltag gegen Stadtrivale Lazio der erste echte Prüfstein. Zuvor waren die Römer auf dem Transfermarkt einer der großen Gewinner – bei einem Gewinn von fast 40 Millionen Euro wurde der Kader sowohl in der Breite als auch in der Spitze verstärkt. Morgan de Sanctis, Kevin Strootman, Adem Ljajic, Mehdi Benatia, Mattia Destro und Gervinho sind allesamt Kandidaten für die Stammelf und können die bereits vorhandene Korsettstange um Maicon, Daniele de Rossi, Miralem Pjanic und Francesco Totti sehr gut ergänzen.

Platz 18: AC Florenz

Pflichtspiel-Bilanz: 4-1-1
Serie A: 4. Platz
Europa: EL-Gruppenphase

Florenz ist wie fünf andere Teams der Serie A noch ungeschlagen. Der Transfer von Mario Gomez hat für viel Euphorie gesorgt. Doch der Stürmer fällt für die nächsten acht Wochen aus. Mit Giuseppe Rossi, Massimo Ambrosini, Borja Valero, Manuel Pasqual und Alberto Aquilani bietet der Kader jedoch weitere Topspieler, die zum Teil eine Menge Erfahrung einbringen. Juve und Napoli stehen bei uns dennoch vor Florenz, die sich mit Inter, Milan und dem AS Rom um die Plätze schlagen werden müssen.

Platz 17: FC Porto

Pflichtspiel-Bilanz: 6 Siege
Liga Sagres: Tabellenführer
Europa: CL-Gruppenphase

Der FC Porto bleibt Stammgast in der Europarangliste, während Benfica Lissabon diesmal sogar deutlich gescheitert ist. Dafür gibt es viele Gründe, die die Distanz zwischen den beiden Rivalen sehr deutlich machen. Porto macht den strukturellen Nachteil der portugiesischen Liga zum wiederholten Male mit einem satten Plus von über 45 Millionen Euro auf dem Transfermarkt wett, Benfica macht stattdessen ein Minus von 22 Millionen Euro. Porto schafft es trotzdem, vom ersten Saisonspiel an voll da zu sein, Lissabon hinkt bereits jetzt fünf Punkte hinterher. Und Porto schafft es in unglaublicher Regelmäßigkeit, neue Toptalente an Land zu ziehen. Der neue „Player to watch“: Spielmacher Juan Quintero (Kolumbien).

Platz 16: FC Schalke

Pflichtspiel-Bilanz: 5-2-2
Bundesliga: 9. Platz
Europa: CL-Gruppenphase

Die Knappen haben sich mit Leon Goretzka und Christan Clemens zwei gute Talente an Land gezogen, die wahren Verstärkungen wurden allerdings erst nach dem verkorksten Saisonstart verpflichtet. Dennis Aogo scheint die Defensivlücke auf der linken Seite schließen zu können, Kevin-Prince Boateng ist genau der Leader und Reißer-Typ, den die junge Truppe noch gebraucht hat. Die Schwachstelle hinten rechts bleibt bestehen. Dennoch: Das Überstehen der Gruppenphase und ein heißer Kampf mit Bayer Leverkusen um Platz drei in der Liga sollten die Ziele von Königsblau sein.

Platz 15: Bayer Leverkusen

Pflichtspiel-Bilanz: 5 Siege – 2 Niederlagen
Bundesliga: 3. Platz
Europa: CL-Gruppenphase

Der Werksclub war schon im letzten Jahr Deutschlands drittbestes Team und auch das derzeitige Tabellenbild zeigt die Bayer-Elf auf Platz drei. Das liegt an einer grundsoliden Teamführung durch Sami Hyypiä, der an dem geradlinigen Vertikalspiel festhält und mit Sidney Sam, Son Heung-Min und Gonzalo Castro die perfekten Spieler dafür hat. Der Schlüsselspieler heißt natürlich Stefan Kießling, der zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison schon wieder vier Treffer und drei Vorlagen auf dem Konto hat. Vielleicht haben die Leverkusener nicht den besseren Kader als Konkurrent Schalke 04, aber sie haben eine klare und funktionierende Taktik und sind vor allem gegen die kleinen Teams gnadenlos effektiv. Die Niederlage bei Manchester United zeigte, trotz nicht unberechtigter Schiedsrichterschelte, dass man international noch nicht ganz oben mithalten kann.

Platz 14: FC Liverpool

Pflichtspiel-Bilanz: 3 Siege – 1 Unentschieden
Premier League: Tabellenführer
Europa: nicht vertreten

Wir beginnen mit einem Glückwunsch an Liverpools Trainer Brendan Rodgers. Wer Fehleinkauf Andy Carroll für 17,5 Millionen Euro an West Ham United verkauft bekommt, verdient ein Sonderlob. Rodgers wurde einen vermeintlichen Ladenhüter los und verschaffte sich mehr Möglichkeiten auf dem Transfermarkt. Die hat der Nordire sehr gut genutzt. Torhüter Simon Mignolet ist eine klare Verstärkung, Iago Aspas harmoniert gut mit Daniel Sturridge und die spät gekommenen Aly Cissokho, Mamadou Sakho und Victor Moses heben die Qualität des Kaders nochmals an. Die Reds sind mit drei Siegen, darunter ein 1:0-Erfolg gegen Erzrivale Man United, und einem Remis glänzend gestartet – und der bis zu diesem Spieltag gesperrte Toptorjäger Luis Suarez hat noch keine Sekunde gespielt.

Platz 13: Atlético Madrid

Pflichtspiel-Bilanz: 5 Siege – 2 Unentschieden
Primera División: 2. Platz
Europa: CL-Gruppenphase

Bei den Colchoneros herrschte im Gegen-den-Ball-Headquarter die größte Uneinigkeit, am Ende einigten wir uns auf einen Platz im gesicherten Mittelfeld. Gegen Atlético spricht der Verlust von Torjäger Radamel Falcao (Monaco) und die fehlende Tiefe im Kader. Mit einem Gewinn von 45 Millionen Euro – Atlético schaffte es sogar, den kurz zuvor ablösefrei verpflichteten Martín Demichelis für fünf Millionen Euro an Man City zu verkaufen – wurde das Team in der Spitze trotzdem gut verstärkt. David Villa gehört zwar nicht die Zukunft, für 20 Tore ist der Stürmer trotzdem gut. Léo Baptistao (Rayo Vallecano) gilt als großes Talent und um Toby Alderweireld (Ajax) stritten sich viele Vereine. Der Saisonstart verlief dann auch nahezu optimal, selbst im Supercopa musste sich Atlético nur in zwei Unentschieden gegen Barcelona geschlagen geben.

Platz 12: FC Arsenal

Pflichtspiel-Bilanz: 6 Siege – 1 Niederlage
Premier League: 2. Platz
Europa: CL-Gruppenphase

Die Zuschauer wurden unruhig und die Presse machte Druck. Arsene Wenger sollte einen großen Transfer liefern und er tat auf den letzten Drücker, was das Umfeld verlangte. Arsenals Transferpolitik beschränkte sich meist darauf, den Status Quo zu halten, d.h. sich genau so zu verstärken, dass man erneut die Champions League-Plätze erreicht, um Titel ging es dabei nicht. Da sich aber Erzrivale Tottenham enorm verstärkte, musste auch Wenger ein Ass aus dem Ärmel ziehen und das heißt Mesut Özil. Der deutsche Nationalspieler ist ein Meister der perfekten Bälle, was er gleich im Spiel gegen Sunderland zeigte, als er ein Tor direkt vorbereitete und zwei weitere Eins-Gegen-Eins-Situationen durch seine Pässe heraufbeschwor. Aaron Ramsey scheint einen Entwicklungssprung gemacht zu haben, dazu Theo Walcott und Jack Wilshere. Diese Offensive kann sich sehen lassen, doch was ist, wenn sich Sturmspitze Olivier Giroud verletzt oder außer Form gerät. Außerdem scheint die Balance im Mittelfeld zwischen Offensive und Defensive unausgewogen. Oft entsteht ein Loch im defensiven Mittelfeld, in dem der Gegner Raum zum Spielen findet. Die gesamte Defensive erscheint uns weniger stabil, als bei den Konkurrenten Man City, Man United, Chelsea und Tottenham.

Platz 11: SSC Neapel

Pflichtspiel-Bilanz: 4 Siege
Serie A: Tabellenführer
Europa: CL-Gruppenphase

Napoli beendete die vergangene Saison in der Europarangliste auf dem elften Rang und steigt nun wieder auf dieser Position ein. Der große Umbruch im Sommer scheint spurlos an der Mannschaft vorbei gegangen zu sein, die Probleme könnten sich aber auch noch mit Verzögerung einstellen. Der Abgang von Kulttrainer Walter Mazzarri wurde mit Rafael Benitez zwar glänzend aufgefangen, die Umstellung von Dreier- auf Viererabwehrkette wird aber noch etwas Zeit benötigen. Dafür harmoniert die Offensive nach Edinson Cavanis Abgang bereits außerordentlich gut. Mit Gonzalo Higuain gibt es einen neuen Fixpunkt, dahinter werden Marek Hamsik, Lorenzo Insigne und José Callejon vielen Mannschaften Probleme bereiten. Benitez muss nun vor allem für eines sorgen: Konstanz.

Platz 10: Tottenham Hotspur

Pflichtspiel-Bilanz: 6 Siege – 1 Niederlage
Premier League: 3. Platz
Europa: EL-Gruppenphase

121.875.000 Euro hat Dany Levi, der Clubboss der Spurs in dieser Saion ausgegeben. Kein Problem, wenn man 127 Millionen Euro einnimmt. Die Spurs haben das, was Chelsea abgeht. Eine große Auswahl an Sechsern. Paulinho, Moussa Dembélé, Sandro und Etienne Capoue. Da das offensive Mittelfeld mit Nacer Chadli, Gylfi Sigurdsson, Aaron Lennon, Erik Lamela, Andros Townsend, Christian Eriksen und Lewis Holtby stark besetzt ist, kann das Ziel für Tottenham nur Champions League heißen. Schwachstellen haben die Spurs auf den Außenverteidgerpositionen, wo Danny Rose nicht zu Europas Topspielern gehört. Falls Roberto Soldado ausfallen sollte, ist mit Jermaine Defoe ebenfalls kein absoluter Topstürmer in der Hinterhand. Andre Villas-Boas ist ein Vertreter des Offensivfußballs, er lässt vertikal spielen, vielleicht werden die Spurs sogar das Überraschungsteam im Meisterschaftsrennen.

Platz 9: Paris St. Germain

Pflichtspiel-Bilanz: 5 Siege – 2 Unentschieden
Ligue 1: 3. Platz
Europa: CL-Gruppenphase

Der Start in der Ligue 1 verlief etwas holprig. Man musste zwei Remis in Montpellier und vor eigenem Publikum gegen Ajaccio hinnehmen. In der Champions League bei Olympiakos profitierte man von der Naivität der Griechen bei Standards. Ob Laurent Blanc der europäische Spitzentrainer ist, der das 360 Millionen Euro-Team um die Stürmerstars Zlatan Ibrahimovic und Edinson Cavani auch international zum Erfolg führt, wird man abwarten müssen. In der Liga ist derweil mit dem AS Monaco ein Konkurrent herangewachsen. Am Sonntag können wir im Duell Frankreichs teuerster Clubs sehen, ob wir richtig damit lagen, Monaco vorerst noch nicht in die Top-20 Europas zu berufen.

Platz 8: Manchester United

Pflichtspiel-Bilanz: 4-1-1
Premier League: 5. Platz
Europa: CL-Gruppenphase

Wie so viele Topclubs geht auch Manchester United mit einem neuen Trainer in die Saison. Aber anders als bei den Bayern mit Pep Guardiola oder bei Chelsea mit José Mourinho blieb bei David Moyes die Euphorie aus. Immerhin hatte der Schotte bisher „nur“ den FC Everton trainiert und noch keinen Titel gewonnen. Auch die Fußstapfen von Sir Alex Ferguson wirkten groß, zu groß vielleicht? Moyes konnte die Zweifel bisher erst langsam ausräumen. Auf dem Transfermarkt steckte Moyes im Werben um Thiago und Cesc Fabregas Niederlagen ein, lange drohte sogar der Abgang von Wayne Rooney. Doch der Stürmer blieb, mit Marouane Fellaini verpflichtete Moyes einen Wunschspieler, zuvor gewann er im Community Shield seinen ersten Titel und auch die internationale Feuertaufe gelang gegen Leverkusen. Unsere Zweifel betreffen eher den Kader der Red Devils, wo es weiterhin an Kreativität mangelt und auch Moyes den nötigen Umbruch in der Abwehr versäumte.

Platz 7: FC Chelsea

Pflichtspiel-Bilanz: 2-1-3
Premier League: 6. Platz
Europa: CL-Gruppenphase

Keine Frage, Jose Mourinho will sein Team in einer 4-2-3-1-Formation spielen lassen. Nur mit welchen Spielern? Mit Hazard, Oscar, Mata und Demba Ba wie gegen Aston Villa oder De Bryune, Schürrle, Oscar und Hazard (Man Utd), Schürrle, Torres, Oscar und Hazard (Bayern München), Eto’o, Mata, Schürrle und Hazard (Everton), Wilian, Eto’o, Oscar und Hazard (Basel)? Neun Spieler für vier Positionen, doch noch hat der neue alte Trainer die beste Zusammensetzung seines Teams nicht gefunden. Natürlich ist diese Aufzählung auch ein Zeichen für die enorme Qualität und Variabilität des Kaders und deshalb muss man Chelsea zu den Favoriten in der Premier League rechnen und auch in der Champions League sind die ein Kandidat für die Top acht. Die Niederlagen gegen Bayern, Basel und Everton machen aber deutlich, dass Mourinho noch Zeit braucht, bis er die richtige Formation gefunden hat.

Platz 6: Borussia Dortmund

Pflichtspiel-Bilanz: 7 Siege – 1 Niederlage
Bundesliga: Tabellenführer
Europa: CL-Gruppenphase

Trotz der Niederlage in der Champions League gegen Napoli steht der BVB deutlich vor den Italienern, aber auch deutlich niedriger als noch zum Ende der vergangenen Saison. Die Rechnung ist einfach: Dortmunds Kader ist qualitativ besser besetzt als Neapels, die Mannschaft ist eingespielt und hat mit Jürgen Klopp – sein Ausraster mal ausgeklammert – einen der besten Trainer Europas. Auf der anderen Seite gibt es einige besser besetzte Mannschaften, die der BVB nur an absoluten Glanztagen wird schlagen können. Und das Spiel im San Paolo hat gezeigt, dass Tage wie diese zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht problemlos abrufbar sind.

Platz 5: Juventus Turin

Pflichtspiel-Bilanz: 3 Siege – 2 Unentschieden
Serie A: 5. Platz
Europa: CL-Gruppenphase

Andrea Pirlo führt vor der Dreierabwehrkette, bestehend aus Leonardo Bonucci, Giorgio Chiellini und Andrea Barzagli, glänzend Regie. So weit nichts neues im taktisch ausgeklügelten 3-5-2-System von Trainer Antonio Conte. Vor dem Abwehrbollwerk, das bei gegnerischem Ballbesitz schnell zum 5-4-1 werden kann, spielen Arturo Vidal, Paul Pogba und Carlos Tévez. Diese drei wechseln oft die Positionen und wirbeln den Gegner durcheinander. Ein Problem, das trotz des Tévez-Wechsels bestehen blieb: Es fehlt ein starker Knipser in vorderster Front. Fernando Llorente spielte bisher keine Rolle. Durch die enorme Defensivstärke und die torgefährlichen Spieler im Mittelfeld – Vidal schoss bereits drei Tore, Pogba wird immer stärker – ist Juve ein Kandidat für die großen Ziele.

Platz 4: Manchester City

Pflichtspiel-Bilanz: 3-1-1
Premier League: 4. Platz
Europa: CL-Gruppenphase

In der Premier League läuft es noch nicht rund. Einem beeindruckenden Auftaktsieg gegen Newcastle (4:0) folgten die Niederlage in Cardiff und das Remis in Stoke bei einem Sieg gegen Hull. Dabei musste der neue Trainer Manuel Pellegrini aber größtenteils auf Abwehrchef Vincent Kompany verzichten, der bei seiner Rückkehr in der Champions League einmal mehr zeigte, warum er unverzichtbar ist (Passerfolgsquote: 100 Prozent, bei 51 gespielten Pässen!). Das Offensivpotenzial aufzuzählen wäre bloßes Namedropping. Pellegrini ist ein taktisch flexibler Trainer, der keine Lieblingsformation hat. Seine Umstellung bei Standards von Raumdeckung auf Manndeckung kostete das Spiel in Cardiff und muss den Citizens erst noch in Fleisch und Blut übergehen. Pellegrinis Anpassungen werden eine Zeit brauchen, dann wird Man City stärker zu erwarten sein, als unter dem vor allem international durch taktische Naivität aufgefallenen Mancini. Die Citizens werden zum ersten Mal die Gruppenphase überstehen und in der Liga um die Meisterschaft mitspielen.

Platz 3: FC Barcelona

Pflichtspiel-Bilanz: 5 Siege – 2 Unentschieden
Primera División: Tabellenführer
Europa: CL-Gruppenphase

Wir geben es zu, der Unterschied zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid ist marginal, Kleinigkeiten haben den Ausschlag zugunsten der Madrilenen gegeben. Doch zunächst zu Barca: Die Katalanen mussten kurzfristig den erkrankten Trainer Tito Vilanova ersetzen und entschieden sich für den in Europa noch unerfahrenen Tata Martino. Der Argentinier wurde auch ausgewählt, weil er bedingungslos zu Barcas Philosophie steht. Mit Neymar wurde ein neuer Superstar verpflichtet, der die Abhängigkeit von Lionel Messi mindern kann. Dabei wären Transfers im Mittelfeld, wo Xavi körperlich keine ganze Saison mehr durchzuhalten scheint, und in der Innenverteidigung sinnvoller gewesen. Immerhin: Der Saisonstart verlief nahezu optimal, Messi nähert sich wieder seiner Topform.

Platz 2: Real Madrid

Pflichtspiel-Bilanz: 4 Siege – 1 Unentschieden
Primera División: 4. Platz
Europa: CL-Gruppenphase

Man kann über die Notwendigkeit des überteuerten Transfers von Gareth Bale streiten, zumal wenn dafür mit Mesut Özil der beste Vorlagengeber der letzten Jahre gehen musste. Das neue Real-Paket ist trotzdem extrem überzeugend. Carlo Ancelotti ist ein erfahrener Trainer, der Reals Spiel attraktiver, aber auch defensiv stabiler machen wird. Mit Isco und Asier Illarramendi wechselten zwei spanische Hoffnungsträger in die Hauptstadt und Daniel Carvajal schließt die Lücke, die Sergio Ramos‘ Wechsel in die Abwehrzentrale hinterlassen hatte. Ancelottis Ideen brauchen noch Zeit, das hat die spielerische Armut der ersten Partien in der Primera División gezeigt. Aber Real hat das Potential für eine große Saison.

Platz 1: FC Bayern

Pflichtspiel-Bilanz: 7-1-1
Bundesliga: 2. Platz
Europa: CL-Gruppenphase

Die erwiesenermaßen beste Mannschaft Europas verstärkte sich im Sommer mit Thiago Alcántara und Mario Götze. Dazu kam ein neuer Trainer und wer dachte, jetzt brauchen die Bayern eine lange Eingewöhnungsphase, um die Ideen des Trainers umzusetzen und eine neue Spielweise zu adaptieren, der sollte irren. So sieht es zumindest bislang aus. Den Supercup in der Liga verlor man zwar, aber den UEFA Supercup konnte man gegen Chelsea gewinnen. In der Liga haben die Bayern die beste Abwehr (nur zwei Gegentore) und neben vier Siegen nur ein Remis hinnehmen müssen. Kritiker monieren die knappen Siege, die nicht immer überzeugend wirken. Die enorme Ansammlung von Qualität in diesem Kader und ein Trainer, der selbst in der Anpassungsphase noch lockere Siege einfährt, so kann man es auch sehen. Warum sollten die Bayern also nicht erneut der Topfavorit auf alle ausgespielten Titel sein?

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