Security First

1GER_ESP_7Deutschland trat mit einem deutlichen Defensivfokus an. Die 3-4-3-Formation, gegen den Ball ein kompaktes 5-4-1, funktionierte. Die deutsche Elf war kaum in Bedrängnis zu bringen. Man überließ den Spaniern den Ballbesitz und beschränkte sich auf eine dosierte offensive Flügelpräsenz. Sebastian Rudy zeigte dabei erneut seine Qualitäten im Aufbauspiel. Antonio Rüdiger hatte eine starke physische Präsenz, agierte aber manchmal zu überhastet, wie bei der größten Chance der Spanier in Halbzeit eins durch Nolito, als er das Zentrum öffnete.

Lob also für die kompakte Spielweise der deutschen Elf. Das Spiel nach vorne litt aber logischerweise unter diesem Sicherheits-Fokus. Allein Mario Götze hatte nach gutem Zusammenspiel mit Thomas Müller eine nennenswerte Torchance zu verzeichnen. Karim Bellarabi kam früh für den angeschlagenen Müller, übernahm dessen Position, wechselte aber öfter mal die Flügel. Nach gutem Beginn wirkte der Bellarabi aber nicht mehr so handlungsschnell wie in der bisherigen Saison in Leverkusen.

In der zweiten Halbzeit bekam Deutschland dann mehr Ballbesitz, agierte dominanter, allerdings ergaben sich daraus nicht automatisch mehr Torchancen. Deutschland behielt weiterhin den „Security first“-Ansatz. Es wurde kaum Aufwand betrieben, Seiten zu überladen, oder schnell viele Spieler vor den Ball und damit in eigene Angriffe zu bringen.

Das Tor entstand somit auch nicht durch einen Spielzug, sondern einen Distanzschuss. Lobend erwähnen sollte man allerdings, dass Max Kruse direkt mit einem schnellen Flachpass für etwas Zeit und damit Raum sorgte. Bruno, im gesamten Spiel eine Art schlechte Busquets-Kopie, kam zu spät. Debütant Kiko Casilla machte bei dem Aufsetzer aus 22 Metern ebenfalls nicht den besten Eindruck. Insgesamt wäre es ein typisches Remis gewesen, doch ein Treffer kurz vor Schluss bescherte der DFB-Elf einen erfolgreichen Jahresabschluss. Von einem verdienten Sieg kann aber nicht gesprochen werden.

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