Die Europarangliste im Mai 2015

Die Europarangliste ist zurück. Nachdem das Ranking im vergangenen Monat ausfallen musste, küren wir vier Wochen vor Saisonschluss zum vorletzten Mal Europas Top 20. Es gibt Auf- und Absteiger, drei Teams mussten komplett weichen und mit den Plätzen an der Spitze legen wir auch die Favoritenrollen im Halbfinale der Champions League fest. Und es gibt wie immer auch einen Stichtag: Bis einschließlich Montag, 4. Mai, sind alle Ergebnisse erfasst.

20. (neu) Lazio

Serie A: Dritter
Coppa Italia: Finale gegen Juventus
Pflichtspielbilanz: 24-7-9 (Punkteschnitt 1,98)

Schreibt man derzeit über Lazio, kommt man nicht am Stadtrivalen Roma vorbei. Zum Ende der Hinrunde hatte die hoch gehandelte und auch in dieser Rangliste stets vertretene Roma einen Vorsprung von zehn Punkten in der Tabelle der Serie A. Fast vier Monate später hat sich in der italienischen Hauptstadt das Blatt gewendet – zumindest fast. Feierte Lazio zwischenzeitlich acht Ligasiege hintereinander, stolperte das Team des taktisch unflexibel agierenden Trainers Rudi Garcia nur noch durch die Serie A. Das 1:1 wurde zum Standardergebnis der Roma, Lazio wiederum zog auch noch ins Pokalfinale ein. Dass das Polster der Roma im Kampf um Tabellenplatz zwei hinter Juve nicht schon komplett aufgebraucht ist, liegt an Lazios Remis des vergangenen Spieltags bei Atalanta. Am 24. Mai kommt es im Stadio Olimpico zum Showdown der beiden Clubs um die Vizemeisterschaft, wir glauben an das Happy End für Lazio und Miroslav Klose (zwölf Saisontore). Deshalb sind die Laziali neu eingestiegen – und die Roma nach Platz 18 im März rausgeflogen. (krä)

19. (-2) Borussia Dortmund

Champions League: Aus im Achtelfinale gegen Juventus
Bundesliga: Neunter
DFB-Pokal: Finale gegen VfL Wolfsburg
Bilanz: 20-9-16 (Schnitt 1,53)

Ach ja, der BVB und die Europarangliste. Schwieriges Thema. Zumindest in dieser Saison. Letztlich haben wir uns immer für den Verbleib der Dortmunder in Europas Top 20 entschieden, so bleibt es auch in der vorletzten Ausgabe. Rufen wir uns die Fakten in Erinnerung:

  • Vorletzter Platz in der Bundesliga nach der Hinrunde.
  • Gruppensieg in der Champions League.
  • Im Achtelfinale dann kläglich an Juventus gescheitert.
  • Fünftbestes Rückrundenteam.
  • Spielerisch auch nach dem Aufschwung mit großen Defiziten.
  • Bereit für große, wenn auch glückliche Spiele wie im Pokal gegen die Bayern.

In der Winterpause schrieb ich über die Unwahrscheinlichkeit eines internationalen Startplatzes. Gewinnt der BVB die letzten drei Saisonspiele, käme das Team des scheidenden Trainer Jürgen Klopp auf 49 Punkte. Dieser abstrus niedrige Wert dürfte dann für die Europa League reichen, weil nahezu alle Konkurrenten eine noch schlechtere Rückrunde spielen. Und schon sind wir beim FC Schalke, den Sie in dieser Rangliste vergeblich suchen werden. Das mag im Gesamtvergleich dieser beiden Clubs unfair erscheinen. Aber S04 schafft es derzeit auf keiner Ebene, das riesige Potenzial auszuschöpfen. (krä)

18. (neu) Borussia Mönchengladbach

Bundesliga: Dritter
Europa League: Aus in der 2. Runde gegen Sevilla
DFB-Pokal: Aus im Viertelfinale gegen Arminia Bielefeld
Bilanz: 25-13-7 (Schnitt 1,96)

An dieser Rückrunde mit minimalen Schönheitsfehlern führt kein Weg mehr vorbei. Die Gladbacher starteten nach der Winterpause punktgleich mit dem FC Schalke, verloren am 20. Spieltag sogar in Gelsenkirchen – und haben insgesamt trotzdem 15 Punkte mehr geholt als der vermeintliche Konkurrent um die Champions League-Plätze. Herausragend waren die Siege gegen Bayern und Dortmund, als die beste Abwehrreihe der Rückrunde (sieben Gegentore) fast keine Gelegenheiten zuließ und die wenigen eigenen Torchancen ungewöhnlich cool für warmblütige Fohlen ausgenutzt wurden. Kurz zu den Schönheitsfehlern: Sevilla ist international noch deutlich erfahrener, das Aus in der Europa League war eine logische Konsequenz. Das Pokalaus gegen Bielefeld war ärgerlicher, da verspielte die Borussia die große Chance auf einen Titel. Deshalb geht es in der Rangliste vorerst auch nicht höher. (krä)

17. (-3) Tottenham Hotspur

Premier League: Sechster
Europa League: Aus in der zweiten Runde gegen Fiorentina
FA Cup: Aus in der vierten Runde gegen Leicester City
League Cup: Niederlage im Finale gegen Chelsea
Bilanz: 27-13-14 (Schnitt 1,74)

Nach 54 Pflichtspielen fragen sich manche Fans und Beobachter der Spurs, wie sie die Saison bewerten sollen. Platz sechs in der Liga wäre nicht mehr und nicht weniger als das, was man nach den investierten Mitteln erwarten könnte: Die fünf Clubs, die mehr Geld für ihren Kader ausgeben als die Londoner, sind genau die fünf, die in der Tabelle vor Tottenham rangieren. In den Pokalwettbewerben ist die Bilanz ordentlich, aber nicht überragend. Die abschließende Bewertung der Arbeit von Maurício Pochettino muss so bis zur nächsten Saison warten. Aber verspricht die Besserung? Hilfreich beim neuen Anlauf auf die Champions League-Ränge wäre sicherlich das Verpassen der Europa League. Das ginge aber nur, wenn man sich noch von Southampton überholen ließe und Arsenal im Pokalfinale Aston Villa unterläge. (dan)

16. (neu) Sevilla

La Liga: Fünfter
Europa League: Halbfinale gegen Fiorentina
Copa del Rey: Aus im Viertelfinale gegen Espanyol
Pflichtspielbilanz: 34-9-10 (Punkteschnitt 2,09)

Der FC Sevilla stand schon länger auf unserer Liste, hat es aber erst jetzt in die Europarangliste geschafft. Und das nach der ersten Pleite nach zuvor 15 Pflichtspielen ohne Niederlage. Der Gegner hieß aber auch Real Madrid und Sevilla schlug sich beim 2:3 achtbar. Ohnehin hatte zuvor die Schwäche in den Spitzenspielen in der Primera División für unsere Missachtung gesorgt. Gegen Valencia (1:1 und 1:3), Atlético (0:4 und 0:0), Real (1:2 und 2:3) und Barça (1:5 und 2:2) gelang in acht Spielen kein einziger Sieg. Trotzdem stehen die Andalusier in der Tabelle nur drei bzw. sieben Punkte hinter Valencia und Atlético. Fast alle anderen Partien wurden gewonnen und die Titelverteidigung in der Europa League ist weiterhin möglich. (krä)

15. (+4) Napoli

Champions League: Aus in der Play-off-Runde gegen Athletic Club
Serie A: Vierter
Europa League: Halbfinale gegen Dnipro Dnipropetrovsk
Coppa Italia: Aus im Halbfinale gegen Lazio
Bilanz: 26-15-12 (Schnitt 1,76)

Einer der Profiteure der im vergangenen Monat ausgefallenen Europarangliste ist Napoli. Von den sieben Pflichtspielen im März gewann das Team von Trainer Rafael Benítez nur eins. Der Spanier stand in der Kritik – und stabilisierte seine Mannschaft wieder. Anfang April folgte zwar noch das Pokal-Aus gegen Lazio, aber sowohl in der Serie A als auch gegen Wolfsburg schmiss Napoli die Angriffsmaschine an. Die SSC erzielte 21 Treffer in sieben Partien und kann über die Europa League auch wieder in die Champions League einziehen. Warum Napoli hier trotzdem hinter Wolfsburg platziert ist? Gerade das Hinspiel in der Autostadt war überzeugend und zeigte Wolfsburg die Grenzen auf. Aber Rang zwei in der stärkeren Bundesliga ist höher zu bewerten als der vierte Platz in der Serie A und der Halbfinal-Einzug in der insgesamt nicht ganz so wichtigen Europa League. (krä)

14. (-1) Liverpool

Champions League: Aus in der Vorrunde gegen Real Madrid, FC Basel und Ludogorets Razgrad
Premier League: Fünfter
Europa League: Aus in der zweiten Runde gegen Besiktas
FA Cup: Aus im Halbfinale gegen Aston Villa
League Cup: Aus im Halbfinale gegen Chelsea
Bilanz: 26-13-16 (Schnitt 1,66)

Die Kritik an Brendan Rodgers ist in England sehr groß, und von Rafael Benítez bis Jürgen Klopp werden mögliche Nachfolger diskutiert. Der wellenförmige Saisonverlauf wird zur Unzufriedenheit beitragen: Dem schlimmen Herbst mit schwachen Ligaresultaten und dem Aus in der Champions League folgte nach der Niederlage gegen United eine starke Serie, in deren Verlauf die Reds 13 Ligaspiele in Folge ungeschlagen blieben – bis zum Rückspiel gegen den Erzrivalen. Die zwischenzeitliche Hoffnung auf die erneute CL-Qualifikation ist inzwischen auf eine rein theoretische Möglichkeit reduziert worden. Doch unterm Strich gilt das gleiche wie für Tottenham: Es gibt einfach vier reichere Clubs als Liverpool in der Liga, und genau diese vier liegen vor ihnen. Das ist nicht befriedigend, aber es ist gewiss auch kein Versagen, zumal nach dem Abgang von Luis Suárez und bei zwei Halbfinals in den nationalen Pokalwettbewerben. (dan)

13. (-2) VfL Wolfsburg

Bundesliga: Zweiter
Europa League: Aus im Viertelfinale gegen Napoli
DFB-Pokal: Finale gegen Borussia Dortmund
Bilanz: 28-12-8 (Schnitt 2)

„Ich glaube, dass der VfL Wolfsburg tief in einer Schublade steckt – aber dieser Final-Einzug gibt uns einen unheimlichen Schub.“ Manager Klaus Allofs sprach diese Worte nach dem Pokalerfolg gegen Arminia Bielefeld. Das muss er sagen, ob er wirklich daran glaubt, sei dahingestellt. Denn ein Pokalsieg wird das bundesweite Image des VfL nicht verändern, einen solchen Effekt hatte auch die Meisterschaft 2009 nicht. Vielmehr dürfte beim ZDF jetzt schon überlegt werden, wie die schwachen Einschaltquoten in der Champions League an Nicht-Bayern-Tagen bei den immensen Investitionen zu rechtfertigen sein werden. Aber wir machen hier ja keine Image-Rangliste und zur Bundesliga am Scheideweg hat Daniel Raecke bereits alles gesagt. Die Wolfsburger haben zwei Plätze verloren, weil die Leistungen in der Bundesliga nicht mehr ganz so gut waren und weil nach der schon holprigen Gruppenphase ein deutliches Aus in der Europa League gegen Napoli folgte. In der kommenden Saison will der VfL dann in der Champions League angreifen – am liebsten mit den neu verpflichteten Nationalspielern Max Kruse und Ilkay Gündogan: Imagewechsel, die zweite. (krä)

12. (+4) Bayer Leverkusen

Champions League: Aus im Achtelfinale gegen Atlético de Madrid
Bundesliga: Vierter
DFB-Pokal: Aus im Viertelfinale gegen Bayern München
Bilanz: 24-13-8 (Schnitt 1,89)

Seit der letzten Rangliste ist Bayer aus Champions League und Pokal ausgeschieden und hat in der Liga keinen Platz gutgemacht – wie ist da der Sprung auf Platz 12 zu erklären? Wir haben vor allem gewürdigt, dass Roger Schmidt es geschafft hat, das Spiel seiner Mannschaft zu stabilisieren und ihr eine extreme defensive Stabilität zu verleihen. In den letzten 13 Spielen kassierte die Mannschaft nur zwei Gegentore aus dem Spiel heraus. Zudem schied Bayer in beiden KO-Wettbewerben gegen Top Ten-Teams der Europarangliste erst im Elfmeterschießen aus. Das belegt die tatsächliche Klasse dieser aktuell zweitstärksten deutschen Mannschaft eindrücklicher als der reine Tabellenplatz. (dan)

11. (+1) Valencia

La Liga: Vierter
Copa del Rey: Aus im Achtelfinale gegen Espanyol
Bilanz: 23-10-6 (Schnitt 2,03)

Dank Shkodran Mustafi hat es der in den vergangenen Jahren in Deutschland unter dem journalistischen Radar fliegende FC Valencia wieder in die Schlagzeilen geschafft. „Mustafis FC Valencia gewinnt gegen xyz“ ist eine sich regelmäßig wiederholende Überschrift in deutschen Nachrichtenagenturen. Ob das mehr für die einfallslose Arbeit der Agenturen oder die einfallsreiche Arbeit von Nuno Espírito Santo spricht, sei Ihnen überlassen. Der portugiesische Trainer der Ches hat einen Einbruch bisher verhindern können, es spricht in Valencia vieles für die Qualifikation zur Champions League. Zieht der Finalist von 2000 und 2001 erneut in die Königsklasse ein, braucht der Kader noch ein paar Verstärkungen – hoffentlich ohne den Umstand, die hochgradig talentierten Paco Alcácer, José Luis Gayá und André Gomes zu blockieren. (krä)

10. (=) Manchester United

Premier League: Vierter
FA Cup: Aus im Viertelfinale gegen Arsenal
League Cup: Aus in der zweiten Runde bei Milton Keynes Dons
Bilanz: 22-9-10 (Schnitt 1,83)

Lange durfte United sogar von der Vizemeisterschaft träumen. Das Topspiel in Chelsea verloren die Red Devils trotz sehr guter Leistung knapp. Danach aber gab es zwei weitere Niederlagen in Folge, und auf einmal ist United nur noch Vierter. Bei nur noch vier Punkten Vorsprung auf Liverpool ist nicht einmal dieser Rang garantiert. Wir glauben daran, dass Louis van Gaal mit seiner Mannschaft zumindest diesen Platz halten kann. Und dann sind wir gespannt darauf, wie er seinen Kader im Sommer weiter verstärken wird, wenn United endlich wieder in der Champions League spielt. (dan)

9. (-1) Manchester City

Champions League: Aus im Achtelfinale gegen Barcelona
Premier League: Zweiter
FA Cup: Aus in der vierten Runde gegen Middlesbrough
League Cup: Aus in der vierten Runde gegen Newcastle United
Bilanz: 25-9-14 (Schnitt 1,75)

Die zuletzt drei Siege am Stück in der Liga haben den freien Fall Citys aufgehalten und das drohende Verpassen der Champions-League-Qualifikation abgewendet. Ob sie Manuel Pellegrinis Job gerettet haben, ist eine andere Frage. Zu inkonstant waren die Leistungen der Citizens in dieser Saison. Nüchtern resümierend kann man allerdings sagen: Wenn City Platz zwei hält, stimmen die Grundparameter der Spielzeit im Großen und Ganzen: Platz zwei hinter einem einfach insgesamt stärkeren Chelsea (bei zwei Unentschieden im direkten Vergleich), das Aus in der Champions League gegen die wohl beste Mannschaft der Welt. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Der wahre Unterschied zwischen dem alten und dem neuen englischen Meister spiegelt sich in dieser Statistik: City hat 2014/15 bisher 14 Pflichtspiele verloren – Chelsea drei. Es ist unter den gegebenen Umständen kaum vorstellbar, dass die Citizens mit diesem Kader und diesem Trainer in der nächsten Saison ein ernsthafter Konkurrent für die Blues werden können. Vieles sprach sogar dafür, City in unserem Ranking sogar hinter United fallen zu lassen, auch angesichts der jüngsten Niederlage im direkten Vergleich. Am Ende hat United aber mangels internationaler Spiele und ohne relevante Pokalerfolge wenige Argumente dafür, trotz schlechterer Platzierung in der Premier League vor City zu landen. In der kommenden Saison wird das allerdings anders aussehen. (dan)

8. (-2) Atlético de Madrid

Champions League: Aus im Viertelfinale gegen Real Madrid
La Liga: Dritter
Copa del Rey: Aus im Viertelfinale gegen Barcelona
Bilanz: 31-12-10 (Schnitt 1,98)

Atléti befand sich schon in der vergangenen Rangliste in einem leicht absteigenden Trend, der sich seitdem bestätigt hat. Gegen Leverkusen ging es in der Champions League noch im Elfmeterschießen weiter. Im Viertelfinale gegen Real war das Team von Trainer Diego Simeone dann über 180 Minuten chancenlos, auch wenn das 1:0 für den Stadtrivalen knapp klingt. Und auch in der Liga kann Atlético nach Punktverlusten gegen Espanyol, Málaga oder Bilbao Real und Barcelona nicht mehr Paroli bieten. Stattdessen drängt von hinten Valencia – wobei die Colchoneros dieses Rennen um Platz drei gewinnen werden (das direkte Duell in der Rückrunde endete 1:1). Realistisch betrachtet ist die Saison für den finanziell angeschlagenen Club trotzdem ein großer Erfolg. Barça und Real haben einen riesigen Vorsprung, es ist keine Schande, in allen Wettbewerben an diesen beiden Schwergewichten zu scheitern. (krä)

7. (+2) Arsenal

Champions League: Aus im Achtelfinale gegen AS Monaco
Premier League: Dritter
FA Cup: Finale gegen Aston Villa
League Cup: Aus in der dritten Runde gegen Southampton
Bilanz: 33-9-9 (2,16)

Die Gunners spielen nicht weniger als eine fantastische Rückrunde. Nach Neujahr gewann Arsenal 21 von 24 Pflichtspielen und verlor nur zwei. Diese beiden Niederlagen schmerzten allerdings, die entscheidende Hinspielpleite gegen Monaco und ein verlorenes North London Derby bei Tottenham. Dennoch überwiegen klar die positiven Ereignisse, so auch Siege gegen Manchester City und Liverpool sowie im FA Cup in Old Trafford. Selbst in Topspielen ist Arsenal gegenüber den letzten Jahren also deutlich verbessert. Hätte die Serie nur ein paar Wochen früher begonnen, wäre in der Liga vielleicht sogar noch mehr drin gewesen. Aber auch so ist es entgegen vieler Unkenrufe auch von meiner Seite aus die beste Arsenal-Saison seit Langem. Seit Januar ist der Punkteschnitt der Gunners der beste in ganz Europa. Damit hat Arsène Wenger möglicherweise auch Jürgen Klopp einen neuen Arbeitgeber verwehrt. (dan)

6. (+1) Paris Saint-Germain

Champions League: Aus im Viertelfinale gegen Barcelona
Ligue 1: Erster
Coupe de France: Finale gegen AJ Auxerre
Coupe de la Ligue: Sieger
Bilanz: 35-14-6 (Schnitt 2,20)

Gegen Barcelona war Laurent Blanc mit seiner Mannschaft chancenlos. Das trifft so aber auf fast alle Teams Europas zu. Daher muss man PSG, das im Achtelfinale in Unterzahl Chelsea ausschaltete und das nationale Treble holen dürfte, insgesamt einmal mehr eine sehr ordentliche Saison bescheinigen. Dass es in der Champions League wieder nicht zum Einzug ins Halbfinale gereicht hat, wird landauf, landab als Versagen der Investitionspolitik der Besitzer des Clubs interpretiert. Tatsächlich aber ist es vor allem Lospech, zweimal hintereinander gegen Barcelona zu spielen. Dass es wenige Teams auf der Welt gibt, die einfach noch ein kleines Stück besser besetzt sind als diese Mannschaft, ist halt einfach so. Ob man in Katar damit zufrieden ist oder am Stammtisch darüber lästert – PSG zählt zu den Best of the Rest. Nicht mehr und nicht weniger. (dan)

5. (=) Juventus

Champions League: Halbfinale gegen Real Madrid
Serie A: Meister
Coppa Italia: Finale gegen Lazio
Bilanz: 33-10-6 (Schnitt 2,23)

Die ersten Vier des Rankings sind seit Saisonbeginn die gleichen Clubs geblieben. Ob Juve diese Phalanx zum Ende der Spielzeit aufbrechen kann, wird das Abschneiden im ersten Halbfinale in der Champions League seit zwölf Jahren entscheiden. Ein (durchaus möglicher) Erfolg über Real Madrid dort wäre ein noch größerer Erfolg für den italenischen Serienmeister als Antonio Conte ihn je erreicht hat und damit eine ebenso starke Bestätigung für die Qualitäten von Massimiliano Allegri wie der Niedergang von Milan nach seinem Abgang. (dan)

4. (-1) Chelsea

Champions League: Aus im Achtelfinale gegen Paris Saint-Germain
Premier League: Meister
FA Cup: Aus in der vierten Runde gegen Bradford City
League Cup: Sieger
Bilanz: 35-13-3 (Schnitt 2,14)

Trotz Achtelfinalaus in der Champions League noch unter den Top Four Europas – wie geht das? Die Blues sind ganz souverän Meister geworden, einer von zwei Titeln ihres kleinen nationalen Doubles. Das Aus gegen PSG war zwar sehr enttäuschend, aber in der gesamten CL-Saison verlor Chelsea kein einziges Spiel und schied nur nach Auswärtstoren aus. Die Diskussionen in England um die Attraktivität der Spielweise der Londoner kümmern uns bei Gegen den Ball traditionsgemäß ebenso wenig wie Roberto di Matteo 2012 der Versuch eines deutschen Reporters, ihn zu einer Entschuldigung für die defensive Art und Weise zu bewegen, in der er gerade die Champions League gewonnen hatte. Chelseas System ist extrem stabil und erfolgreich, dank seines sehr gut besetzten Kaders und seines herausragenden Trainers. Nichts anderes bewerten wir hier. (dan)

3. (+1) Real Madrid

Champions League: Halbfinale gegen Juventus
La Liga: Zweiter
Copa del Rey: Aus im Achtelfinale gegen Atlético de Madrid
Bilanz: 41-4-9 (Schnitt 2,35)

Von der aktuellen Verfassung der letzten Wochen her könnten wir Madrid sogar auf Platz zwei führen, denn anders als die Bayern zeigte die Formkurve der Blancos zuletzt nach oben. Wenn wir vom besten Kader, der zur Verfügung stünde, ausgehen, sehen wir die Bayern allerdings immer noch hauchdünn vorne. Da aber noch zwei sehr große Titel vergeben werden, die Carlo Ancelotti mit seiner Mannschaft noch gewinnen kann, ist es denkbar, dass sich in der abschließenden Juni-Rangliste noch einiges tut – nach oben, wenn Madrid Barcelona oder Bayern etwa im CL-Finale schlagen sollte, oder auch nach unten, falls Madrid an Juventus scheiterte. (dan)

2. (=) Bayern München

Champions League: Halbfinale gegen Barcelona
Bundesliga: Meister
DFB-Pokal: Aus im Halbfinale gegen Borussia Dortmund
Pflichtspielbilanz: 34-7-6 (Punkteschnitt 2,32)

Erstmals in dieser Saison sind die Bayern in Sachen Punkteschnitt von einem zweiten Team überholt worden. Da es ja verschiedene Kriterien für diese Rangliste gibt, reicht das aber nicht aus, um den deutschen Meister abzustufen. Darüber diskutiert haben wir trotzdem, denn um es mit Uli Hoeneß zu sagen: „The trend is not your friend.“ Während die Guardiola-Kritiker jetzt schon an den Schlagzeilen des morgigen Abends oder an denen der kommenden Woche feilen, wenn die Bayern – bei normalem Verlauf – auch im Halbfinale der Champions League scheitern werden, fokussieren wir uns auf den tatsächlichen Grund: Die Bayern müssen mit Arjen Robben, Franck Ribéry, David Alaba und womöglich Robert Lewandowski zu viele Schlüsselspieler ersetzen. Zum Vergleich: Barcelona müsste ohne Lionel Messi, Neymar, Luis Suárez (siehe unten) und Sergio Busquets antreten. Sicherlich müssen die Münchner in einer Saisonbilanz feststellen, wie es zu so vielen Verletzungen kommen konnte und warum ein grandios veranlagter Spieler wie Mario Götze die Robben- oder Ribéry-Lücke nicht schließen konnte. Mit voller Kaderstärke sind die Bayern für uns aber weiterhin das zweitbeste Team in Europa. (krä)

1. (=) FC Barcelona

Champions League: Halbfinale gegen Bayern
La Liga: Erster
Copa del Rey: Finale gegen Athletic Bilbao
Pflichtspielbilanz: 45-3-5 (Punkteschnitt 2,60)

Im Moment ist es schwer vorstellbar, wie der FC Barcelona auf dem Weg zum Treble noch stolpern könnte. In der Liga beträgt der Vorsprung vor Real zwar nur zwei Punkte und am 37. Spieltag steht noch die schwere Auswärtshürde bei Atlético an, aber in den bisherigen drei Pflichtspielen gegen damals noch deutlich bessere Colchoneros gab es drei verdiente Siege. Im Pokalfinale gegen Athletic (30. Mai) ist Barça im Camp Nou ebenfalls klarer Favorit. Bleibt noch die Champions League. Das ist sicherlich der unwägbarste der drei Titel, aber in der derzeitigen Form ist die Favoritenrolle zumindest gegen den FC Bayern klar verteilt. Lionel Messi, Luis Suárez und Neymar haben zusammen bereits 108 Pflichtspieltreffer erzielt. Beim Schreiben dieser Zeilen steigt die Vorfreude auf Mittwoch Abend. Und auf meinsportradio.de werden wir dann in aller Ruhe bilanzieren, was unsere Einschätzungen wert waren. (krä)

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