Prognose: Die Bundesliga-Tabelle

Vampire im Breisgau! Das A-Team bei der Hertha, und in Bremen wünscht man sich jetzt schon eine Auszeit. Wir haben die komplette Saison-Prognose aller 18 Bundesliga-Clubs. Überraschungen gefällig? Der HSV steigt NICHT ab! Gladbach vor Leverkusen und Freiburg – ach, ja – die Vampire!

Platz 18: Eintracht Braunschweig

Es gibt viele Gründe, warum der Eintracht im Kampf um den Klassenerhalt auch von uns keine realistische Chance eingeräumt wird. Ein Kader mit so viel Bundesliga-Erfahrung (195 Spiele) wie Herthas Ersatzspieler Maik Franz (192), der geringste Spieler-Etat der Liga (15 Millionen Euro), eine viel zu schwach besetzte Offensive und das Wissen, mit dem Aufstieg ein paar Schritte zu viel auf einmal genommen zu haben. Da helfen auch die Sympathiewerte nicht. Denn die Braunschweiger nehmen mit Trainer-Talent Torsten Lieberknecht ihre Rolle demütig an, verzichten auf Stareinkäufe und bauen auf den Aufstiegskader. Die 15.500 Dauerkartenbesitzer werden vorerst zwar nur 17 Bundesliga-Heimspiele sehen, ein früher Heimsieg wird dann aber die Vergleiche mit Greuther Fürth leiser werden lassen.

Platz 17: FC Augsburg

Es mag einfallslos sein, den FCA mal wieder zum Absteiger abzustempeln, aber mal ehrlich: Welcher Verein ist wirklich schwächer besetzt? Die Augsburger haben in den vergangenen Jahren herausragende Arbeit geleistet. Nach zwei katastrophalen Hinserien (15 und neun Punkte) wurde jeweils am Trainer festgehalten und in beiden Rückrunden wurde mit taktischer Disziplin sowie der nötigen Heimstärke die Klasse gehalten. Das kann aber nicht jedes Jahr gelingen, zumal sich der Kader verschlechtert hat. Mit Ja-Cheol Koo, Dong-Won Ji und Sebastian Langkamp gingen drei Schlüsselspieler, von den Neuen haben einzig Halil Altintop und Raphael Holzhauser Chancen auf einen Stammplatz – wer den phlegmatischen Altintop jedoch zum Hoffnungsträger macht, liegt völlig falsch.

Platz 16: SC Freiburg

Der Fluch der guten Tat ereilte das Breisgau. Vampire machten sich über den Kader her und saugten beinahe den letzten Tropfen Blut aus dem Mannschaftskorpus des erfolgreichen letzten Jahres. Von den fünf besten Torschützen sind vier gegangen. Von den fünf besten Vorbereitern sind drei nicht mehr da. Vor allem die Abgänge der Spieler, die den Unterschied ausgemacht haben, schmerzt das Freiburger Fußballherz. Max Kruse (Gladbach), Jan Rosenthal (Eintracht Frankfurt), Cedric Makiadi (Werder), Daniel Caligiuri (Wolfsburg) und Johannes Flum (Eintracht Frankfurt) – sie alle werden fehlen. Das allein lässt den SC nicht von Platz fünf auf 16 rauschen. Die Neuzugänge sind allesamt schwer zu beurteilen. Die Vorbereitung zeigte vor allem eines. Coquelin, Fernandes, Jullien und Mehmedi brauchen noch Zeit zur Eingewöhnung. Die Belastung durch die Europa League kommt dazu. Im Jahr der letzten Teilnahme am UEFA Cup stieg der SC Freiburg ab.

Platz 15: Hannover 96

Martin Kind ist ein Mann mit Visionen, der als Unternehmer und Präsident von Hannover 96 erstaunliche Dinge aufgebaut hat. Seine jüngsten Aussagen haben aber nichts Visionäres, realitätsfremd ist der richtige Ausdruck. „Wir wollen die Plätze drei bis sechs erreichen“, sagte Kind im Interview mit der Wolfsburger Allgemeinen Zeitung. Wer in Hannover an die Champions League denkt, schätzt das eigene Team falsch ein und verkennt die Möglichkeiten der Konkurrenz. Vielleicht führt uns Kind aber auch alle an der Nase herum, und er will mit der hohen Erwartungshaltung nur das Ende von Trainer Mirko Slomka einläuten. Slomka steht nach dem Sieg im Machtkampf gegen Manager Jörg Schmadtke und der durchwachsenen letzten Saison jedenfalls unter besonderer Beobachtung. Wir glauben an eine frühzeitige Trainerentlassung, die sportlich kaum Besserung bringt und deshalb an ein Zittern bis zum letzten Spieltag.

Platz 14: Werder Bremen

„Die letzten drei Jahre waren ein schwerer Rucksack für Werder Bremen. Aber wir bitten darum, dass dieser Rucksack nicht komplett uns als neuer sportlicher Leitung aufgezogen wird. Sondern dass wir unsere eigene Zeit dafür bekommen, etwas Positives aufzubauen“, sagte Robin Dutt unlängst auf der Pressekonferenz vor dem Saisonauftaktspiel gegen Braunschweig. Tatsächlich darf man Werder 2013/14 nicht mit den Mannschaften vergleichen, die in der Champions League oder um die Meisterschaft mitspielten. Die Erfolge der Vergangenheit sind passe, das Anspruchsdenken sollte ein anderes sein. Wir sagen es gerade heraus: Werder spielt um den Klassenerhalt. Die Bremer haben zwar viele Talente, aber weder ein funktionierendes Mannschaftsgebilde oder eine Gruppe von Leistungsträgern, die vorne weg marschiert, noch besonders viel Erfahrung in ihren Reihen. Die beiden mit Abstand besten Spieler der letzten Saison – Kevin de Bruyne und Sokratis – haben den Club verlassen. Neuzugang Caldirola ist noch, drücken wir es euphemistisch aus, lernfähig. Cedrik Makiadi hat noch nicht das Verständnis und die Mechanismen erarbeiten können, die ihn in Freiburg so wichtig machten. Dabei hat Werder durchaus talentierte Spieler. Aaron Hunt erzielte in der letzten Saison elf Tore und gab drei Vorlagen. Aleksandar Ignjovski und Zlatko Junuzovic deuteten ihr Potenzial an. Dazu kommen mit Marko Arnautovic und Eljero Elia zwei Spieler, die zumindest in der Vorwärtsbewegung enorme Klasse besitzen. Dennoch ist die wackelige Defensive und die dünne Personaldecke im Sturm Grund genug, dass wir Werder in den allermeisten Partien nicht als Favorit sehen. Oder Herr Dutt? „Wir würden gerne mal wieder Favorit sein. Aber dafür brauchen wir Zeit.“

Platz 13: Hertha BSC

Der Aufsteiger vor Hannover, Werder und Freiburg? Will uns GDB einen Bären aufbinden? Gibt es etwa einen Hauptstadtbonus? Unsere Platzierung ist mitnichten ein Solidaritätszuschlag. Jos Luhukay hat einfach einen Plan. Sein A-Team wird aus starken Talenten wie Anthony Brooks (Innenverteidiger), guten Außenspielern (Allagui und Ben-Hatira) und kreativen und torgefährlichen Mittelfeldspielern (Baumjohann und Ronny) gebildet. Dazu ein absolut bundesliga-tauglicher Stürmer wie Adrian Ramos. Die einzige Gefahr besteht darin, dass Hannibal Luhukay seinen Plan so sehr liebt, dass er das funktionierende Gebilde ohne Rücksicht auf Verluste auseinanderdividiert. Die Entmachtung von Peter Niemeyer als Kapitän wirkte rabiat. Ronny steht aus Fitnessgründen hinten an, wird Baumjohann aber nicht widerstandslos das Ruder überlassen. Wir glauben an Luhukay, und am Ende der Spielzeit sitzen wir in unseren Redaktionsräumen, blicken auf die Abschlusstabelle, die deckungsgleich mit unserer Prognose sein wird, rauchen eine dicke Zigarre und sagen: Wir lieben es, wenn ein Plan funktioniert!

Platz 12: 1. FC Nürnberg

In der Offensive ist der Club mit den Neuzugängen Daniel Ginczek (St. Pauli) und Josip Drmic (FC Zürich) gezielt verstärkt worden, außerdem ist Timo Gebhart wieder fit. Nicht zu vergessen Robert Mak, der zwischen Welt- und Kreisklasse pendelt – nun aber die richte Einstellung gefunden haben soll. Das Pokal-Aus hat die Stimmung nur kurzzeitig verhagelt. Coach Michael Wiesinger hat eine erneute Aufbruchstimmung ausgemacht. „Gott sei Dank können wir über die Bundesliga sofort wieder ein Zeichen setzen“, so Wiesinger laut nordbayern.de. Ein Zeichen setzen, dass bedeutet für den Club, der in den letzten zwei Spielzeiten auf Platz zehn landete, nicht abzusteigen. Dieses Gütesiegel geben wir dem Kader. Wir glauben, Nürnberg landet auf Platz zwölf.

Platz 11: TSG Hoffenheim

Die Kraichgauer stehen vor einem Jahr der Konsolidierung. Drei Trainerwechsel, der Ärger um Tim Wiese, ein aufgeblähter Kader, das Happy End in der Relegation – die letzte Saison war äußerst turbulent. Unter Trainer Markus Gisdol und Manager Alexander Rosen ist wieder eine Strategie zu erkennen, die zum Image des Dorfclubs passt. Der verjüngte Kader soll mit einer laufintensiven und attraktiven Spielweise für Glanzlichter sorgen, Rückschläge sind dabei eingeplant. Was passt dazu besser, als mit Rang elf den Abo-Platz der Jahre 2010 bis 2012 zu erreichen?

Platz 10: Eintracht Frankfurt

Armin Veh ist ein erstklassiger Trainer, und sein Team war lange Zeit die Überraschungsmannschaft des letzten Jahres. Der Aufsteiger schaffte den Einzug ins internationale Geschäft, wo nun Karabakh Agdam aus Aserbaidschan wartet. Genau diese langen Reisen und die Doppelbelastung lässt uns von einem besseren Abschneiden der Eintracht absehen. Der Kader beinhaltet überragende Talente wie Sebastian Rode und Sebastian Jung – aber auch Marc Stendera (Kreuzbandriss) und die Säulen Kevin Trapp, Carlos Zambrano, Primin Schwegler und Alex Meier. Kritisch darf man den Sturm betrachten, denn Lakic konnte nicht bringen, was man sich versprach. Hinter Joselus Klasse steht ein Fragezeichen, und Rosenthal kommt eher aus der Tiefe des Raumes. Aber noch ist die Transferliste nicht geschlossen.

Platz 9: FSV Mainz

Die Mainzer haben sich vor dieser Saison bewusst für einen größeren Umbruch entschieden, Trainer Thomas Tuchel glaubte nicht mehr an eine Weiterentwicklung seines Teams. Dafür musste mit Andreas Ivanschitz sogar ein eigentlich unverzichtbarer Schlüsselspieler gehen, die Abgänge von Jan Kirchhoff und Adam Szalai hätten Tuchel und Manager Christian Heidel dagegen gerne vermieden. Insgesamt verließen den FSV neun Spieler, acht Neuzugänge kamen hinzu. Mit Johannes Geis, Shinji Okazaki, Sebastian Polter und Dani Schahin haben vier Neue echte Chancen auf einen Stammplatz, die Mainzer haben sich auch in der Breite verstärkt. Fehlende Konstanz lässt unser Überraschungsteam der Saison in der Tabelle nicht noch weiter klettern. Fast noch wichtiger: Der FSV versöhnt sich wieder mit seinen Fans.

Platz 8: Hamburger SV

Wer wie Gegen den Ball den HSV etwas intensiver beobachtet, wundert sich über gar nichts mehr. So landen die Hamburger in der Prognose-Tabelle der FAZ auf einem Abstiegsplatz. Ansonsten herrscht jedoch, Kollege Sebastian Wolff vom kicker eingeschlossen, ungewohnter Realismus vor. Europa sei „nicht möglich“, in Abstiegsszenarien verstrickt sich Wolff aber nicht. Das klingt realistisch. Wir dürfen trotzdem gespannt sein, wie lang diese Stimmungslage hält. Denn die Hamburger Verantwortlichen haben das Ziel Europa League offen formuliert, der lazy journalism lauert schon wieder.

Platz 7: VfB Stuttgart

Mohammed Abdellaoue und Konstantin Rausch (beide von Hannover 96), Moritz Leitner (BVB) und Daniel Schwaab (Leverkusen). Das sind gute Verpflichtungen für einen Club, der sich noch in der letzten Saison so gut wie gar nicht verstärken konnte. Die beiden Qualifikationsspiele gegen Botev Plovdiv haben aber auch gezeigt, dass noch nicht viel zusammenläuft im Stutgarter Offensivspiel. „Zwei blaue Augen, Mund abputzen, weiter geht’s“, lautete die Analyse von Sven Ulreich nach dem Rückspiel. Gespannt sein darf man auf die Besetzung im defensiven Mittelfeld, wo Moritz Leitner den in der letzten Spielzeit groß aufspielenden Arthur Boka verdrängen könnte, und auf dem Flügel. Dort hat Youngster Timo Werner (17) durchaus einen guten Eindruck gemacht, Martin Harnik und Ibrahima Traoré sind aber die Stammspieler. Wenn der VfB also nicht allzu blauäugig in die Spielzeit startet, ist Platz sieben durchaus realistisch.

Platz 6: VfL Wolfsburg

Der Hoffenheimer Strategiewechsel wurde offen kommuniziert, in Wolfsburg ging es etwas leiser vonstatten. Unter Manager Klaus Allofs und Trainer Dieter Hecking hat tabellarische Ungeduld und Maßlosigkeit auf dem Transfermarkt ausgedient. Die Wölfe wollen mit einer gewachsenen Mannschaft und dem verstärkten Einbau von jungen Spielern in die Spitzengruppe der Bundesliga vordringen – das gelingt bereits in dieser Saison. Die Achse Diego Benaglio-Naldo-Diego könnte noch durch Luiz Gustavo ergänzt werden, mit Ja-Cheol Koo, Ivan Perisic, Daniel Caligiuri, Slobodan Medojevic, Ricardo Rodriguez oder Patrick Helmes stehen weitere herausragende Fußballer in Heckings Kader. Die Youngster Robin Knoche und Maximilian Arnold drängen ebenfalls in die Startelf, mit dieser Mischung feiert der VfL ein Comeback in Europa.

Platz 5: Bayer Leverkusen

Platz 4: Borussia Mönchengladbach

Borussia Mönchengladbach hat sich von der Überraschungssaison 2011/12 erholt und ist da gelandet, wo der Club aufgrund der Qualität der Mannschaft auch hingehört. Auf den Plätzen fünf bis zehn. Das hat auch und maßgeblich mit den Transfers zu tun. Man gab Marco Reus und Dante ab, holte mit Xhaka und de Jong zwei Spieler, die nicht gleich einschlugen. In diesem Jahr prophezeien wir der Einkaufspolitik von Max Eberl und Lucien Favre mehr Geschick. Max Kruse (Freiburg) und Raffael (Dynamo Kiew) sind exzellente Verpflichtungen. Der gesamte Offensivbereich besitzt nun mit Kruse, Arango, Raffael, Herrmann, de Jong und Hrgota mehr Potenzial und eine große Breite. Wir glauben, Favre hat genau die richtigen Bausteine geholt, um Gladbach wieder etwas besser zu machen, als es die Konkurrenz ist. Dazu fällt die Belastung Europa Pokal weg. Leverkusen, Wolfsburg und Co. müssen sich also warm anziehen. Die Fohlen sind wieder da!

Platz 3: FC Schalke 04

Platz 2: Borussia Dortmund

Platz 1: FC Bayern

Be Sociable, Share!

2 comments

  1. Ping: Bundesliga-Prognose: Die Rückrunden-Tabelle › Gegen den Ball
  2. Ping: Prognose: Die Bundesliga-Vorschau › Gegen den Ball

Kommentar verfassen

Sie können die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>