Die Europarangliste im November 2014

In unserem Top-20-Ranking der besten Clubs Europas versuchen wir die Stärken der Clubs aus verschiedenen Ligen miteinander zu vergleichen und damit zugleich eine Prognose über den Saisonverlauf der Teams abzugeben. Es geht also darum, wie erfolgreich die Mannschaften am Ende der Saison letztlich sein werden, nicht um die aktuelle Form der letzten Wochen. Je weiter die Saison fortschreitet, desto weniger kommen wir am aktuellen Geschehen und den tatsächlichen Resultaten vorbei, und am Ende zählt das Potenzial nichts mehr, nur noch das Erreichte.

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20. (17) Napoli

Serie A: Fünfter
Europa League: Gruppenphase gegen BSC Young Boys, Slovan Bratislava und Sparta Praha (Dritter)
Coppa Italia: Start im Achtelfinale
Pflichtspielbilanz: 7-4-4 (Punkteschnitt 1,67)

Nach dem schwachen Saisonstart und dem Aus in der Champions League-Qualifikation konnte sich Napoli zuletzt fangen. Der Sieg gegen die Roma zeigt, dass wir mit unserer nicht unumstrittenen Nominierung Napolis unter die Top 20 Europas doch nicht so ganz falsch gelegen haben. Und wir haben es wieder getan. Napoli hat durchaus seine Stärken. Hinter Juve schießt Napoli am zweithäufigsten in Richtung Tor des Gegners und am häufigsten auf das Tor des Gegners. José Callejón hat bereits acht Treffer erzielt. Gonzalo Higuaín trumpfte zuletzt gegen Rom als Torschütze und Vorlagengeber auf. Der für Frederico Fernández gekommene Kalidou Koulibaly ist der erhoffte Ersatz in der Innenverteidigung und spielt eine starke Saison. Auch wenn Teams wie Zenit oder Wolfsburg mit den Hufen scharren. Wir glauben weiter an das Team von Coach Rafael Benítez. (mic)

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19. (neu) Borussia Mönchengladbach

Bundesliga: Dritter
Europa League: Gruppenphase mit Villarreal, FC Zürich und Apollon Limassol (Zweiter)
DFB-Pokal: Achtelfinale bei Kickers Offenbach
Pflichtspielbilanz: 10-7-0 (Punkteschnitt 2,18)

Nein, Sie haben nicht versehentlich die Europarangliste vom November 1977 angeklickt. Borussia Mönchengladbach unter den besten 20 Clubs Europas? Durchaus, wie wir finden. Übersteht die Borussia diese Woche mit den Auswärtsspielen in Zypern und Dortmund, dann ist die Mannschaft von Lucien Favre genau ein halbes Kalenderjahr lang in allen Wettbewerben ungeschlagen – in dann 19 aufeinanderfolgenden Spielen. Und das bei Dreifachbelastung in Bundesliga, DFB-Pokal und Europa League. Favres auf den ersten Blick simples 4-4-2 hat durch die gezielte Verstärkung der offensiven Außenbahnen durch den Kauf von André Hahn und Ibrahima Traoré deutlich gewonnen – was sich gerade erst am 0:0 gegen Bayern München zeigte, als die Fohlenelf zur erst zweiten Mannschaft seit Real Madrids Halbfinaltriumph im April wurde, die es schaffte, gegen die Bayern zu Null zu spielen. Wie sich Gladbach etwa gegen Teams wie Zenit St. Petersburg, knapp an der Aufnahme in unser aktuelles Ranking gescheitert, schlagen würde, ist spekulativ. Es spricht aber nichts dafür, dass die Borussia in einem solchen Duell chancenlos wäre. (dan)

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18. (neu) Schalke 04

Champions League: Gruppenphase mit Chelsea, Sporting Portugal und NK Maribor (Zweiter)
Bundesliga: Achter
DFB-Pokal: Aus in der ersten Runde bei Dynamo Dresden
Pflichtspielbilanz: 5-4-5 (Punkteschnitt 1,36)

Wen wir ein Team neu in die Rangliste aufnehmen, dass in der laufenden Saison die wenigsten Siege aller hier aufgeführten Mannschaften erringen konnte, dann muss das schon spezielle Gründe haben. Die wollen wir auch nicht verschweigen. Wir glauben an den sehr gut besetzten Kader der Schalker und zudem hat sich die Trainersituation auf Schalke endlich geändert. Zur Bilanz von Jens Keller empfehlen wir den Artikel von Martin Rafelt. Roberto Di Matteo eilt ein guter Ruf voraus, ist er doch CL-Sieger mit Chelsea geworden. Die Arbeit des 44-jährigen Coaches ist allerdings noch schwer einzuschätzen. Welche Idee hat er im Spiel mit dem Ball? Man darf gespannt sein. Die Remis gegen Bayern und Chelsea haben gezeigt, dass Schalkes Team auch auf höchstem Niveau mithalten kann. In der machbaren CL-Gruppe G sollte Schalke Zweiter werden. In der Bundesliga müssten die Knappen mit diesem Spielermaterial eigentlich auf Platz zwei oder drei landen. Allerdings braucht das Team Zeit, Di Matteos Fußball aufzunehmen. Die Verletzungsmisere geht weiter und einige Schlüsselspieler stehen nicht dauerhaft zur Verfügung oder bringen keine Topleistungen (Boateng, Farfan, Draxler, Meyer). Dass Schalke sein Potenzial endlich nutzt, ist somit noch nicht gesagt. Ein erneutes Auf und Ab der Leistungen könnte die Knappen auch wieder aus der Europarangliste katapultieren. Entweder findet der königsblaue Fußball zu einer Identität oder Schalke wird endgültig zur Fahrstuhlmannschaft dieses Rankings. (mic)

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17. (neu) Olympique de Marseille

Ligue 1: Erster
Coupe de France: Start in der neunten Runde
Coupe de la Ligue: Aus im Achtelfinale bei Stade Rennais
Pflichtspielbilanz: 9-1-3 (Punkteschnitt 2,15)

Trainer Marcelo Bielsa ist wohl der Hauptgrund, warum OM in dieser Saison die Tabellenspitze der Ligue 1 schmückt. Der akribische Coach, der unter Taktikfreaks seine Anhänger hat, machte aus dem Tabellensechsten der letzten Saison einen echten Meisterschaftsanwärter. Mit 27 Toren in 12 Spielen ist Marseille das torgefährlichste Team der Liga. In der 3-5-2-Formation des argentinischen Trainers spielt Dimitri Payet eine starke Saison auf der Zehn (3 Tore/4 Assists), André-Pierre Gignac trifft, wie er will (10 Tore) und Nicolas N’Koulou ist der Garant in der Abwehr. Wichtiger als einzelne Spieler ist aber das mannschaftstaktische Konzept. Bielsa ist ein Fan vom Ballbesitzspiel und setzt auf Ballgewinne in der gegnerischen Hälfte. 19 Tore fielen bisher aus dem Spiel, keines durch einen Konter. Marseille schlägt die zweitmeisten Flanken der Liga im Schnitt in den Strafraum. Dabei ist vor allem der linke Flügel die bevorzugte Angriffsseite mit dem 20-jährigen Benjamin Mendy (3 Vorlagen/1.8 Flanken pro Spiel im Schnitt). Die spannende Frage ist nicht, ob Marseille in der Europarangliste noch weiter aufsteigen kann, denn ohne internationalen Vergleich wird dies ein schwieriges Unterfangen. Die Frage ist, ob Marseille tatsächlich auf Dauer vor PSG rangieren kann und die Meisterschaft in Frankreich für sich entscheidet. Dann wäre der begehrteste Transfer sicherlich der des Trainers. (mic)

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16. (19) Valencia

La Liga: Zweiter
Copa del Rey: Start in der vierten Runde gegen Rayo Vallecano
Pflichtspielbilanz: 7-2-1 (Punkteschnitt 2,3)

Valencia ist nicht international vertreten. In der spanischen Liga sorgen sie dafür für Ausrufezeichen. Anfang Oktober konnte man Atlético Madrid die erste Saisonniederlage zufügen. Derzeit ist das Team aus der drittgrößten Stadt Spaniens Tabellenzweiter – noch vor Atlético und Barcelona. Zu dem starken Team von Neu-Trainer Nuno Espírito Santo gehört ein bärenstarker Nicolás Otamendi in der Abwehr, aber auch Spaniens neuer Nationalstürmer Paco Alcácer, der in der EM-Qualifikation schon drei Mal traf und in der laufenden Saison für Valencia vier Tore und vier Assists erzielen konnte. Beim Auswärtssieg gegen Villarreal wurde aber ein anderer Spieler zum Helden. Weltmeister Shkodran Mustafi, vor der Saison für acht Millionen Euro zu Valencia gewechselt, erzielte beim 3:1-Sieg zwei Treffer. „Das war ein wichtiger Sieg, und ich bin glücklich, dass ich meinen ersten Doppelpack geschnürt habe“, so Mustafi anschließend. Valencia könnte in dieser Saison durchaus einen CL-Platz erreichen. Milliardär Peter Lim aus Singapur hatte erst vor kurzem knapp über 70 Prozent der Vereinsanteile des überschuldeten Clubs übernommen. Der Platz in unserer Rangliste ist allerdings nicht direkt käuflich. Valencia wird sich in den kommenden Wochen im Fernduell mit Teams wie Schalke oder Zenit messen lassen müssen, die durch gute Leistungen in der CL weitere Punkte sammeln können. (mic)

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15. (13) Tottenham Hotspur

Premier League: Achter
Europa League: Gruppenphase mit Besiktas, FK Partizan und Asteras Tripolis (Erster)
FA Cup: Start in der dritten Runde

League Cup: Viertelfinale gegen Newcastle United

Ach ja, die Spurs. Freunde und Feinde des Nordlondoner Traditionsclubs neigen gleichermaßen dazu, dem Team eine „Kultur des Scheiterns“ zu attestieren, wie gerade erst wieder der Journalist Jonathan Wilson auf Twitter oder Keir Radnedge im Kicker. Doch so überaus enttäuschend ist die Bilanz des neuen Managers Mauricio Pochettino gar nicht, wenn man nicht jede überraschende Niederlage als Fanal begreifen will. In allen Pokalwettbewerben noch aussichtsreich vertreten, in der Premier League drei Punkte hinter einem Champions League-Platz – das mag nicht fantastisch sein, aber wirklich schlecht ist es einfach auch nicht. Eher unwahrscheinlich, dass Tottenham in dieser Saison unter die Top Four kommt. Der Gewinn eines anderen Titels ist aber nicht unrealistisch, wenn der Vorstand nicht wieder Panik bekommt und einen Trainer feuert, bevor er seinen Spielstil entwickeln konnte. (dan)

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14. (15) Bayer Leverkusen

Champions League: Gruppenphase mit AS Monaco, Zenit und Benfica (Erster)
Bundesliga: Fünfter
DFB-Pokal: Achtelfinale gegen Kaiserslautern

Pflichtspielbilanz: 9-5-3 (Punkteschnitt 1,88)

Das Spiel beim VfB Stuttgart, wo Bayer nach einer 3:0-Führung am Ende mit einem 3:3 nach Hause fuhr, beschreibt die Saison des Werksclubs „in a Nutshell“. Man schlägt Dortmund, Zenit, Benfica und Schalke 04 höchst überzeugend. Verliert aber gegen den HSV, spielt nur remis gegen Paderborn, Stuttgart und Freiburg. Leverkusen kassiert zu viele Gegentore. Der Tabellensechzehnte Freiburg hat ein Tor weniger kassiert (14) als die Truppe von Roger Schmidt (15). Zum anderen nutzt das junge Team von Roger Schmidt die Chancen nicht konsequent aus, wie gegen Stuttgart oder auch Monaco gesehen. Das enorme Pressing hat den Nachteil, dass es Räume öffnet. Die kann der Gegner meist zunächst nicht nutzen, weil er so stark unter Druck steht. Lässt Bayers Druck aber nach und die überfallartigen Angriffe verlieren an Intensität und Genauigkeit, dann kommt Leverkusen ins Schwimmen und die instabile Abwehr frisst Gegentore wie das Krümelmonster die Kekse. Dennoch. Leverkusen führt die CL-Gruppe C an. Bayers Spiel hat eine klare Struktur, es steckt ein klarer Plan dahinter und man hatte schon in den letzten Spielen den Eindruck, dass Roger Schmidts Team besser abgestimmt und ausbalanciert wirkte. (mic)

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13. (12) Liverpool

Champions League: Gruppenphase mit Real Madrid, FC Basel und Ludogorets Razgrad (Dritter)
Premier League: Siebter
FA Cup: Start in der dritten Runde
League Cup: Viertelfinale in Bournemouth
Pflichtspielbilanz: 6-3-6 (Punkteschnitt 1,4)

Die Reds spielen nach der Vizemeisterschaft eine mäßige Saison, in der trotzdem noch vieles möglich ist. Im League Cup wurde zweimal auf den letzten Drücker das Ausscheiden verhindert, gegen Bournemouth dürfte der Einzug ins Halbfinale jedoch gelingen. In der Champions League wiegt die Niederlage gegen den FC Basel tabellarisch noch nicht so schwer, weil die Schweizer ihrerseits in Rasgrad verloren. Und in der Premier League gab es bereits vier Niederlagen, der Rückstand auf den FC Arsenal auf Rang vier beträgt aber nur drei Zähler. Trotzdem droht Liverpool eine ungemütliche Länderspielpause, die nächsten beiden Gegner heißen Real Madrid und Chelsea. (krä)

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12. (14) Roma

Champions League: Gruppenphase mit Bayern München, Manchester City und CSKA Moskva (Zweiter)
Serie A: Zweiter
Coppa Italia: Start im Achtelfinale
Pflichtspielbilanz: 8-2-3 (Punkteschnitt 2)

An Selbstvertrauen mangelt es Romas Trainer Rudi Garcia nicht. Sein Team hatte Anfang Oktober gegen Meister Juventus 2:3 verloren, Garcia sprach im Anschluss trotzdem vom Scudetto: „Ich habe verstanden, dass wir in diesem Jahr den Meistertitel gewinnen werden.“ Bei drei Punkten Rückstand auf Juve ein machbares Vorhaben, allerdings muss die Roma ihre Schwäche in Topspielen ablegen. Am vergangenen Spieltag gab es eine 0:2-Niederlage gegen Napoli, das 1:7 gegen übermächtige Bayern zeigte die internationalen Grenzen unerwartet deutlich auf – einzig gegen Manchester City (1:1) zeigte Garcias Team die reife Leistung, die es konstanter abzurufen gilt. (krä)

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11. (7) Borussia Dortmund

Champions League: Gruppenphase mit Arsenal, Galatasaray und RSC Anderlecht (Erster)
Bundesliga: Siebzehnter
DFB-Pokal: Achtelfinale bei Dynamo Dresden
Pflichtspielbilanz: 8-1-7 (Punkteschnitt 1,56)

Die zwei Gesichter des BVB retten den Ranglisten-Dauergast vor einem tieferen Absturz oder gar einem historischen Sturz von Rang sieben komplett aus Europas Top 20. Bei genauerem Hinsehen stimmt die These mit dem traurigen Bundesliga- und dem vergnügten Champions-League-Gesicht auch gar nicht. Denn sowohl Anderlecht als auch das taktisch völlig unbedarfte Galatasaray spielten der Borussia mit ihren Leistungen, die es in der Bundesliga auch von Abstiegskandidaten nicht gibt, in die Karten. Einzig beim Sieg gegen Arsenal zeigte der BVB die herausragende Leistung, die ihn immer noch zu Deutschlands Nummer zwei und zu einem Kandidaten für das CL-Viertelfinale macht. Im Alltag kämpft das Team von Trainer Jürgen Klopp aber weiterhin mit physischen und taktischen Problemen, die bei Rückständen auch in die Psyche wandern. Bis zur Winterpause folgen noch die Spiele gegen Mönchengladbach, Paderborn, Frankfurt, Hoffenheim, Hertha, Wolfsburg und Bremen. Gelingen dabei fünf oder sechs Siege, ist eine Aufholjagd auf die Champions-League-Plätze nach der Winterpause möglich. (krä)

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10. (9) Arsenal

Champions League: Gruppenphase mit Borussia Dortmund, Galatasaray und RSC Anderlecht (Zweiter)
Premier League: Vierter
FA Cup: Start in der dritten Runde
League Cup: Aus in der dritten Runde gegen Southampton
Pflichtspielbilanz: 8-6-3 (Punkteschnitt 1,77)

Alle, aber auch wirklich alle Indizien sprechen dafür, dass Arsenal für sein Festhalten an Arsène Wenger mit einer weiteren typischen Wenger-bei-Arsenal-Saison belohnt wird: Knapper Einzug in die Champions League, stark gegen kleine Gegner, unfähig, die ganz Großen zu schlagen. Inzwischen sind es 16 Premier League-Topspiele am Stück gegen Chelsea, Manchester City und Manchester United, die die Gunners nicht gewonnen haben – eine Serie, die sich inzwischen über fast drei Jahre erstreckt. Alle Mannschaften, die Arsenal in dieser Ligasaison schlagen konnte, stehen aktuell auf Platz 15 oder schlechter. Dass diese Bilanz trotzdem für Platz vier reicht, liegt an der durchwachsenen Form vieler Konkurrenten wie City, Liverpool oder United. Der wahrscheinliche Saisonverlauf mit dem erneuten Achtelfinalaus in der Champions League und Platz vier in der Liga mag dem Etikett „Boring Arsenal“ neue Berechtigung verleihen. Aber es ist nicht so, dass es in Europa 20 andere Clubs gäbe, die so etwas Jahr für Jahr mit der Präzision eines elsässischen Uhrwerks schaffen. (dan)

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9. (10) Manchester United

Premier League: Zehnter
FA Cup: Start in der dritten Runde
League Cup: Aus in der zweiten Runde bei Milton Keynes Dons
Pflichtspielbilanz: 3-4-4 (Punkteschnitt 1,18)

Manchester United ist in unserem aktuellen Ranking um einen Rang gestiegen und hat die Platzierung mit Arsenal getauscht. Das weniger aufgrund der tatsächlichen Resultate (auch wenn United eine von nur zwei Mannschaften ist, die in dieser Premier League gegen Chelsea punkten konnten), sondern weiterhin eingedenk des großen Potenzials, das wir bei den Red Devils in der Kombination Kader – Manager Louis van Gaal – geringe Belastung ohne Europacup und Ligapokal sehen. Mag sein, dass die Defensive Uniteds auch mit Daley Blind und Marcos Rojo noch nicht höchsten Ansprüchen genügt. Das gilt gleichermaßen aber auch für Arsenal – mit dem Unterschied, dass die Gunners bei Weitem nicht so eine hochkarätig besetzte Offensive haben wie Manchester mit Ángel di María, Falcao, Robin van Persie, Wayne Rooney und Juan Mata. Wann Van Gaals Team Arsenal überholt haben wird, ist eine Frage des Zu welchem Zeitpunkt, nicht des Ob. (dan)

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8. (11) Juventus

Champions League: Gruppenphase mit Atlético de Madrid, Olympiakos und Malmö FF (Dritter)
Serie A: Erster
Coppa Italia: Start im Achtelfinale
Pflichtspielbilanz: 9-1-3 (Punkteschnitt 2,15)

Juventus präsentiert sich in Italien einmal mehr als das Nonplusultra. „Nicht noch weiter“, heißt das auf Latein und dies konnte Juve zumindest Milan und dem AS Rom im bisherigen Saisonverlauf schon zurufen. Die beiden Siege gegen starke Kontrahenten aus der Liga verleihen der alten Dame in unserer Rangliste Flügel – allerdings auch begünstigt durch die Schwächephase von Clubs wie Arsenal und Borussia Dortmund. Auf der anderen Seite gibt es ein Team, das ebenfalls Latein beherrscht und Juve in der CL-Gruppe A deutlich das Stop-Schild zeigte. Im Spiel gegen Atletico wurde Juve kontrolliert und gab keinen Schuss auf das Tor der Spanier ab. Auch die peinliche Niederlage bei Olympiakos hinterlässt Fragezeichen. Juve ist in Italien die beste Mannschaft, aber wie weit geht es auf internationaler Bühne? Derzeit läuft viel über die Superstars Carlos Tévez und Arturo Vidal. Fernando Llorente hat erst ein Ligator. In der CL hat noch keiner außer Tévez getroffen. Im Heimspiel gegen Olympiakos ist nun ein Sieg Pflicht, ansonsten ziehen wir im nächsten Ranking die „Nicht noch weiter“-Karte. (mic)

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7. (5) Manchester City

Champions League: Gruppenphase mit Bayern München, Roma und CSKA Moskva (Dritter)
Premier League: Dritter
FA Cup: Start in der dritten Runde
League Cup: Aus in der vierten Runde gegen Newcastle United
Pflichtspielbilanz: 7-4-5 (Punkteschnitt 1,56)

Es sind die Stärke des Kaders und die Erfahrung von Manuel Pellegrini, die City so weit oben in unserem Ranking halten. Dabei enttäuschen die Citizens einmal mehr in der Champions League, wo sie nach einer etwas unglücklichen, aber respektablen Niederlage in München auch gegen Roma und in Moskau nicht gewinnen konnten, wobei sie im Geisterspiel von Khimki sogar einen Zwei-Tore-Vorsprung verspielten. Der Derbysieg gegen United half zuletzt, aufkommende Unruhe im Umfeld wieder etwas zu besänftigen, die nach Niederlagen in West Ham und im Ligapokal gegen Newcastle aufgekommen war. Nüchtern betrachtet, hat City noch alle Chancen auf das Achtelfinale in der Champions League, wenn man am letzten Spieltag in Rom gewinnen sollte. Und in der Liga spielt City in den neun verbleibenden Hinrundenspielen nur noch gegen zwei Mannschaften aus den Top Acht, und das sind Swansea City und Southampton. Vielen Punkten bis Weihnachten steht also nicht viel im Weg. (dan)

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6. (8) Atlético de Madrid

Champions League: Gruppenphase mit Juventus, Olympiakos und Malmö FF (Erster)
La Liga: Dritter

Copa del Rey: Start in der vierten Runde gegen L’Hospitalet
Pflichtspielbilanz: 10-3-2 (Punkteschnitt 2,2)

Den größten Sprung nach oben in den Top Ten der Rangliste hat Atlético gemacht. Wir müssen zugeben, dass wir der Mannschaft von Diego Simeone nicht zugetraut hatten, ihre starke Vorjahresform so fortzusetzen, wie es zurzeit zu beobachten ist, obwohl Diego Costa, Thibaut Courtois und Filipe Luis nach Chelsea wechselten. Dass das Team nicht einbrechen würde, lag zwar nahe – dazu ist Atlético unter Simeone einfach seit Jahren zu konstant in den Leistungen. Aber nach zuletzt sieben Siegen aus acht Pflichtspielen, darunter sechs Zu-null-Spiele, muss man konstatieren, dass Atlético wieder ein ernsthafter Kandidat für den spanischen Titel ist. Und in der Champions League zeigte der Sieg über Juventus, bei dem die Gäste keinen einzigen Schuss aufs Tor brachten, dass auch in Europa wieder einiges gehen könnte für die Rojiblancos. (dan)

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5. (4) Barcelona

Champions League: Gruppenphase mit Paris Saint-Germain, AFC Ajax und APOEL (Zweiter)
La Liga: Vierter
Copa del Rey: Start in der vierten Runde gegen Huesca
Pflichtspielbilanz: 9-1-3 (Punkteschnitt 2,15)

Bis vor zehn Tagen hatte Barcelona in der Liga noch kein einziges Gegentor kassiert. Dann kam Luis Suárez nach seiner Sperre in die Mannschaft. Fortan verlor Barca zwei Spiele in Folge und blieb im Heimspiel gegen Celta de Vigo sogar zum ersten Mal seit 56 Begegnungen wieder ohne eigenes Tor im Nou Camp. Das wirft zumindest als erster Eindruck ein schiefes Licht auf die Verpflichtung von Suárez, der erst noch zeigen muss, in einem 4-3-3 auf der Außenbahn seine Stärke optimal einbringen zu können. Auch könnte, so die ersten Anzeichen, die defensive Balance verloren gegangen sein. Allerdings sind zwei Spiele viel zu wenig Zeit, um so negative Urteile über eine individuell und mannschaftstaktisch so stark besetzte und eingespielte Mannschaft zu fällen. Die Niederlage in Paris in der Champions League, die ein wesentlicher Faktor für unsere Herabstufung der Blaugrana war, deutete aber schon an, dass die allerbesten Teams des Kontinents in dieser Saison zu stark für das Team von Luis Enrique sein könnten. (dan)

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4. (6) Paris Saint-Germain

Champions League: Gruppenphase mit Barcelona, AFC Ajax und APOEL (Erster)
Ligue 1: Zweiter
Coupe de France: Start in der neunten Runde
Coupe de la Ligue: Start im Achtelfinale
Pflichtspielbilanz: 9-7-0 (Punkteschnitt 2,13)

Als einziges Team in Frankreichs Ligue 1 ist Paris St. Germain noch ungeschlagen. Dennoch sind die Mannen um Coach Laurent Blanc nicht Tabellenführer. Das liegt zum einen an Marseille, das eine große Saison spielt, vor allem aber an den vielen Remis, die sich die Hauptstädter erlauben. Sechs Unentschieden u.a. gegen Monaco, Toulouse und Lyon sind es an der Zahl. In der Champions League bewies das Team von Laurent Blanc allerdings, dass sie auch ganz große Teams schlagen können. Solche Erfolge gegen Spitzenteams der Europarangliste bleiben von uns nicht unbemerkt und so haben wir Paris nach dem sensationellen Sieg gegen Barca zwei Plätze nach oben geschoben. Barcas Schwächen gegen Spitzenteams und der direkte Vergleich lassen uns an PSG glauben. Paris hat mit Thiago Silva und David Luiz eins der besten Innenverteidgerduos des Planeten und ist vorne mit Zlatan Ibrahimovic (5 Liga-Tore), Edinson Cavani (5) und Lucas (5) ehedem gut besetzt. Paris wirkt als Mannschaft gewachsen und in diesem Jahr zu allem fähig. (mic)

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3. (3) Bayern München

Champions League: Gruppenphase mit Manchester City, Roma und CSKA Moskva (Erster)
Bundesliga: Erster
DFB-Pokal: Achtelfinale gegen Eintracht Braunschweig
Pflichtspielbilanz: 12-3-1 (Punkteschnitt: 2,44)

In der September-Ausgabe schrieben wir von personellen, taktischen und läuferischen Defiziten, aufgrund derer wir den hochwertigen Kader der Bayern hinter Real und Chelsea einsortierten. Schnell stellte sich in den Wochen danach heraus, dass es Probleme auf extrem hohem Niveau waren. Denn seit der Niederlage im Supercup gegen Borussia Dortmund sind die Bayern ungeschlagen und kassierten sechs Gegentore. Warum klettert der Deutsche Meister in der Europarangliste trotzdem nicht? Weil wir die Top 3 sehr nah beieinander sehen und die Serien von Real und Chelsea nicht weniger beeindruckend sind. Die Rückkehr von Bastian Schweinsteiger, Thiago und Javi Martínez könnte in der Rückrunde dann das entscheidende Puzzleteil für eine richtig große Saison werden. (krä)

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2. (2.) Real Madrid

Champions League: Gruppenphase mit Liverpool, FC Basel und Ludogorets Razgrad (Erster)
La Liga: Erster
Copa del Rey: vierte Runde gegen UE Cornellà
Pflichtspielbilanz: 13-1-3 (Punkteschnitt 2,35)

Es brach zwar kein Sturm der Entrüstung über uns ein, aber dennoch war die Platzierung von Real Madrid nach zwei Niederlagen in der Liga, dazu der Pleite im Supercup auf dem zweiten Rang der Europarangliste September nicht unumstritten. Vielleicht darf man einwerfen, dass Real Madrid amtierender Champions League-Titelträger ist? Viel wichtiger für die Einordnung in der Europarangliste ist aber, welches Abschneiden trauen wir dem Team am Saisonende zu und das berechnen wir wie immer aus Kaderstärke, Qualität des Trainers und der aktuellen Form, die einen Hinweis auf das letztendliche Abschneiden geben sollte. Seit der letzten Europarangliste im September hat Real Madrid 46 Tore in 11 Spielen erzielt. Das sind im Schnitt 4,2 Tore pro Spiel! Dabei war nicht nur Laufkundschaft. Die Königlichen siegten in Liverpool mit 3:0 und gewannen den Classico mit 3:1. In der Liga ist das Team von Carlo Ancelotti Tabellenführer, hat die letzten sieben Spiele gewonnen und auch in der Champions League steht man verlustpunktfrei da. Atléticos Präsident sagte unlängst gegenüber Radio 4G: „Jedes Team hat seinen Zyklus. Barcelona hatte seinen, gegenwärtig aber nicht mehr. Das Real Madrid im Hier und Jetzt ist natürlich sensationell.“ Der deutsche Fokus in der Berichterstattung über Real Madrid liegt meist auf Toni Kroos. Der Weltmeister macht seine Sache in Madrid auch richtig gut. Er ist (hinter Teilzeitarbeiter Xavi) der passsicherste Spieler der Liga (93,6 Prozent der Pässe kommen an) und gab bisher in CL und Liga sechs Torvorlagen. Aber, Ehre wem Ehre gebührt! Cristiano Ronaldo hat in Liga und CL zusammen schon 20 Tore erzielt! Keine Frage. Die Offensivmaschine Real mit diesem Ausnahmespieler bleibt weiterhin unter den Favoriten auf den CL-Sieg und bei uns mit hauchdünnen Abständen auf Chelsea und Bayern auf Rang zwei. (mic)

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1. (1) Chelsea

Champions League: Gruppenphase mit Schalke 04, Sporting Portugal und NK Maribor (Erster)
Premier League: Erster
FA Cup: Start in der dritten Runde
League Cup: Viertelfinale bei Derby County

Es gehört zu den Merkwürdigkeiten des aktuellen europäischen Fußballs, dass die drei bis fünf besten Teams des Kontinents fast unschlagbar erscheinen, wenn sie auf andere Mannschaften treffen, untereinander aber nicht viele Indizien dafür existieren, wer sich am Ende durchsetzen würde, wenn Bayern, Madrid oder Chelsea aufeinanderträfen. Die spektakuläre Form von Bayern und Real überdeckt in der Wahrnehmung etwas, wie überaus konstant und souverän Chelsea durch die Saison gleitet und selbst die Verletzung von Diego Costa ohne größere Probleme wegstecken kann. Als einzige Ranglistenmannschaft neben PSG (und Mönchengladbach!) noch ungeschlagen, gewann Chelsea alle Ligaspiele bis auf die beiden schweren Gastspiele in Manchester – in beiden kassierten die Londoner noch späte Gegentore, standen jeweils auch da vor dem Sieg. Seit wir Chelsea im September auf Platz eins des Rankings setzten, haben zwar Bayern und Real Madrid ihre Form sichtlich gesteigert. Es gibt aber einstweilen keinen Grund, Chelsea herabzustufen. Eine individuell auf allen Positionen herausragend besetzte, taktisch ausgereifte Mannschaft mit großem Trainer und einer guten Mischung aus Jugend und Erfahrung, die in dieser Saison alles gewinnen kann – gegen die anderen Topmannschaften aber an einem schlechten Tag sicher auch ausscheiden könnte. (dan)

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2 comments

  1. Tobias Jordan

    Grundsätzlich bin ich damit einverstanden. Tottenham für mein Empfinden etwas zu hoch, da sie doch oft inkonstant spielen und die Konkurrenz in England so gross ist, dass sowohl ein (Cup-) Titel, wie auch ein CL-Platz sehr schwer zu erreichen sind. Deshalb für mich knapp in den Top20, wenn überhaupt.
    BMG finde ich sehr berechtigt hier (und das nicht als grosser BL-Fan, im Gegenteil). Und mMn ist Real derzeit eher Favorit auf die grössten Titel (=CL) als Chelsea, da sie einfach mehr Spieler im Team haben, die ein Spiel entscheiden können. Aber wie schon von Dir erwähnt, ist es ein sehr enger Unterschied bei den Topteams und es ist auch schwer diese zu verteidigen. Kann zB immer noch nicht verstehen, wie ein ManC gegen ZSKA-Moskau verliert, und Jahr für Jahr international enttäuscht und deutlich unter ihren Möglichkeiten bleibt.
    Kleine Vorschau, wenn Southampton weiterhin so überzeugt und wie zuletzt auch knappe Spiele für sich entscheiden kann, wären sie ein Kandidat für die Liste im Dezember. Und zwar, weil sie ein Team zu sein scheinen, dass sich seit Jahren stetig steigert und das trotz namhafter Abgänge (Spieler & Trainer). Vergleichbar mit der Entwicklung, die BMG unter Lucien Favre gemacht hat. Vielleicht bin ich da aber auch etwas voreilig.
    Ansonsten bin ich wie eigentlich meistens einverstanden 🙂

    PS: Und endlich wieder Output! 😀 😀 Aber besser Qualität anstatt Quantität 😉

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