Die Europarangliste im September 2014

Diese Woche ist es endlich wieder soweit: Die Champions League startet! Traditionell für uns auch das Signal, die erste Europarangliste der Saison zu nominieren. Wir erinnern uns: In der Abschlussrangliste der Vorsaison stand Real Madrid am Ende auf Platz eins – wie es dem Champions League-Sieger gebührt, wenn nichts Gravierendes dagegenspricht. Jetzt aber werden zwar nicht alle Karten neu gemischt, um die abgedroschenen Phrasen gleich aus dem Weg zu räumen, aber einiges hat sich bei den Topclubs schon verändert, und wir blicken nicht mehr auf vergangene Erfolge, sondern auf die laufende Saison.

Wir versuchen mit dem Ranking wie immer, die Stärken der Clubs aus verschiedenen Ligen miteinander zu vergleichen und damit zugleich eine Prognose über den Saisonverlauf der Teams abzugeben. Es geht also darum, wie erfolgreich die Mannschaften am Ende der Saison letztlich gewesen sein werden, nicht um die aktuelle Form der letzten Wochen. Aktuelle Ergebnisse spielen in dieser ersten, noch recht spekulativen Liste denn auch eine eher untergeordnete Rolle. Je weiter die Saison fortschreitet, desto weniger kommen wir an den tatsächlichen Resultaten vorbei, und am Ende zählt das Potenzial nichts mehr, nur noch das Erreichte. Einstweilen aber kann Atlético von bisher drei Pflichtspielen gegen Real keines verlieren und steht trotzdem in der Rangliste hinter dem Stadtrivalen.

So, und hier die erste Europarangliste der Saison:

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20. (Vorsaison 10) Benfica

Champions League: Gruppenphase gegen Zenit, Bayer Leverkusen und Monaco
Primeira Liga: Dritter
Taca de Portugal: Start in der dritten Runde
Taca da Liga: Start in der dritten Runde
Pflichtspielbilanz: 3-2-0 (Punkteschnitt 2,2)

Im letzten Jahr schied der Europapokalsieger von 1961 und 62 in der CL-Gruppenphase aus, erreichte dann aber das Finale der Europa League, wo man unglücklich an Sevilla scheiterte. Diese Finalteilnahme zusammen mit dem heimischen Treble spülte Benfica sogar bis auf Platz zehn der abschließenden Europarangliste von Gegen den Ball. Der Absturz um zehn Plätze ist maßgeblich dadurch begründet, dass Benfica erneut eine ganze Reihe von Leistungsträgern und großen Namen verlor (Lazar Markovic, Jan Oblak, André Gomes, Ezequiel Garay, Óscar Cardozo) und wir in den Neuzugängen (Andreas Samaris, Bryan Cristante, Talisca, Loris Benito) bisher noch keinen gleichwertigen Ersatz erkennen können. Viele Leistungsträger haben die 30 Jahre überschritten (Luisao, Artur Moraes, Eliseu, Lima, Maxi Pereira). Wirkliche Stars gibt es nur wenige, so zum Beispiel die Argentinier Enzo Pérez und Nicolas Gaitán. Vielleicht klettert die Mannschaft von Trainer Jorge Jesus im Laufe der Saison ja erneut in der EL in die Top Ten. Dafür müssten sich die Águias (Adler) in der Champions League in einer Gruppe mit Zenit, Leverkusen und Monaco behaupten. (mic)

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19. (neu) Valencia

La Liga: Zweiter
Copa del Rey: Start in der vierten Runde
Pflichtspielbilanz: 2-1-0 (Punkteschnit 2,33)

Vieles ist neu in Valencia, und nach Jahren des Niedergangs macht sich unter den Fans der Ches wieder etwas Hoffnung bemerkbar. Der Multimilliardär Peter Lim aus Singapur hat den Club übernommen. Kann er den Gordischen Knoten zerschlagen, der seit Jahren darin besteht, dass Valencia von der Immobilienkrise überrascht wurde und auf der halbfertigen Konstruktion eines gigantomanischen neuen Stadions sitzen blieb? Seither hat der Club kein Geld mehr, muss immer wieder Stars verkaufen und hat außerdem kein neues Stadion. Das Nou Mestalla soll nun irgendwann fertig gebaut werden, dann mit nicht mehr 75.000 (!) Plätzen, sondern nur noch 60.000. Schon jetzt aber sieht die sportliche Seite vielversprechend aus. Neuer Trainer ist Nuno Espírito Santo, der Rio Ave im Frühjahr in beide portugiesischen Pokalendspiele führte. Und der Kader hat zwar nach Adil Rami nun mit Jérémy Mathieu einen weiteren Innenverteidiger verloren, aber viele junge Leistungsträger mit Perspektive, wie Sofiane Feghouli, Dani Parejo und Spaniens Neu-Nationalstürmer Paco Alcácer. Das ist die Zukunft, aber auch die Gegenwart kann sich sehen lassen, mit klugen Leihdeals wie Álvaro Negredo und André Gomes. Verheißungsvoller Saisonstart, in Spanien ein Kandidat für Platz vier und damit die Champions League-Quali. (dan)

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18. (neu) Milan

Serie A: Erster
Coppa Italia: Start im Achtelfinale
Pflichtspielbilanz: 2-0-0 (Punkteschnitt 3)

„Moment, Moment! Milan? Serious? Die sind nicht mal europäisch vertreten!“, höre ich den kritischen Leser schon einwenden. Stimmt. Und gerade deshalb trauen wir ihnen eine starke Saison zu. Natürlich wird es Milan schwer haben, sich auch in den kommenden Ranglisten zu behaupten, da sie sich nicht international messen und der Vergleich mit den konkurrierenden Teams dadurch einfach fehlt. In einer Rangliste, die sehr stark prognostizierenden Charakter hat, wollen wir Milan aber in die Top 20 aufnehmen, denn das Team von Filippo Inzaghi kann sich voll und ganz auf die Liga konzentrieren. Die Neuzugänge Jérémy Ménez, Alex (beide PSG), Fernando Torres, Marco van Ginkel (beide Chelsea) und Giacomo Bonaventura (Atalanta) lesen sich gut und haben zum Teil auch schon gute Ansätze gezeigt (vor allem Ménez). Ein Fragezeichen steht allerdings hinter Trainerneuling Inzaghi. Dennoch. Ohne die Doppelbelastung und mit diesem Kader wird Milan um die Champions League-Ränge mitspielen. (mic)

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17. (14) Napoli

Champions League: Aus in der Quali gegen Athletic Club
Serie A: Neunter
Europa League: Gruppenphase mit Sparta Praha, Slovan Bratislava und BSC Young Boys
Coppa Italia: Start im Achtelfinale
Pflichtspielbilanz: 1-1-2 (Punkteschnitt: 1)

Ein gelungener Saisonstart sieht anders aus. Napoli schied in der Champions League-Qualifikation gegen Athletic Bilbao aus und muss sich nun mit der „zweiten europäischen Liga“ begnügen. In der Liga verlor man zuletzt vor eigenem Publikum gegen Chievo. Diese Momentaufnahme wollen wir in der Prognose nicht zu hochhängen, denn Napoli hat sich durchaus sinnvoll verstärkt. Innenverteidiger Kalidou Koulibaly (kam für 7 Millionen Euro von Genk) ist auf Anhieb Stammspieler. Der Franzose ersetzt den Argentinier Federico Fernández, der zu Swansea wechselte. Jonathan de Guzmán (Villarreal) und Michu (Swansea) sind als Neuzugänge ebenfalls keine Unbekannten. Dazu kommt ein Trainer, der schon bewiesen hat, was er kann. Für Napoli wird die Saison nach der CL-Enttäuschung nicht leicht, aber der Kader mit Gonzalo Higuaín, Juan Zúniga, Dries Mertens, Gökhan Inler und Raúl Albiol gehört zu den Top 20 in Europa und steht aufgrund der Teilnahme am europäischen Geschäft vor Liga-Konkurrent Milan. (mic)

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16. (20) Athletic Club

Champions League: Gruppenphase mit Porto, Shakhtar Donetsk und BATE Borisov
La Liga: Zwölfter

Copa del Rey: Start in der vierten Runde
Pflichtspielbilanz: 2-1-2 (Punkteschnitt 1,4)

Zum ersten Mal in diesem Jahrtausend ist der Athletic Club aus Bilbao wieder in der Champions League vertreten. Das ist eine große Leistung von Ernesto Valverde und seiner Mannschaft. Vor allem vor dem Hintergrund der finanziellen Möglichkeiten und der anachronistischen Begrenzung der Transferpolitik auf „echte Basken“. Einfach wird es allerdings nicht, den Erfolg zu wiederholen: Zur nun anstehenden Doppelbelastung kommt der Abgang von Ander Herrera nach Manchester. Allerdings hat es das Los gut mit Athletic gemeint, in der leichtesten Vorrundengruppe ist das Achtelfinale gut möglich. Die ersten Eindrücke der neuen Saison sind auch nicht schlecht, der Sieg über Napoli war sehr beachtlich, am Wochenende in Barcelona sah die Mannschaft lange gut aus und hielt bis kurz vor Schluss ein Unentschieden. Erneut Platz vier in der Liga zu erreichen, wäre allerdings schon ein sehr großer Erfolg. (dan)

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15. (neu) Bayer Leverkusen

Champions League: Gruppenphase mit Monaco, Zenit und Benfica
Bundesliga: Erster
DFB-Pokal: Zweite Runde in Magdeburg
Pflichtspielbilanz: 5-1-0 (Punkteschnitt 2,67)

Der Tabellenführer der Bundesliga begeistert die Fußballfans derzeit mit aggressivem, offensiven und dadurch attraktiven Fußball. Bayer hat sich mit Hakan Calhanoglu, Tin Jedvaj und Rückkehrer Karim Bellarabi gut verstärkt, doch die eigentliche Verstärkung sitzt auf der Bank. Trainer Roger Schmidt machte schon in Münster und Paderborn einen guten Job, was Ralf Rangnick aufgefallen war, der ihn zu Red Bull Salzburg holte. Das dort schon auffällig aggressive Angriffs-Pressing hat Schmidt nun auch Leverkusen implementiert. Im Gegensatz zu nationalen Konkurrenten wie Schalke 04 – die eigentlich den qualitativ besseren Kader haben – hat Bayer einen klaren Plan und Spieler, die diesen sehr gut umsetzen. In einer Champions League-Gruppe mit Zenit, Monaco und Benfica dürfte sogar der Gruppensieg möglich sein. Allerdings tat sich Roger Schmidt mit Red Bull auf internationalem Parkett immer schwer, wir sind gespannt, wie er sich mit Bayer Leverkusen schlagen wird. (mic)

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14. (12) Roma

Champions League: Gruppenphase mit Bayern München, Manchester City und CSKA Moskva
Serie A: Zweiter
Coppa Italia: Start im Achtelfinale
Pflichtspielbilanz: 2-0-0 (Punkteschnitt: 3)

Mit zwei Siegen ebenso gut gestartet wie Milan, darf man in dieser Saison auch darauf gespannt sein, wie sich die Roma in der Champions League präsentieren wird. Schon im letzten Jahr waren wir von der Arbeit von Rudi Garcia überzeugt, was einer der Gründe ist, warum wir die Mannschaft um Daniele de Rossi als zweitbestes italienisches Team in dieser Rangliste gewertet haben. Für den zum FC Bayern abgewanderten Mehdi Benatia holte man Konstantinos Manolas von Olympiakos. Außerdem kam Juan Iturbe (Hellas Verona), der in der letzten Saison mit acht Toren und vier Assists zu den besten offensiven Flügelspielern gehörte. Den besten Eindruck hinterließ zuletzt aber ein anderer. Mit seiner aggressiven Spielweise ist Radja Nainggolan perfekt für die linke Mittelfeldposition in Garcias 4-3-3-Formation. Dazu kommen Spieler wie Gervinho (letzte Saison 9 Tore/10 Assists) und Miralem Pjanic (6 Tore/5 Assists). In einer Champions League-Gruppe mit dem englischen und deutschen Meister – Man City und Bayern München – wird es die Roma aber schwer haben. Ein Aus in der Gruppenphase könnte sich auch auf die zukünftigen Positionen in der ER auswirken. Fraglich auch, ob die Doppelbelastung der entscheidende Nachteil im Kampf um die italienische Meisterschaft sein könnte. Wir glauben dennoch an die gerade defensiv mannschaftstaktisch hervorragend eingestellte Roma. (mic)

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13. (19) Tottenham Hotspur

Premier League: Sechster
Europa League: Gruppenphase mit FK Partizan, Besiktas und Asteras Tripoli
FA Cup: Start in der dritten Runde
League Cup: Start in der dritten Runde gegen Nottingham Forest
Pflichtspielbilanz: 4-1-1 (Punkteschnitt: 2,17)

In jeder anderen europäischen Liga als der Premier League wäre den Spurs wohl ein Champions League-Platz sicher. In England aber wird selbst der recht gute aktuelle Kader ziemlich sicher nicht ausreichen, um 16 Konkurrenten hinter sich zu lassen. Das ist keine Kritik an den Verantwortlichen, denn auch wenn die seit Jahren viel zu viele Trainer entlassen, hat die Konkurrenz einfach noch bessere finanzielle Möglichkeiten. So sollte man auch den neuen Manager Mauricio Pochettino, der aus Southampton kam, nicht daran messen, ob er in die Top Four kommt oder nicht, sondern daran, ob er wie an der Südküste eine klare Spielidee etablieren kann. Mit Spielern wie Christian Eriksen und Erik Lamela sowie einem auch in der Breite guten Aufgebot sollten die Spurs in diesem Jahr eigentlich in der Europa League etwas erreichen können – doch die Prioritäten liegen in Nordlondon traditionell nicht auf diesem Wettbewerb. Zurzeit wird an der White Hart Lane mit Hochdruck an einem neuen Stadion geplant, das die strukturellen Vorteile von Arsenal und Chelsea ausgleichen soll. Bis das sich in sportlicher Chancengleichheit niederschlagen könnte, werden aber noch ein paar Jahre ins Land ziehen. (dan)

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12. (11) Liverpool

Champions League: Gruppenphase mit Ludogorets Razgrad, Real Madrid und Basel
Premier League: Achter
FA Cup: Start in der dritten Runde
League Cup: Start in der dritten Runde gegen Middlesbrough
Pflichtspielbilanz: 2-0-2 (Punkteschnitt 1,5)

Die nächste Stufe auf seiner steilen Karriereleiter hat Brendan Rodgers gerade betreten. Er ist jetzt Champions League-Trainer. Mit einem Heimspiel gegen den bulgarischen Meister Ludogorets startet der neue Wettbewerb vergleichsweise harmlos, aber dennoch kann man sicher sein, dass die ungewohnte Doppelbelastung den Reds einiges abverlangen wird. Der junge Kader hat in diesem Wettbewerb wenig Erfahrung, weshalb die Verpflichtung von Mario Balotelli keine dumme Idee war. Um den Premier League-Titel wird die Mannschaft aber nach menschlichem Ermessen nicht noch einmal mitspielen können. Wie schwer es sein wird, den Drei-Tage-Rhythmus aufrechtzuerhalten, zeigte am Wochenende gerade die Heimniederlage gegen Aston Villa. Realistische Ziele für Liverpool sind das Erreichen des Achtelfinales in der Champions League und Platz vier oder fünf in der Liga. Im direkten Vergleich mit dem Erzrivalen Manchester United, der allein in der Hinrunde sechs bis zehn Spiele weniger austragen muss und nebenbei noch viele hochkarätige Einkäufe getätigt hat, sehen wir aber wenig Hoffnung für Liverpool, erneut vor den Red Devils zu landen. (dan)

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11. (9) Juventus

Champions League: Gruppenphase mit Atlético Madrid, Malmö FF und Olympiakos
Serie A: Zweiter
Coppa Italia: Start im Achtelfinale
Pflichtspielbilanz: 2-0-0 (Punkteschnitt: 3)

Für viele Beobachter völllig überraschend trennten sich im Sommer die Wege von Juve und Erfolgscoach Antonio Conte, der inzwischen die Nationalmannschaft Italiens übernommen hat. Sein Nachfolger war schnell gefunden: Massimiliano Allegri, langjähriger Milan-Trainer. Ein erfahrener Mann und keine schlechte Wahl, aber erneut scheute ein italienischer Großclub davor zurück, sich auf dem europäischen Trainermarkt umzusehen. Ob Allegri Contes klares System gleichwertig fortsetzen kann, bleibt abzuwarten. Die Transfers des Sommers haben die Mannschaft nicht unbedingt stärker gemacht – Patrice Evra und Álvaro Morata sind ordentliche Verpflichtungen, aber dafür gingen Osvaldo, Mirko Vucinic, Fabio Quagliarella und Mauricio Isla. Das Aufgebot, im Vorjahr mit Abstand der stärkste Italiens, könnte wieder für den Scudetto reichen – aber in der Champions League ist das nicht unbedingt ein Viertelfinalkader. (dan)

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10. (18) Manchester United

Premier League: Neunter
FA Cup: Start in der dritten Runde
League Cup: Aus in der zweiten Runde bei Milton Keynes Dons
Pflichtspielbilanz: 1-2-2 (Punkteschnitt 1)

Man sollte sich von Uniteds katastrophalem Saisonstart nicht blenden lassen: Louis van Gaal hat nun einen extrem hochwertigen Kader zur Verfügung (wenn auch ohne Weltklasse-Innenverteidiger), den er bis Weihnachten praktisch ohne englische Wochen einspielen und vor allem eintrainieren kann. Wenn man bedenkt, dass Van Gaal bei jeder seiner Stationen junge Spieler hervorgebracht hat, mit denen zunächst niemand rechnete, und dazu die Namen der Neuzugänge liest (Ángel di María, Radamel Falcao, Marcos Rojo, Daley Blind, Ander Herrera, Luke Shaw), so wäre alles andere als ein Platz unter den ersten Vier am Saisonende eine echte Enttäuschung. Ich persönlich glaube sogar an Platz zwei, wie ich in unserer Premier League-Saisonvorschau geschrieben habe. Nicht zuletzt, weil Manchester City, das in Sachen Manager und Kader sicher nicht schlechter besetzt ist, sich vermutlich etwas mehr auf die Champions League konzentrieren wird. (dan)

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9. (13) Arsenal

Champions League: Gruppenphase mit Borussia Dortmund, Galatasaray und RSC Anderlecht
Premier League: Siebter
FA Cup: Start in der dritten Runde
League Cup: Start in der dritten Runde gegen Southampton
Pflichtspielbilanz: 3-4-0 (1,86)

Nach menschlichem Ermessen haben die Gunners sich gegenüber dem Vorjahr klar verstärkt: Alexis Sánchez, Danny Welbeck und Mathieu Debuchy sind sinnvolle Verstärkungen. Das Ende des neunjährigen Wartens auf einen Titel dank des FA Cup-Gewinns gegen Hull City war aber eher symbolischer Natur und hat substanziell nichts an Arsenals Geschäftsmodell geändert. Dieses besteht unverändert darin, jedes Jahr die Champions League-Gruppenphase zu erreichen. Der Kader wird stets genau so weit verstärkt, dass das klappt, mehr aber nicht. Auch wenn der Saisonstart durchwachsen war (ein Sieg aus vier Ligaspielen, und der in der Nachspielzeit zu Hause gegen Crystal Palace): Auch die jetzigen Gunners können sicher ihre Gruppe gewinnen und in der Premier League Dritter oder Vierter werden. Der Unterschied etwa zu Chelsea hat sich aber eher noch vergrößert, und gegen Europas absolute Elite ist ein Sieg in zwei KO-Spielen nur mit viel Optimismus vorstellbar. Dass Arsène Wenger dennoch in regelmäßigen Abständen vom Titel reden wird, ist ebenso schöne Arsenal-Tradition. (dan)

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8. (3) Atlético Madrid

Champions League: Gruppenphase mit Juventus, Olympiakos und Malmö FF
La Liga: Vierter
Copa del Rey: Start in der vierten Runde
Pflichtspielbilanz: 3-2-0 (2,2)

Den spanischen Meister und Champions League-Finalisten nur auf Platz acht einzustufen, und das, nachdem er schon zweimal gegen Real Madrid gewonnen hat (Supercopa und Liga), das ist rechtfertigungsbedürftig. Grund unserer Skepsis ist, dass Diego Simeones Mannschaft in der Vorsaison am obersten Limit ihrer Möglichkeiten spielte – und das mit einem erstaunlich simplen Fußball, der so eigentlich nicht jahrelang funktionieren dürfte gegen Topteams. Zumal, wenn man mit Diego Costa, Thibaut Courtois und Filipe Luis gleich drei Schlüsselspieler ziehen lassen musste. Nun sind Mario Mandzukic und Antoine Griezmann sinnvolle Neuzugänge. Aber wir sagen ja auch nicht, dass Atlético nur Zehnter in der Liga wird oder in der Gruppenphase ausscheidet. Platz acht in der Europarangliste heißt ja Viertelfinalkandidat in der CL und erneute Qualifikation für die Königsklasse. Noch einmal aber wird Atlético nicht vor Barcelona und Real Madrid einlaufen, wenn die Saison zu Ende ist, das ist unsere feste Überzeugung. (dan)

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7. (8) Borussia Dortmund

Champions League: Gruppenphase mit Arsenal, Galatasaray und RSC Anderlecht
Bundesliga: Vierter
DFB-Pokal: Zweite Runde in St Pauli
Pflichtspielbilanz: 4-0-1 (Punkteschnitt 2,4)

Auf den ersten Blick hat der BVB den Abgang von Robert Lewandowski ganz gut kompensiert. Aber voll ersetzen kann sicherlich weder Adrián Ramos noch Ciro Immobile den polnischen Weltklassestürmer. Der kurzfristige Rückkauf von Shinji Kagawa ist vernünftig. Und wenn die ganzen Verletzten alle wieder dabei sind, hat Dortmund einen guten, eingespielten Kader mit starkem Trainer. Unter diesen Umständen sollte ein Platz unter den ersten Drei der Bundesliga selbstverständlich, das Erreichen von Achtel- oder Viertelfinale der Champions League gut möglich sein. Vorsicht ist aber geboten, wenn man sich das bisherige Programm der Dortmunder ansieht: Zwar wurde gegen Bayern der Supercup gewonnen, das aber gegen eine stark ersatzgeschwächte Münchner Elf. Gegen Bayer Leverkusen gab es eine klare Niederlage, und die restlichen Gegner hießen Stuttgarter Kickers, Augsburg und Freiburg. Eine erste echte Standortbestimmung liefert so erst das Spiel gegen Arsenal in dieser Woche. In der Vorsaison waren beide Clubs ungefähr auf Augenhöhe. (dan)

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6. (7.) Paris Saint-Germain

Champions League: Gruppenphase mit Ajax, Barcelona und APOEL
Ligue 1: Fünfter
Coupe de France: Start in der neunten Runde
Coupe de la Ligue: Start im Achtelfinale
Pflichtspielbilanz: 3-3-0 (Punkteschnitt: 2)

So hoch gehandelt haben wir Paris St. Germain bisher noch nie. Trotz des mäßigen Saisonstarts (drei Remis) sehen wir das Team von Trainer Laurent Blanc stärker als im letzten Jahr. David Luiz kam vom FC Chelsea. Serge Aurier (Toulouse) erweitert die Möglichkeiten auf der Rechtsverteidigerposition. Lucas Digne (21 Jahre) entwickelt sich zu einem Top-Linksverteidiger. Auf allen Positionen ist der Kader mit absoluten Topstars gespickt. Dazu ist die Mannschaft eingespielter und Blanc kann im zweiten Jahr seiner Regentschaft in Europa angreifen. Gleich in der Gruppenphase der CL wartet neben Ajax und APOEL mit dem FC Barcelona ein Prüfstein. In der Saison 2012/13 scheiterte Paris an Barca im Viertelfinale, in der letzten Saison war ebenfalls im Viertelfinale gegen Chelsea Schluss. Keine Frage, Paris ist in der Spitzengruppe Europas angekommen, doch das Halbfinale zu erreichen wird auch in dieser Spielzeit aufgrund der hervorragenden Konkurrenz schwer. Denn trotz des starken Kaders fehlen Paris in der Liga die Gegner, die das Team fordern. Alle fünf Teams, die wir in dieser Rangliste vor Paris sehen, haben zudem Trainer, die wir höher einschätzen. (mic)

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5. (5) Manchester City

Champions League: Gruppenphase mit Bayern München, Roma und CSKA Moskva
Premier League: Fünfter
FA Cup: Start in der dritten Runde
League Cup: Start in der dritten Runde gegen Sheffield Wednesday
Pflichtspielbilanz: 2-1-2 (Punkteschnitt: 1,4)

Wenn jetzt auch noch Stevan Jovetic anfängt, zu funktionieren, dann ist die Auswahl an hervorragenden Offensivspielern geradezu paradiesisch. Manuell Pellegrini nutzt dieses Potenzial durchaus und wechselt zwischen einem 4-4-2 und einer 4-2-3-1-Formation. Mit Frank Lampard hat er eine weitere Option für das defensive Mittelfeld dazu bekommen. Neben Jovetic scheint auch Gael Clichy sich zurechtgefunden zu haben, überzeugte zuletzt. Mit dem 33-Jährigen Martín Demichelis – der immer noch starke Spiele zeigt – ist die Viererkette von Manchester allerdings nicht ganz auf dem Niveau, das Real Madrid oder Bayern München besitzen. In einer CL-Gruppe mit der AS Rom, ZSKA Moskau und Bayern München dürfen sich die Citizens keinen Fehler erlauben. Im ersten Spiel beim FC Bayern wäre ein Remis Gold wert. Vielleicht reicht es in diesem Jahr, um in die Top Five Europas vorzudringen. Wir sehen allerdings eine andere britische Mannschaft in dieser Saison vor Man City. (mic)

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4. (4) Barcelona

Champions League: Gruppenphase mit Paris Saint-Germain, Ajax und APOEL
La Liga: Erster
Copa del Rey: Start in der vierten Runde
Pflichtspielbilanz: 3-0-0 (Punkteschnitt: 3)

Der Saisonstart unter Neu-Trainer Luis Enrique gelang. Barca ist Tabellenführer und gewann bisher alle drei Saisonspiele. Gerade im Pressing (Gegenpressing) und in der Kompaktheit wirkt Barcelona wieder stärker, zielgerichteter. Überraschend, dass Youngster Munir El Haddadi derzeit viel Spielzeit bekommt. Der mit 15 Jahren zu Barca gewechselte Stürmer schoss letztes Jahr Schalke aus der Youth League. Ob der 19-Jährige aber dauerhaft seinen Platz im Team behalten kann, wird man abwarten müssen, denn bisher gibt Neymar den Joker und auch Rafinha und Pedro sind starke Konkurrenten. Barcas Problemstelle – nach dem Karriereende von Carles Puyol – ist die Innenverteidigung. Dafür holte man Jérémy Mathieu (Valencia) und Thomas Vermaelen (Arsenal). Derzeit sieht es so aus, als habe Mathieu gute Chancen auf einen Platz neben Javier Mascherano bzw. Gerard Piqué. Mit Ivan Rakitic, Sergio Busquets und Andrés Iniesta (Xavi in der Hinterhand) hat Barca immer noch ein Traummittelfeld. Lionel Messi trifft schon wieder und auf Luis Suárez dürfen sich die Katalanen ja auch noch freuen. Der Kader ist ohne Frage extrem stark, auch wenn die Abwehr vielleicht nicht ganz Real- oder Bayern-Ansprüchen genügt. Luis Enrique zeigte bei seinen bisherigen Trainerstationen Licht und Schatten. Die ersten Eindrücke seiner Arbeit bei Barca stimmen allerdings positiv. In einer CL-Gruppe mit Ajax, APOEL und Paris Saint-Germain sehen wir Barca favorisiert. Barcelona gehört für uns zu den Top Vier Europas. (mic)

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3. (2) Bayern München

Champions League: Gruppenphase mit Manchester City, Roma und CSKA Moskva
Bundesliga: Zweiter
DFB-Pokal: Zweite Runde beim Hamburger SV
Pflichtspielbilanz: 3-1-1 (Punkteschnitt: 2)

Den Bayern fehlen im Mittelfeld derzeit Bastian Schweinsteiger, Thiago Alcántara und Javier Martínez. Toni Kroos hat den Verein verlassen. Es mangelt Guardiola an gleichwertigen Alternativen für den Fußball, den er sich vorstellt. Xabi Alonso hat zwar sofort in die Mannschaft gefunden, dennoch sind die Bayern noch lange nicht da, wo sie hinwollen, bzw. schon einmal waren. Es fehlt derzeit die Dominanz und auch der Punch nach vorne. Auch Franck Ribéry und Arjen Robben schlagen sich mit Verletzungen herum. Körperlich scheint das Team von Pep Guardiola nach der WM noch nicht auf dem Level der Konkurrenz zu sein. Der Trainer probiert derzeit, auch aufgrund der personellen Situation, taktisch viel aus. Sucht noch den richtigen Weg. Dennoch besitzt der Kader außergewöhnliche Qualität und gehört mit dem Team von Real Madrid zum Besten, was Europa, ja sogar die Welt zu bieten hat. Aufgrund der Verletzungs- und Fitnessprobleme und der Tatsache, dass es dauern wird, bis bei den Bayern wieder ein Rad ins nächste greift, sehen wir das Guardiola-Team aber in dieser Saison knapp hinter Real und Chelsea. (mic)

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2. (1) Real Madrid

Champions League: Gruppenphase mit Basel, Liverpool und Ludogorets Razgrad
La Liga: Dreizehnter
Copa del Rey: Start in der vierten Runde
Pflichtspielbilanz: 2-1-3 (Punkteschnitt: 1,17)

Zwei Niederlagen in der Liga, dazu die Pleite im Supercup. Keine Frage, der amtierende Champions League-Sieger ist noch nicht in der Spur. Wir wollen der Momentaufnahme aber gerade bei Real nicht zu viel Gewicht beimessen. Die personellen Probleme, die Bayern München derzeit hat, werden die Saisonleistung des deutschen Meisters beeinflussen. Ein Grund, warum Real vor den Bayern rangiert. Dazu haben die Königlichen einfach individuell den vielleicht besten Kader der Welt. Real hat den besten Spieler der WM geholt – James Rodríguez. Cristiano Ronaldo ist zum Weltbesten Spieler gewählt worden. Einen besseren Innenverteidiger als Sergio Ramos gibt es wohl derzeit auch nicht. Dazu 100-Millionen-Mann Gareth Bale. Die Qualität des Kaders liegt also auf der Hand. Coach Carlo Ancelotti ist dreifacher Champions League-Sieger und gehört zu den Besten seines Fachs. Allerdings scheint die Balance im Team derzeit nicht zu stimmen. Defensiv lässt Real die Kompaktheit vermissen, offensiv stimmt die Abstimmung zwischen den vielen Hochkarätern ebenfalls noch nicht. Mannschaftstaktisch wartet noch etwas Arbeit auf Ancelotti, auch ein Grund, warum wir Chelsea in dieser Prognose knapp vor den Königlichen sehen. Dort passt einfach alles in diesem Jahr. Je schneller Ancelotti die Qualität der Einzelspieler in ein funktionierendes Mannschaftskonstrukt einbinden kann, desto schneller finden sie wieder in die Spur und können diese Prognose ins Wanken geraten lassen. (mic)

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1. (6) Chelsea

Champions League: Gruppenphase mit Schalke 04, Sporting Portugal und Maribor
Premier League: Erster
FA Cup: Start in der dritten Runde
League Cup: Start in der dritten Runde gegen Bolton Wanderers
Pflichtspielbilanz: 4-0-0 (Punkteschnitt: 3)

Ich ahne, was Sie denken: zu starker Teppichkleber in der Gegen den Ball-Redaktion benutzt. Sehen den Saisonstart der Blues und heben sie gleich ganz nach oben. Wohl gesprochen. Von sechs auf eins, noch dazu an Bayern und Real Madrid vorbei, das ist schon eine gewagte Prognose. Ich will nicht verhehlen, dass die bisherigen Spiele der Londoner eine Rolle bei dieser euphorischen Vorhersage gespielt haben. Aber nicht in erster Linie wegen des Tabellenplatzes, der ist im September noch nicht so aussagekräftig. Sondern, weil Chelsea in der Vorsaison schon eine bessere Defensive hatte als Barcelona, Real Madrid, Atlético und Bayern. Die kompakte, auf Konter ausgerichtete Spielweise von José Mourinho hatte einen klar erkennbaren Charakter, bekam aber immer wieder Probleme gegen kleine Gegner, die sich hintenreinstellten. In den Spitzenspielen war Chelseas Bilanz überragend, gegen die Kleinen der Premier League durchwachsen. Genau dieses Problem wurde mit den Transfers adressiert – Diego Costa als Vollstrecker und Cesc Fábregas als Vorbereiter können auch mauernde Mannschaften vor Probleme stellen. Genau das zeigten die bisherigen Saisonspiele eindrucksvoll. Die Defensive, 2013/14 mit nur 27 Gegentoren in 38 Premier League-Spielen schon überragend, hat nun in Thibaut Courtois einen der besten Keeper der Welt dazu bekommen. Selbst die neuen Alternativen von der Bank sind beeindruckend. Wenn es bei Diego Costa (bisher sieben Saisontore in vier Spielen) mal nicht laufen sollte, kann sich Mourinho zwischen Loic Rémy und Didier Drogba entscheiden, je nach Spielsituation. Das ist ein Kader, der die Champions League gewinnen kann. (dan)

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Die Europarangliste nun auch als Podcast.
Zusammen mit Malte Asmus und Meinsportradio.de. Hört doch mal rein!

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