Die Europarangliste im März 2015

Gibt es etwas Schöneres als den Februar und März, wenn die Saison in die entscheidende Phase geht, die Englischen Wochen einander die Klinke in die Hand geben und keine Länderspiele gegen Gibraltar oder Georgien für Langeweile sorgen? Höchste Zeit also für eine neue Ausgabe der Europarangliste, in der sich seit Februar einiges geändert hat. In den Top 8 ist kein Club auf dem gleichen Rang geblieben. Wir haben auch zwei Neueinsteiger, einen Rückkehrer und eine Mannschaft, die in dieser Saison noch gar nicht berücksichtigt wurde.

Herausgefallen sind diesmal Olympique Lyonnais, weil die französische Liga allein uns als Kriterium nicht ausreicht, wenn andere Teams auch in Europa für Furore sorgen, sowie Southampton. Auch hier spricht die fehlende internationale Bühne gegen die Mannschaft von Ronald Koeman, zumal die Saints inzwischen auch in der Premier League von anderen überholt worden sind. Damit aber ohne Verzögerung zu den Top 20! Stichtag war Montag, der 9. März, bis hierhin sind auch alle Daten erhoben worden.

20. (neu) Fiorentina

Serie A: Fünfter
Europa League: Achtelfinale gegen Roma
Coppa Italia: Halbfinale gegen Juventus (Hinspiel 2-1)
Pflichtspielbilanz: 19-11-7 (Punkteschnitt 1,84)

Kenner der Serie A werden sich fragen, warum die Fiorentina nach der gestrigen 0:4-Klatsche bei Lazio neu in die Rangliste aufsteigt, die Römer als neuer Tabellendritter aber außen vor bleiben. Der Erklärung liegt in den Wochen davor, in denen sich Florenz gegen drei Teams aus der Europarangliste behaupten konnte. Das Team von Trainer Vincenzo Montella warf Tottenham aus der Europa League, siegte im Viertelfinale des Coppa Italia gegen die Roma und gewann auch das Pokalhinspiel bei Juventus. Dabei zeigte die Fiorentina ansehnlichen Offensivfußball, im Angriff harmonierten der mittlerweile wieder verletzte Mario Gomez und Winterzugang Mohamed Salah. Gegen Lazio musste Florenz dann den anstrengenden Wochen Tribut zollen. (krä)

19. (=) Napoli

Champions League: Aus in den Play-Offs gegen Athletic Club
Serie A: Vierter
Europa League: Achtelfinale gegen Dinamo Moskva
Coppa Italia: Halbfinale gegen Lazio (Hinspiel 1-1)
Bilanz: 20-12-8 (Schnitt 1,8)

Knapp vor der Fiorentina hat Napoli es geschafft, in der Rangliste zu bleiben. Im direkten Vergleich mit Teams, die knapp draußen geblieben sind wie Borussia Mönchengladbach oder Southampton, sähe es wahrscheinlich recht offen aus. Für die Mannschaft von Rafael Benítez spricht der Erfolg in drei Wettbewerben bis in den März hinein. Im Pokal bestehen gute Chancen aufs Finale, in Europa sollte mindestens das Viertelfinale drin sein. Klappt es dann noch mit dem Einzug in die Champions League, was nicht unwahrscheinlich ist, so müsste man von einer rundum gelungenen Saison sprechen. Gegen Napoli zählt allerdings der mangelnde Vergleich mit internationalen Topteams. Zwar wurden in der Hinrunde Roma und die Fiorentina geschlagen, aber in Europa traf man noch nicht auf Mannschaften, die in unserem Ranking auftauchen. Und gegen Juventus gab es eine klare Niederlage. (dan)

18. (-3) Roma

Champions League: Aus in der Vorrunde gegen Bayern München, Manchester City und CSKA Moskva
Serie A: Zweiter
Europa League: Achtelfinale gegen Fiorentina
Coppa Italia: Aus im Viertelfinale gegen Fiorentina
Bilanz: 16-14-6 (Schnitt 1,72)

In einer Remis-Krise steckt die Roma seit Wochen fest. Nicht weniger als acht Unentschieden gab es für die Giallorossi in den letzten neun Serie A-Spielen, in denen nur der Abstiegskandidat Cagliari geschlagen werden konnte. Das ist in dieser Liga eigentlich viel zu wenig, um für die Europarangliste auch nur in Frage zu kommen. Da wir aber die ganze Saison bewerten und die Römer insgesamt mit Platz zwei immer noch ganz gut da stehen, haben sie nach langer Diskussion in der GdB-Redaktion und dem Hinweis „mal sehen, was in Europa noch geht“ einstweilen noch Gnade gefunden. Mit der Roma, die im Herbst noch auf Platz zwölf stand, hat die aktuelle Mannschaft aber nur noch den Namen gemein. (dan)

17. (+3) Borussia Dortmund

Champions League: Achtelfinale gegen Juventus (Hinspiel 1-2)
Bundesliga: Zehnter
DFB-Pokal: Viertelfinale gegen TSG Hoffenheim
Bilanz: 16-6-13 (Schnitt 1,54)

Die Mannschaft von Borussia Dortmund zahlt zurück. An die eigenen Fans, da helfen überzeugende Derby-Siege am besten. An Trainer Jürgen Klopp, der sich mit der Serie von vier Siegen in der Bundesliga der größten Abstiegssorgen entledigte. Und an Gegen den Ball, denn wir hielten trotz der katastrophalen Hinrunde am BVB fest und hatten immer einen Platz in der Europarangliste übrig. Mit dieser Mischung aus Kader, Trainer und finanziellen Möglichkeiten gehört die Borussia zu Europas Topclubs, und vereinzelt war das in den vergangenen Wochen wieder zu erkennen. An erster Stelle ist da der 3:0-Sieg gegen Schalke zu nennen. Mit Mats Hummels, Ilkay Gündogan, Marco Reus und Pierre-Emerick Aubameyang findet sich eine neue, alte Achse, die Klopps ursprüngliche Spielidee wieder umsetzen kann. Trotz allem benötigt die Mannschaft einen Umbruch, diese Notwendigkeit dürfen die Verantwortlichen trotz besserer Ergebnisse nicht aus den Augen verlieren. (krä)

16. (+2) Bayer Leverkusen

Champions League: Achtelfinale bei Atlético de Madrid (Hinspiel 1-0)
Bundesliga: Vierter
DFB-Pokal: Viertelfinale gegen Bayern München
Bilanz: 18-11-7 (Schnitt 1,81)

In der vergangenen Europarangliste bemängelten wir in Sachen Bayer Leverkusen die fehlende Torgefährlichkeit, die zu einem Fehlstart nach der Winterpause mit vier Punkten aus drei Spielen führte. Schon vor vier Wochen war aber zu erkennen, dass Trainer Roger Schmidt vom Spektakel Abstand genommen hatte. Diese Tendenz hat Schmidt mit seiner Mannschaft verfeinert, denn Bayer agierte bei vier Siegen in Folge defensivstark und effizient. Ergebnis- statt Erlebnisfußball. Für Schmidt, der in der Hinrunde noch den Eindruck vermittelte, wie in Salzburg – in einer deutlich schwächeren Liga – alle Gegner in Grund und Boden attackieren zu wollen, war das ein Lernprozess. Höhepunkt der Siegesserie war der 1:0-Sieg gegen Atlético, der die Chancen auf ein Weiterkommen in der Champions League deutlich erhöht hat. Dabei schien dieses Achtelfinale eines der klarsten zu sein. (krä)

15. (-3) Schalke 04

Champions League: Achtelfinale bei Real Madrid (Hinspiel 0-2)
Bundesliga: Fünfter
DFB-Pokal: Aus in der ersten Runde bei Dynamo Dresden
Bilanz: 13-7-12 (Schnitt 1,44)

Die besten Dinge im Leben sind umsonst, mag Horst Heldt denken. Ganz umsonst spielt Eric Choupo-Moting zwar nicht auf Schalke, zumindest war er aber ablösefrei und brachte es auf neun Tore und sechs Assists. In der letzten Saison waren noch Jefferson Farfán (neun Tore und fünf Assists) und Julian Draxler (zwei Tore und sechs Assists) die Schlüsselspieler der Knappen gewesen. Beide fallen seit langer Zeit aus und solch große Probleme im Offensivbereich kann auch Schalke dauerhaft nicht kompensieren. Roberto di Matteo legte den Fokus auf die starke Verteidigung. Was beim 1:1 gegen Bayern München noch als taktisch kluger Defensiv-Fußball gelobt wurde, verkümmerte gegen Frankfurt und Werder und wurde schließlich gegen den BVB auseinandergenommen. Di Matteo hat reagiert und mit der gleichen taktischen Formation gegen Hoffenheim offensiver spielen lassen. Diese Variabilität gibt den Knappen Hoffnung im Rennen um einen CL-Platz. Und wenn erst Draxler und Farfán wieder dabei sind, dann könnte man auch Wolfsburg wieder angreifen. (mic)

14. (-4) Tottenham Hotspur

Premier League: Sechster
Europa League: Aus in der zweiten Runde gegen Fiorentina
FA Cup: Aus in der vierten Runde gegen Leicester City
League Cup: Finalniederlage gegen Chelsea
Bilanz: 25-10-12 (Schnitt 1,81)

Monatelang haben wir darauf hingewiesen, dass die Vierfachbelastung den Kader der Spurs in der zweiten Saisonhälfte an seine Grenzen bringen werde. Innerhalb von fünf Wochen ist nun die Anzahl der Wettbewerbe, in denen die Londoner aktiv sind, von vier auf einen zusammengeschrumpft. Nach dem Aus im FA Cup gegen Leicester City und der Niederlage in Florenz in der Europa League folgte eine erwartbare Niederlage gegen Chelsea im Ligapokalfinale von Wembley. So kann sich Mauricio Pochettino endlich ganz auf den Kampf um Platz vier in der Liga konzentrieren. Auf diesen haben die Spurs nur drei Punkte Rückstand. Am Sonntag schon reisen sie nach Old Trafford, zu einem wohl vorentscheidenden Duell im Kampf um die Champions League-Teilnahme. Eine Niederlage dort, und Tottenham kann die Königsklasse wohl ein weiteres Mal nur im Fernsehen erleben. Das wäre dann kein Versagen, wie wir immer wieder betonen (Rang sechs in der Premier League entspräche in etwa den finanziellen Möglichkeiten an der White Hart Lane), aber so, wie es noch Anfang Januar aussah, wäre eine Saison ohne Titel und dem sechsten Platz nicht wirklich zufriedenstellend. (dan)

13. (neu) Liverpool

Champions League: Aus in der Vorrunde gegen Real Madrid, FC Basel und Ludogorets Razgrad
Premier League: Fünfter
FA Cup: Viertelfinal-Replay bei Blackburn Rovers
League Cup: Aus im Halbfinale gegen Chelsea
Bilanz: 22-12-12 (Schnitt 1,7)

Wieder zurück im Ranking, und dann gleich vor den Spurs – das liegt vor allem an den direkten Duellen mit den Londonern, die Liverpool gleich zweimal in dieser Saison schlagen konnte. Ansonsten trennt diese beiden Teams nicht viel: nur ein Punkt in der Tabelle, das gleichzeitige Aus in der Europa League – dafür ist Liverpool noch im FA Cup vertreten, muss aber zum zweiten Mal nach den Bolton Wanderers gegen einen Zweitligisten ins Replay. Somit steht Liverpool, das bis heute 46 Pflichtspiele bestritten hat (nur Tottenham hat in Europa noch mehr Spiele bestritten, mit 47) eine weitere anstrengende Englische Woche bevor, auf die Brendan Rodgers sicher gut hätte verzichten können. Das System seiner Mannschaft funktioniert in der Rückrunde allerdings inzwischen sehr gut, die Umstellung auf eine Dreierkette war eine gute Maßnahme. Ob es am Ende für die erneute Champions League-Qualifikation reicht? Wahrscheinlich nicht ganz, denn mit Chelsea, Arsenal und Manchester United warten noch drei schwere Spiele neben den Pokalaufgaben. (dan)

12. (+2) Valencia

La Liga: Vierter
Copa del Rey: Aus im Achtelfinale gegen Espanyol
Bilanz: 18-7-5 (Schnitt 2,03)

Beim FC Valencia fehlt die internationale Vergleichbarkeit. Deshalb haben die Ches nur wenige Spiele gegen Topclubs, in Spanien gibt es mit Barcelona, Real und Atlético immerhin drei. Und die Bilanz ist beeindruckend: Atlético wurde wie Real im Heimspiel besiegt, Barça gewann im Mestalla 1:0 und am vergangenen Wochenende sicherte ein spätes Tor von Shkodran Mustafi bei Atlético ein 1:1. Valencia hat deshalb sogar die Chance, sich direkt für die Champions League zu qualifizieren. Atlético steht in der Tabelle nur noch einen Punkt vor dem Team von Trainer Nuno Espírito Santo. Der Portugiese hat mit Routiniers wie Torhüter Diego Alves, Mittelfeldspieler Javi Fuego oder Torjäger Álvaro Negredo sowie den verheißungsvollen Talenten Paco Alcácer, José Luis Gayá, Mustafi und André Gomes eine interessante Mischung zusammengestellt. Auf die Rückkehr auf die internationale Bühne dürfen wir uns freuen. (krä)

11. (+2) VfL Wolfsburg

Bundesliga: Zweiter
Europa League: Achtelfinale gegen Internazionale
DFB-Pokal: Viertelfinale gegen SC Freiburg
Bilanz: 21-8-6 (Schnitt 2,03)

Seit der letzten Rangliste absolvierte der VfL sieben Pflichtspiele. Wolfsburg gewann fünf davon und verlor am vergangenen Bundesliga-Spieltag in Augsburg erstmals seit 15 Partien in allen Wettbewerben. Diese Serie, aber auch die Art und Weise, wie Wolfsburg Fußball zelebriert und mit individueller Qualität Spiele entscheidet, lässt die Wölfe zur zweitbesten deutschen Mannschaft aufsteigen. Die Konstanz lässt auch keine Zweifel daran aufkommen, dass Trainer Dieter Hecking in der kommenden Saison erstmals in die Champions League einziehen wird. Apropos Hecking. Wir äußerten schon mal Zweifel an seiner Tauglichkeit, die ehrgeizigen VW-Ziele umzusetzen. Die Niederlagen gegen Everton in der Europa League untermauerten diese Einschätzung. Insgesamt leistet Hecking allerdings bemerkenswerte Arbeit. Das merkt man weniger an der Integration der Millionentransfers Kevin de Bruyne, André Schürrle oder Luiz Gustavo als vielmehr an der kontinuierlichen Weiterentwicklung von Spielern wie Bas Dost, Vieirinha, Robin Knoche oder Ivan Perisic. (krä)

10. (-1) Manchester United

Premier League: Vierter
FA Cup: Aus im Viertelfinale gegen Arsenal
League Cup: Aus in der zweiten Runde bei Milton Keynes Dons
Bilanz: 18-9-7 (Schnitt 1,85)

Louis van Gaal setzte auch im FA Cup-Viertelfinale gegen Arsenal personell eher auf eine defensive Aufstellung. Falcao und Juan Mata saßen nur auf der Bank. Stabilität ist die höchste Priorität. Man Utd stellt nach Southampton und Chelsea die drittbeste Defensive der Premier League. Während Southampton robust und stark in der Zweikampfbilanz ist, erreicht Man Utd die defensive Qualität eher über viel Ballbesitz (mit 60,2 Prozent die höchste Ballbesitzquote der Liga) und eine hohe Passerfolgsquote (Man Utd ist hier ebenfalls führend). Diese Kontrolle und Kompaktheit – vor allem im Mittelfeld –  wird nicht immer als attraktiv gelabelt, aber wir sind überzeugt, dass Louis van Gaal am Ende damit Erfolg haben wird. (mic)

9. (+2) Arsenal

Champions League: Achtelfinale bei AS Monaco (Hinspiel 1:3)
Premier League: Dritter
FA Cup: Halbfinale
League Cup: Aus in der dritten Runde gegen Southampton
Bilanz: 26-8-9 (Schnitt 2)

Seit der letzten Einordnung am 10. Februar konnte Arsenal in der Premier League fünf Siege gegen Gegner, die nicht zur Top-Kategorie gehören, einfahren. Dadurch stehen die Gunners mittlerweile vor Machester United auf dem dritten Tabellenplatz. Es gehört schon lange zu Arsenals Stärken,  die Punkte gegen kleinere Clubs nicht liegen zu lassen. Wenn dann auch noch Erfolge gegen Spitzenmannschaften dazu kommen, steht Arsenal am Ende tatsächlich auf Platz zwei bis drei. Spielerisch gehört das Kreieren von schnellen Angriffen zum Erfolgsmittel. Dabei wird mit diagonalen Läufen, die die gegnerische Kette auseinanderziehen und anschließenden Lochpässen gearbeitet. Auch personell setzt Arsène Wenger voll auf die Offensive, trat gegen Manchester United im FA Cup-Viertelfinale mit fünf offensiven Spielern an. Als Schwäche ist weiterhin das defensive Umschaltspiel zu sehen. Diese Probleme hat Arsenal auch in der Champions League erleben müssen. Nach dem 1:3 gegen Monaco ist man so gut wie ausgeschieden. Positiv anzurechnen sind die Siege gegen Spitzenteams wie Manchester City und der FA Cup-Erfolg gegen Manchester United. Nach dem gewonnenen direkten Vergleich, der auch von der Tabellenposition gestützt wird, haben wir die Gunners trotz der CL-Enttäuschung vor Manchester United platziert. (mic)

8. (-1) Manchester City

Champions League: Achtelfinale in Barcelona (Hinspiel 1-2)
Premier League: Zweiter
FA Cup: Aus in der vierten Runde gegen Middlesbrough
League Cup: Aus in der vierten Runde gegen Newcastle United
Bilanz: 21-9-10 (Schnitt 1,8)

Die Titelverteidigung in der Premier League ist für City faktisch nicht mehr zu erreichen. In der Champions League steht das Aus ebenfalls so gut wie fest. Beides müsste für sich gesehen nicht zwingend zu einer Abstufung der Citizens führen, denn gegen Chelsea oder Barcelona den Kürzeren zu ziehen, das ist kein Zeichen von völliger Inkompetenz. Aber weder die Spielweise der Elf von Manuel Pellegrini scheint richtig rund, noch stimmen die Resultate in den entscheidenden Spielen. Seit dem Derbysieg gegen United vor mehr als vier Monaten hat City in der Premier League kein Spiel gegen ein Top Six-Team mehr gewonnen. Gegen Arsenal und in Liverpool gab es zuletzt Niederlagen, die einige Fragen aufgeworfen haben. Vor allem das sind die Gründe dafür, dass wir City inzwischen nur noch auf Platz acht führen – eine Negativtendenz, die sich eventuell sogar noch fortsetzen könnte, wenn die Mannschaft in den letzten zehn Spielen der Saison nicht zumindest klar Platz zwei verteidigt. (dan)

7. (+1) Paris Saint-Germain

Champions League: Achtelfinale bei Chelsea (Hinspiel 1-1)
Ligue 1: Zweiter
Coupe de France: Halbfinale gegen AS Saint-Étienne
Coupe de la Ligue: Finale gegen SC Bastia
Bilanz: 27-13-3 (Schnitt 2,19)

Drei Remis stehen für Paris Saint-Germain seit der letzten Einordnung zu Buche. Aber sieht man einmal vom 2:2 gegen Caen ab, dann waren dabei immerhin Unentschieden gegen Monaco (Liga) und Chelsea. Gerade das 1:1 gegen Chelsea in der Champions League war ein Vergleich auf höchstem Niveau und das Team von Laurent Blanc war über die gesamte Partie das bessere Team, belohnte sich letztlich aber nicht mit einem guten Ergebnis. Zlatan Ibrahimovic ist weiterhin der Fixpunkt der Mannschaft. Er hat alle Freiheiten und gehörte auch am letzten Samstag beim 4:1 gegen Lens zu den besten Spielern auf dem Platz. Die starke Leistung gegen Chelsea, das 2:0 im Viertelfinale des Coupe de France gegen Monaco und die Tatsache, dass PSG in der Liga noch alle Chancen auf die Meisterschaft hat, lassen Paris in unserem Ansehen und der Europarangliste um einen Platz steigen. (mic)

6. (-1) Atlético de Madrid

Champions League: Achtelfinale gegen Bayer Leverkusen (Hinspiel 0-1)
La Liga: Dritter
Copa del Rey: Aus im Viertelfinale gegen Barcelona
Bilanz: 24-8-9 (Schnitt 1,95)

Der furiose 4:0-Derbysieg gegen Real Madrid scheint Atléti irgendwie aus dem Rhythmus gebracht zu haben. Seit diesem wohl besten Saisonspiel gewannen sie nur noch eines von fünf Spielen, und das zu Hause gegen den Abstiegskandidaten Almería. Zwei Niederlagen waren dabei, in Vigo und, relevanter, in Leverkusen. Eigentlich ein Grund, die Colchoneros, die nun sogar um Platz drei in der Liga zittern müssen, noch stärker abzuwerten. Wir halten es hingegen für nicht unwahrscheinlich, dass sich die Madrilenen im Rückspiel gegen Bayer 04 noch fürs Viertelfinale qualifizieren. Ein direkter Vergleich mit dem knapp hinter ihnen platzierten PSG wäre wohl ebenso offen wie der mit Juventus. (dan)

5. (+1) Juventus

Serie A: Erster
Champions League: Achtelfinale bei Borussia Dortmund (Hinspiel 2-1)
Coppa Italia: Halbfinale bei Fiorentina (Hinspiel 1-2)
Bilanz: 24-9-4 (Schnitt 2,19)

Die drei Pflichtspiele der Vecchia Signora vor dem gestrigen Heimerfolg gegen Sassuolo lassen eigentlich keinen Aufstieg in der Europarangliste zu. Weil in allen drei Wettbewerben aber noch alles möglich ist und Atlético gleichzeitig die noch schlechteren Ergebnisse lieferte, steht Juve auf Rang fünf. Beim 2:1 gegen den BVB verpassten die Turiner durch Chiellinis Fehler und die schlechte Chancenverwertung eine noch bessere Ausgangsposition, das 1:1 gegen die Roma war ärgerlich, aber für das Titelrennen in der Serie A nicht entscheidend und im Coppa kann Juve die Hinspielpleite gegen die Fiorentina noch ausgleichen. Es bleibt dabei: Juventus hat in der Champions League nur marginale Chancen auf den Titel, in Italien steht das Team von Trainer Massimiliano Allegri aber deutlich über dem Rest. (krä)

4. (-1) Real Madrid

La Liga: Zweiter
Europa League: Achtelfinale gegen Schalke 04 (Hinspiel 2-0)
Copa del Rey: Aus im Achtelfinale gegen Atlético de Madrid
Bilanz: 32-3-7 (Schnitt 2,36)

Der Niedergang Real Madrids geht weiter. In der Primera División liegen die Blancos nach der Niederlage in Bilbao nur noch auf dem zweiten Rang, das Pokalaus liegt schon länger zurück – nur in der Champions League ist der Einzug ins Viertelfinale bereits zu 99 Prozent erreicht. Auch in der Europarangliste ist Real nach den Plätzen 2, 2, 1, 2 und 3 nun so schlecht platziert wie die gesamte Saison noch nicht. Trotzdem gilt weiterhin: Die Madrilenen gehören zu den vier Titelkandidaten in der Champions League, da kann die spanische Presse noch so viele Krisengeschichten verfassen. Denn mit Luka Modric kehrt nun ein Schlüsselspieler zurück, auch Sergio Ramos steht nach überstandener Verletzung kurz vor seinem Comeback. Damit hat Trainer Carlo Ancelotti wieder mehr Möglichkeiten und die aktuellen Formschwächen von Cristiano Ronaldo, Gareth Bale oder Toni Kroos könnten genauso schnell gehen, wie sie gekommen sind. (krä)

3. (+1) Chelsea

Champions League: Achtelfinale gegen Paris Saint-Germain (Hinspiel 1-1)
Premier League: Erster
FA Cup: Aus in der vierten Runde gegen Bradford City
League Cup: Sieger
Bilanz: 29-10-3 (Schnitt 2,31)

Den ersten von noch drei möglichen Titeln in dieser Saison hat Chelsea mit dem gewonnenen Ligapokalfinale gegen Tottenham Hotspur bereits geholt, der zweite, die Meisterschaft, sollte nur noch Formsache sein: Wenn die Blues ihr Nachholspiel gegen Schlusslicht Leicester City gewinnen, haben sie acht Punkte Vorsprung auf Manchester City. Bleibt die Champions League. Hier ist die Ausgangsbasis gegen PSG ungleich besser als im Vorjahr, als es dank Demba Bas spätem Tor aber auch reichte. Ein Aus gegen die Franzosen ist zwar nicht ausgeschlossen, aber unwahrscheinlich. Kann Chelsea dann sogar das Treble holen? Grundsätzlich ja. Zwar wären sie gegen Barcelona und Bayern, sowie bei Formsteigerung der Madrilenen auch gegen Real kein Favorit, aber vor allem das Duell mit den Bayern wäre hochinteressant, wie immer, wenn José Mourinho und Josep Guardiola aufeinandertreffen. So richtig scheint die Blues niemand auf dem Zettel zu haben, aber gerade, wenn der Meistertitel schon sicher ist, könnte Chelsea mit etwas Losglück den ganz großen Wurf zum zweiten Mal nach 2012 schaffen. (dan)

2. (-1) Bayern München

Champions League: Achtelfinale gegen Shakhtar Donetsk (Hinspiel 0-0)
Bundesliga: Erster
DFB-Pokal: Viertelfinale bei Bayer Leverkusen
Bilanz: 27-5-3 (Schnitt 2,46)

Nein, der FC Bayern hat seinen ersten Platz nicht deshalb verloren, weil Guardiola „zu viele Experimente“ macht oder die Leistungen insgesamt enttäuschend wären. Bayern hat seine Spitzenposition verloren, weil Barcelona einfach noch besser spielt. Die Chancen auf den Champions League sind nicht leicht einzuschätzen, weil Bayern die ganz großen Herausforderungen zuletzt fehlten: Seit Anfang Dezember spielte Bayern in 13 Pflichtspielen nur gegen zwei andere Teams, die in der Europarangliste vertreten sind: Wolfsburg und Schalke. Aus diesen beiden Spielen gab es nur einen Punkt. Barcelona spielte im gleichen Zeitraum fünf Spiele gegen Ranglistenteams (PSG, dreimal Atlético, City) und gewann alle fünf. Das ist ein Unterschied, der sich in unserem Ranking niederschlagen muss. (dan)

1. (+1) Barcelona

Champions League: Achtelfinale gegen Manchester City (Hinspiel 2-1)
La Liga: Erster
Copa del Rey: Finale gegen Athletic Club
Bilanz: 34-2-5 (Schnitt 2,54)

Barça hat den besten Punkteschnitt aller Teams in Europas Topligen. Barça hat in der Liga 76 Tore erzielt. Und Barça hat von den vergangenen 16 Pflichtspielen 15 gewonnen. Trotzdem musste man nach der einen Heimniederlage (gegen Málaga) auf sueddeutsche.de eine an Lionel Messi aufgezogene Krisengeschichte lesen. Krise? Diese Lesart ist so ärger- wie abenteuerlich, der FC Barcelona hat hervorragende Chancen, drei Titel zu gewinnen. Dabei sticht vor allem heraus, dass es mit Messi, Neymar und Luis Suárez drei potenzielle Spielentscheider gibt, die defensive Stabilität darunter aber nicht leidet. Barça lässt nur wenige Torchancen zu und hat in Spanien auch die wenigsten Gegentore kassiert (16). Die aktuelle Form, der glänzend besetzte Kader und der Mut von Trainer Luis Enrique, der Blaugrana neue taktische Impulse zu vermitteln, machen den FC Barcelona zum neuen Topfavoriten auf den Champions-League-Titel. (krä)

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