Schalke kocht, Schalke feiert

So ist das auf Schalke. Nach dem DFB-Pokal-Aus kochte die königsblaue Volksseele hoch, nach dem Weiterkommen gegen Basel liegt man sich wieder in den Armen. Die Verantwortlichen wollen sich in die Winterpause retten, das Minimalziel – Überwintern in der Champions League – ist erreicht. Aber hat sich die Situation nach dem Ausscheiden im Pokal und der unglücklichen Niederlage in Gladbach wirklich grundlegend geändert?

Schalke liegt in der Bundesliga sieben Punkte hinter Platz vier und trifft im Achtelfinale der Königsklasse auf einen Gegner der Kategorie Real Madrid, FC Barcelona, Atlético Madrid, Manchester United oder Paris St. Germain. Ein Ausscheiden ist wahrscheinlich. Für ein Handeln in der Trainerfrage ist es im März aber zu spät. Ein neuer Trainer müsste im laufenden Betrieb einsteigen. Transfers sind dann auch nicht mehr möglich.

Jens Keller ist nun fast genau ein Jahr im Amt. Lang genug, dass man seine Handschrift erkennen müsste. Bayern steht für Ballbesitz-Fußball, Dortmund für vertikales Spiel und schnelles Umschalten. Wofür steht Schalke? Im Spiel mit Ball ist Jefferson Farfan das Schwungrad und die personifizierte Spielphilosophie der Schalker. Fällt er aus, fällt Schalke wenig ein. Dann ist Königsblau auf die Tagesform der Individualisten angewiesen. Im Spiel gegen den Ball fehlt es an einer durchgehenden Strategie. Es wird mal gepresst, mal nicht. Es ist kein konsequentes Gegenpressing zu erkennen. Das defensive Umschaltspiel ist seit langer Zeit ein Problem.

Mit 28 Gegentoren in der Bundesliga hat Schalke so viele Buden gekriegt, wie der Tabellenletzte Eintracht Braunschweig. Schalke kassierte 1,6 Gegentore pro Spiel in dieser Saison. Zum Vergleich. Beim Tabellennachbarn Hertha sind es nur 1,3 Gegentore pro Spiel, Tabellennachbar Wolfsburg kommt gar nur auf ein Gegentor pro Spiel. Die Probleme bleiben, der Trainer auch. Das erneute Hochkochen der Volksseele ist also nur eine Frage der Zeit. Bis dahin liegen sich die Schalker in den Armen und feiern Farfan, Draxler und … Ehre wem Ehre gebührt: Paolo Tagliavento und Andrea Stefani für die ausgebliebene Abseitsentscheidung des Jahres.
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