Die besten defensiven Mittelfeldspieler Europas

Es gibt die „Box-to-Box“-Spieler, die „aggressive Leader“ und die Spielmacher. Alle eint im modernen Fußball ein Schicksal – sie spielen meist im defensiven Mittelfeld. Beim Erreichen des letzten Weltmeistertitels der DFB-Elf vor 23 Jahren war das noch ganz anders. Damals spielte Guido Buchwald auf der Position des Sechsers und seine Aufgabe war einzig und allein, den gegnerischen Spielmacher (Maradona) auszuschalten und dem eigenen Regisseur (Matthäus) den Rücken frei zu halten.

Im heutigen Fußball agiert der Spielmachter aus der Tiefe des Raums und wird meist von einem aggressiven Zweikämpfer flankiert, der aber ebenso sicher im Passspiel und stark im Pressing sein muss. Wir haben uns die modernen Sechser in Europa angesehen und eine Rangliste der besten zehn Spieler dieser Position zusammengestellt. Natürlich ist diese Top Ten der besten defensiven Mittelfeldspieler subjektiv, allerdings haben wir die Daten von whoscored.com (opta) als Grundlage benutzt, um unser Ranking statistisch zu stützen.

Es gab einige Härtefälle, die es nicht in die Rangliste geschafft haben. Yaya Touré spielt nicht die beste Saison bei Manchester City. Der Club selbst enttäuschte in der Champions League und kann den Meistertitel nicht wiederholen. Xavi und Iniesta sehen wir als die zwei Spieler im 4-3-3 bei Barcelona, die vor Sergio Busquets platziert sind, deshalb sind wir der Meinung, die Bezeichnung defensiver Mittelfeldspieler trifft auf Xavi nur bedingt zu, so dass wir auf ihn verzichtet haben.

Dennoch gibt es unterschiedliche Spielertypen in unserer Rangliste und sicherlich einige Überraschungen. Die Grundwerte, an denen wir uns grob orientiert haben, sind: 1. Passerfolgsquote 2. Pässe pro Spiel 3. Schlüsselpässe pro Spiel 4. Vorlagen 5. Ballgewinn am Mann (Tackles pro Spiel) 6. Ballgewinn durch abgefangene Pässe (Interceptions pro Spiel).

10. Morgan Schneiderlin (Southampton) – „The unsung Hero“
Pass-Quote: 84,4%; Pässe/Spiel: 51,3; Schlüsselpässe/Spiel: 0,8; Assists: 0; Tackles/Spiel: 4,2; Interceptions/Spiel: 3,9

„Gut Mus feil! Gut Mus feil!“ Wo die Helden des defensiven Mittelfelds Schlange stehen, da gibt es immer auch ein tapferes Schneiderlein, das mit List und Tücke in der Lage ist, Riesen zu besiegen und Einhörner zu fangen. Bei unserem Schneiderlein ist gar der Name Programm. Morgan Schneiderlin ist der Spieler mit den meisten Interceptions der gesamten Premier League und den zweitbesten Tacklingwerten. Allein im Spiel gegen QPR gelangen ihm 10 Interceptions und er gewann acht von neun Tackles. Dazu ist er der Premier League-Spieler, der am meisten läuft (11,26 km pro Spiel im Schnitt).

Manchmal singen wir Loblieder, die hören sich tatsächlich an wie ein Märchen. Nach drei Spielen in der ersten Mannschaft von Racing Straßburg wechselte der bis dahin weitgehend unbekannte Morgan Schneiderlin 2008 für 1,2 Millionen Euro zum FC Southampton. Dort spielte der Franzose zunächst in der Championship (zweite englische Liga), dann zwei Jahre League One (dritte englische Liga), bis dem Club nach nur einem Jahr Championship der Durchmarsch in die Premier League gelang.

Vor allem die Verpflichtung von Trainer Mauricio Pochettino kam Schneiderlin letztlich zugute. Der Argentinier setzt auf Pressing und somit auf Schneiderlin. Noch nicht genug Argumente für die Aufnahme des talentierten Mr. Schneiderlin in unsere Top Ten? Wir wollten nur die billige Märchenanalogie unterbringen? Dann sollten wir noch erwähnen, dass der 23-Jährige bereits fünf Saisontreffer auf dem Konto hat, oder lassen einfach einige Headlines für uns sprechen; „The unsung ball-winner stopping the Premier League in its tracks“ (Michael Cox, fourfourtwo.com), „Morgan Schneiderlin – The Unsung Hero“ (Chris Hatt, eplindex.com), „Prem’s marathon man“ (thesun.co.uk).

9. Mousa Dembélé (Tottenham Hotspur) – Der umgebaute Stürmer
Pass-Quote: 91,1%; Pässe/Spiel: 54,1; Schlüsselpässe/Spiel: 1,6; Assists: 4; Tackles/Spiel: 3,1; Interceptions/Spiel: 1,5

„Mousa Dembélé ist besser als Gareth Bale.“ Ist Gegen den Ball nun verrückt geworden? Dazu sei gesagt, dies sind nicht unsere Worte, sondern die von Fulham-Coach Martin Jol. “Bale macht den Unterschied aus”, so Jol zur Sun. “Aber mit dem Ball – im Vergleich über die Positionen hinweg – ist Mousa wahrscheinlich der Beste”. Jol muss es wissen, denn Dembélé war sein Spieler, eher der 25-jährige Belgier im Sommer 2012 für 19 Millionen Euro von Fulham zu Tottenham wechselte.

“Wir wollten ihn behalten. Du kannst ihm den Ball geben und sicher sein, dass er ihn nicht wieder verliert, weil er einfach unglaublich stark ist – auch wenn er keinen Platz und keine Zeit hat”, schwärmt sein Ex-Trainer. Waren viele moderne Sechser in dieser Auflistung früher einmal offensive Mittelfeldspieler, so kann Dembélé sogar beanspruchen, Stürmer gewesen zu sein.

In Alkmaar war Dembélé noch im Angriff oder auf dem Flügel eingesetzt worden. Mark Hughes holte den Belgier in diesem Sinne ans Craven Cottage, doch Martin Jol entdeckte Dembélés Talente in der Ballbehauptung, im Kurzpassspiel und nutzte seine Dynamik und Power aus der tiefen Position. Profiteur von Jols gutem Auge ist nun Tottenham. Die Spurs stehen derzeit auf Platz drei in der Premier League und man kann wohl behaupten, die erfolgreiche Saison haben sie auch ihrem zentralen Mittelfeldduo Sandro und Dembélé zu verdanken. Den Lob erntet dann am Ende jedoch wieder einmal Gareth Bale.

8. Ilkay Gündogan (Borussia Dortmund) – Der moderne Sechser
Pass-Quote: 86,6%; Pässe/Spiel: 55,5; Schlüsselpässe/Spiel: 0,8; Assists: 2; Tackles/Spiel: 2,3; Interceptions/Spiel: 2,4

Er ist zuständig für die Spieleröffnung, technisch beschlagen und löst Drucksituationen schnell und effektiv auf. Gündogan passt allerdings auch perfekt in das Dortmunder Spiel gegen den Ball. Er stellt Passwege zu und findet immer das richtige Timing zum Pressen. Im Heimspiel gegen Nürnberg spielte Gündogan gar 134 Pässe (93 Prozent Passgenauigkeit) – Rekord in dieser Saison. Dabei ist Gündogan oft für den entscheidenden Pass vor dem Assist zuständig. Seine Erfolgsquote bei langen Bällen ist stark (6,3 pro Spiel). Kein Wunder also, dass Trainer Jürgen Klopp voll des Lobes ist.

Gündogan habe auf dem Platz „zügig ein eigenes Profil entwickelt“, so Klopp laut faz.net. „Es gibt bereits mehr Spieler, die sich an ihm orientieren, als Spieler, an denen er sich orientieren müsste.“ Dabei ist Gündogan – wie einige Kandidaten dieser Liste – eigentlich offensiver Mittelfeldspieler. „Er ist ein Mittelfeldspieler mit defensiver Qualität und offensiver Ausrichtung“. Das ist die Beschreibung für einen modernen Sechser auf den Punkt gebracht. Wir enden mit dem Adelsschlag durch Bundestrainer Jogi Löw: „Er hat alle Voraussetzungen, ein Weltklassespieler zu werden“.

7. Mikel Arteta (Arsenal) – Der Einzelkämpfer
Pass-Quote: 91,9%; Pässe/Spiel: 83,3; Schlüsselpässe/Spiel: 0,8; Assists: 3; Tackles/Spiel: 3,2; Interceptions/Spiel: 2,7

Die höchste Passerfolgsquote der gesamten Premiere League, einer der besten Interceptions-Werte und außergewöhnlich gut im Tackling. Mikel Arteta hat sich seinen Platz in der Top Ten redlich verdient. Eigentlich ist er in die Position des tiefliegenden defensiven Mittelfeldspielers hineingeraten und nun wird er sogar als das Rückgrat des Spiels der Gunners bezeichnet. Dabei hat Arteta diesen Job einst in der B-Elf von Barcelona gelernt, ehe er über FC Paris Saint-Germain, Real Sociedad und Everton zu den Gunners wechselte.

Bei Arsenal stimmt die Mischung im Mittelfeld dennoch nicht, weshalb die Gunners in der Champions League ausschieden und sich auch in der Liga schwer tun. Nach dem Abgang von Alex Song zu Barca sucht Wenger noch nach der Balance. “Wir versuchen die Defensiv-Balance durch das Kollektiv herzustellen. Wir haben wenige Spieler, die von Natur aus Defensivspieler sind, aber man kann physisch stark sein, wie Diaby, oder taktisch gewieft wie Arteta und so eine starke Defensive bilden”, erklärte Arsène Wenger auf soccerwithoutlimits.com. Arteta liefert seinen Teil der Abmachung bisher bravurös.

6. Steven Gerrard (Liverpool) – “National Treasure”
Pass-Quote: 85,7%; Pässe/Spiel: 63,8; Schlüsselpässe/Spiel: 2,5; Assists: 10; Tackles/Spiel: 2,4; Interceptions/Spiel: 1,5

Der „Mirror“ nannte Gerrard zuletzt einen „National Treasure“. Mit über 100 Länderspielen ist der Kapitän von Liverpool und der englischen Nationalmannschaft tatsächlich eine wandelnde Legende und er wandelt mit seinen 32 Jahren noch ziemlich schnell. Gerrard ist ein Box-to-Box-Spieler der Extraklasse. Nationaltrainer Roy Hodgson: „Er ist ein Allrounder im Mittelfeld. Sein Einfluss erstreckt sich über das gesamte Feld, von Offensive bis Defensive.“

Am vergangenen Sonntag bewies Gerrard zuletzt, wie wichtig er für die Reds ist. Erst erzielte er das 2:1 gegen Aston Villa per Elfmeter, später klärte er spektakulär per Kopf auf der Linie. Coach Brendan Rodgers ist begeistert von seinem Kapitän. „Steven ist ein außergewöhnlicher Typ. Er ist eine wahre Inspiration. Sein Hunger und seine Leidenschaft für Liverpool ist sensationell. Ich kann ihn gar nicht genug loben, es ist ein großes Privileg, ihn trainieren zu dürfen.“

5. Xabi Alonso (Real Madrid) – Der Titelträger
Pass-Quote: 82,3%; Pässe/Spiel: 69,2; Schlüsselpässe/Spiel: 2,2; Assists: 4; Tackles/Spiel: 3,3; Interceptions/Spiel: 1,9

Xabi Alonso ist Lenker und Denker im Spiel von Real Madrid. Die gute Passquote, die hohe Einbindung ins Spiel und die hohe Rate an Schlüsselpässen bestätigen dies. Beeindruckend aber auch seine Tackling-Fähigkeiten und seine Fähigkeiten, das Spiel zu lesen. Alonso und Real spielen einen anderen Fußball als Barcelona. „Tiki-taka ist nicht unser Stil. Wir haben ein klares Ziel, nämlich so schnell wie möglich in den gegnerischen Strafraum zu kommen“, beschreibt Alonso die Unterschiede.

Dabei ist Alonso der tiefliegende Spielmacher, der mal den langen, mal den kurzen Pass wählt. Das Mastermind von Real Madrid findet immer die Mischung. Doch was will Xabi Alonso eigentlich noch gewinnen? Der 31-jährige Spanier könnte die Schuhe an den Nagel hängen, denn er ist bereits Champions League-Sieger, Meister und Pokalsieger und dazu Europameister und Weltmeister geworden.

4. Andrea Pirlo (Juventus) – Der Gravitationskünstler
Pass-Quote: 86,1%; Pässe/Spiel: 74,8; Schlüsselpässe/Spiel: 3; Assists: 8; Tackles/Spiel: 2,4; Interceptions/Spiel: 1,8

„A danger foreseen is a danger avoided“, oder noch einprägsamer auf deutsch: „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt!“ Der FC Bayern tat gut daran, den 33-jährigen Juventino Andrea Pirlo aus dem Spiel zu nehmen. Man stelle sich vor, ein nomineller Zehner kümmert sich hauptspielzeitlich darum, einen Sechser aus dem Spiel zu nehmen. So geschehen im Hinspiel des diesjährigen Champions League-Viertelfinals, wo Toni Kroos bzw. Thomas Müller die Aufgabe bestanden, Pirlo keinen Raum und keine Zeit zu lassen.

Pirlo ist der Kopf einer der besten defensiven Mittelfeldreihen Europas. Assistiert von Arturo Vidal und Claudio Marchisio dirigiert Andrea Pirlo die alte Dame aus Turin derzeit zum zweiten Meistertitel in der Serie A seit seiner Verpflichtung. Er spielt die entscheidenden Pässe, ist stark im Tackling und beim Abfangen von gegnerischen Pässen (Interceptions). Bei der auf statistischen Daten berechneten Tabelle der besten Spieler der Serie A (whoscored.com) steht Pirlo auf dem ersten Platz. Sehenswert ist die besondere Flugkurve seiner langen Pässe. Die unterschnittenen Bälle fallen so unvorhersehbar vom Himmel wie reifes Obst vom Baum. So spielt Pirlo mit der Gravitation wie mit dem Gegner.

3. Bastian Schweinsteiger (Bayern München) – „Hirn und Herz der Bayern“
Pass-Quote: 87,6%; Pässe/Spiel: 69,6; Schlüsselpässe/Spiel: 0,8; Assists: 5; Tackles/Spiel: 2,8; Interceptions/Spiel: 1,2

Während der Kicker Thomas Müller (Passerfolgsquote 67 Prozent) zum Spieler des Viertelfinalhinspiels des FC Bayern München gegen Juventus kürte, legen wir uns auf Bastian Schweinsteiger und Mario Mandzukic fest und sind damit in guter Gesellschaft. „Schweinsteiger war nämlich der Spielgestalter in dieser Partie. Dabei gilt dies nicht nur im Hinblick auf das eigene Spiel, sondern auch das des Gegners – seine Bewegung im Pressing, sein Herausrücken und Unterstützung der Pressingbewegungen der Stürmer war sehenswert. Gemeinsam mit Mandzukic dürfte er als Spieler des Spiels bezeichnet werden“, so die Kollegen von Spielverlagerung.de.

Das Wort Spielgestalter passt auf Schweinsteiger, wie auf kaum einen anderen Spieler auf dieser Position. Dabei geht um Fähigkeiten, die zum Teil jenseits des Messbaren stattfinden. Er beruhigt mit deutlichen Gesten Luiz Gustavo, wenn der zu forsch unterwegs ist. Er rückt im entscheidenden Moment im Pressing raus, oder rückt nach, so ist er auch torgefährlich. Für seinen Trainer Jupp Heynckes ist Bastian Schweinsteiger längst das „Hirn der Mannschaft. Er ist ein großer Stratege. Wie ein Filmregisseur sein Drehbuch hat, hat Bastian seinen Matchplan“, so der Trainer des FC Bayern München im Februar auf einer Pressekonferenz.

Die Zahlen bestätigen dies. Schweinsteiger hat eine starke Passgenauigkeit (gegen Juve sogar 96 Prozent) und er ist die Schaltzentrale im Mittelfeld (Schweinsteiger 72,5 Pässe pro Spiel/Javi Martínez 42 Pässe pro Spiel). Lassen wir wieder Heynckes sprechen: Schweinsteiger sei „mit Sergio Busquets der beste Mittelfeldspieler der Welt“. Der gelobte Busquets gab die Blumen gleich zurück. „Bastian ist ein kompletter Spieler, der alle Facetten des Spiels beherrscht“, lobte der Star des FC Barcelona gegenüber der Bild. „Sowohl im Verein als auch in der Nationalmannschaft spielt er seit Jahren auf großartigem Niveau. Er ist einer der Besten der Welt.“ Der ultimativen Lobhudelei sei damit genüge getan.

2. Sergio Busquets (Barcelona) – Der dritte Mann
Pass-Quote: 92,3%; Pässe/Spiel: 83,8; Schlüsselpässe/Spiel: 0,3 Assists: 2 Tackles/Spiel: 2,9 Interceptions/Spiel: 1,7

Als die Filmschaffenden noch das Spiel mit den Schatten liebten, da gab es einmal einen Thriller, der hieß „Der dritte Mann“. Auch wenn Konter-Fußball-Anhänger und Taktikmuffel das Spiel des FC Barcelona dieser Tage weniger als Thriller denn als Kammerstück vor dem Strafraum des Gegners bemängeln, den Feinschmeckern des Tiki-Taka ist es ein Thrill, die Blaugrana zu bewundern und mit ihnen den wohl dritten Mann im Barca-Mittelfeld. Den im Schatten von Iniesta und Xavi. Sein Name: Sergio Busquets Burgos, bekannt als Sergio Busquets.

Busquets ist ein Rädchen in der Barca-Maschinerie, das häufig unterschätzt wird. Er ist extrem passsicher, stark im Tackling und ein taktisch enorm kluger Spieler. Im perfekt organisierten Gegenpressing spielt er eine wichtige Rolle, durch sein kluges Verschieben und sein geschicktes Zweikampfverhalten, bei dem er mit wenigen Fouls auskommt (1,1 Fouls pro Spiel/zum Vergleich: Schweinsteiger: 1,8 Fouls pro Spiel).

Bei Barcelona konnte Sergio Busquets immerhin Yaya Touré verdrängen, der zeitweise auf den Innenverteidiger-Posten weichen musste und schließlich zu Manchester City wechselte. Sein ehemaliger Coach Pep Guardiola bezeichnete Busquets einst als den „besten defensiven Mittelfeldpieler der Welt“. Auch Teamkollege Xavi kommt beim Namen Busquets ins Schwärmen, denn er habe noch nie einen Spieler mit „so vielen taktischen Möglichkeiten während des Spiels gesehen“, der dabei „auch physisch sehr präsent ist.“

1. Arturo Vidal (Juventus) – „Viel Feind’, viel Ehr’!“
Pass-Quote: 87,4%; Pässe/Spiel: 52,1; Schlüsselpässe/Spiel: 1,8; Assists: 9; Tackles/Spiel: 5,3; Interceptions/Spiel: 1,6

Der frühneuzeitliche Landsknechtsführer Georg von Frundsberg schlug 1513 ein zahlenmäßig überlegenes Heer. Sein Motto lautete damals „Viel Feind’, viel Ehr’!“ Auf wen könnte dieses Motto besser passen als auf Arturo Vidal? Als „charakterlos“ bezeichnete ihn einst Karl-Heinz Rummenigge, seine Frisur entspricht seinem Spitznamen; „Der Krieger“. Im Viertelfinal-Hinspiel der Championship League vereinte Vidal den Hass des ganzen Stadions auf sich und TV-Kommentator Marcel Reif leistete sein Übriges, bis auch der letzte Zuschauer den früheren Leverkusener zumindest innerlich auspfiff.

Der ehemalige Leverkusener ist ein enorm unangenehmer Gegenspieler. Der Chilene ist ein Box-to-Box-Spieler. Er ist laufstark, extrem zweikampfstark, hat ein sehr gutes Passspiel und ist ein auch in der Offensive immens gefährlicher Spieler. In dieser Spielzeit gelangen ihm bereits sieben Torvorlagen und fünf Tore. Unsere Nummer eins in der Liste gehört wohl zu den besten Balleroberern in Europa. Das Vorurteil früherer Tage, er sei nur ein Kämpfer, hatte er bereits zu Ende seiner Leverkusener Zeit abgelegt.

„Arturo reißt das Spiel immer mehr an sich und ist nicht mehr nur für das Grätschen zuständig“, urteilte Bayer-Chefcoach Jupp Heynckes über den damals 23-jährigen Chilenen in der Rhein-Zeitung. Visionär Heynckes sah das Entwicklungspotenzial. „Er hat viele Facetten, die einen Topspieler ausmachen. Bei ihm ist das Ende der Fahnenstange nicht erreicht.“

Top-Ten der defensiven Mittelfeldspieler
Unsere Top-Ten der besten defensiven Mittelfeldspieler (Quelle der Daten: whoscored.com/opta).
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