Die Europarangliste im Februar 2015

Mit einer Woche Verspätung veröffentlichen wir im Februar die neueste Ausgabe unserer Europarangliste. Der Grund liegt in der Englischen Woche der Bundesliga begründet, die wir gerne abwarten wollten, um ein besseres Bild vom Leistungsstand der deutschen Clubs nach der Winterpause zu bekommen. Außerdem konnte unser geschätzter Kollege Marcus Krämer so warten, bis Borussia Dortmund ein Spiel gewinnt. Alles, um den BVB nicht aus dem Ranking fallen zu lassen! Diesem parteiischen Wunsch sind wir natürlich gerne nachgekommen.

Bevor wir in die Top 20 einsteigen, noch ein paar Sätze zu zwei fehlenden Teams. Der FC Liverpool flog im Januar aus der Rangliste, weil das Aus in der Champions League in einer Gruppe mit Ludogorez Rasgrad und dem FC Basel inakzeptabel ist und auch in der Premier League wenig zusammenlief. Seitdem haben die Reds in der Premier League kein Spiel mehr verloren, sind im League Cup nur knapp an Chelsea gescheitert und stehen im FA Cup im Achtelfinale. Der Trend zeigt nach oben, aber noch trauen wir den Fortschritten nicht. Trainer Brendan Rodgers schöpft das Potenzial des Kaders noch nicht aus, vor allem in der Offensive hakt es. Nun folgen Spiele gegen Tottenham, Besiktas, Southampton und Man City, im März wird neu abgerechnet.

Aktuell rausgeflogen ist Olympique Marseille. Das Team des von uns so geschätzten Trainers Marcelo Bielsa steht weiterhin in der Spitzengruppe der Ligue 1, der Trend zeigt mit drei Niederlagen und einem Remis in den vergangenen sechs Spielen aber deutlich nach unten. Das, die relative Schwäche der französischen Liga sowie die fehlenden internationalen Vergleiche lassen unseren Glauben an OM – trotz Bielsa – schwinden.

Stichtag für die Rangliste und alle Statistiken ist Montag, der 9. Februar.

20. (-2) Borussia Dortmund

Champions League: Achtelfinale gegen Juventus
Bundesliga: Sechzehnter
DFB-Pokal: Achtelfinale bei Dynamo Dresden
Bilanz: 12-5-12 (Schnitt 1,41)

Anhänger der Reds oder von OM werden vielleicht fragen: Was hat der BVB, was wir nicht haben? Nicht völlig von der Hand zu weisen, aber wir brechen weiterhin nicht komplett des Stab über die viel kritisierte Borussia. Der Champions-League-Finalisten-Schutz ist aber fast aufgebraucht, in den kommenden Wochen müssen Ergebnisse folgen. Denn die ordentliche Gruppenphase in der Königsklasse verblasst zusehends und mit dem Potenzial des Kaders allein lässt sich der Verbleib in Europas Top 20 nicht rechtfertigen. Andererseits ist seit der Winterpause eine kleine Entwicklung zu erkennen. Nur die zweite Halbzeit gegen Augsburg erinnerte an teils katastrophale Auftritte gegen Ende der Hinrunde, ein Punkt in Leverkusen und ein Sieg gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf sind eine ordentliche Bilanz. Gelingt gegen Mainz der zweite Sieg in Folge, kann der BVB schnell in tabellarische Bereiche aufsteigen, die annehmbar sind. Dann können sich die Verantwortlichen in Dortmund, wie von mir an anderer Stelle gefordert, mit der Planung der kommenden Saison befassen. In Sachen Marco Reus ist der erste Paukenschlag bereits gelungen. Und gegen Juventus folgt die unumstößliche Überprüfung, ob wir zu Recht an den Schwarz-Gelben festgehalten haben – und damit meinen wir eher die Leistung als das Ergebnis. (krä)

19. (neu) Napoli 

Serie A: Dritter
Europa League: Zweite Runde gegen Trabzonspor
Coppa Italia: Halbfinale gegen Lazio
Bilanz: 17-10-6 (Schnitt 1,85)

Napoli is back! Die Heimniederlage gegen Juventus (1:3) Mitte Januar schien die Verbannung Napolis aus der Liste der besten Clubs Europas zu bestätigen. Dann der Turnaround. In den anschließenden sechs Spielen musste das Team von Coach Rafael Benítez keine Niederlage mehr hinnehmen und gewann fünfmal – u.a. gegen Lazio, Genoa und Inter (Pokal). Napoli behauptet den CL-Qualifikationsplatz dadurch mit sieben Punkten Vorsprung auf Sampdoria und Florenz. Bei Napoli liegt weiterhin der Fokus auf der Offensive. Das Team gibt zusammen mit Juve die meisten Schüsse pro Spiel (6) auf das Tor des Gegners ab (Roma z.B. nur 4,7). Meist wird im 4-2-3-1 über die Flügel angegriffen und der unersetzliche Gonzalo Higuaín (12 Tore/4 Assists) gesucht. Rechts überzeugt José Callejón (9 Tore/1 Assist) durch seine Torgefährlichkeit und links zeigt Dries Mertens (2 Tore/4 Assists) ansteigende Form. (mic)

18. (-3) Bayer Leverkusen

Champions League: Achtelfinale gegen Atlético de Madrid
Bundesliga: Sechster
DFB-Pokal: Achtelfinale gegen FC Kaiserslautern
Bilanz: 14-10-6 (Schnitt 1,73)

Seit Anfang Dezember hat Bayer Leverkusen in acht Spielen fünf Tore erzielt, dabei immerhin zehn Punkte geholt. Trotzdem stimmt der Trend bei der Werkself nicht mehr. Die Spielidee von Trainer Roger Schmidt kann spektakulär sein, immerhin stimmt mittlerweile die Balance zwischen Offensive und Defensive. Das geht aber zu Lasten der eigenen Torgefährlichkeit, was auch an den Formkrisen einzelner Spieler liegt. Stefan Kießling ist ein Torjäger a.D., Hakan Calhanoglu verlässt sich zu sehr auf seine Standardsituationen und postiert sich zu weit vorne und Julian Brandt macht eine für sein Alter normale Schwächephase durch. Und Son Heung-Min fehlte in den vergangenen Wochen wegen des Asien-Cups. Leverkusens Kader ist breiter geworden, aber nicht breit genug für so einen Aderlass. (krä)

17. (+3) Olympique Lyonnais

Ligue 1: Erster
Coupe de France: Aus in der zehnten Runde bei FC Nantes
Coupe de la Ligue: Aus im Achtelfinale gegen AS Monaco
Pflichtspielbilanz: 17-5-6 (Punkteschnitt 2)

Lyons Torwart Antony Lopes war bis zum Ausgleich von Zlatan Ibrahimovic in der 69. Minute der Partie Olympique vs. PSG 635 Minuten ohne Gegentreffer geblieben. Und selbst dieser Elfmetertreffer war im ersten Versuch von Lopes gehalten worden. Im Spitzenspiel der Ligue 1 konnte sich Lyon mit dem 1:1 der starken Konkurrenz mit etwas Glück und einem guten Keeper erwehren. Es fehlte allerdings auch der beste Torschütze, der in dieser Saison überragende Alexandre Lacazette. Lacazette, der mit einer Oberschenkelverletzung passen musste, konnte in dieser Saison bereits 21 Tore und fünf Assists besteuern. Argumente für Lyon? Olympique verlor gegen keinen der beiden Konkurrenten um die Meisterschaft. Marseille konnte man 1:0 schlagen, gegen PSG nun das Remis. Lyon hat zuletzt am 30. November ein Ligaspiel verloren. (mic)

16. (+3) Southampton

Premier League: Dritter
FA Cup: Aus in der vierten Runde gegen Crystal Palace
League Cup: Aus im Viertelfinale bei Sheffield United
Bilanz: 18-4-9 (Schnitt 1,87)

In der vergangenen Ausgabe stiegen die Saints als Neulinge ein und haben sich nun weiter verbessert. Bemerkenswert ist a) die gute Arbeit von Trainer Ronald Koeman, der den gewaltigen Umbruch im vergangenen Sommer mit sechs transferierten Schlüsselspielern rasend schnell vollzog, b) die gute Defensivarbeit des umgebauten Teams, mit 17 Gegentoren stellt Southampton weiterhin die beste Abwehr der Premier League und c) die guten Ergebnisse gegen Topteams wie Chelsea (1:1), Arsenal (2:0) oder Man United (1:0). Wie bei Lyon und Valencia fehlen aber die internationalen Vergleiche, eine durchaus denkbare Schwächeperiode könnte wie bei OM für einen Absturz sorgen. (krä)

15. (-4) Roma

Champions League: Aus in der Vorrunde gegen Bayern München, Manchester City und CSKA Moskva
Serie A: Zweiter
Europa League: Zweite Runde gegen Feyenoord
Coppa Italia: Aus im Viertelfinale gegen die Fiorentina
Bilanz: 15-9-6 (Schnitt 1,8)

Die Roma spielt weiterhin aus einer starken Defensivordnung, hat viel Ballbesitz, aber Probleme vor dem Tor. In den letzten zehn Ligaspielen spielte die Roma sechsmal unentschieden. Wie zuletzt gegen Empoli wurden die Torchancen oft fahrlässig vergeben. Wohl auch deshalb nahm man in der Winterpause einige Veränderungen vor. Mattia Destro wurde an Milan verliehen. Neu im Kader dafür Seydou Doumbia. Die Roma ließ sich den Transfer des Ivorers 14,4 Millionen Euro kosten. Seine Leistungen bei ZSKA Moskau sprechen für sich. Doumbia erzielte dort 61 Tore in 95 Spielen. Bisher machte Doumbia wegen des Afrika-Cups aber noch kein Spiel für die Roma. Dass der Schuh in der Offensive drückt, beweist auch, dass derzeit Flügelspieler Adem Ljajic mit neun Toren der beste Goalgetter ist. Francesco Totti erzielte in 15 Partien gerade vier Tore. Verzichten muss die Roma erneut auf Kevin Strootman, der sich einem weiteren Eingriff am Knie unterziehen muss. Die schwache Form und mangelnde Durchschlagskraft sind der Grund für den Sturz der Roma von Platz 11 auf Platz 15 in diesem Ranking. Mit Doumbia wurde das Problem adressiert. Die Spiele gegen Feyenoord im Februar in der Europa League, vor allem aber das Heimspiel gegen Juve Anfang März werden zeigen, ob das Team von Rudi Garcia sich wirklich gegen Top-Gegner beweisen kann. (mic)

14. (-1) Valencia

La Liga: Vierter
Copa del Rey: Aus im Achtelfinale gegen Espanyol
Bilanz: 15-6-5 (Schnitt 1,96)

Seit unserer Januar-Rangliste hat Valencia das Verfolgerduell gegen Sevilla gewonnen, ist dafür aber gegen Espanyol aus dem Copa del Rey ausgeschieden. Somit können sich die Ches nun wirklich vollständig auf die Liga konzentrieren. Angesichts der Stärke der Großen Drei, auf die Valencia zurzeit sechs Punkte Rückstand hat, bedeutet das aber faktisch Konzentration auf den Kampf um Platz vier. Diesen machen der Mannschaft von Nuno Espírito Santo Sevilla und Villarreal streitig, diese drei Clubs dürften faktisch die restlichen spanischen Europacupplätze unter sich ausmachen. Der Einzug in die Champions League nach einer dreijährigen Pause wäre ein Signal, dass die positiven Tendenzen rund um den Club Wirkung zeigen und sich vielleicht eine nachhaltig positive Entwicklung bei Valencia einstellt. Da wir der Mannschaft Platz vier zutrauen, verbleibt Valencia auch ohne internationale Vergleiche auf einem Top-20-Platz in unserer Rangliste. (dan)

13. (+4) VfL Wolfsburg

Bundesliga: Zweiter
Europa League: Zweite Runde gegen Sporting Portugal
DFB-Pokal: Achtelfinale bei RB Leipzig
Bilanz: 16-7-5 (Schnitt 1,96)

In der Redaktion gingen nicht die Meinungen über die Wolfsburger Leistung auseinander, aber über die Platzierung. Wolfsburg oder Schalke? Wer wird als zweitbester deutscher Club in der Europa-Rangliste platziert? Die Argumente pro Wolfsburg: Der in jeder Hinsicht überzeugende 4:1-Sieg gegen Bayern München. Die qualitative Aufwertung des Kaders durch den Transfer von Weltmeister (dieses Wort muss man dieser Tage scheinbar voranstellen) André Schürrle. Die Tatsache, dass der VfL seit Ende November kein Spiel in der Bundesliga verloren hat, die zweitbeste Offensive der Liga stellt (41 Tore, zehn mehr als Schalke) und sieben Punkte Vorsprung auf den S04 hat. All diese Gründe reichten nicht, um Schalke 04 in dieser Rangliste zu überflügeln. Das liegt daran … (bitte lesen Sie weiter bei Team 12. Schalke 04). (mic)

12. (+4) Schalke 04

Champions League: Achtelfinale gegen Real Madrid
Bundesliga: Dritter
DFB-Pokal: Aus in der ersten Runde bei Dynamo Dresden
Bilanz: 12-6-9 (Schnitt 1,56)

Muss man sich für intelligent durchgeführten Defensivfußball schämen? Ist der erste Punktgewinn in der Arena des FC Bayern in dieser Saison ein Makel, weil er in Überzahl erspielt wurde? Mit diesen Fragen wird sich Kollege Daniel Raecke demnächst eingehender beschäftigen, aber der Aufstieg des FC Schalke um vier Plätze deutet eine ausführliche Antwort in aller Kürze an: nein! Die Königsblauen sind mit sieben Punkten hervorragend in die Rückrunde gestartet, für diese Bilanz reichten zwei erzielte Tore. Trainer Roberto di Matteo hat seine in der Vorrunde bereits angedeutete Spielidee verfeinert – und das unter schwierigen personellen Bedingungen. Die Verletztenliste ist weiterhin lang, mit Klaas-Jan Huntelaar fällt zudem der eigentlich unersetzliche Torjäger rotgesperrt aus. Wir halten die Schalker – trotz der Wolfsburger Erfolge – derzeit für die zweitbeste deutsche Mannschaft. Ob das am Ende für den zweiten Platz in der Bundesliga reichen wird, ist zweifelhaft, das liegt aber an dem durchwachsenen Start unter Di Matteos Vorgänger Jens Keller. (krä)

11. (+1) Arsenal

Champions League: Achtelfinale gegen AS Monaco
Premier League: Sechster
FA Cup: Achtelfinale gegen Middlesbrough
League Cup: Aus in der dritten Runde gegen Southampton
Bilanz: 20-8-8 (1,89)

Der 2:0-Sieg bei Manchester City war Arsenals erster Erfolg gegen ein Top-3-Team seit vielen Jahren – und veranlasste uns eigentlich schon, den Gunners einen noch größeren Sprung im Ranking zu prophezeien als nur um einen Platz. Die rein statistische Form der Mannschaft sieht nämlich sehr gut aus, und die erneute Qualifikation für die Champions League schien recht wahrscheinlich. Rechtzeitig vor Veröffentlichung der nächsten Rangliste verlor Arsenal dann jedoch trotz Führung das North London Derby bei Tottenham Hotspur. Der letzte Besuch bei einem CL-Anwärter vor dem City-Spiel war in Southampton ebenfalls verloren gegangen, in Liverpool gab es ein Unentschieden. Anders gesagt: Arsenal hat jetzt in der Liga gegen die sechs stärksten Gegner bereits auswärts gespielt. Heraus kamen ein Sieg, ein Unentschieden und vier Niederlagen. Das ist weiterhin nicht gut genug, um zu den Top Ten Europas zu gehören – auch wenn die Gunners das nominell von sich sagen könnten, wenn sie über Monaco ins CL-Viertelfinale einziehen sollten. (dan)

10. (=) Tottenham Hotspur

Premier League: Fünfter
Europa League: Zweite Runde gegen Fiorentina
FA Cup: Aus in der vierten Runde gegen Leicester City
League Cup: Finale gegen Chelsea
Bilanz: 23-8-9 (Schnitt 1,93)

Der eben schon angesprochene Derbysieg gegen Arsenal hält die Spurs im Ranking knapp vor ihrem Erzrivalen. So sieht es auch in der Premier League aus, wo nur ein Punkt die beiden Nordlondoner Clubs trennt. Auch der Punkteschnitt der beiden ist fast identisch. Bei so engen Verhältnissen könnten der eigentlich etwas bessere Kader Arsenals oder die Tatsache, dass die Gunners in der Champions League vertreten sind, durchaus auch den Ausschlag für Arsenal geben. Der Sieg im direkten Duell, die Form (eine Niederlage aus den letzten zehn Ligaspielen gegenüber drei bei Arsenal), das immer noch nachvibrierende 5:3 gegen Chelsea und schließlich der Eindruck, dass Mauricio Pochettino inzwischen der bessere Trainer ist als Arsène Wenger, führen dazu, dass die Weißen vor den Roten bleiben. (dan)

9. (=) Manchester United

Premier League: Vierter
FA Cup: Achtelfinale bei Preston North End
League Cup: Aus in der zweiten Runde bei Milton Keynes Dons
Bilanz: 14-9-5 (Schnitt 1,82)

Von ihren letzten 17 Spielen haben die Red Devils nur ein einziges verloren (gegen Southampton), und dabei kein einziges Mal mehr als ein Gegentor kassiert. Das ist ein umso beachtlicherer Wert, wenn man bedenkt, dass die allgemeine Einschätzung des Kaders (auch die von Gegen den Ball) die Defensive als große Schwachstelle ausgemacht hatte. Aber Louis van Gaal hat United eine Qualität gegeben, die unsere Kollegen von Spielverlagerung wohl „Erfolgsstabilität“ nennen würden. Gegen die antizyklische Herangehensweise, also mit einem offensivlastigen Kader defensivorientierten Fußball spielen zu lassen, ist nicht das Geringste zu sagen. Da nichts dafür spricht, dass dieser Trainer mit diesem Kader einen spektakulären Einbruch erleidet (ohne Europacupstress), sollte sich United, wie von vornherein prophezeit, einen der ersten vier Premier League-Plätze sichern können. (dan)

8. (-1) Paris Saint-Germain

Champions League: Achtelfinale gegen Chelsea
Ligue 1: Dritter
Coupe de France: Achtelfinale gegen FC Nantes
Coupe de la Ligue: Finale gegen SC Bastia
Bilanz: 23-10-3 (Schnitt 2,19)

Seit der Niederlage in Barcelona in der Champions League und anschließend gegen Guingamp in der Liga ging es mit Paris in der Rangliste der besten Clubs Europas bergab. Dabei verlor man im Anschluss nur eines von zwölf Pflichtspielen (in Bastia). In der Ligue 1 ist PSG dennoch nur Dritter und verpasste zuletzt den Big Point gegen Tabellenführer Lyon (1:1). Der Anspruch eines Top-Ten-Teams Europas müsste sein, in einer im Vergleich zu England, Spanien und Deutschland eher schwächeren Liga herauszustechen. Dies gelingt PSG derzeit nicht. In der Champions League kommt es zum erneuten Aufeinandertreffen mit Chelsea. Im Viertelfinale des letzten Jahres kam Chelsea durch ein Tor von Demba Ba in der 87. Minute aufgrund der Auswärtstorregel weiter. Allerdings sind die Blues personell und mannschaftstaktisch in der Entwicklung vorangeschritten, was man von Paris zu Saisonbeginn (Sieg gegen Barca) auch dachte. Dieser Glaube ist ins Wanken geraten. (mic)

7. (-1) Manchester City

Champions League: Achtelfinale gegen Barcelona
Premier League: Zweiter
FA Cup: Aus in der vierten Runde gegen Middlesbrough
League Cup: Aus in der vierten Runde gegen Newcastle United
Bilanz: 18-9-8 (Schnitt 1,8)

Anfang Januar machte Yaya Touré sein letztes Pflichtspiel für Manchester City. Der gerade zum Afrika-Cup-Sieger gekrönte Nationalspieler der Elfenbeinküste wird die Entwicklung seines Clubs aus der Ferne mit Sorge beobachtet haben, denn ohne Touré gelang City kein Pflichtspielerfolg mehr. Drei Punkte in vier Ligaspielen und das Aus im FA Cup sind deutliche Anzeichen einer Krise. Aber ist es tatsächlich eine Touré-Krise? Abhängigkeiten von einzelnen Spielern sind nie gut, kommen aber in den besten Clubs vor. Dabei knüpfte der Mittelfeldspieler in der Hinrunde nicht an die überragende Vorsaison mit 36 Torbeteiligungen in allen Wettbewerben an. Trotzdem ist er im zentralen Mittelfeld der entscheidende Lenker, seine Vertreter Fernando und Fernandinho haben Schwächen im Spielaufbau. Nun kehrt Touré zurück, ob er nach den Strapazen des Afrika-Cups sofort helfen kann, muss abgewartet werden. Die zweitbeste englische Mannschaft hat in der Premier League entscheidenden Boden auf Chelsea verloren und ist in beiden nationalen Pokalwettbewerben ausgeschieden – die Konzentration auf das Achtelfinale der Champions League erscheint sinnvoll. Mit dem FC Barcelona kommt ein würdiger Gegner, um d1ie internationale Reifeprüfung anzugehen. (krä)

6. (+2) Juventus

Champions League: Achtelfinale gegen Borussia Dortmund
Serie A: Erster
Coppa Italia: Halbfinale gegen Fiorentina
Bilanz: 21-7-3 (Schnitt 2,26)

Juventus ist in der Serie A das, was Bayern in der Bundesliga darstellt. Souverän thront der Tabellenführer über dem Rest der Liga. Juve verlor überhaupt erst eins der 22 Spiele (Bayern eins aus 20), bekam bisher nur zehn Gegentore (Bayern neun) und hat sieben Punkte Vorsprung auf Platz zwei (Bayern acht). Klar, die Serie A ist nicht ganz so stark wie die Bundesliga und in der Champions League-Gruppenphase musste Juve Atlético den Vortritt lassen. Im Achtelfinale ist Juventus gegen den BVB allerdings der Favorit. Juve spielte in den letzten fünf Spielen viermal zu null. Mit Pogba, Tévez, Vidal, Morata, Llorente besitzt Juve viel Offensivpower. Der Trend zeigt nach oben, der Kader ist stark. (mic)

5. (=) Atlético de Madrid

Champions League: Achtelfinale gegen Bayer Leverkusen
La Liga: Dritter
Copa del Rey: Aus im Viertelfinale gegen Barcelona
Bilanz: 23-6-7 (Schnitt 2,08)

Etwas widersprüchlich ist die Indizienlage, wenn man ermitteln will, wie gut Atlético wirklich ist. Betrachtet man nur die Spiele gegen Real Madrid, dann ist die Sache klar: Sechs Spiele, keine Niederlage, dreimal zu null gespielt. Das klingt nach absoluter Weltklasse und Titelanwärter in der Champions League. Betrachtet man nur die Spiele gegen Barcelona, scheint es ebenfalls eindeutig zu sein: Drei Spiele, drei Niederlagen. Demnach wäre Atléti ein Kandidat auf Platz drei in der Liga und einen Champions League-Run, der genau so lange anhielte, bis man auf Bayern, Barcelona oder Chelsea träfe. Sieht man sich die restlichen Spiele gegen in diesem Ranking vertretene Clubs an, wird der Widerspruch nicht aufgehoben: 1:0 und 0:0 gegen Juventus in der Champions League, Niederlage in Valencia. Der jüngste Eindruck vom fantastischen 4:0 gegen Real ist jedoch noch so frisch, dass man Diego Simeone und seinem Team zumindest potenziell alles zutrauen muss – bis hin zum erneuten Finaleinzug. Die Colchoneros sollten allerdings hoffen, statt auf Barcelona lieber ein siebtes Mal in dieser Saison auf den Stadtrivalen zu treffen. (dan)

4. (-1) Chelsea

Champions League: Achtelfinale gegen Paris Saint-Germain
Premier League: Erster
FA Cup: Aus in der vierten Runde gegen Bradford City
League Cup: Finale gegen Tottenham Hotspur
Bilanz: 26-8-3 (Schnitt 2,32)

Chelseas Pokalaus gegen Bradford City im Januar muss zu den großen Sensationen der europäischen Fußballgeschichte gezählt werden: Die Blues führten zu Hause an der Stamford Bridge mit 2:0 gegen den Drittligisten – und verloren noch mit 2:4. Damit erzielten die Bantams, ein Team, das rund um diesen Triumph weder gegen Yeovil Town noch gegen Rochdale, Colchester United oder Port Vale gewinnen konnte, mehr als ein Drittel aller Tore, die Gäste in der ganzen Saison an der Bridge feierten. Zwar lief nicht Chelseas beste Elf auf, aber auch den Reservisten hätte man eine derartige Blamage nicht zugetraut. Nun ist ein solches Pokalaus für uns normalerweise kein Grund, ein Team abzuwerten, das in der Champions League dabei ist und souveräner Tabellenführer einer großen Liga ist. So hat Chelseas Fall auf Platz vier auch weniger etwas mit Bradford zu tun als mit der Stärke Barcelonas, dessen überragende Form dazu geführt hat, dass die Blaugrana Chelsea überholt haben. (dan)

3. (-1) Real Madrid

Champions League: Achtelfinale gegen Schalke 04
La Liga: Erster
Copa del Rey: Aus im Achtelfinale gegen Atlético de Madrid
Bilanz: 29-2-6 (Schnitt 2,41)

Schon vor dem aus Madrider Sicht verhängnisvollen Derbi gegen Atlético hatten wir unsere Überzeugung, Real sei besser als Barcelona, angesichts des famosen Laufs der Katalanen hinterfragt. Das bittere und auch jenseits des Resultats ernüchternde 0:4 im Vicente Calderón aber macht es fast zwingend, dass die Blancos hinter ihren Erzfeind zurückfallen. Nach 22 Siegen in Serie zum Abschluss des Jahres 2014 kam Carlo Ancelottis Team im neuen Jahr noch nicht wieder auf die alte Betriebstemperatur. Aus den vier schwersten Spielen seit dem Jahreswechsel (dreimal Atlético, einmal Valencia) holte Real nur ein Unentschieden. Besonders auffällig zeigte sich dabei, dass der vermeintliche Luxus-Kader bei Weitem nicht alle Ausfälle kompensieren kann. War die lange Verletzung von Luka Modric bisher noch erstaunlich gut aufgefangen worden, so ist Real ohne Modric, Marcelo und Sergio Ramos gleichzeitig einfach keine Weltklassemannschaft. Da zumindest Ramos und Marcelo schnell zurückkehren sollten, wollen wir Madrid damit keineswegs abschreiben, wenn es um die Verteidigung des Champions League-Titels angeht. Aber es muss wohl schon vieles passen, damit dieses Team erneut 4:0 in München gewinnt. (dan)

2. (+2) Barcelona

Champions League: Achtelfinale gegen Manchester City
La Liga: Zweiter
Copa del Rey: Halbfinale gegen Villarreal
Bilanz: 28-2-4 (Schnitt 2,53)

Der FC Barcelona hat den Favoritenkreis auf den Champions-League-Titel erweitert. Standen bisher Chelsea, Bayern und Real eine Stufe über den restlichen Spitzenclubs in Europa, so haben die Katalanen seit dem Jahreswechsel nicht nur auf-, sondern schon überholt. Von einem in den Medien lancierten Bruch zwischen Trainer Luis Enrique und Lionel Messi ist nichts zu erkennen. Der Trainer hat es mittlerweile geschafft, Messi mit Neymar und Luis Suárez zu einer funktionierenden Einheit im Angriff zu formen. Dabei fällt auf, dass sich die Spielweise von Barça verändert hat. Vor allem die drei Pflichtspielerfolge gegen Atlético im Januar haben gezeigt, wie Enrique mit Kontern und Standardsituationen zwei neue Elemente integriert hat. Mit beeindruckenden 19 Siegen aus den vergangenen 21 Pflichtspielen hat sich Barcelona sogar zur Mannschaft mit dem besten Punkteschnitt in Europas Topligen entwickelt. Für Real und Chelsea hat das gereicht, beim FC Bayern greift noch der Winterpausen-Schutz. (krä)

1. (=) Bayern München

Champions League: Achtelfinale gegen Shakhtar Donetsk
Bundesliga: Erster
DFB-Pokal: Achtelfinale gegen Eintracht Braunschweig
Bilanz: 22-4-3 (Schnitt 2,41)

Die einstige Favoriten-Troika hat sich in wenigen Wochen so verwundbar gezeigt, wie wir es nicht für möglich gehalten haben und wie es einem Topfavoriten auf den Champions-League-Titel eigentlich nicht passieren darf. Chelsea machte mit der 3:5-Niederlage in Tottenham den Anfang, die Bayern folgten mit dem 1:4 in Wolfsburg und Real wurde von Atlético beim 0:4 an die Wand gespielt. Für die Münchner war es in der Bundesliga die erste Niederlage unter Josep Guardiola in einem Spiel, in dem es um etwas ging – und insgesamt die erste bedeutsame Niederlage seit dem Aus in der Champions League in der vergangenen Saison gegen Real Madrid. Der Bayern-Motor ist zu Beginn der Rückrunde ins Straucheln geraten. Dante und Medhi Benatia fallen in der Abwehr gegenüber Jérôme Boateng zu deutlich ab. Im Mittelfeld funktionieren die Abläufe zwischen Xabi Alonso und Bastian Schweinsteiger nicht. Und Robert Lewandowski ist immer noch nicht so integriert, dass er Leistungen wie im BVB-Trikot zeigen könnte. Es gibt Baustellen, aber solche Anlaufschwierigkeiten nach fünfwöchiger Pause sind ok. Die wichtigen Spiele kommen erst, und damit ist nicht das CL-Achtelfinale gegen Donetsk gemeint. (krä)

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