Schlagworte: FC Schalke 04

Die Europarangliste im Mai 2015

Die Europarangliste ist zurück. Nachdem das Ranking im vergangenen Monat ausfallen musste, küren wir vier Wochen vor Saisonschluss zum vorletzten Mal Europas Top 20. Es gibt Auf- und Absteiger, drei Teams mussten komplett weichen und mit den Plätzen an der Spitze legen wir auch die Favoritenrollen im Halbfinale der Champions League fest. Und es gibt wie immer auch einen Stichtag: Bis einschließlich Montag, 4. Mai, sind alle Ergebnisse erfasst.

20. (neu) Lazio

Serie A: Dritter
Coppa Italia: Finale gegen Juventus
Pflichtspielbilanz: 24-7-9 (Punkteschnitt 1,98)

Schreibt man derzeit über Lazio, kommt man nicht am Stadtrivalen Roma vorbei. Zum Ende der Hinrunde hatte die hoch gehandelte und auch in dieser Rangliste stets vertretene Roma einen Vorsprung von zehn Punkten in der Tabelle der Serie A. Fast vier Monate später hat sich in der italienischen Hauptstadt das Blatt gewendet – zumindest fast. Feierte Lazio zwischenzeitlich acht Ligasiege hintereinander, stolperte das Team des taktisch unflexibel agierenden Trainers Rudi Garcia nur noch durch die Serie A. Das 1:1 wurde zum Standardergebnis der Roma, Lazio wiederum zog auch noch ins Pokalfinale ein. Dass das Polster der Roma im Kampf um Tabellenplatz zwei hinter Juve nicht schon komplett aufgebraucht ist, liegt an Lazios Remis des vergangenen Spieltags bei Atalanta. Am 24. Mai kommt es im Stadio Olimpico zum Showdown der beiden Clubs um die Vizemeisterschaft, wir glauben an das Happy End für Lazio und Miroslav Klose (zwölf Saisontore). Deshalb sind die Laziali neu eingestiegen – und die Roma nach Platz 18 im März rausgeflogen. (krä)

19. (-2) Borussia Dortmund

Champions League: Aus im Achtelfinale gegen Juventus
Bundesliga: Neunter
DFB-Pokal: Finale gegen VfL Wolfsburg
Bilanz: 20-9-16 (Schnitt 1,53)

Ach ja, der BVB und die Europarangliste. Schwieriges Thema. Zumindest in dieser Saison. Letztlich haben wir uns immer für den Verbleib der Dortmunder in Europas Top 20 entschieden, so bleibt es auch in der vorletzten Ausgabe. Rufen wir uns die Fakten in Erinnerung:

  • Vorletzter Platz in der Bundesliga nach der Hinrunde.
  • Gruppensieg in der Champions League.
  • Im Achtelfinale dann kläglich an Juventus gescheitert.
  • Fünftbestes Rückrundenteam.
  • Spielerisch auch nach dem Aufschwung mit großen Defiziten.
  • Bereit für große, wenn auch glückliche Spiele wie im Pokal gegen die Bayern.

In der Winterpause schrieb ich über die Unwahrscheinlichkeit eines internationalen Startplatzes. Gewinnt der BVB die letzten drei Saisonspiele, käme das Team des scheidenden Trainer Jürgen Klopp auf 49 Punkte. Dieser abstrus niedrige Wert dürfte dann für die Europa League reichen, weil nahezu alle Konkurrenten eine noch schlechtere Rückrunde spielen. Und schon sind wir beim FC Schalke, den Sie in dieser Rangliste vergeblich suchen werden. Das mag im Gesamtvergleich dieser beiden Clubs unfair erscheinen. Aber S04 schafft es derzeit auf keiner Ebene, das riesige Potenzial auszuschöpfen. (krä)

18. (neu) Borussia Mönchengladbach

Bundesliga: Dritter
Europa League: Aus in der 2. Runde gegen Sevilla
DFB-Pokal: Aus im Viertelfinale gegen Arminia Bielefeld
Bilanz: 25-13-7 (Schnitt 1,96)

An dieser Rückrunde mit minimalen Schönheitsfehlern führt kein Weg mehr vorbei. Die Gladbacher starteten nach der Winterpause punktgleich mit dem FC Schalke, verloren am 20. Spieltag sogar in Gelsenkirchen – und haben insgesamt trotzdem 15 Punkte mehr geholt als der vermeintliche Konkurrent um die Champions League-Plätze. Herausragend waren die Siege gegen Bayern und Dortmund, als die beste Abwehrreihe der Rückrunde (sieben Gegentore) fast keine Gelegenheiten zuließ und die wenigen eigenen Torchancen ungewöhnlich cool für warmblütige Fohlen ausgenutzt wurden. Kurz zu den Schönheitsfehlern: Sevilla ist international noch deutlich erfahrener, das Aus in der Europa League war eine logische Konsequenz. Das Pokalaus gegen Bielefeld war ärgerlicher, da verspielte die Borussia die große Chance auf einen Titel. Deshalb geht es in der Rangliste vorerst auch nicht höher. (krä)

17. (-3) Tottenham Hotspur

Premier League: Sechster
Europa League: Aus in der zweiten Runde gegen Fiorentina
FA Cup: Aus in der vierten Runde gegen Leicester City
League Cup: Niederlage im Finale gegen Chelsea
Bilanz: 27-13-14 (Schnitt 1,74)

Nach 54 Pflichtspielen fragen sich manche Fans und Beobachter der Spurs, wie sie die Saison bewerten sollen. Platz sechs in der Liga wäre nicht mehr und nicht weniger als das, was man nach den investierten Mitteln erwarten könnte: Die fünf Clubs, die mehr Geld für ihren Kader ausgeben als die Londoner, sind genau die fünf, die in der Tabelle vor Tottenham rangieren. In den Pokalwettbewerben ist die Bilanz ordentlich, aber nicht überragend. Die abschließende Bewertung der Arbeit von Maurício Pochettino muss so bis zur nächsten Saison warten. Aber verspricht die Besserung? Hilfreich beim neuen Anlauf auf die Champions League-Ränge wäre sicherlich das Verpassen der Europa League. Das ginge aber nur, wenn man sich noch von Southampton überholen ließe und Arsenal im Pokalfinale Aston Villa unterläge. (dan)

16. (neu) Sevilla

La Liga: Fünfter
Europa League: Halbfinale gegen Fiorentina
Copa del Rey: Aus im Viertelfinale gegen Espanyol
Pflichtspielbilanz: 34-9-10 (Punkteschnitt 2,09)

Der FC Sevilla stand schon länger auf unserer Liste, hat es aber erst jetzt in die Europarangliste geschafft. Und das nach der ersten Pleite nach zuvor 15 Pflichtspielen ohne Niederlage. Der Gegner hieß aber auch Real Madrid und Sevilla schlug sich beim 2:3 achtbar. Ohnehin hatte zuvor die Schwäche in den Spitzenspielen in der Primera División für unsere Missachtung gesorgt. Gegen Valencia (1:1 und 1:3), Atlético (0:4 und 0:0), Real (1:2 und 2:3) und Barça (1:5 und 2:2) gelang in acht Spielen kein einziger Sieg. Trotzdem stehen die Andalusier in der Tabelle nur drei bzw. sieben Punkte hinter Valencia und Atlético. Fast alle anderen Partien wurden gewonnen und die Titelverteidigung in der Europa League ist weiterhin möglich. (krä)

15. (+4) Napoli

Champions League: Aus in der Play-off-Runde gegen Athletic Club
Serie A: Vierter
Europa League: Halbfinale gegen Dnipro Dnipropetrovsk
Coppa Italia: Aus im Halbfinale gegen Lazio
Bilanz: 26-15-12 (Schnitt 1,76)

Einer der Profiteure der im vergangenen Monat ausgefallenen Europarangliste ist Napoli. Von den sieben Pflichtspielen im März gewann das Team von Trainer Rafael Benítez nur eins. Der Spanier stand in der Kritik – und stabilisierte seine Mannschaft wieder. Anfang April folgte zwar noch das Pokal-Aus gegen Lazio, aber sowohl in der Serie A als auch gegen Wolfsburg schmiss Napoli die Angriffsmaschine an. Die SSC erzielte 21 Treffer in sieben Partien und kann über die Europa League auch wieder in die Champions League einziehen. Warum Napoli hier trotzdem hinter Wolfsburg platziert ist? Gerade das Hinspiel in der Autostadt war überzeugend und zeigte Wolfsburg die Grenzen auf. Aber Rang zwei in der stärkeren Bundesliga ist höher zu bewerten als der vierte Platz in der Serie A und der Halbfinal-Einzug in der insgesamt nicht ganz so wichtigen Europa League. (krä)

14. (-1) Liverpool

Champions League: Aus in der Vorrunde gegen Real Madrid, FC Basel und Ludogorets Razgrad
Premier League: Fünfter
Europa League: Aus in der zweiten Runde gegen Besiktas
FA Cup: Aus im Halbfinale gegen Aston Villa
League Cup: Aus im Halbfinale gegen Chelsea
Bilanz: 26-13-16 (Schnitt 1,66)

Die Kritik an Brendan Rodgers ist in England sehr groß, und von Rafael Benítez bis Jürgen Klopp werden mögliche Nachfolger diskutiert. Der wellenförmige Saisonverlauf wird zur Unzufriedenheit beitragen: Dem schlimmen Herbst mit schwachen Ligaresultaten und dem Aus in der Champions League folgte nach der Niederlage gegen United eine starke Serie, in deren Verlauf die Reds 13 Ligaspiele in Folge ungeschlagen blieben – bis zum Rückspiel gegen den Erzrivalen. Die zwischenzeitliche Hoffnung auf die erneute CL-Qualifikation ist inzwischen auf eine rein theoretische Möglichkeit reduziert worden. Doch unterm Strich gilt das gleiche wie für Tottenham: Es gibt einfach vier reichere Clubs als Liverpool in der Liga, und genau diese vier liegen vor ihnen. Das ist nicht befriedigend, aber es ist gewiss auch kein Versagen, zumal nach dem Abgang von Luis Suárez und bei zwei Halbfinals in den nationalen Pokalwettbewerben. (dan)

13. (-2) VfL Wolfsburg

Bundesliga: Zweiter
Europa League: Aus im Viertelfinale gegen Napoli
DFB-Pokal: Finale gegen Borussia Dortmund
Bilanz: 28-12-8 (Schnitt 2)

„Ich glaube, dass der VfL Wolfsburg tief in einer Schublade steckt – aber dieser Final-Einzug gibt uns einen unheimlichen Schub.“ Manager Klaus Allofs sprach diese Worte nach dem Pokalerfolg gegen Arminia Bielefeld. Das muss er sagen, ob er wirklich daran glaubt, sei dahingestellt. Denn ein Pokalsieg wird das bundesweite Image des VfL nicht verändern, einen solchen Effekt hatte auch die Meisterschaft 2009 nicht. Vielmehr dürfte beim ZDF jetzt schon überlegt werden, wie die schwachen Einschaltquoten in der Champions League an Nicht-Bayern-Tagen bei den immensen Investitionen zu rechtfertigen sein werden. Aber wir machen hier ja keine Image-Rangliste und zur Bundesliga am Scheideweg hat Daniel Raecke bereits alles gesagt. Die Wolfsburger haben zwei Plätze verloren, weil die Leistungen in der Bundesliga nicht mehr ganz so gut waren und weil nach der schon holprigen Gruppenphase ein deutliches Aus in der Europa League gegen Napoli folgte. In der kommenden Saison will der VfL dann in der Champions League angreifen – am liebsten mit den neu verpflichteten Nationalspielern Max Kruse und Ilkay Gündogan: Imagewechsel, die zweite. (krä)

12. (+4) Bayer Leverkusen

Champions League: Aus im Achtelfinale gegen Atlético de Madrid
Bundesliga: Vierter
DFB-Pokal: Aus im Viertelfinale gegen Bayern München
Bilanz: 24-13-8 (Schnitt 1,89)

Seit der letzten Rangliste ist Bayer aus Champions League und Pokal ausgeschieden und hat in der Liga keinen Platz gutgemacht – wie ist da der Sprung auf Platz 12 zu erklären? Wir haben vor allem gewürdigt, dass Roger Schmidt es geschafft hat, das Spiel seiner Mannschaft zu stabilisieren und ihr eine extreme defensive Stabilität zu verleihen. In den letzten 13 Spielen kassierte die Mannschaft nur zwei Gegentore aus dem Spiel heraus. Zudem schied Bayer in beiden KO-Wettbewerben gegen Top Ten-Teams der Europarangliste erst im Elfmeterschießen aus. Das belegt die tatsächliche Klasse dieser aktuell zweitstärksten deutschen Mannschaft eindrücklicher als der reine Tabellenplatz. (dan)

11. (+1) Valencia

La Liga: Vierter
Copa del Rey: Aus im Achtelfinale gegen Espanyol
Bilanz: 23-10-6 (Schnitt 2,03)

Dank Shkodran Mustafi hat es der in den vergangenen Jahren in Deutschland unter dem journalistischen Radar fliegende FC Valencia wieder in die Schlagzeilen geschafft. „Mustafis FC Valencia gewinnt gegen xyz“ ist eine sich regelmäßig wiederholende Überschrift in deutschen Nachrichtenagenturen. Ob das mehr für die einfallslose Arbeit der Agenturen oder die einfallsreiche Arbeit von Nuno Espírito Santo spricht, sei Ihnen überlassen. Der portugiesische Trainer der Ches hat einen Einbruch bisher verhindern können, es spricht in Valencia vieles für die Qualifikation zur Champions League. Zieht der Finalist von 2000 und 2001 erneut in die Königsklasse ein, braucht der Kader noch ein paar Verstärkungen – hoffentlich ohne den Umstand, die hochgradig talentierten Paco Alcácer, José Luis Gayá und André Gomes zu blockieren. (krä)

10. (=) Manchester United

Premier League: Vierter
FA Cup: Aus im Viertelfinale gegen Arsenal
League Cup: Aus in der zweiten Runde bei Milton Keynes Dons
Bilanz: 22-9-10 (Schnitt 1,83)

Lange durfte United sogar von der Vizemeisterschaft träumen. Das Topspiel in Chelsea verloren die Red Devils trotz sehr guter Leistung knapp. Danach aber gab es zwei weitere Niederlagen in Folge, und auf einmal ist United nur noch Vierter. Bei nur noch vier Punkten Vorsprung auf Liverpool ist nicht einmal dieser Rang garantiert. Wir glauben daran, dass Louis van Gaal mit seiner Mannschaft zumindest diesen Platz halten kann. Und dann sind wir gespannt darauf, wie er seinen Kader im Sommer weiter verstärken wird, wenn United endlich wieder in der Champions League spielt. (dan)

9. (-1) Manchester City

Champions League: Aus im Achtelfinale gegen Barcelona
Premier League: Zweiter
FA Cup: Aus in der vierten Runde gegen Middlesbrough
League Cup: Aus in der vierten Runde gegen Newcastle United
Bilanz: 25-9-14 (Schnitt 1,75)

Die zuletzt drei Siege am Stück in der Liga haben den freien Fall Citys aufgehalten und das drohende Verpassen der Champions-League-Qualifikation abgewendet. Ob sie Manuel Pellegrinis Job gerettet haben, ist eine andere Frage. Zu inkonstant waren die Leistungen der Citizens in dieser Saison. Nüchtern resümierend kann man allerdings sagen: Wenn City Platz zwei hält, stimmen die Grundparameter der Spielzeit im Großen und Ganzen: Platz zwei hinter einem einfach insgesamt stärkeren Chelsea (bei zwei Unentschieden im direkten Vergleich), das Aus in der Champions League gegen die wohl beste Mannschaft der Welt. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Der wahre Unterschied zwischen dem alten und dem neuen englischen Meister spiegelt sich in dieser Statistik: City hat 2014/15 bisher 14 Pflichtspiele verloren – Chelsea drei. Es ist unter den gegebenen Umständen kaum vorstellbar, dass die Citizens mit diesem Kader und diesem Trainer in der nächsten Saison ein ernsthafter Konkurrent für die Blues werden können. Vieles sprach sogar dafür, City in unserem Ranking sogar hinter United fallen zu lassen, auch angesichts der jüngsten Niederlage im direkten Vergleich. Am Ende hat United aber mangels internationaler Spiele und ohne relevante Pokalerfolge wenige Argumente dafür, trotz schlechterer Platzierung in der Premier League vor City zu landen. In der kommenden Saison wird das allerdings anders aussehen. (dan)

8. (-2) Atlético de Madrid

Champions League: Aus im Viertelfinale gegen Real Madrid
La Liga: Dritter
Copa del Rey: Aus im Viertelfinale gegen Barcelona
Bilanz: 31-12-10 (Schnitt 1,98)

Atléti befand sich schon in der vergangenen Rangliste in einem leicht absteigenden Trend, der sich seitdem bestätigt hat. Gegen Leverkusen ging es in der Champions League noch im Elfmeterschießen weiter. Im Viertelfinale gegen Real war das Team von Trainer Diego Simeone dann über 180 Minuten chancenlos, auch wenn das 1:0 für den Stadtrivalen knapp klingt. Und auch in der Liga kann Atlético nach Punktverlusten gegen Espanyol, Málaga oder Bilbao Real und Barcelona nicht mehr Paroli bieten. Stattdessen drängt von hinten Valencia – wobei die Colchoneros dieses Rennen um Platz drei gewinnen werden (das direkte Duell in der Rückrunde endete 1:1). Realistisch betrachtet ist die Saison für den finanziell angeschlagenen Club trotzdem ein großer Erfolg. Barça und Real haben einen riesigen Vorsprung, es ist keine Schande, in allen Wettbewerben an diesen beiden Schwergewichten zu scheitern. (krä)

7. (+2) Arsenal

Champions League: Aus im Achtelfinale gegen AS Monaco
Premier League: Dritter
FA Cup: Finale gegen Aston Villa
League Cup: Aus in der dritten Runde gegen Southampton
Bilanz: 33-9-9 (2,16)

Die Gunners spielen nicht weniger als eine fantastische Rückrunde. Nach Neujahr gewann Arsenal 21 von 24 Pflichtspielen und verlor nur zwei. Diese beiden Niederlagen schmerzten allerdings, die entscheidende Hinspielpleite gegen Monaco und ein verlorenes North London Derby bei Tottenham. Dennoch überwiegen klar die positiven Ereignisse, so auch Siege gegen Manchester City und Liverpool sowie im FA Cup in Old Trafford. Selbst in Topspielen ist Arsenal gegenüber den letzten Jahren also deutlich verbessert. Hätte die Serie nur ein paar Wochen früher begonnen, wäre in der Liga vielleicht sogar noch mehr drin gewesen. Aber auch so ist es entgegen vieler Unkenrufe auch von meiner Seite aus die beste Arsenal-Saison seit Langem. Seit Januar ist der Punkteschnitt der Gunners der beste in ganz Europa. Damit hat Arsène Wenger möglicherweise auch Jürgen Klopp einen neuen Arbeitgeber verwehrt. (dan)

6. (+1) Paris Saint-Germain

Champions League: Aus im Viertelfinale gegen Barcelona
Ligue 1: Erster
Coupe de France: Finale gegen AJ Auxerre
Coupe de la Ligue: Sieger
Bilanz: 35-14-6 (Schnitt 2,20)

Gegen Barcelona war Laurent Blanc mit seiner Mannschaft chancenlos. Das trifft so aber auf fast alle Teams Europas zu. Daher muss man PSG, das im Achtelfinale in Unterzahl Chelsea ausschaltete und das nationale Treble holen dürfte, insgesamt einmal mehr eine sehr ordentliche Saison bescheinigen. Dass es in der Champions League wieder nicht zum Einzug ins Halbfinale gereicht hat, wird landauf, landab als Versagen der Investitionspolitik der Besitzer des Clubs interpretiert. Tatsächlich aber ist es vor allem Lospech, zweimal hintereinander gegen Barcelona zu spielen. Dass es wenige Teams auf der Welt gibt, die einfach noch ein kleines Stück besser besetzt sind als diese Mannschaft, ist halt einfach so. Ob man in Katar damit zufrieden ist oder am Stammtisch darüber lästert – PSG zählt zu den Best of the Rest. Nicht mehr und nicht weniger. (dan)

5. (=) Juventus

Champions League: Halbfinale gegen Real Madrid
Serie A: Meister
Coppa Italia: Finale gegen Lazio
Bilanz: 33-10-6 (Schnitt 2,23)

Die ersten Vier des Rankings sind seit Saisonbeginn die gleichen Clubs geblieben. Ob Juve diese Phalanx zum Ende der Spielzeit aufbrechen kann, wird das Abschneiden im ersten Halbfinale in der Champions League seit zwölf Jahren entscheiden. Ein (durchaus möglicher) Erfolg über Real Madrid dort wäre ein noch größerer Erfolg für den italenischen Serienmeister als Antonio Conte ihn je erreicht hat und damit eine ebenso starke Bestätigung für die Qualitäten von Massimiliano Allegri wie der Niedergang von Milan nach seinem Abgang. (dan)

4. (-1) Chelsea

Champions League: Aus im Achtelfinale gegen Paris Saint-Germain
Premier League: Meister
FA Cup: Aus in der vierten Runde gegen Bradford City
League Cup: Sieger
Bilanz: 35-13-3 (Schnitt 2,14)

Trotz Achtelfinalaus in der Champions League noch unter den Top Four Europas – wie geht das? Die Blues sind ganz souverän Meister geworden, einer von zwei Titeln ihres kleinen nationalen Doubles. Das Aus gegen PSG war zwar sehr enttäuschend, aber in der gesamten CL-Saison verlor Chelsea kein einziges Spiel und schied nur nach Auswärtstoren aus. Die Diskussionen in England um die Attraktivität der Spielweise der Londoner kümmern uns bei Gegen den Ball traditionsgemäß ebenso wenig wie Roberto di Matteo 2012 der Versuch eines deutschen Reporters, ihn zu einer Entschuldigung für die defensive Art und Weise zu bewegen, in der er gerade die Champions League gewonnen hatte. Chelseas System ist extrem stabil und erfolgreich, dank seines sehr gut besetzten Kaders und seines herausragenden Trainers. Nichts anderes bewerten wir hier. (dan)

3. (+1) Real Madrid

Champions League: Halbfinale gegen Juventus
La Liga: Zweiter
Copa del Rey: Aus im Achtelfinale gegen Atlético de Madrid
Bilanz: 41-4-9 (Schnitt 2,35)

Von der aktuellen Verfassung der letzten Wochen her könnten wir Madrid sogar auf Platz zwei führen, denn anders als die Bayern zeigte die Formkurve der Blancos zuletzt nach oben. Wenn wir vom besten Kader, der zur Verfügung stünde, ausgehen, sehen wir die Bayern allerdings immer noch hauchdünn vorne. Da aber noch zwei sehr große Titel vergeben werden, die Carlo Ancelotti mit seiner Mannschaft noch gewinnen kann, ist es denkbar, dass sich in der abschließenden Juni-Rangliste noch einiges tut – nach oben, wenn Madrid Barcelona oder Bayern etwa im CL-Finale schlagen sollte, oder auch nach unten, falls Madrid an Juventus scheiterte. (dan)

2. (=) Bayern München

Champions League: Halbfinale gegen Barcelona
Bundesliga: Meister
DFB-Pokal: Aus im Halbfinale gegen Borussia Dortmund
Pflichtspielbilanz: 34-7-6 (Punkteschnitt 2,32)

Erstmals in dieser Saison sind die Bayern in Sachen Punkteschnitt von einem zweiten Team überholt worden. Da es ja verschiedene Kriterien für diese Rangliste gibt, reicht das aber nicht aus, um den deutschen Meister abzustufen. Darüber diskutiert haben wir trotzdem, denn um es mit Uli Hoeneß zu sagen: „The trend is not your friend.“ Während die Guardiola-Kritiker jetzt schon an den Schlagzeilen des morgigen Abends oder an denen der kommenden Woche feilen, wenn die Bayern – bei normalem Verlauf – auch im Halbfinale der Champions League scheitern werden, fokussieren wir uns auf den tatsächlichen Grund: Die Bayern müssen mit Arjen Robben, Franck Ribéry, David Alaba und womöglich Robert Lewandowski zu viele Schlüsselspieler ersetzen. Zum Vergleich: Barcelona müsste ohne Lionel Messi, Neymar, Luis Suárez (siehe unten) und Sergio Busquets antreten. Sicherlich müssen die Münchner in einer Saisonbilanz feststellen, wie es zu so vielen Verletzungen kommen konnte und warum ein grandios veranlagter Spieler wie Mario Götze die Robben- oder Ribéry-Lücke nicht schließen konnte. Mit voller Kaderstärke sind die Bayern für uns aber weiterhin das zweitbeste Team in Europa. (krä)

1. (=) FC Barcelona

Champions League: Halbfinale gegen Bayern
La Liga: Erster
Copa del Rey: Finale gegen Athletic Bilbao
Pflichtspielbilanz: 45-3-5 (Punkteschnitt 2,60)

Im Moment ist es schwer vorstellbar, wie der FC Barcelona auf dem Weg zum Treble noch stolpern könnte. In der Liga beträgt der Vorsprung vor Real zwar nur zwei Punkte und am 37. Spieltag steht noch die schwere Auswärtshürde bei Atlético an, aber in den bisherigen drei Pflichtspielen gegen damals noch deutlich bessere Colchoneros gab es drei verdiente Siege. Im Pokalfinale gegen Athletic (30. Mai) ist Barça im Camp Nou ebenfalls klarer Favorit. Bleibt noch die Champions League. Das ist sicherlich der unwägbarste der drei Titel, aber in der derzeitigen Form ist die Favoritenrolle zumindest gegen den FC Bayern klar verteilt. Lionel Messi, Luis Suárez und Neymar haben zusammen bereits 108 Pflichtspieltreffer erzielt. Beim Schreiben dieser Zeilen steigt die Vorfreude auf Mittwoch Abend. Und auf meinsportradio.de werden wir dann in aller Ruhe bilanzieren, was unsere Einschätzungen wert waren. (krä)

Die Europarangliste im Februar 2015

Mit einer Woche Verspätung veröffentlichen wir im Februar die neueste Ausgabe unserer Europarangliste. Der Grund liegt in der Englischen Woche der Bundesliga begründet, die wir gerne abwarten wollten, um ein besseres Bild vom Leistungsstand der deutschen Clubs nach der Winterpause zu bekommen. Außerdem konnte unser geschätzter Kollege Marcus Krämer so warten, bis Borussia Dortmund ein Spiel gewinnt. Alles, um den BVB nicht aus dem Ranking fallen zu lassen! Diesem parteiischen Wunsch sind wir natürlich gerne nachgekommen.

Bevor wir in die Top 20 einsteigen, noch ein paar Sätze zu zwei fehlenden Teams. Der FC Liverpool flog im Januar aus der Rangliste, weil das Aus in der Champions League in einer Gruppe mit Ludogorez Rasgrad und dem FC Basel inakzeptabel ist und auch in der Premier League wenig zusammenlief. Seitdem haben die Reds in der Premier League kein Spiel mehr verloren, sind im League Cup nur knapp an Chelsea gescheitert und stehen im FA Cup im Achtelfinale. Der Trend zeigt nach oben, aber noch trauen wir den Fortschritten nicht. Trainer Brendan Rodgers schöpft das Potenzial des Kaders noch nicht aus, vor allem in der Offensive hakt es. Nun folgen Spiele gegen Tottenham, Besiktas, Southampton und Man City, im März wird neu abgerechnet.

Aktuell rausgeflogen ist Olympique Marseille. Das Team des von uns so geschätzten Trainers Marcelo Bielsa steht weiterhin in der Spitzengruppe der Ligue 1, der Trend zeigt mit drei Niederlagen und einem Remis in den vergangenen sechs Spielen aber deutlich nach unten. Das, die relative Schwäche der französischen Liga sowie die fehlenden internationalen Vergleiche lassen unseren Glauben an OM – trotz Bielsa – schwinden.

Stichtag für die Rangliste und alle Statistiken ist Montag, der 9. Februar.

20. (-2) Borussia Dortmund

Champions League: Achtelfinale gegen Juventus
Bundesliga: Sechzehnter
DFB-Pokal: Achtelfinale bei Dynamo Dresden
Bilanz: 12-5-12 (Schnitt 1,41)

Anhänger der Reds oder von OM werden vielleicht fragen: Was hat der BVB, was wir nicht haben? Nicht völlig von der Hand zu weisen, aber wir brechen weiterhin nicht komplett des Stab über die viel kritisierte Borussia. Der Champions-League-Finalisten-Schutz ist aber fast aufgebraucht, in den kommenden Wochen müssen Ergebnisse folgen. Denn die ordentliche Gruppenphase in der Königsklasse verblasst zusehends und mit dem Potenzial des Kaders allein lässt sich der Verbleib in Europas Top 20 nicht rechtfertigen. Andererseits ist seit der Winterpause eine kleine Entwicklung zu erkennen. Nur die zweite Halbzeit gegen Augsburg erinnerte an teils katastrophale Auftritte gegen Ende der Hinrunde, ein Punkt in Leverkusen und ein Sieg gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf sind eine ordentliche Bilanz. Gelingt gegen Mainz der zweite Sieg in Folge, kann der BVB schnell in tabellarische Bereiche aufsteigen, die annehmbar sind. Dann können sich die Verantwortlichen in Dortmund, wie von mir an anderer Stelle gefordert, mit der Planung der kommenden Saison befassen. In Sachen Marco Reus ist der erste Paukenschlag bereits gelungen. Und gegen Juventus folgt die unumstößliche Überprüfung, ob wir zu Recht an den Schwarz-Gelben festgehalten haben – und damit meinen wir eher die Leistung als das Ergebnis. (krä)

19. (neu) Napoli 

Serie A: Dritter
Europa League: Zweite Runde gegen Trabzonspor
Coppa Italia: Halbfinale gegen Lazio
Bilanz: 17-10-6 (Schnitt 1,85)

Napoli is back! Die Heimniederlage gegen Juventus (1:3) Mitte Januar schien die Verbannung Napolis aus der Liste der besten Clubs Europas zu bestätigen. Dann der Turnaround. In den anschließenden sechs Spielen musste das Team von Coach Rafael Benítez keine Niederlage mehr hinnehmen und gewann fünfmal – u.a. gegen Lazio, Genoa und Inter (Pokal). Napoli behauptet den CL-Qualifikationsplatz dadurch mit sieben Punkten Vorsprung auf Sampdoria und Florenz. Bei Napoli liegt weiterhin der Fokus auf der Offensive. Das Team gibt zusammen mit Juve die meisten Schüsse pro Spiel (6) auf das Tor des Gegners ab (Roma z.B. nur 4,7). Meist wird im 4-2-3-1 über die Flügel angegriffen und der unersetzliche Gonzalo Higuaín (12 Tore/4 Assists) gesucht. Rechts überzeugt José Callejón (9 Tore/1 Assist) durch seine Torgefährlichkeit und links zeigt Dries Mertens (2 Tore/4 Assists) ansteigende Form. (mic)

18. (-3) Bayer Leverkusen

Champions League: Achtelfinale gegen Atlético de Madrid
Bundesliga: Sechster
DFB-Pokal: Achtelfinale gegen FC Kaiserslautern
Bilanz: 14-10-6 (Schnitt 1,73)

Seit Anfang Dezember hat Bayer Leverkusen in acht Spielen fünf Tore erzielt, dabei immerhin zehn Punkte geholt. Trotzdem stimmt der Trend bei der Werkself nicht mehr. Die Spielidee von Trainer Roger Schmidt kann spektakulär sein, immerhin stimmt mittlerweile die Balance zwischen Offensive und Defensive. Das geht aber zu Lasten der eigenen Torgefährlichkeit, was auch an den Formkrisen einzelner Spieler liegt. Stefan Kießling ist ein Torjäger a.D., Hakan Calhanoglu verlässt sich zu sehr auf seine Standardsituationen und postiert sich zu weit vorne und Julian Brandt macht eine für sein Alter normale Schwächephase durch. Und Son Heung-Min fehlte in den vergangenen Wochen wegen des Asien-Cups. Leverkusens Kader ist breiter geworden, aber nicht breit genug für so einen Aderlass. (krä)

17. (+3) Olympique Lyonnais

Ligue 1: Erster
Coupe de France: Aus in der zehnten Runde bei FC Nantes
Coupe de la Ligue: Aus im Achtelfinale gegen AS Monaco
Pflichtspielbilanz: 17-5-6 (Punkteschnitt 2)

Lyons Torwart Antony Lopes war bis zum Ausgleich von Zlatan Ibrahimovic in der 69. Minute der Partie Olympique vs. PSG 635 Minuten ohne Gegentreffer geblieben. Und selbst dieser Elfmetertreffer war im ersten Versuch von Lopes gehalten worden. Im Spitzenspiel der Ligue 1 konnte sich Lyon mit dem 1:1 der starken Konkurrenz mit etwas Glück und einem guten Keeper erwehren. Es fehlte allerdings auch der beste Torschütze, der in dieser Saison überragende Alexandre Lacazette. Lacazette, der mit einer Oberschenkelverletzung passen musste, konnte in dieser Saison bereits 21 Tore und fünf Assists besteuern. Argumente für Lyon? Olympique verlor gegen keinen der beiden Konkurrenten um die Meisterschaft. Marseille konnte man 1:0 schlagen, gegen PSG nun das Remis. Lyon hat zuletzt am 30. November ein Ligaspiel verloren. (mic)

16. (+3) Southampton

Premier League: Dritter
FA Cup: Aus in der vierten Runde gegen Crystal Palace
League Cup: Aus im Viertelfinale bei Sheffield United
Bilanz: 18-4-9 (Schnitt 1,87)

In der vergangenen Ausgabe stiegen die Saints als Neulinge ein und haben sich nun weiter verbessert. Bemerkenswert ist a) die gute Arbeit von Trainer Ronald Koeman, der den gewaltigen Umbruch im vergangenen Sommer mit sechs transferierten Schlüsselspielern rasend schnell vollzog, b) die gute Defensivarbeit des umgebauten Teams, mit 17 Gegentoren stellt Southampton weiterhin die beste Abwehr der Premier League und c) die guten Ergebnisse gegen Topteams wie Chelsea (1:1), Arsenal (2:0) oder Man United (1:0). Wie bei Lyon und Valencia fehlen aber die internationalen Vergleiche, eine durchaus denkbare Schwächeperiode könnte wie bei OM für einen Absturz sorgen. (krä)

15. (-4) Roma

Champions League: Aus in der Vorrunde gegen Bayern München, Manchester City und CSKA Moskva
Serie A: Zweiter
Europa League: Zweite Runde gegen Feyenoord
Coppa Italia: Aus im Viertelfinale gegen die Fiorentina
Bilanz: 15-9-6 (Schnitt 1,8)

Die Roma spielt weiterhin aus einer starken Defensivordnung, hat viel Ballbesitz, aber Probleme vor dem Tor. In den letzten zehn Ligaspielen spielte die Roma sechsmal unentschieden. Wie zuletzt gegen Empoli wurden die Torchancen oft fahrlässig vergeben. Wohl auch deshalb nahm man in der Winterpause einige Veränderungen vor. Mattia Destro wurde an Milan verliehen. Neu im Kader dafür Seydou Doumbia. Die Roma ließ sich den Transfer des Ivorers 14,4 Millionen Euro kosten. Seine Leistungen bei ZSKA Moskau sprechen für sich. Doumbia erzielte dort 61 Tore in 95 Spielen. Bisher machte Doumbia wegen des Afrika-Cups aber noch kein Spiel für die Roma. Dass der Schuh in der Offensive drückt, beweist auch, dass derzeit Flügelspieler Adem Ljajic mit neun Toren der beste Goalgetter ist. Francesco Totti erzielte in 15 Partien gerade vier Tore. Verzichten muss die Roma erneut auf Kevin Strootman, der sich einem weiteren Eingriff am Knie unterziehen muss. Die schwache Form und mangelnde Durchschlagskraft sind der Grund für den Sturz der Roma von Platz 11 auf Platz 15 in diesem Ranking. Mit Doumbia wurde das Problem adressiert. Die Spiele gegen Feyenoord im Februar in der Europa League, vor allem aber das Heimspiel gegen Juve Anfang März werden zeigen, ob das Team von Rudi Garcia sich wirklich gegen Top-Gegner beweisen kann. (mic)

14. (-1) Valencia

La Liga: Vierter
Copa del Rey: Aus im Achtelfinale gegen Espanyol
Bilanz: 15-6-5 (Schnitt 1,96)

Seit unserer Januar-Rangliste hat Valencia das Verfolgerduell gegen Sevilla gewonnen, ist dafür aber gegen Espanyol aus dem Copa del Rey ausgeschieden. Somit können sich die Ches nun wirklich vollständig auf die Liga konzentrieren. Angesichts der Stärke der Großen Drei, auf die Valencia zurzeit sechs Punkte Rückstand hat, bedeutet das aber faktisch Konzentration auf den Kampf um Platz vier. Diesen machen der Mannschaft von Nuno Espírito Santo Sevilla und Villarreal streitig, diese drei Clubs dürften faktisch die restlichen spanischen Europacupplätze unter sich ausmachen. Der Einzug in die Champions League nach einer dreijährigen Pause wäre ein Signal, dass die positiven Tendenzen rund um den Club Wirkung zeigen und sich vielleicht eine nachhaltig positive Entwicklung bei Valencia einstellt. Da wir der Mannschaft Platz vier zutrauen, verbleibt Valencia auch ohne internationale Vergleiche auf einem Top-20-Platz in unserer Rangliste. (dan)

13. (+4) VfL Wolfsburg

Bundesliga: Zweiter
Europa League: Zweite Runde gegen Sporting Portugal
DFB-Pokal: Achtelfinale bei RB Leipzig
Bilanz: 16-7-5 (Schnitt 1,96)

In der Redaktion gingen nicht die Meinungen über die Wolfsburger Leistung auseinander, aber über die Platzierung. Wolfsburg oder Schalke? Wer wird als zweitbester deutscher Club in der Europa-Rangliste platziert? Die Argumente pro Wolfsburg: Der in jeder Hinsicht überzeugende 4:1-Sieg gegen Bayern München. Die qualitative Aufwertung des Kaders durch den Transfer von Weltmeister (dieses Wort muss man dieser Tage scheinbar voranstellen) André Schürrle. Die Tatsache, dass der VfL seit Ende November kein Spiel in der Bundesliga verloren hat, die zweitbeste Offensive der Liga stellt (41 Tore, zehn mehr als Schalke) und sieben Punkte Vorsprung auf den S04 hat. All diese Gründe reichten nicht, um Schalke 04 in dieser Rangliste zu überflügeln. Das liegt daran … (bitte lesen Sie weiter bei Team 12. Schalke 04). (mic)

12. (+4) Schalke 04

Champions League: Achtelfinale gegen Real Madrid
Bundesliga: Dritter
DFB-Pokal: Aus in der ersten Runde bei Dynamo Dresden
Bilanz: 12-6-9 (Schnitt 1,56)

Muss man sich für intelligent durchgeführten Defensivfußball schämen? Ist der erste Punktgewinn in der Arena des FC Bayern in dieser Saison ein Makel, weil er in Überzahl erspielt wurde? Mit diesen Fragen wird sich Kollege Daniel Raecke demnächst eingehender beschäftigen, aber der Aufstieg des FC Schalke um vier Plätze deutet eine ausführliche Antwort in aller Kürze an: nein! Die Königsblauen sind mit sieben Punkten hervorragend in die Rückrunde gestartet, für diese Bilanz reichten zwei erzielte Tore. Trainer Roberto di Matteo hat seine in der Vorrunde bereits angedeutete Spielidee verfeinert – und das unter schwierigen personellen Bedingungen. Die Verletztenliste ist weiterhin lang, mit Klaas-Jan Huntelaar fällt zudem der eigentlich unersetzliche Torjäger rotgesperrt aus. Wir halten die Schalker – trotz der Wolfsburger Erfolge – derzeit für die zweitbeste deutsche Mannschaft. Ob das am Ende für den zweiten Platz in der Bundesliga reichen wird, ist zweifelhaft, das liegt aber an dem durchwachsenen Start unter Di Matteos Vorgänger Jens Keller. (krä)

11. (+1) Arsenal

Champions League: Achtelfinale gegen AS Monaco
Premier League: Sechster
FA Cup: Achtelfinale gegen Middlesbrough
League Cup: Aus in der dritten Runde gegen Southampton
Bilanz: 20-8-8 (1,89)

Der 2:0-Sieg bei Manchester City war Arsenals erster Erfolg gegen ein Top-3-Team seit vielen Jahren – und veranlasste uns eigentlich schon, den Gunners einen noch größeren Sprung im Ranking zu prophezeien als nur um einen Platz. Die rein statistische Form der Mannschaft sieht nämlich sehr gut aus, und die erneute Qualifikation für die Champions League schien recht wahrscheinlich. Rechtzeitig vor Veröffentlichung der nächsten Rangliste verlor Arsenal dann jedoch trotz Führung das North London Derby bei Tottenham Hotspur. Der letzte Besuch bei einem CL-Anwärter vor dem City-Spiel war in Southampton ebenfalls verloren gegangen, in Liverpool gab es ein Unentschieden. Anders gesagt: Arsenal hat jetzt in der Liga gegen die sechs stärksten Gegner bereits auswärts gespielt. Heraus kamen ein Sieg, ein Unentschieden und vier Niederlagen. Das ist weiterhin nicht gut genug, um zu den Top Ten Europas zu gehören – auch wenn die Gunners das nominell von sich sagen könnten, wenn sie über Monaco ins CL-Viertelfinale einziehen sollten. (dan)

10. (=) Tottenham Hotspur

Premier League: Fünfter
Europa League: Zweite Runde gegen Fiorentina
FA Cup: Aus in der vierten Runde gegen Leicester City
League Cup: Finale gegen Chelsea
Bilanz: 23-8-9 (Schnitt 1,93)

Der eben schon angesprochene Derbysieg gegen Arsenal hält die Spurs im Ranking knapp vor ihrem Erzrivalen. So sieht es auch in der Premier League aus, wo nur ein Punkt die beiden Nordlondoner Clubs trennt. Auch der Punkteschnitt der beiden ist fast identisch. Bei so engen Verhältnissen könnten der eigentlich etwas bessere Kader Arsenals oder die Tatsache, dass die Gunners in der Champions League vertreten sind, durchaus auch den Ausschlag für Arsenal geben. Der Sieg im direkten Duell, die Form (eine Niederlage aus den letzten zehn Ligaspielen gegenüber drei bei Arsenal), das immer noch nachvibrierende 5:3 gegen Chelsea und schließlich der Eindruck, dass Mauricio Pochettino inzwischen der bessere Trainer ist als Arsène Wenger, führen dazu, dass die Weißen vor den Roten bleiben. (dan)

9. (=) Manchester United

Premier League: Vierter
FA Cup: Achtelfinale bei Preston North End
League Cup: Aus in der zweiten Runde bei Milton Keynes Dons
Bilanz: 14-9-5 (Schnitt 1,82)

Von ihren letzten 17 Spielen haben die Red Devils nur ein einziges verloren (gegen Southampton), und dabei kein einziges Mal mehr als ein Gegentor kassiert. Das ist ein umso beachtlicherer Wert, wenn man bedenkt, dass die allgemeine Einschätzung des Kaders (auch die von Gegen den Ball) die Defensive als große Schwachstelle ausgemacht hatte. Aber Louis van Gaal hat United eine Qualität gegeben, die unsere Kollegen von Spielverlagerung wohl „Erfolgsstabilität“ nennen würden. Gegen die antizyklische Herangehensweise, also mit einem offensivlastigen Kader defensivorientierten Fußball spielen zu lassen, ist nicht das Geringste zu sagen. Da nichts dafür spricht, dass dieser Trainer mit diesem Kader einen spektakulären Einbruch erleidet (ohne Europacupstress), sollte sich United, wie von vornherein prophezeit, einen der ersten vier Premier League-Plätze sichern können. (dan)

8. (-1) Paris Saint-Germain

Champions League: Achtelfinale gegen Chelsea
Ligue 1: Dritter
Coupe de France: Achtelfinale gegen FC Nantes
Coupe de la Ligue: Finale gegen SC Bastia
Bilanz: 23-10-3 (Schnitt 2,19)

Seit der Niederlage in Barcelona in der Champions League und anschließend gegen Guingamp in der Liga ging es mit Paris in der Rangliste der besten Clubs Europas bergab. Dabei verlor man im Anschluss nur eines von zwölf Pflichtspielen (in Bastia). In der Ligue 1 ist PSG dennoch nur Dritter und verpasste zuletzt den Big Point gegen Tabellenführer Lyon (1:1). Der Anspruch eines Top-Ten-Teams Europas müsste sein, in einer im Vergleich zu England, Spanien und Deutschland eher schwächeren Liga herauszustechen. Dies gelingt PSG derzeit nicht. In der Champions League kommt es zum erneuten Aufeinandertreffen mit Chelsea. Im Viertelfinale des letzten Jahres kam Chelsea durch ein Tor von Demba Ba in der 87. Minute aufgrund der Auswärtstorregel weiter. Allerdings sind die Blues personell und mannschaftstaktisch in der Entwicklung vorangeschritten, was man von Paris zu Saisonbeginn (Sieg gegen Barca) auch dachte. Dieser Glaube ist ins Wanken geraten. (mic)

7. (-1) Manchester City

Champions League: Achtelfinale gegen Barcelona
Premier League: Zweiter
FA Cup: Aus in der vierten Runde gegen Middlesbrough
League Cup: Aus in der vierten Runde gegen Newcastle United
Bilanz: 18-9-8 (Schnitt 1,8)

Anfang Januar machte Yaya Touré sein letztes Pflichtspiel für Manchester City. Der gerade zum Afrika-Cup-Sieger gekrönte Nationalspieler der Elfenbeinküste wird die Entwicklung seines Clubs aus der Ferne mit Sorge beobachtet haben, denn ohne Touré gelang City kein Pflichtspielerfolg mehr. Drei Punkte in vier Ligaspielen und das Aus im FA Cup sind deutliche Anzeichen einer Krise. Aber ist es tatsächlich eine Touré-Krise? Abhängigkeiten von einzelnen Spielern sind nie gut, kommen aber in den besten Clubs vor. Dabei knüpfte der Mittelfeldspieler in der Hinrunde nicht an die überragende Vorsaison mit 36 Torbeteiligungen in allen Wettbewerben an. Trotzdem ist er im zentralen Mittelfeld der entscheidende Lenker, seine Vertreter Fernando und Fernandinho haben Schwächen im Spielaufbau. Nun kehrt Touré zurück, ob er nach den Strapazen des Afrika-Cups sofort helfen kann, muss abgewartet werden. Die zweitbeste englische Mannschaft hat in der Premier League entscheidenden Boden auf Chelsea verloren und ist in beiden nationalen Pokalwettbewerben ausgeschieden – die Konzentration auf das Achtelfinale der Champions League erscheint sinnvoll. Mit dem FC Barcelona kommt ein würdiger Gegner, um d1ie internationale Reifeprüfung anzugehen. (krä)

6. (+2) Juventus

Champions League: Achtelfinale gegen Borussia Dortmund
Serie A: Erster
Coppa Italia: Halbfinale gegen Fiorentina
Bilanz: 21-7-3 (Schnitt 2,26)

Juventus ist in der Serie A das, was Bayern in der Bundesliga darstellt. Souverän thront der Tabellenführer über dem Rest der Liga. Juve verlor überhaupt erst eins der 22 Spiele (Bayern eins aus 20), bekam bisher nur zehn Gegentore (Bayern neun) und hat sieben Punkte Vorsprung auf Platz zwei (Bayern acht). Klar, die Serie A ist nicht ganz so stark wie die Bundesliga und in der Champions League-Gruppenphase musste Juve Atlético den Vortritt lassen. Im Achtelfinale ist Juventus gegen den BVB allerdings der Favorit. Juve spielte in den letzten fünf Spielen viermal zu null. Mit Pogba, Tévez, Vidal, Morata, Llorente besitzt Juve viel Offensivpower. Der Trend zeigt nach oben, der Kader ist stark. (mic)

5. (=) Atlético de Madrid

Champions League: Achtelfinale gegen Bayer Leverkusen
La Liga: Dritter
Copa del Rey: Aus im Viertelfinale gegen Barcelona
Bilanz: 23-6-7 (Schnitt 2,08)

Etwas widersprüchlich ist die Indizienlage, wenn man ermitteln will, wie gut Atlético wirklich ist. Betrachtet man nur die Spiele gegen Real Madrid, dann ist die Sache klar: Sechs Spiele, keine Niederlage, dreimal zu null gespielt. Das klingt nach absoluter Weltklasse und Titelanwärter in der Champions League. Betrachtet man nur die Spiele gegen Barcelona, scheint es ebenfalls eindeutig zu sein: Drei Spiele, drei Niederlagen. Demnach wäre Atléti ein Kandidat auf Platz drei in der Liga und einen Champions League-Run, der genau so lange anhielte, bis man auf Bayern, Barcelona oder Chelsea träfe. Sieht man sich die restlichen Spiele gegen in diesem Ranking vertretene Clubs an, wird der Widerspruch nicht aufgehoben: 1:0 und 0:0 gegen Juventus in der Champions League, Niederlage in Valencia. Der jüngste Eindruck vom fantastischen 4:0 gegen Real ist jedoch noch so frisch, dass man Diego Simeone und seinem Team zumindest potenziell alles zutrauen muss – bis hin zum erneuten Finaleinzug. Die Colchoneros sollten allerdings hoffen, statt auf Barcelona lieber ein siebtes Mal in dieser Saison auf den Stadtrivalen zu treffen. (dan)

4. (-1) Chelsea

Champions League: Achtelfinale gegen Paris Saint-Germain
Premier League: Erster
FA Cup: Aus in der vierten Runde gegen Bradford City
League Cup: Finale gegen Tottenham Hotspur
Bilanz: 26-8-3 (Schnitt 2,32)

Chelseas Pokalaus gegen Bradford City im Januar muss zu den großen Sensationen der europäischen Fußballgeschichte gezählt werden: Die Blues führten zu Hause an der Stamford Bridge mit 2:0 gegen den Drittligisten – und verloren noch mit 2:4. Damit erzielten die Bantams, ein Team, das rund um diesen Triumph weder gegen Yeovil Town noch gegen Rochdale, Colchester United oder Port Vale gewinnen konnte, mehr als ein Drittel aller Tore, die Gäste in der ganzen Saison an der Bridge feierten. Zwar lief nicht Chelseas beste Elf auf, aber auch den Reservisten hätte man eine derartige Blamage nicht zugetraut. Nun ist ein solches Pokalaus für uns normalerweise kein Grund, ein Team abzuwerten, das in der Champions League dabei ist und souveräner Tabellenführer einer großen Liga ist. So hat Chelseas Fall auf Platz vier auch weniger etwas mit Bradford zu tun als mit der Stärke Barcelonas, dessen überragende Form dazu geführt hat, dass die Blaugrana Chelsea überholt haben. (dan)

3. (-1) Real Madrid

Champions League: Achtelfinale gegen Schalke 04
La Liga: Erster
Copa del Rey: Aus im Achtelfinale gegen Atlético de Madrid
Bilanz: 29-2-6 (Schnitt 2,41)

Schon vor dem aus Madrider Sicht verhängnisvollen Derbi gegen Atlético hatten wir unsere Überzeugung, Real sei besser als Barcelona, angesichts des famosen Laufs der Katalanen hinterfragt. Das bittere und auch jenseits des Resultats ernüchternde 0:4 im Vicente Calderón aber macht es fast zwingend, dass die Blancos hinter ihren Erzfeind zurückfallen. Nach 22 Siegen in Serie zum Abschluss des Jahres 2014 kam Carlo Ancelottis Team im neuen Jahr noch nicht wieder auf die alte Betriebstemperatur. Aus den vier schwersten Spielen seit dem Jahreswechsel (dreimal Atlético, einmal Valencia) holte Real nur ein Unentschieden. Besonders auffällig zeigte sich dabei, dass der vermeintliche Luxus-Kader bei Weitem nicht alle Ausfälle kompensieren kann. War die lange Verletzung von Luka Modric bisher noch erstaunlich gut aufgefangen worden, so ist Real ohne Modric, Marcelo und Sergio Ramos gleichzeitig einfach keine Weltklassemannschaft. Da zumindest Ramos und Marcelo schnell zurückkehren sollten, wollen wir Madrid damit keineswegs abschreiben, wenn es um die Verteidigung des Champions League-Titels angeht. Aber es muss wohl schon vieles passen, damit dieses Team erneut 4:0 in München gewinnt. (dan)

2. (+2) Barcelona

Champions League: Achtelfinale gegen Manchester City
La Liga: Zweiter
Copa del Rey: Halbfinale gegen Villarreal
Bilanz: 28-2-4 (Schnitt 2,53)

Der FC Barcelona hat den Favoritenkreis auf den Champions-League-Titel erweitert. Standen bisher Chelsea, Bayern und Real eine Stufe über den restlichen Spitzenclubs in Europa, so haben die Katalanen seit dem Jahreswechsel nicht nur auf-, sondern schon überholt. Von einem in den Medien lancierten Bruch zwischen Trainer Luis Enrique und Lionel Messi ist nichts zu erkennen. Der Trainer hat es mittlerweile geschafft, Messi mit Neymar und Luis Suárez zu einer funktionierenden Einheit im Angriff zu formen. Dabei fällt auf, dass sich die Spielweise von Barça verändert hat. Vor allem die drei Pflichtspielerfolge gegen Atlético im Januar haben gezeigt, wie Enrique mit Kontern und Standardsituationen zwei neue Elemente integriert hat. Mit beeindruckenden 19 Siegen aus den vergangenen 21 Pflichtspielen hat sich Barcelona sogar zur Mannschaft mit dem besten Punkteschnitt in Europas Topligen entwickelt. Für Real und Chelsea hat das gereicht, beim FC Bayern greift noch der Winterpausen-Schutz. (krä)

1. (=) Bayern München

Champions League: Achtelfinale gegen Shakhtar Donetsk
Bundesliga: Erster
DFB-Pokal: Achtelfinale gegen Eintracht Braunschweig
Bilanz: 22-4-3 (Schnitt 2,41)

Die einstige Favoriten-Troika hat sich in wenigen Wochen so verwundbar gezeigt, wie wir es nicht für möglich gehalten haben und wie es einem Topfavoriten auf den Champions-League-Titel eigentlich nicht passieren darf. Chelsea machte mit der 3:5-Niederlage in Tottenham den Anfang, die Bayern folgten mit dem 1:4 in Wolfsburg und Real wurde von Atlético beim 0:4 an die Wand gespielt. Für die Münchner war es in der Bundesliga die erste Niederlage unter Josep Guardiola in einem Spiel, in dem es um etwas ging – und insgesamt die erste bedeutsame Niederlage seit dem Aus in der Champions League in der vergangenen Saison gegen Real Madrid. Der Bayern-Motor ist zu Beginn der Rückrunde ins Straucheln geraten. Dante und Medhi Benatia fallen in der Abwehr gegenüber Jérôme Boateng zu deutlich ab. Im Mittelfeld funktionieren die Abläufe zwischen Xabi Alonso und Bastian Schweinsteiger nicht. Und Robert Lewandowski ist immer noch nicht so integriert, dass er Leistungen wie im BVB-Trikot zeigen könnte. Es gibt Baustellen, aber solche Anlaufschwierigkeiten nach fünfwöchiger Pause sind ok. Die wichtigen Spiele kommen erst, und damit ist nicht das CL-Achtelfinale gegen Donetsk gemeint. (krä)

Die Europarangliste im November 2014

In unserem Top-20-Ranking der besten Clubs Europas versuchen wir die Stärken der Clubs aus verschiedenen Ligen miteinander zu vergleichen und damit zugleich eine Prognose über den Saisonverlauf der Teams abzugeben. Es geht also darum, wie erfolgreich die Mannschaften am Ende der Saison letztlich sein werden, nicht um die aktuelle Form der letzten Wochen. Je weiter die Saison fortschreitet, desto weniger kommen wir am aktuellen Geschehen und den tatsächlichen Resultaten vorbei, und am Ende zählt das Potenzial nichts mehr, nur noch das Erreichte.

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20. (17) Napoli

Serie A: Fünfter
Europa League: Gruppenphase gegen BSC Young Boys, Slovan Bratislava und Sparta Praha (Dritter)
Coppa Italia: Start im Achtelfinale
Pflichtspielbilanz: 7-4-4 (Punkteschnitt 1,67)

Nach dem schwachen Saisonstart und dem Aus in der Champions League-Qualifikation konnte sich Napoli zuletzt fangen. Der Sieg gegen die Roma zeigt, dass wir mit unserer nicht unumstrittenen Nominierung Napolis unter die Top 20 Europas doch nicht so ganz falsch gelegen haben. Und wir haben es wieder getan. Napoli hat durchaus seine Stärken. Hinter Juve schießt Napoli am zweithäufigsten in Richtung Tor des Gegners und am häufigsten auf das Tor des Gegners. José Callejón hat bereits acht Treffer erzielt. Gonzalo Higuaín trumpfte zuletzt gegen Rom als Torschütze und Vorlagengeber auf. Der für Frederico Fernández gekommene Kalidou Koulibaly ist der erhoffte Ersatz in der Innenverteidigung und spielt eine starke Saison. Auch wenn Teams wie Zenit oder Wolfsburg mit den Hufen scharren. Wir glauben weiter an das Team von Coach Rafael Benítez. (mic)

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19. (neu) Borussia Mönchengladbach

Bundesliga: Dritter
Europa League: Gruppenphase mit Villarreal, FC Zürich und Apollon Limassol (Zweiter)
DFB-Pokal: Achtelfinale bei Kickers Offenbach
Pflichtspielbilanz: 10-7-0 (Punkteschnitt 2,18)

Nein, Sie haben nicht versehentlich die Europarangliste vom November 1977 angeklickt. Borussia Mönchengladbach unter den besten 20 Clubs Europas? Durchaus, wie wir finden. Übersteht die Borussia diese Woche mit den Auswärtsspielen in Zypern und Dortmund, dann ist die Mannschaft von Lucien Favre genau ein halbes Kalenderjahr lang in allen Wettbewerben ungeschlagen – in dann 19 aufeinanderfolgenden Spielen. Und das bei Dreifachbelastung in Bundesliga, DFB-Pokal und Europa League. Favres auf den ersten Blick simples 4-4-2 hat durch die gezielte Verstärkung der offensiven Außenbahnen durch den Kauf von André Hahn und Ibrahima Traoré deutlich gewonnen – was sich gerade erst am 0:0 gegen Bayern München zeigte, als die Fohlenelf zur erst zweiten Mannschaft seit Real Madrids Halbfinaltriumph im April wurde, die es schaffte, gegen die Bayern zu Null zu spielen. Wie sich Gladbach etwa gegen Teams wie Zenit St. Petersburg, knapp an der Aufnahme in unser aktuelles Ranking gescheitert, schlagen würde, ist spekulativ. Es spricht aber nichts dafür, dass die Borussia in einem solchen Duell chancenlos wäre. (dan)

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18. (neu) Schalke 04

Champions League: Gruppenphase mit Chelsea, Sporting Portugal und NK Maribor (Zweiter)
Bundesliga: Achter
DFB-Pokal: Aus in der ersten Runde bei Dynamo Dresden
Pflichtspielbilanz: 5-4-5 (Punkteschnitt 1,36)

Wen wir ein Team neu in die Rangliste aufnehmen, dass in der laufenden Saison die wenigsten Siege aller hier aufgeführten Mannschaften erringen konnte, dann muss das schon spezielle Gründe haben. Die wollen wir auch nicht verschweigen. Wir glauben an den sehr gut besetzten Kader der Schalker und zudem hat sich die Trainersituation auf Schalke endlich geändert. Zur Bilanz von Jens Keller empfehlen wir den Artikel von Martin Rafelt. Roberto Di Matteo eilt ein guter Ruf voraus, ist er doch CL-Sieger mit Chelsea geworden. Die Arbeit des 44-jährigen Coaches ist allerdings noch schwer einzuschätzen. Welche Idee hat er im Spiel mit dem Ball? Man darf gespannt sein. Die Remis gegen Bayern und Chelsea haben gezeigt, dass Schalkes Team auch auf höchstem Niveau mithalten kann. In der machbaren CL-Gruppe G sollte Schalke Zweiter werden. In der Bundesliga müssten die Knappen mit diesem Spielermaterial eigentlich auf Platz zwei oder drei landen. Allerdings braucht das Team Zeit, Di Matteos Fußball aufzunehmen. Die Verletzungsmisere geht weiter und einige Schlüsselspieler stehen nicht dauerhaft zur Verfügung oder bringen keine Topleistungen (Boateng, Farfan, Draxler, Meyer). Dass Schalke sein Potenzial endlich nutzt, ist somit noch nicht gesagt. Ein erneutes Auf und Ab der Leistungen könnte die Knappen auch wieder aus der Europarangliste katapultieren. Entweder findet der königsblaue Fußball zu einer Identität oder Schalke wird endgültig zur Fahrstuhlmannschaft dieses Rankings. (mic)

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17. (neu) Olympique de Marseille

Ligue 1: Erster
Coupe de France: Start in der neunten Runde
Coupe de la Ligue: Aus im Achtelfinale bei Stade Rennais
Pflichtspielbilanz: 9-1-3 (Punkteschnitt 2,15)

Trainer Marcelo Bielsa ist wohl der Hauptgrund, warum OM in dieser Saison die Tabellenspitze der Ligue 1 schmückt. Der akribische Coach, der unter Taktikfreaks seine Anhänger hat, machte aus dem Tabellensechsten der letzten Saison einen echten Meisterschaftsanwärter. Mit 27 Toren in 12 Spielen ist Marseille das torgefährlichste Team der Liga. In der 3-5-2-Formation des argentinischen Trainers spielt Dimitri Payet eine starke Saison auf der Zehn (3 Tore/4 Assists), André-Pierre Gignac trifft, wie er will (10 Tore) und Nicolas N’Koulou ist der Garant in der Abwehr. Wichtiger als einzelne Spieler ist aber das mannschaftstaktische Konzept. Bielsa ist ein Fan vom Ballbesitzspiel und setzt auf Ballgewinne in der gegnerischen Hälfte. 19 Tore fielen bisher aus dem Spiel, keines durch einen Konter. Marseille schlägt die zweitmeisten Flanken der Liga im Schnitt in den Strafraum. Dabei ist vor allem der linke Flügel die bevorzugte Angriffsseite mit dem 20-jährigen Benjamin Mendy (3 Vorlagen/1.8 Flanken pro Spiel im Schnitt). Die spannende Frage ist nicht, ob Marseille in der Europarangliste noch weiter aufsteigen kann, denn ohne internationalen Vergleich wird dies ein schwieriges Unterfangen. Die Frage ist, ob Marseille tatsächlich auf Dauer vor PSG rangieren kann und die Meisterschaft in Frankreich für sich entscheidet. Dann wäre der begehrteste Transfer sicherlich der des Trainers. (mic)

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16. (19) Valencia

La Liga: Zweiter
Copa del Rey: Start in der vierten Runde gegen Rayo Vallecano
Pflichtspielbilanz: 7-2-1 (Punkteschnitt 2,3)

Valencia ist nicht international vertreten. In der spanischen Liga sorgen sie dafür für Ausrufezeichen. Anfang Oktober konnte man Atlético Madrid die erste Saisonniederlage zufügen. Derzeit ist das Team aus der drittgrößten Stadt Spaniens Tabellenzweiter – noch vor Atlético und Barcelona. Zu dem starken Team von Neu-Trainer Nuno Espírito Santo gehört ein bärenstarker Nicolás Otamendi in der Abwehr, aber auch Spaniens neuer Nationalstürmer Paco Alcácer, der in der EM-Qualifikation schon drei Mal traf und in der laufenden Saison für Valencia vier Tore und vier Assists erzielen konnte. Beim Auswärtssieg gegen Villarreal wurde aber ein anderer Spieler zum Helden. Weltmeister Shkodran Mustafi, vor der Saison für acht Millionen Euro zu Valencia gewechselt, erzielte beim 3:1-Sieg zwei Treffer. „Das war ein wichtiger Sieg, und ich bin glücklich, dass ich meinen ersten Doppelpack geschnürt habe“, so Mustafi anschließend. Valencia könnte in dieser Saison durchaus einen CL-Platz erreichen. Milliardär Peter Lim aus Singapur hatte erst vor kurzem knapp über 70 Prozent der Vereinsanteile des überschuldeten Clubs übernommen. Der Platz in unserer Rangliste ist allerdings nicht direkt käuflich. Valencia wird sich in den kommenden Wochen im Fernduell mit Teams wie Schalke oder Zenit messen lassen müssen, die durch gute Leistungen in der CL weitere Punkte sammeln können. (mic)

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15. (13) Tottenham Hotspur

Premier League: Achter
Europa League: Gruppenphase mit Besiktas, FK Partizan und Asteras Tripolis (Erster)
FA Cup: Start in der dritten Runde

League Cup: Viertelfinale gegen Newcastle United

Ach ja, die Spurs. Freunde und Feinde des Nordlondoner Traditionsclubs neigen gleichermaßen dazu, dem Team eine „Kultur des Scheiterns“ zu attestieren, wie gerade erst wieder der Journalist Jonathan Wilson auf Twitter oder Keir Radnedge im Kicker. Doch so überaus enttäuschend ist die Bilanz des neuen Managers Mauricio Pochettino gar nicht, wenn man nicht jede überraschende Niederlage als Fanal begreifen will. In allen Pokalwettbewerben noch aussichtsreich vertreten, in der Premier League drei Punkte hinter einem Champions League-Platz – das mag nicht fantastisch sein, aber wirklich schlecht ist es einfach auch nicht. Eher unwahrscheinlich, dass Tottenham in dieser Saison unter die Top Four kommt. Der Gewinn eines anderen Titels ist aber nicht unrealistisch, wenn der Vorstand nicht wieder Panik bekommt und einen Trainer feuert, bevor er seinen Spielstil entwickeln konnte. (dan)

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14. (15) Bayer Leverkusen

Champions League: Gruppenphase mit AS Monaco, Zenit und Benfica (Erster)
Bundesliga: Fünfter
DFB-Pokal: Achtelfinale gegen Kaiserslautern

Pflichtspielbilanz: 9-5-3 (Punkteschnitt 1,88)

Das Spiel beim VfB Stuttgart, wo Bayer nach einer 3:0-Führung am Ende mit einem 3:3 nach Hause fuhr, beschreibt die Saison des Werksclubs „in a Nutshell“. Man schlägt Dortmund, Zenit, Benfica und Schalke 04 höchst überzeugend. Verliert aber gegen den HSV, spielt nur remis gegen Paderborn, Stuttgart und Freiburg. Leverkusen kassiert zu viele Gegentore. Der Tabellensechzehnte Freiburg hat ein Tor weniger kassiert (14) als die Truppe von Roger Schmidt (15). Zum anderen nutzt das junge Team von Roger Schmidt die Chancen nicht konsequent aus, wie gegen Stuttgart oder auch Monaco gesehen. Das enorme Pressing hat den Nachteil, dass es Räume öffnet. Die kann der Gegner meist zunächst nicht nutzen, weil er so stark unter Druck steht. Lässt Bayers Druck aber nach und die überfallartigen Angriffe verlieren an Intensität und Genauigkeit, dann kommt Leverkusen ins Schwimmen und die instabile Abwehr frisst Gegentore wie das Krümelmonster die Kekse. Dennoch. Leverkusen führt die CL-Gruppe C an. Bayers Spiel hat eine klare Struktur, es steckt ein klarer Plan dahinter und man hatte schon in den letzten Spielen den Eindruck, dass Roger Schmidts Team besser abgestimmt und ausbalanciert wirkte. (mic)

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13. (12) Liverpool

Champions League: Gruppenphase mit Real Madrid, FC Basel und Ludogorets Razgrad (Dritter)
Premier League: Siebter
FA Cup: Start in der dritten Runde
League Cup: Viertelfinale in Bournemouth
Pflichtspielbilanz: 6-3-6 (Punkteschnitt 1,4)

Die Reds spielen nach der Vizemeisterschaft eine mäßige Saison, in der trotzdem noch vieles möglich ist. Im League Cup wurde zweimal auf den letzten Drücker das Ausscheiden verhindert, gegen Bournemouth dürfte der Einzug ins Halbfinale jedoch gelingen. In der Champions League wiegt die Niederlage gegen den FC Basel tabellarisch noch nicht so schwer, weil die Schweizer ihrerseits in Rasgrad verloren. Und in der Premier League gab es bereits vier Niederlagen, der Rückstand auf den FC Arsenal auf Rang vier beträgt aber nur drei Zähler. Trotzdem droht Liverpool eine ungemütliche Länderspielpause, die nächsten beiden Gegner heißen Real Madrid und Chelsea. (krä)

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12. (14) Roma

Champions League: Gruppenphase mit Bayern München, Manchester City und CSKA Moskva (Zweiter)
Serie A: Zweiter
Coppa Italia: Start im Achtelfinale
Pflichtspielbilanz: 8-2-3 (Punkteschnitt 2)

An Selbstvertrauen mangelt es Romas Trainer Rudi Garcia nicht. Sein Team hatte Anfang Oktober gegen Meister Juventus 2:3 verloren, Garcia sprach im Anschluss trotzdem vom Scudetto: „Ich habe verstanden, dass wir in diesem Jahr den Meistertitel gewinnen werden.“ Bei drei Punkten Rückstand auf Juve ein machbares Vorhaben, allerdings muss die Roma ihre Schwäche in Topspielen ablegen. Am vergangenen Spieltag gab es eine 0:2-Niederlage gegen Napoli, das 1:7 gegen übermächtige Bayern zeigte die internationalen Grenzen unerwartet deutlich auf – einzig gegen Manchester City (1:1) zeigte Garcias Team die reife Leistung, die es konstanter abzurufen gilt. (krä)

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11. (7) Borussia Dortmund

Champions League: Gruppenphase mit Arsenal, Galatasaray und RSC Anderlecht (Erster)
Bundesliga: Siebzehnter
DFB-Pokal: Achtelfinale bei Dynamo Dresden
Pflichtspielbilanz: 8-1-7 (Punkteschnitt 1,56)

Die zwei Gesichter des BVB retten den Ranglisten-Dauergast vor einem tieferen Absturz oder gar einem historischen Sturz von Rang sieben komplett aus Europas Top 20. Bei genauerem Hinsehen stimmt die These mit dem traurigen Bundesliga- und dem vergnügten Champions-League-Gesicht auch gar nicht. Denn sowohl Anderlecht als auch das taktisch völlig unbedarfte Galatasaray spielten der Borussia mit ihren Leistungen, die es in der Bundesliga auch von Abstiegskandidaten nicht gibt, in die Karten. Einzig beim Sieg gegen Arsenal zeigte der BVB die herausragende Leistung, die ihn immer noch zu Deutschlands Nummer zwei und zu einem Kandidaten für das CL-Viertelfinale macht. Im Alltag kämpft das Team von Trainer Jürgen Klopp aber weiterhin mit physischen und taktischen Problemen, die bei Rückständen auch in die Psyche wandern. Bis zur Winterpause folgen noch die Spiele gegen Mönchengladbach, Paderborn, Frankfurt, Hoffenheim, Hertha, Wolfsburg und Bremen. Gelingen dabei fünf oder sechs Siege, ist eine Aufholjagd auf die Champions-League-Plätze nach der Winterpause möglich. (krä)

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10. (9) Arsenal

Champions League: Gruppenphase mit Borussia Dortmund, Galatasaray und RSC Anderlecht (Zweiter)
Premier League: Vierter
FA Cup: Start in der dritten Runde
League Cup: Aus in der dritten Runde gegen Southampton
Pflichtspielbilanz: 8-6-3 (Punkteschnitt 1,77)

Alle, aber auch wirklich alle Indizien sprechen dafür, dass Arsenal für sein Festhalten an Arsène Wenger mit einer weiteren typischen Wenger-bei-Arsenal-Saison belohnt wird: Knapper Einzug in die Champions League, stark gegen kleine Gegner, unfähig, die ganz Großen zu schlagen. Inzwischen sind es 16 Premier League-Topspiele am Stück gegen Chelsea, Manchester City und Manchester United, die die Gunners nicht gewonnen haben – eine Serie, die sich inzwischen über fast drei Jahre erstreckt. Alle Mannschaften, die Arsenal in dieser Ligasaison schlagen konnte, stehen aktuell auf Platz 15 oder schlechter. Dass diese Bilanz trotzdem für Platz vier reicht, liegt an der durchwachsenen Form vieler Konkurrenten wie City, Liverpool oder United. Der wahrscheinliche Saisonverlauf mit dem erneuten Achtelfinalaus in der Champions League und Platz vier in der Liga mag dem Etikett „Boring Arsenal“ neue Berechtigung verleihen. Aber es ist nicht so, dass es in Europa 20 andere Clubs gäbe, die so etwas Jahr für Jahr mit der Präzision eines elsässischen Uhrwerks schaffen. (dan)

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9. (10) Manchester United

Premier League: Zehnter
FA Cup: Start in der dritten Runde
League Cup: Aus in der zweiten Runde bei Milton Keynes Dons
Pflichtspielbilanz: 3-4-4 (Punkteschnitt 1,18)

Manchester United ist in unserem aktuellen Ranking um einen Rang gestiegen und hat die Platzierung mit Arsenal getauscht. Das weniger aufgrund der tatsächlichen Resultate (auch wenn United eine von nur zwei Mannschaften ist, die in dieser Premier League gegen Chelsea punkten konnten), sondern weiterhin eingedenk des großen Potenzials, das wir bei den Red Devils in der Kombination Kader – Manager Louis van Gaal – geringe Belastung ohne Europacup und Ligapokal sehen. Mag sein, dass die Defensive Uniteds auch mit Daley Blind und Marcos Rojo noch nicht höchsten Ansprüchen genügt. Das gilt gleichermaßen aber auch für Arsenal – mit dem Unterschied, dass die Gunners bei Weitem nicht so eine hochkarätig besetzte Offensive haben wie Manchester mit Ángel di María, Falcao, Robin van Persie, Wayne Rooney und Juan Mata. Wann Van Gaals Team Arsenal überholt haben wird, ist eine Frage des Zu welchem Zeitpunkt, nicht des Ob. (dan)

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8. (11) Juventus

Champions League: Gruppenphase mit Atlético de Madrid, Olympiakos und Malmö FF (Dritter)
Serie A: Erster
Coppa Italia: Start im Achtelfinale
Pflichtspielbilanz: 9-1-3 (Punkteschnitt 2,15)

Juventus präsentiert sich in Italien einmal mehr als das Nonplusultra. „Nicht noch weiter“, heißt das auf Latein und dies konnte Juve zumindest Milan und dem AS Rom im bisherigen Saisonverlauf schon zurufen. Die beiden Siege gegen starke Kontrahenten aus der Liga verleihen der alten Dame in unserer Rangliste Flügel – allerdings auch begünstigt durch die Schwächephase von Clubs wie Arsenal und Borussia Dortmund. Auf der anderen Seite gibt es ein Team, das ebenfalls Latein beherrscht und Juve in der CL-Gruppe A deutlich das Stop-Schild zeigte. Im Spiel gegen Atletico wurde Juve kontrolliert und gab keinen Schuss auf das Tor der Spanier ab. Auch die peinliche Niederlage bei Olympiakos hinterlässt Fragezeichen. Juve ist in Italien die beste Mannschaft, aber wie weit geht es auf internationaler Bühne? Derzeit läuft viel über die Superstars Carlos Tévez und Arturo Vidal. Fernando Llorente hat erst ein Ligator. In der CL hat noch keiner außer Tévez getroffen. Im Heimspiel gegen Olympiakos ist nun ein Sieg Pflicht, ansonsten ziehen wir im nächsten Ranking die „Nicht noch weiter“-Karte. (mic)

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7. (5) Manchester City

Champions League: Gruppenphase mit Bayern München, Roma und CSKA Moskva (Dritter)
Premier League: Dritter
FA Cup: Start in der dritten Runde
League Cup: Aus in der vierten Runde gegen Newcastle United
Pflichtspielbilanz: 7-4-5 (Punkteschnitt 1,56)

Es sind die Stärke des Kaders und die Erfahrung von Manuel Pellegrini, die City so weit oben in unserem Ranking halten. Dabei enttäuschen die Citizens einmal mehr in der Champions League, wo sie nach einer etwas unglücklichen, aber respektablen Niederlage in München auch gegen Roma und in Moskau nicht gewinnen konnten, wobei sie im Geisterspiel von Khimki sogar einen Zwei-Tore-Vorsprung verspielten. Der Derbysieg gegen United half zuletzt, aufkommende Unruhe im Umfeld wieder etwas zu besänftigen, die nach Niederlagen in West Ham und im Ligapokal gegen Newcastle aufgekommen war. Nüchtern betrachtet, hat City noch alle Chancen auf das Achtelfinale in der Champions League, wenn man am letzten Spieltag in Rom gewinnen sollte. Und in der Liga spielt City in den neun verbleibenden Hinrundenspielen nur noch gegen zwei Mannschaften aus den Top Acht, und das sind Swansea City und Southampton. Vielen Punkten bis Weihnachten steht also nicht viel im Weg. (dan)

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6. (8) Atlético de Madrid

Champions League: Gruppenphase mit Juventus, Olympiakos und Malmö FF (Erster)
La Liga: Dritter

Copa del Rey: Start in der vierten Runde gegen L’Hospitalet
Pflichtspielbilanz: 10-3-2 (Punkteschnitt 2,2)

Den größten Sprung nach oben in den Top Ten der Rangliste hat Atlético gemacht. Wir müssen zugeben, dass wir der Mannschaft von Diego Simeone nicht zugetraut hatten, ihre starke Vorjahresform so fortzusetzen, wie es zurzeit zu beobachten ist, obwohl Diego Costa, Thibaut Courtois und Filipe Luis nach Chelsea wechselten. Dass das Team nicht einbrechen würde, lag zwar nahe – dazu ist Atlético unter Simeone einfach seit Jahren zu konstant in den Leistungen. Aber nach zuletzt sieben Siegen aus acht Pflichtspielen, darunter sechs Zu-null-Spiele, muss man konstatieren, dass Atlético wieder ein ernsthafter Kandidat für den spanischen Titel ist. Und in der Champions League zeigte der Sieg über Juventus, bei dem die Gäste keinen einzigen Schuss aufs Tor brachten, dass auch in Europa wieder einiges gehen könnte für die Rojiblancos. (dan)

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5. (4) Barcelona

Champions League: Gruppenphase mit Paris Saint-Germain, AFC Ajax und APOEL (Zweiter)
La Liga: Vierter
Copa del Rey: Start in der vierten Runde gegen Huesca
Pflichtspielbilanz: 9-1-3 (Punkteschnitt 2,15)

Bis vor zehn Tagen hatte Barcelona in der Liga noch kein einziges Gegentor kassiert. Dann kam Luis Suárez nach seiner Sperre in die Mannschaft. Fortan verlor Barca zwei Spiele in Folge und blieb im Heimspiel gegen Celta de Vigo sogar zum ersten Mal seit 56 Begegnungen wieder ohne eigenes Tor im Nou Camp. Das wirft zumindest als erster Eindruck ein schiefes Licht auf die Verpflichtung von Suárez, der erst noch zeigen muss, in einem 4-3-3 auf der Außenbahn seine Stärke optimal einbringen zu können. Auch könnte, so die ersten Anzeichen, die defensive Balance verloren gegangen sein. Allerdings sind zwei Spiele viel zu wenig Zeit, um so negative Urteile über eine individuell und mannschaftstaktisch so stark besetzte und eingespielte Mannschaft zu fällen. Die Niederlage in Paris in der Champions League, die ein wesentlicher Faktor für unsere Herabstufung der Blaugrana war, deutete aber schon an, dass die allerbesten Teams des Kontinents in dieser Saison zu stark für das Team von Luis Enrique sein könnten. (dan)

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4. (6) Paris Saint-Germain

Champions League: Gruppenphase mit Barcelona, AFC Ajax und APOEL (Erster)
Ligue 1: Zweiter
Coupe de France: Start in der neunten Runde
Coupe de la Ligue: Start im Achtelfinale
Pflichtspielbilanz: 9-7-0 (Punkteschnitt 2,13)

Als einziges Team in Frankreichs Ligue 1 ist Paris St. Germain noch ungeschlagen. Dennoch sind die Mannen um Coach Laurent Blanc nicht Tabellenführer. Das liegt zum einen an Marseille, das eine große Saison spielt, vor allem aber an den vielen Remis, die sich die Hauptstädter erlauben. Sechs Unentschieden u.a. gegen Monaco, Toulouse und Lyon sind es an der Zahl. In der Champions League bewies das Team von Laurent Blanc allerdings, dass sie auch ganz große Teams schlagen können. Solche Erfolge gegen Spitzenteams der Europarangliste bleiben von uns nicht unbemerkt und so haben wir Paris nach dem sensationellen Sieg gegen Barca zwei Plätze nach oben geschoben. Barcas Schwächen gegen Spitzenteams und der direkte Vergleich lassen uns an PSG glauben. Paris hat mit Thiago Silva und David Luiz eins der besten Innenverteidgerduos des Planeten und ist vorne mit Zlatan Ibrahimovic (5 Liga-Tore), Edinson Cavani (5) und Lucas (5) ehedem gut besetzt. Paris wirkt als Mannschaft gewachsen und in diesem Jahr zu allem fähig. (mic)

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3. (3) Bayern München

Champions League: Gruppenphase mit Manchester City, Roma und CSKA Moskva (Erster)
Bundesliga: Erster
DFB-Pokal: Achtelfinale gegen Eintracht Braunschweig
Pflichtspielbilanz: 12-3-1 (Punkteschnitt: 2,44)

In der September-Ausgabe schrieben wir von personellen, taktischen und läuferischen Defiziten, aufgrund derer wir den hochwertigen Kader der Bayern hinter Real und Chelsea einsortierten. Schnell stellte sich in den Wochen danach heraus, dass es Probleme auf extrem hohem Niveau waren. Denn seit der Niederlage im Supercup gegen Borussia Dortmund sind die Bayern ungeschlagen und kassierten sechs Gegentore. Warum klettert der Deutsche Meister in der Europarangliste trotzdem nicht? Weil wir die Top 3 sehr nah beieinander sehen und die Serien von Real und Chelsea nicht weniger beeindruckend sind. Die Rückkehr von Bastian Schweinsteiger, Thiago und Javi Martínez könnte in der Rückrunde dann das entscheidende Puzzleteil für eine richtig große Saison werden. (krä)

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2. (2.) Real Madrid

Champions League: Gruppenphase mit Liverpool, FC Basel und Ludogorets Razgrad (Erster)
La Liga: Erster
Copa del Rey: vierte Runde gegen UE Cornellà
Pflichtspielbilanz: 13-1-3 (Punkteschnitt 2,35)

Es brach zwar kein Sturm der Entrüstung über uns ein, aber dennoch war die Platzierung von Real Madrid nach zwei Niederlagen in der Liga, dazu der Pleite im Supercup auf dem zweiten Rang der Europarangliste September nicht unumstritten. Vielleicht darf man einwerfen, dass Real Madrid amtierender Champions League-Titelträger ist? Viel wichtiger für die Einordnung in der Europarangliste ist aber, welches Abschneiden trauen wir dem Team am Saisonende zu und das berechnen wir wie immer aus Kaderstärke, Qualität des Trainers und der aktuellen Form, die einen Hinweis auf das letztendliche Abschneiden geben sollte. Seit der letzten Europarangliste im September hat Real Madrid 46 Tore in 11 Spielen erzielt. Das sind im Schnitt 4,2 Tore pro Spiel! Dabei war nicht nur Laufkundschaft. Die Königlichen siegten in Liverpool mit 3:0 und gewannen den Classico mit 3:1. In der Liga ist das Team von Carlo Ancelotti Tabellenführer, hat die letzten sieben Spiele gewonnen und auch in der Champions League steht man verlustpunktfrei da. Atléticos Präsident sagte unlängst gegenüber Radio 4G: „Jedes Team hat seinen Zyklus. Barcelona hatte seinen, gegenwärtig aber nicht mehr. Das Real Madrid im Hier und Jetzt ist natürlich sensationell.“ Der deutsche Fokus in der Berichterstattung über Real Madrid liegt meist auf Toni Kroos. Der Weltmeister macht seine Sache in Madrid auch richtig gut. Er ist (hinter Teilzeitarbeiter Xavi) der passsicherste Spieler der Liga (93,6 Prozent der Pässe kommen an) und gab bisher in CL und Liga sechs Torvorlagen. Aber, Ehre wem Ehre gebührt! Cristiano Ronaldo hat in Liga und CL zusammen schon 20 Tore erzielt! Keine Frage. Die Offensivmaschine Real mit diesem Ausnahmespieler bleibt weiterhin unter den Favoriten auf den CL-Sieg und bei uns mit hauchdünnen Abständen auf Chelsea und Bayern auf Rang zwei. (mic)

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1. (1) Chelsea

Champions League: Gruppenphase mit Schalke 04, Sporting Portugal und NK Maribor (Erster)
Premier League: Erster
FA Cup: Start in der dritten Runde
League Cup: Viertelfinale bei Derby County

Es gehört zu den Merkwürdigkeiten des aktuellen europäischen Fußballs, dass die drei bis fünf besten Teams des Kontinents fast unschlagbar erscheinen, wenn sie auf andere Mannschaften treffen, untereinander aber nicht viele Indizien dafür existieren, wer sich am Ende durchsetzen würde, wenn Bayern, Madrid oder Chelsea aufeinanderträfen. Die spektakuläre Form von Bayern und Real überdeckt in der Wahrnehmung etwas, wie überaus konstant und souverän Chelsea durch die Saison gleitet und selbst die Verletzung von Diego Costa ohne größere Probleme wegstecken kann. Als einzige Ranglistenmannschaft neben PSG (und Mönchengladbach!) noch ungeschlagen, gewann Chelsea alle Ligaspiele bis auf die beiden schweren Gastspiele in Manchester – in beiden kassierten die Londoner noch späte Gegentore, standen jeweils auch da vor dem Sieg. Seit wir Chelsea im September auf Platz eins des Rankings setzten, haben zwar Bayern und Real Madrid ihre Form sichtlich gesteigert. Es gibt aber einstweilen keinen Grund, Chelsea herabzustufen. Eine individuell auf allen Positionen herausragend besetzte, taktisch ausgereifte Mannschaft mit großem Trainer und einer guten Mischung aus Jugend und Erfahrung, die in dieser Saison alles gewinnen kann – gegen die anderen Topmannschaften aber an einem schlechten Tag sicher auch ausscheiden könnte. (dan)

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Di Matteo-Überraschung. Ein Balanceakt.

Nach 22 Monaten ist Jens Kellers Zeit auf Schalke abgelaufen. Seine reine Ergebnis-Bilanz war zwar insgesamt zufriedenstellend, sein Fußball hinterließ aber viele Fragezeichen. Dieses Satzzeichen stellt sich derzeit auch hinter dem neuen Übungsleiter. Roberto Di Matteo ist ein Neuling in der Bundesliga. Gegen den Ball hat sich seinen Werdegang einmal angesehen.

Roberto Di Matteo

Der 44-jährige Coach wurde in der Saison 2011/12 Champions League- und FA Cup-Sieger mit Chelsea. Sein Wirken als Trainer begann allerdings in den Niederungen der League One (dritte englische Liga). Dort erreichte er mit Milton Keynes den dritten Tabellenplatz, scheiterte dann jedoch in den Aufstiegsplayoffs. Dennoch holte ihn der Zweitligist West Bromwich Albion, mit dem ihm 2009/10 der Aufstieg in die Premier League gelang.

Dort wurde Di Matteo im Februar 2011 auf Platz 17 liegend gefeuert. “Roberto wurde ein Opfer der ‘Hire and Fire’-Mentalität, unter der das Fußballgeschäft heute leidet”, kommentierte damals Richard Bevan, Chef der League Managers Association gegenüber thenational.ae. Der Geschasste konnte die Entlassung später mit Humor nehmen. “Schaut, wo ich jetzt bin”, sagte er rückblickend als Chelsea-Coach. “Ich glaube also, die Entlassung damals war keine so schlechte Sache”, so der spätere CL-Sieger mit einem Lächeln.

Viele deutsche Fußballfans sind der Meinung, der Champions League-Sieg unter Di Matteo sei unverdient gewesen, da er nur Glück gehabt habe. Dieser Eindruck täuscht. Bis zum Titelgewinn schlug Chelsea immerhin Leverkusen, Genk, Valencia, Neapel, Benfica und den FC Barcelona. Die Spielweise der Blues war gegen den FC Bayern und zuvor gegen Barcelona zwar ultradefensiv und damit nicht unbedingt attraktiv, doch genau hier liegt die Stärke von Di Matteo.

Er hatte erkannt, dass sein Team spielerisch mit Barcelona und Bayern nicht mithalten kann und wählte eine defensive Einstellung. Das ist nicht nur legitim, sondern genau das, was ein Fan oder Clubboss von seinem Trainer erwartet. Er holte das Beste aus seinen Möglichkeiten heraus.

Aber noch einmal zum Thema Spielstil: Bei Chelsea hatte Di Matteo Andre Villas-Boas beerbt. Der Konzept-Trainer Villas-Boas hatte zuvor in einem 4-3-3-System spielen lassen, Di Matteo wich davon ab. Das Team agierte nun nicht mehr hochstehend und die Zeit des konsequenten Pressings war vorbei. Der Italiener gab den Leistungsträgern und alten Haudegen das Selbstvertrauen zurück und spielte den Fußball, der mit den vorhandenen Spielertypen möglich war.

Gegen Barcelona und Bayern rückte zeitweise ein fünfter Spieler in die Abwehrkette, um den Raum so kompakt wie möglich zu halten. Der Stempel, ein Trainer zu sein, dessen Konzept einzig die defensive Spielweise ist, haftet Di Matteo bis heute an. Dabei wurde er gerade, als er bei Chelsea mit zum Teil neuem Personal ein gepflegtes Kurzpassspiel aufziehen wollte, schon wieder gefeuert.

Der vermeintliche Defensiv-Spezialist war mit seinem Team zu diesem Zeitpunkt auf der Suche nach der Balance zwischen Offensive und Defensive. “Jeder will die Spieler zaubern sehen, aber um Spiele zu gewinnen, musst du Balance schaffen. Das ist die Herausforderung”, sagte er damals. Je mehr Di Matteo für das offensive Spiel tat, desto problematischer wurde die Lage.

Nach seiner Entlassung äußerte sich John Obi Mikel: „Ich glaube, wir haben schon ein gutes Spiel nach vorne entwickelt, aber wenn man den Ball verliert, dann muss man verteidigen, das geht nicht mit nur sechs Spielern, das musst du mit dem ganzen Team machen.“ Chelsea hatte also ähnliche Probleme wie Schalke. Das kollektive Verteidigen und defensive Umschalten funktionierten nicht.

Fazit: Das Vorurteil, Roberto di Matteo sei ein reiner Defensiv-Trainer, stimmt nicht. Di Matteo lässt einen positionsbezogenen Fußball spielen und richtet sich nach dem vorhandenen Spielermaterial. Er ist ein Trainer, der viel mit den Spielern spricht. Da er die deutsche Sprache fließend beherrscht, wird er kaum Anpassungsprobleme haben.

Horst Heldt entschied sich mit Di Matteo für eine Lösung, bei der man sich auf die internationale Erfahrung und den nachweislichen Erfolg des Kandidaten auf höchster Ebene berufen kann. Welche Idee Di Matteo vom Spiel mit dem Ball hat, wird man vermutlich erst in einigen Wochen beurteilen können. Zuletzt verlor Schalke Spiele, in denen das Team das Spiel machen musste. An dieser Stelle muss der neue Coach ansetzen. Das Team ist auf der Suche nach der richtigen Balance zwischen Angriff und Abwehr. Insofern darf Roberto Di Matteo in gewisser Weise dort weiter machen, wo er bei Chelsea aufgehört hatte.

Prognose: Die Bundesliga-Vorschau

Wer vor der WM in Brasilien Spanien als neuen Weltmeister vorhergesagt hatte, sollte die Prognostiker-Karriere womöglich aufgeben. Unerschütterlich wie wir sind, wagen wir vor dem Bundesliga-Start den nächsten Versuch. Meister und erster Absteiger sind allgemeiner Konsens. Dazwischen gibt es mit Augsburg, Hannover, Hoffenheim und Schalke positive wie negative Überraschungen.

SC Paderborn 07

Vorsaison: Zweiter (2. Bundesliga)
Trainer: André Breitenreiter
Wichtigste Zugänge: Moritz Stoppelkamp (1860 München), Stefan Kutschke (Wolfsburg), Marvin Bakalorz (Frankfurt), Marvin Ducksch (BVB)
Wichtigste Abgänge: Johannes Wurtz (Fürth), Rick ten Voorde (Dordrecht), Markus Krösche (Karriereende)
Gegen den Ball-Prognose: Achtzehnter

Wenn man die Worte Paderborn und Qualität in einem Satz unterbringen will, dann muss man über den Trainer sprechen. Als Gast beim TSV Havelse konnte ich mir im März 2013 persönlich ein Bild von Breitenreiter machen, der mit dem Regionalligaclub den Aufstieg nur knapp verpasste und in der ersten Pokalrunde den 1. FC Nürnberg besiegen konnte. Im Mai wechselte Breitenreiter nach Paderborn und machte das Unmögliche möglich. Paderborn spielt erstklassig. Breitenreiter ist ein Senkrechtstarter im Traineramt, der mit taktischer Flexibilität und guter Ansprache begeistern kann. Wenn der Königstransfer aber den Namen Stoppelkamp trägt, dann sollte man realistisch bleiben. Trotz des guten Trainers rangiert der Kader klar unter Bundesliganiveau und am Ende werden Mahir Saglik und Co. absteigen. Der Trainer allerdings, könnte bei einem potenteren Club den nächsten Schritt machen. (mic)

FC Augsburg

Vorsaison: Achter
Trainer: Markus Weinzierl
Wichtigste Zugänge: Abdul Rahman Baba (Fürth), Caiuby (Ingolstadt) Nikola Djurdjic (Fürth), Markus Feulner (Nürnberg), Tim Matavz (Eindhoven), Shawn Parker (Mainz)
Wichtigste Abgänge: André Hahn (Mönchengladbach), Ji Dong-Won (BVB), Arkadiusz Milik (Leverkusen), Matthias Ostrzolek (HSV), Kevin Vogt (Köln)
Gegen den Ball-Prognose: Siebzehnter

Der FC Augsburg arbeitet mittlerweile im vierten Jahr an der Beziehung zu den selbsternannten Bundesliga-Experten. Die Fuggerstädter wehrten sich erfolgreich gegen die Rolle der kleinen Geliebten, die schnell wieder in die 2. Liga abgeschoben werden sollte. Augsburg galt drei Jahre lang als sicherer Abstiegskandidat und triumphierte am Ende stets über die Prognostiker. In diesem Sommer hat sich aber etwas verändert. Nach Rang acht, knapp verpasster Europa-League-Teilnahme und taktisch klugem Fußball werden die Augsburger ins sichere Mittelfeld der Liga gelobt. Nicht so bei Gegen den Ball. Unabhängig vom Pokalaus in Magdeburg glauben wir an ein erneutes Abtauchen in den Abstiegskampf – mit bösem Erwachen. Die Mannschaft spielte insgesamt über ihre Verhältnisse, im Speziellen gilt das für die Innenverteidiger Ragnar Klavan und Jan-Ingwer Callsen-Bracker sowie Mittelfeldspieler Tobias Werner. Verknüpft mit den schwer zu ersetzenden Abgängen Hahn, Vogt und Ostrzolek wird es Augsburgs Spiel an der offensiven Durchschlagskraft mangeln. (krä)

SC Freiburg

Vorsaison: Vierzehnter
Trainer: Christian Streich
Wichtigste Zugänge: Roman Bürki (Grashoppers), Mike Frantz (Nürnberg), Sebastian Mielitz (Bremen), Stefan Mitrovic (Benfica Lissabon), Sascha Riether (Fulham)
Wichtigste Abgänge: Oliver Baumann (Hoffenheim), Francis Coquelin (Arsenal), Gelson Fernandes (Stade Rennes), Matthias Ginter (BVB)
Gegen den Ball-Prognose: Sechzehnter

Schon im vergangenen Jahr sagten wir dem SC Freiburg mit Rang 16 eine schwere Saison voraus. Nun gehen die Breisgauer in ihre sechste Bundesliga-Saison in Folge, eine beachtliche Leistung angesichts der finanziellen Möglichkeiten. Die Voraussetzungen scheinen auf den ersten Blick besser zu sein, als in der vergangenen Saison. Da verließen mit Johannes Flum, Daniel Caligiuri, Max Kruse, Cedric Makiadi und Jan Rosenthal gleich fünf Stammspieler den Club und mit der Europa League gab es eine ungewohnte Doppelbelastung. Aktuell ist die Mannschaft eingespielter und kann sich auf die Liga konzentrieren. Trotzdem glauben wir erneut an den Einzug in die Relegation. Mit Ginter fehlt der Spielmacher aus der Tiefe und Stürmer Admir Mehmedi muss in Watte gepackt werden – der SC ist zu abhängig von den Toren des Schweizers. (krä)

Mainz 05

Vorsaison: Siebter
Trainer: Kasper Hjulmand
Wichtigste Zugänge: Daniel Brosinski (Greuther Fürth), Filip Djuricic (Benfica Lissabon), Gonzalo Jara (Nottingham Forest)
Wichtigste Abgänge: Eric-Maxim Choupo-Moting (Schalke 04), Nicolai Müller (HSV), Zdeněk Pospěch (Opava)
Gegen den Ball-Prognose: Fünfzehnter

Nach den Niederlagen in der Europa League-Qualifikation und in der ersten Runde des DFB-Pokals liegt es nahe, dem FSV Mainz 05 eine problematische Saison zu prognostizieren. Darum geht es aber nicht primär. Mainz gehörte in den letzten Jahren vom Etat her immer in die untere Tabellenhälfte. Der sehr gute Trainer ließ den qualitativ eher mauen Kader aber über die Verhältnisse spielen. Durch die gute Infrastruktur hat sich Mainz nach und nach einen kleinen Vorteil gegenüber Mannschaften wie Augsburg und Freiburg geschaffen. Wenn man allerdings den Trainer verliert, der aus einem Abstiegskampfteam eine Mannschaft im gesicherten Mittelfeld macht, und zusätzlich noch Leistungsträger abgeben muss, ohne adäquaten Ersatz zu bekommen, dann scheint die Zeit, in denen Mainz den anderen einen Schritt voraus war, nun dem Ende zuzugehen. (mic)

1. FC Köln

Vorsaison: Meister der 2. Liga
Trainer: Peter Stöger
Wichtigste Zugänge: Tomas Kalas (Chelsea), Osako Yuya (1860 München), Kevin Vogt (FC Augsburg), Simon Zoller (FC Kaiserslautern), Dusan Svento (Red Bull Salzburg), Mergim Mavraj (SpVgg Fürth), Pawel Olkowski (Górnik Zabrze)
Wichtigste Abgänge: Adil Chihi (Fulham), Kevin McKenna
Gegen den Ball-Prognose: Vierzehnter

Mit Köln ist ein großer Club zurück in der Bundesliga, und vieles spricht dafür, dass beim FC diesmal die Voraussetzungen für einen längeren Verbleib in der Liga gegeben sind als nach den vorherigen vier Aufstiegen, als die durchschnittliche Zeit bis zum Wiederabstieg zwei Saisons betrug. Denn mit einem besonnenen Sportdirektor in Jörg Schmadtke und einem renommierten, ruhig arbeitenden Trainer wie Peter Stöger besitzt der Club eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Führungsstruktur. Solche Strukturen kommen in Köln allerdings erfahrungsgemäß schnell auf den Prüfstand, sobald es mal sportlich nicht läuft. Aber der Kader sollte die schlimmsten Tiefen des Abstiegskampfs auf Distanz halten können. Wenn man andernorts gerne die mangelnde Breite eines Kaders moniert, so könnte man in Köln eher das Gegenteil sagen: Auch die Alternativen sind für die meisten Positionen für einen Aufsteiger ordentlich besetzt. Ob die individuelle Klasse in der Startelf für mehr als einen Platz im unteren Mittelfeld reicht, ist eine andere Frage. Unter Stöger kam der FC allerdings in der 2. Liga nicht primär über Einzel-, sondern über geschlossene Mannschaftsleistungen. Das ist eine gute Ausgangsbasis für einen Platz zwischen Zehn und 15 in der Bundesliga. (dan)

Hertha BSC

Vorsaison: Elfter
Trainer: Jos Luhukay
Wichtigste Neuzugänge: Valentin Stocker (Basel), Julian Schieber (BVB), Jens Hegeler (Leverkusen), Johnny Heitinga (Fulham), Marvin Plattenhardt (Nürnberg), Genki Haraguchi (Urawa Reds)
Wichtigsten Abgänge: Adrián Ramos (BVB), Levan Kobiashvili (Karriereende), Per Skjelbred (HSV)
Gegen den Ball-Prognose: Dreizehnter

Warum wir die Hertha zwei Plätze schlechter als im letzten Jahr einschätzen? Wer sich in der Bundesliga nicht verstärkt, sondern tendenziell verschlechtert, der wird es schwer haben, die gezeigten Leistungen zu bestätigen. Adrián Ramos sorgte im letzten Jahr für 16 Tore und sechs Vorlagen. Für den Dortmunder Neuzugang wurde der BVB-Fehleinkauf Julian Schieber geholt. Schieber konnte sich beim BVB nicht einmal als Joker in Position bringen und hat sich eher zurück- als weiterentwickelt. Auch seine ersten Auftritte im Dress der Berliner machen wenig Hoffnung darauf, dass er ein adäquater Ramos-Ersatz werden kann. Dazu kommt die vermutlich langwierige Verletzung von Schlüsselspieler Tolga Cigerci. Jos Luhukay muss wieder alle taktische Erfahrung einbringen, um die Hertha vor dem Abstieg zu bewahren. (mic)

Werder Bremen

Vorsaison: Zwölfter
Trainer: Robin Dutt
Wichtigste Zugänge: Izet Hajrovic (Galatasaray), Alejandro Galvez (Rayo Vallecano), Fin Bartels (FC St Pauli)
Wichtigste Abgänge: Aaron Hunt (Wolfsburg), Aleksandar Ignjovski (Eintracht Frankfurt), Sebastian Mielitz (Freiburg), Lukas Schmitz (Fortuna Düsseldorf)
Gegen den Ball-Prognose: Zwölfter

In der Winterpause der vergangenen Saison erhielt Robin Dutt in einer Umfrage unter den Lesern des Kicker ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt: Er wurde zum schlechtesten Trainer der Bundesliga gewählt. Das war ein wirklich erstaunliches Ergebnis, denn Dutt mag kein kommender Champions League-Sieger sein, ein richtig schlechter Trainer ist er aber sicher nicht. Dutt hatte in Bremen keine leichte Aufgabe. Einen Vorgänger zu beerben, der mehr als zehn Jahre bei einem Club gearbeitet hat, ist nie leicht – fragen Sie mal David Moyes. Wenn man dann noch bedenkt, dass Werder im Sommer vor Dutts Ankunft mit Sokratis und Kevin de Bruyne seine beiden besten Spieler verloren hatte und Dutt trotzdem eine deutlich bessere Saison verantwortete als Schaaf in seiner letzten Spielzeit, so kann man ihm sicher nicht pauschal schlechte Arbeit vorwerfen. In der nun kommenden Saison gilt es für Dutt, zu zeigen, dass er mit den weiterhin bescheidenen Mitteln auf dem Erreichten aufbauen und vielleicht den nächsten (kleinen) Schritt machen kann. Wieder ist mit Aaron Hunt ein Leistungsträger gegangen, aber mit Izet Hajrovic steht dafür ein potenzieller neuer Schlüsselspieler im Aufgebot. Wenn der eingespielte Kader funktioniert und die Organisation des Mittelfelds besser klappt als zuletzt, könnte eine sorgenfreie Saison im Mittelfeld bevorstehen. (dan)

Eintracht Frankfurt

Vorsaison: Dreizehnter
Trainer: Thomas Schaaf
Wichtigste Zugänge: Timothy Chandler (1Nürnberg), Makoto Hasebe (Nürnberg), Lucas Piazón (Chelsea), Haris Seferovic (Real Sociedad), Nelson Valdez (Al-Jazira)
Wichtigste Abgänge: Tranquillo Barnetta (Schalke), Sebastian Jung (Wolfsburg), Joselu (Hannover 96), Sebastian Rode (FC Bayern), Pirmin Schwegler (Eintracht Frankfurt)
Gegen den Ball-Prognose: Elfter

Wer solche Abgänge zu verzeichnen hat und mit einem neuen Trainer in die Saison geht, kann in der Tabelle keine großen Sprünge erwarten. Gerade in der Offensive wird vieles neu sein, da dürfte es in der Anfangsphase der Saison noch Anpassungsprobleme geben. Das deutete sich im DFB-Pokal an, als der eingewechselte Alex Meier in den 20 Minuten Spielzeit zum auffälligsten Akteur wurde. Trainer Schaaf will geradliniger als sein Vorgänger Armin Veh spielen lassen – das ehrt den einstigen Rautenverehrer, der in Frankfurt auf ein 4-2-3-1 setzt. Für ein Abrutschen in den Tabellenkeller ist mit Kevin Trapp, Carlos Zambrano, Marco Russ und Makoto Hasebe als zentrale defensive Achse dann aber doch zu viel Qualität vorhanden. (krä)

Hamburger SV

Vorsaison: Sechzehnter
Trainer: Mirko Slomka
Wichtigste Zugänge: Valon Behrami (SSC Neapel), Nicolai Müller (Mainz), Zoltan Stieber (Fürth), Artjoms Rudnevs (Hannover)
Wichtigste Abgänge: Hakan Calhanoglu (Leverkusen), Michael Mancienne (Nottingham Forest), Tomás Rincón (FC Genua)
Gegen den Ball-Prognose: Zehnter

„Es gibt Reis, Baby!“ Beim HSV soll sich in der kommenden Saison nicht jede Beurteilung auf Reis reimen. Dass es dazu nicht kommt, soll unter anderem mit der Verpflichtung von Cléber Janderson Pereira Reis sichergestellt werden. Viel wichtiger ist aber wohl, dass der HSV in ruhigeres Fahrwasser gerät. Dies sollte trotz und gerade wegen Klaus-Michael Kühne gelingen. Trotz seines ständigen medialen Störfeuers und gerade deshalb, weil er finanziell als essentieller Unterstützer auftritt. Didi Beiersdorfer strahlt viel Ruhe aus und verändert die Strukturen grundlegend. Nach Bernhard Peters kommt wohl nun auch Peter Knäbel vom Schweizer Fußballverband. Auch wenn die Unterschrift noch aussteht. Warum ich so viele Worte über das Umfeld verliere? Die zum Teil chaotische Vereinsführung, viele sportliche Fehlentscheidungen und zahlreiche Trainerwechsel haben den HSV fast in Liga zwei geführt. Die Mannschaft wurde im Rahmen der Möglichkeiten sinnvoll verstärkt. Rafael van der Vaart präsentiert sich körperlich in viel besserer Verfassung und das Team wird sich nicht noch einmal so unter Wert verkaufen, wie in der abgelaufenen Saison. Platz zehn dürfte drin sein und als erster Schritt in die richtige Richtung gelten. (mic)

VfB Stuttgart

Vorsaison: Fünfzehnter
Trainer: Armin Veh (neu von Eintracht Frankfurt)
Wichtigste Zugänge: Oriol Romeu (Chelsea), Daniel Ginczek (Nürnberg), Filip Kostic (FC Groningen), Florian Klein (Red Bull Salzburg), Adam Hlousek (Nürnberg)
Wichtigste Abgänge: Arthur Boka (Málaga), Ibrahima Traoré (Mönchengladbach), Rani Khedira (RB Leipzig), Cacau
Gegen den Ball-Prognose: Neunter

Nach einer Saison mit drei verschiedenen Cheftrainern und dem Beinahe-Abstieg, die fast parallel zu der des HSV verlief, ist mit Armin Veh zwar der vierte Coach innerhalb von zwölf Monaten für die Schwaben verantwortlich, aber seine Erfahrung und speziell sein Standing in Stuttgart sollten ein etwas ruhigeres und anhaltenderes Engagement erlauben. Sollten, wenn es nicht der VfB wäre, bei dem Fredi Bobic an mancher heißen Kartoffel länger festhielt als an seinen wichtigsten Angestellten. Veh bietet jedoch die Chance, diesen gerade in Stuttgart (wie in Hamburg) so endemischen Teufelskreis zu durchbrechen. Gab man ihm Zeit, so ist er eigentlich nirgendwo an der Aufgabe gescheitert, eine Mannschaft auf oder über das Niveau zu heben, das der Kader anbietet – mit dem VfB wurde Veh bekanntlich Meister, mit dem HSV kämpfte er um die Europacupplätze, Eintracht Frankfurt führte er aus der 2. Liga in die Europa League. In seiner zweiten Amtszeit beim VfB steht ihm ein, zumindest was die Startelf betrifft, gutes Aufgebot zur Verfügung, mit einem sehr guten Bundesligastürmer in Vedad Ibisevic und einem potenziell spielentscheidenden Mittelfeldzentrum mit Daniel Didavi und Oriol – hier gibt es allerdings auch negativere denkbare Szenarien. Insgesamt sollte es diesmal eine sorgenfreie Saison für den VfB werden. Hoffentlich sind damit alle Entscheidungsträger im Club zufrieden. (dan)

Borussia Mönchengladbach

Vorsaison: Sechster
Trainer: Lucien Favre
Wichtigste Zugänge: André Hahn (Augsburg), Thorgan Hazard (Chelsea), Fabian Johnson (Hoffenheim), Yann Sommer (FC Basel), Ibrahima Traoré (VfB Stuttgart)
Wichtigste Abgänge: Juan Arango (Tijuana), Luuk de Jong (Eindhoven), Marc-André ter Stegen (FC Barcelona)
Gegen den Ball-Prognose: Achter

Unter Lucien Favre hat sich die Borussia in den vergangenen Jahren von einem Abstiegskandidaten zum festen Bestandteil der Liga mit europäischen Ambitionen entwickelt. Der Schweizer hat klare taktische Vorstellungen. Mit seinen schnellen und polyvalenten Zugängen möchte er wieder einen Schritt in Richtung Turbofußball der Saison 2011/12 machen, als mit Marco Reus die Champions League erreicht wurde. Die Vorbereitung hat aber gezeigt, dass die Entwicklung der Mannschaft Zeit braucht, die Automatismen im schnellen Umschaltspiel noch lange nicht greifen. Hinzu kommt die Doppelbelastung aus der Europa League und die Stärke der Konkurrenz, die ein erneutes Vordringen in die Top Sechs verhindern. (krä)

Hannover 96

Vorsaison: Zehnter
Trainer: Tayfun Korkut
Wichtigste Zugänge: Joselu (TSG Hoffenheim), Kiyotake Hiroshi (Nürnberg), Stefan Thesker (Hoffenheim), Miiko Albornoz (Malmö FF), Ceyhun Gülselam (Galatasaray)
Wichtigste Abgänge: Mame Diouf (Stoke City), Huszti Szabolcs (Changchun Yatai), Sébastien Pocognoli (West Bromwich Albion), Didier Ya Konan (Al-Ittihad)

Auf den ersten Blick hat sich der Kader von Hannover 96 nicht verbessert. Die bewährte Qualität der Spieler, die gegangen sind, ist sicher nicht kleiner als die der Neuzugänge. Aber in der Rückrunde unter Tayfun Korkut, der im Winter Mirko Slomka ablöste, waren bei genauem Hinsehen schon sehr gute Ansätze im Spiel der Roten zu sehen. Mit Joselu hat Hannover einen Stürmer geholt, der genau passen könnte, Lars Stindl wird von Jahr zu Jahr besser und wenn Hiroshi Kiyotake die Form seiner Nürnberger Anfangssaison zurückfindet, muss Husztis Abgang kein schwerwiegender Verlust sein. Das sind keine unbestreitbaren Fakten, die Hannover zwingend einen einstelligen Tabellenplatz garantieren. Aber die Intuition zumindest zweier Redakteure von Gegen den Ball sagt: „Da geht was“. Um ehrlich zu sein, waren wir dicht davor, die Roten sogar zu dem Überraschungstipp der Saison schlechthin zu machen – bis jemand uns nochmal auf die Viererkette hinwies. Damit ist eine gute, aber keine Sensationssaison möglich. (dan)

TSG Hoffenheim

Vorsaison: Neunter
Trainer: Markus Gisdol
Wichtigste Zugänge: Oliver Baumann (Freiburg), Ermin Bicakcic (Braunschweig), Pirmin Schwegler (Eintracht Frankfurt), Adam Szalai (Schalke), Steven Zuber (ZSKA Moskau)
Wichtigster Abgang: Fabian Johnson (Mönchengladbach)
Gegen den Ball-Prognose: Sechster

Die Eindrücke aus Vorbereitung und DFB-Pokal dürfen ergebnistechnisch nicht überbewertet werden. Sonst wäre die TSG Hoffenheim ein Kandidat für die Champions League. Die in der vergangenen Saison so anfällige Defensive (70 Gegentore) spielte in sieben Testspielen zu Null, erst im achten Spiel kassierte der neue Torhüter Oliver Baumann gegen den FC Genua einen Gegentreffer. Nun hießen die Gegner auch Sportfreunde Lauffen oder FC Tuggen, aber der Trend lässt sich nicht bestreiten. Offensivliebhaber Markus Gisdol hat mit Pirmin Schwegler womöglich den Schlüsselspieler gefunden, der seinem Konstrukt die Stabilität verleiht. Denn die vielen Gegentore der vergangenen Saison hatten nur bedingt mit der Viererkette zu tun, vielmehr stimmte im Mittelfeld die Aufteilung häufig nicht. Schwegler ist ein Stratege, der seine Rolle diszipliniert ausfüllen und mit seinem Stellungsspiel Löcher stopfen kann. Genauso wichtig ist die Treue von Kevin Volland und Roberto Firmino. Macht das spielstarke Angriffsduo den nächsten Schritt in der Entwicklung, können die 72 Tore aus der Vorsaison (drittbester Ligawert) nochmals getoppt werden. Hoffenheim wird die Überraschungsmannschaft und zieht in die Europa League ein. (krä)

Schalke 04

Vorsaison: Dritter
Trainer: Jens Keller
Wichtigste Neuzugänge: Eric Maxim Choupo-Moting (Mainz), Sidney Sam (Leverkusen), Fabian Giefer (Düsseldorf), Tranquillo Barnetta (Frankfurt)
Wichtigsten Abgänge: Ádám Szalai (Hoffenheim), Kyriakos Papadopoulos (Leverkusen), Tim Hoogland (Fulham)
Gegen den Ball-Prognose: Fünfter

Die Knappen hinter Leverkusen und Wolfsburg nur auf Platz fünf? Das bedarf sicherlich eher einer Erklärung als Paderborns Abschneiden auf dem letzten Platz. Wer die Berichterstattung von Gegen den Ball kennt, der weiß um die Kritik an Trainer Jens Keller. Noch im Mai schrieb ich, Schalke hat auch weiterhin Probleme mit tief stehenden Gegnern, was die Erstrunden-Niederlage gegen Dresden erneut aufzeigen konnte. Die Pokalpleite sei ein Mentalitätsproblem gewesen, heißt es dazu. Mal sind es die Verletzungsprobleme, mal ist es der fehlende Wille – was bleibt ist, dass im Schalker Spiel kaum Fortschritte zu erkennen sind. Dazu kommt die wackelige Defensive in der die Rechtsverteidigerposition weiterhin ein Problem darstellt und auch die Doppelsechs Abstimmungsprobleme aufweist. Jens Keller ist ein solider Trainer, der in der Rückrunde gute Arbeit geleistet hat. Eine taktische Weiterentwicklung der Mannschaft ist allerdings nicht zu erkennen und für einen Club mit diesen Ansprüchen, ist das einfach zu wenig. Die Probleme rund um den Trainer und die enttäuschende Spielweise werden die sportliche Leistung der Schalker begleiten, beeinflussen und am Ende der Saison springt nur Platz fünf dabei heraus. (mic)

VfL Wolfsburg

Vorsaison: Fünfter
Trainer: Dieter Hecking
Wichtigste Neuzugänge: Aaron Hunt (Bremen), Sebastian Jung (Frankfurt), Josuha Guilavogui (Atlético Madrid), Nicklas Bendtner (Arsenal)
Wichtigsten Abgänge: Jan Polak (Nürnberg)
Gegen den Ball-Prognose: Vierter

Wolfsburg ist mittlerweile in zweierlei Hinsicht in der Lage, Leistungsträger von Frankfurt und Bremen abzuwerben. Der Club ist finanziell potent und mit Klaus Allofs und Dieter Hecking auch sportlich professionell aufgestellt. Der Grund, warum wir die Wölfe nach Platz fünf im vergangenen Jahr noch einen Platz besser einschätzen, ist aber die Qualität der Defensive. Sebastian Jung, Naldo, Robin Knoche, Ricardo Rodriguez. Das ist schon eine der besten Viererketten der Liga. Gerade auf den Außenverteidigerpositionen ist man klar stärker bestetzt als die Konkurrenten Schalke und Leverkusen. Dazu Luiz Gustavo und Josuha Guilavogui (oder Malanda) im defensiven Mittelfeld. Nicklas Bendtner wird innerhalb der GDB-Redaktion sehr kritisch gesehen, erhöht die Möglichkeiten in der Offensive aber zweifelsfrei. Wenn sich der VfL nicht zu sehr zwischen den drei Wettbewerben und der unattraktiven Europa League aufreiben lässt, dann winkt im nächsten Jahr die Champions League. (mic)

Bayer Leverkusen

Vorsaison: Vierter
Trainer: Roger Schmidt (neu von Red Bull Salzburg)
Wichtigste Zugänge: Josip Drmic (Nürnberg), Hakan Calhanoglu (HSV), Kyriakos Papadopoulos (Schalke), Wendell (Grêmio), Tin Jedvaj (AS Rom)
Wichtigste Abgänge: Emre Can (Liverpool), Sidney Sam (Schalke)
Gegen den Ball-Prognose: Dritter

Bayer 04 ist aus verschiedenen Gründen schwerer zu beurteilen als Bayern, Dortmund oder auch Schalke. Denn der neue Trainer Roger Schmidt hat nicht nur noch nie in der Bundesliga gearbeitet, sondern will auch einen anderen Fußball etablieren als er zuletzt am Rhein zu sehen war. Das bringt ihm und dem Club viele Vorschusslorbeeren ein. Diverse Medien tippten die Mannschaft zuletzt auf Platz zwei. Es fällt mir persönlich schwer, mir vorzustellen, wie Bayer, das schließlich parallel auch Champions League spielen wird (ebenfalls Neuland für Schmidt), gegenüber dem BVB zehn Punkte oder mehr wettmachen soll. Denn so gut der Leverkusener Kader sein mag – der von Dortmund ist sicher nicht schlechter. Und dort weiß man inzwischen, wie Doppelbelastung funktioniert, der Trainer kennt die Situation. Was wir von Leverkusen erwarten können, ist ein Platz zwischen drei und fünf. Tendenz drei eher als fünf, aber die Beurteilung der Situation auf Schalke und auch in Leverkusen erfordert zu viele Variablen, um mit Bestimmtheit zu sagen, dass Bayer am Ende vor den Knappen landet. Schon in der Champions League-Quali in Kopenhagen war zu sehen, wie gut Schmidts Fußball funktionieren könnte – und welche Risiken mit ihm verbunden sind. Bleibt anzunehmen, dass gegen bessere Gegner nicht immer beide Außenverteidiger gleichzeitig mit ins Angriffsspiel eingebunden sind, und dass man die Verteidigung von Standards  besser in den Griff bekommt. Dann steht Bayer vor einer guten, wenn auch vielleicht nicht überragenden Saison. (dan)

Borussia Dortmund

Vorsaison: Zweiter
Trainer: Jürgen Klopp
Wichtigste Zugänge: Ciro Immobile (FC Turin), Matthias Ginter (Freiburg), Adrián Ramos (Hertha BSC), Ji Dong-Won (Augsburg)
Wichtigster Abgang: Robert Lewandowski (FC Bayern)
Gegen den Ball-Prognose: Zweiter

Das wenig aussagekräftige Spiel um den Supercup hat es wieder gezeigt: Borussia Dortmund kann an guten Tagen den FC Bayern ärgern, sogar schlagen. Trotzdem wuchs der Rückstand in der Bundesliga in den vergangenen beiden Jahren auf 25 bzw. 19 Punkte an. Der BVB würde diesen Rückstand gerne verringern. Mit einem breiter aufgestellten Kader und der sich andeutenden Startprobleme in München könnte das auch gelingen. Ohne Torjäger Robert Lewandowski ist ein Vorbeiziehen aber nicht vorstellbar. Trainer Jürgen Klopp konnte namhafte Abgänge in den vergangenen Jahren zwar immer ersetzen, mit Immobile und Ramos müssen sich aber gleich zwei neue Stürmer an die taktischen Aufgaben im System Klopp gewöhnen. Das wird Zeit brauchen, möglicherweise sogar ein Jahr, wie die glänzende Vorbereitung von Henrikh Mkhitaryan und Pierre-Emerick Aubameyang gezeigt hat. Der BVB steht deutlich über dem Rest der Liga, aber eben auch weiter hinter dem Rivalen aus München. (krä)

Bayern München

Vorsaison: Meister
Trainer: Pep Guardiola
Wichtigste Zugänge: Robert Lewandowski (Borussia Dortmund), Sebastian Rode (Eintracht Frankfurt), Juan Bernat (Valencia), Pepe Reina (Liverpool)
Wichtigste Abgänge: Toni Kroos (Real Madrid), Mario Mandzukic (Atlético Madrid), Daniel van Buyten, Diego Contento (Girondins de Bordeaux)
Gegen den Ball-Prognose: Meister

Weitaus problematischer als vor einem Jahr scheint sich die Situation beim FC Bayern unmittelbar vor dem Start in die Bundesligasaison darzustellen. Die von der WM und der mangelnden Vorbereitungszeit geschlauchten Stars sind noch nicht wieder voll auf der Höhe, mit Javier Martínez, Bastian Schweinsteiger und Thiago fallen gleich drei Stars aus  – und mit Toni Kroos hat Bayern erstmals seit Langem wieder einen Weltklassespieler auf der Höhe seines Schaffens verloren. Bei genauerem Hinsehen war aber auch 2013 nicht alles perfekt. Zumindest wurde Guardiolas Arbeit da in den Medien kritisch beäugt, der Supercup war an Dortmund verloren worden. Es folgte die beste Saison aller Zeiten. So wird es diesmal vielleicht nicht kommen, denn die fehlenden oder nicht komplett fitten Spieler werden Spuren hinterlassen. Hier geht es aber um eine Bundesligaprognose. Und da ist die einzige für Bayern München relevante Frage: Werden sie Meister? Damit wir diese Frage verneinen könnten, müssten wir davon ausgehen, dass der BVB ohne Robert Lewandowski in dieser Saison 19 Punkte auf den FC Bayern mit Lewandowski gut macht. Klingt nicht sehr wahrscheinlich. Ich will nicht verhehlen, dass es in der Gegen den Ball-Redaktion Stimmen gab, die Borussia Dortmund zur Meisterschaft tippen wollten. Am Ende sind aber alle zur Besinnung gekommen. Der Unterschied in der Klasse des Kaders zum Rest der Liga ist einfach zu groß. (dan)

Die Europarangliste 2013/14 – Abschlusswertung

Jetzt aber schnell. Das Champions League-Finale ist seit nun schon eineinhalb Wochen Geschichte, alle relevanten europäischen Ligen sind beendet, die Pokalsieger ermittelt, und viele Nationalteams halten sich schon jenseits des Atlantiks auf, wohin wir unseren Blick ab morgen (versprochen) ebenfalls exklusiv richten werden, um die WM in Brasilien zum zumindest virtuellen Lebensmittelpunkt zu machen. Denn, auch wenn das nicht im Sinne dieser Europarangliste ist: Der Fußball in Europas Topligen und vor allem der Champions League ist objektiv natürlich unerreicht, da kommt kein Länderspiel mit. Aber. WM. Mal ehrlich. Also heute im Schnelldurchlauf die Jahresabschlussliste des Clubfußballs.

20 (Vormonat: 19) Athletic Club

Pflichtspielbilanz: 22 Siege – 10 Unentschieden – 12 Niederlagen (Punkteschnitt: 1,73)
La Liga: Vierter
Copa del Rey: Aus im Viertelfinale gegen Atlético

Die Rückkehr von Ex-Spieler und -trainer Ernesto Valverde auf die Bank der Basken hat sich in dieser Saison für Athletic klar ausgezahlt: Platz vier in der Liga wurde souverän erreicht, nicht zuletzt dank der Heimstärke im neuen Stadion San Mamés, das die legendäre Kathedrale ersetzte, ohne an Stimmung einzubüßen. Die Tabellensituation spiegelt aber auch die extremen Leistungsunterschiede in Spanien wider: Bei sieben Punkten Vorsprung auf Platz fünf betrug der Rückstand auf Platz drei 17 Zähler. Bleibt nun abzuwarten, wie die Mannschaft in der kommenden Saison mit europäischer Doppelbelastung zurecht kommt. Die erste Teilnahme an der Champions League seit 16 Jahren dürfte nicht spurlos an den heimischen Leistungen vorbeigehen.

19 (neu) Tottenham Hotspur

Bilanz: 31-8-15 (1,87)
Premier League: Sechster
Europa League: Aus im Achtelfinale gegen Benfica
FA Cup: Aus in der 3. Runde gegen Arsenal
League Cup: Aus im Viertelfinale gegen West Ham United

Die Spurs, eine Art Fahrstuhlmannschaft unserer Rangliste. Gefühlt war die Saison der mit den Bale-Millionen so umfassend verstärkten Mannschaft kurz nach dem überstürzten Trainerwechsel von André Villas-Boas zum unerfahrenen Tim Sherwood zu Ende. Innerhalb von zweieinhalb Monaten nach Sherwoods Amtsantritt schieden die Londoner aus allen drei KO-Wettbewerben aus, der Anschluss an die Champions League-Plätze ging verloren. Dass es am Ende nur für einen enttäuschenden sechsten Platz reichte, liegt allerdings auch an der Ausgeglichenheit der Premier League. Mit einem Liga-Punkteschnitt von über 1,8, wie Tottenham ihn hat, wäre man in der Bundesliga und in der Serie A locker Vierter, in Spanien hätte es nur um einen Punkt nicht gereicht. In England aber heißt diese Punktausbeute zehn Punkte Rückstand auf Platz vier. So hatte Sherwood am Saisonende in etwa das Standing von Jens Keller in Deutschland. Mal sehen, was sein Nachfolger Mauricio Pochettino in der neuen Saison bewirken kann.

18 (18) Manchester United

Bilanz: 29-10-16 (1,76)
Champions League: Aus im Viertelfinale gegen Bayern München
Premier League: Siebter
FA Cup: Aus in der 3. Runde gegen Swansea City
League Cup: Aus im Halbfinale gegen Sunderland

Gemessen an den finanziellen Möglichkeiten und der Geschichte des Clubs eine katastrophale Saison für United. Aber wir bewerten in dieser Rangliste ja nicht relativ, sondern absolut. Und da waren die Red Devils zwar schlechter als Tottenham in der Premier League, aber der Einzug ins Viertelfinale der Champions League wird für United positiv bewertet, zumal dort der Auftritt gegen Bayern nicht übel war. Der zwischenzeitlich entlassene David Moyes hatte eine wirklich schwere Aufgabe als Nachfolger von Alex Ferguson. Umso besser nun die Ausgangsbasis für Louis van Gaal, ein Weltklassetrainer, der fast nur gewinnen kann in der neuen Saison. Man darf sehr gespannt sein.

17 (17) Everton

Bilanz: 25-9-10 (1,91)
Premier League: Fünfter
FA Cup: Aus im Viertelfinale gegen Arsenal
League Cup: Aus in der 3. Runde gegen Fulham

Hätten die Toffees am Ende Platz vier und damit die Champions League-Plätze erreicht, wäre das eine beinahe ebenso große Leistung gewesen wie Atléticos Titelgewinn in Spanien – wenn man die zugrundeliegenden finanziellen Mittel betrachtet, die Roberto Martínez zur Verfügung hatte. Rein ökonomisch gesehen ist Everton nämlich eher eine Mannschaft für Platz zehn. Aber dank einer sehr gut eingestellten Mannschaft und dem Durchbruch für Talente wie Ross Barkley spielten die Liverpooler eine ganz starke Runde, befreit von europäischer Doppelbelastung – dieser Faktor, der auch Liverpools famose Saison begünstigte, wird allerdings in der neuen Spielzeit entfallen, wenn die Toffees zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder international vertreten sind.

16 (15) Schalke 04

Bilanz: 25-9-13 (1,79)
Champions League: Aus im Achtelfinale gegen Real Madrid
Bundesliga: Dritter
DFB-Pokal: Aus im Achtelfinale gegen Hoffenheim

Schalke, einer der rätselhafteren Clubs der europäischen Saison. Platz drei in der Bundesliga, direkte CL-Qualifikation, in der Champions League erst an Real Madrid gescheitert – das ist eine Bilanz, die gemessen an der Kaderstärke nicht sensationell, aber auch nicht schlecht ist. Sie entspricht fast genau den Möglichkeiten. Vor allem aber ist die Bilanz besser als in der Vorsaison, damals wurde erst am letzten Spieltag Platz vier gesichert und das Aus in der CL kam gegen Galatasaray. Dennoch darf sich Jens Keller seines Jobs nicht sicher sein, auch hier bei Gegen den Ball fand Michel Massing zu einer kritischen Einschätzung des Trainers. Wie man seine Arbeit auch im Detail bewerten mag – Schalke ist Nummer drei in Deutschland und sicher eine der 20 besten Clubmannschaften der Welt.

15 (16) Sevilla

Bilanz: 30-14-15 (1,76)
La Liga: Fünfter
Europa League: Sieger
Copa del Rey: Aus in der vierten Runde gegen Racing Santander

Manche Einstufungen in der Europarangliste sind traditionell einfach, andere immer Gegenstand langer Debatten. So auch die von Sevilla: Wie viel ist ein Sieg in der Europa League wert? Die Gegner, die Unai Emerys Team auf dem Weg zum Titel aus dem Weg geräumt hat, geben einen Hinweis auf die Antwort: Mladost Podgorica, Slask Wroclaw, Estoril Praia, SC Freiburg, Slovan Liberec, NK Maribor, Real Betis, Porto, Valencia, Benfica. Nicht schlecht, aber mit den Anforderungen einer Champions League-KO-Runde hat das nicht viel zu tun. Dennoch ein internationaler Titel, und in Kombination mit der ordentlichen Rückrunde, in der Sevilla fast auf Champions League-Niveau punktete und der großen Saison von Ivan Rakitic reicht es für einen ordentlichen Platz im Abschlussranking.

14 (14) Napoli

Bilanz: 32-11-10 (2,02)
Serie A: Dritter
Europa League: Aus im Achtelfinale gegen Porto
Coppa Italia: Sieger

Die nicht anspruchslose Aufgabe, mit den Millionen aus dem Verkauf von Edinson Cavani eine neue Napoli-Mannschaft zu formen, ist Rafa Benítez alles in allem gut gelungen. Die Resultate in allen Wettbewerben entsprechen durchaus den Möglichkeiten, das Aus in der Champions League-Vorrunde in der stärksten Gruppe hinter Arsenal und Borussia Dortmund war extrem unglücklich. Gleichwohl musste auch Napoli in der Serie A die immer größeren Unterschiede in den meisten europäischen Ligen zur Kenntnis nehmen. Platz drei mit 13 Punkten Vorsprung auf Platz vier, aber 24 Punkten Rückstand auf Platz eins ging einher mit einer Liga-Saison, die schon lange vor dem letzten Spieltag jede Spannung verloren hatte.

13 (13) Arsenal

Bilanz: 35-10-11 (2,05)
Champions League: Aus im Achtelfinale gegen Bayern
Premier League: Vierter
FA Cup: Sieger
League Cup: Aus in der vierten Runde gegen Chelsea

Am Ende der Saison überwogen die positiven Eindrücke bei den Gunners: Der Gewinn des FA Cups gegen Hull City stellte den ersten Titel seit neun Jahren dar, anschließend verlängerte Arsène Wenger seinen Vertrag. Ist das eine gute Nachricht? Vor zwei Monaten wären sich die meisten Arsenal-Fans da nicht so sicher gewesen. Letzten Endes reichte es wie immer in den letzten Jahren für die knappe Qualifikation zur Champions League, und solange das so bleibt, funktioniert das lukrative Geschäftsmodell des Clubs weiter. Allerdings war Platz vier in der Liga, gemessen an der Herbstmeisterschaft, nicht gerade ein exzellentes Resultat – und der Gewinn des FA Cups erfolgte mit einem Halbfinalsieg über den Zweitligisten Wigan Athletic im Elfmeterschießen, gegen Hull City musste nach 0:2-Rückstand die Verlängerung entscheiden. Dem Sprung zurück in die absolute Spitze des englischen, geschweige denn europäischen Fußballs, den viele mit der Verpflichtung von Mesut Özil und dem starken Saisonstart prophezeit hatten, ist Arsenal aber nicht wirklich näher gekommen.

12 (12) Roma

Bilanz: 29-7-6 (2,24)
Serie A: Zweiter
Coppa Italia: Aus im Halbfinale gegen Napoli

Neben Atlético die positive Überraschung der europäischen Saison. Wie Diego Simeone in Madrid hat Rudi Garcia in Rom einem lange unter ihren Möglichkeiten vor sich hinvegetierenden Club eine klare Spielphilosophie verpasst und damit schnelle Erfolge erzielt. Der sensationelle Saisonstart mit zehn Siegen am Stück bei nur einem einzigen Gegentor bis Anfang November legte den Grundstein für die letztlich souveräne Champions League-Qualifikation. Wie bei Everton und vor allem Athletic Bilbao muss nun allerdings der nächste Schritt folgen, wenn die europäische Doppelbelastung das erreichte Niveau auf die Probe stellen wird.

11 (10) Liverpool

Bilanz: 29-6-8 (2,16)
Premier League: Zweiter
FA Cup: Aus in der fünften Runde gegen Arsenal
League Cup: Aus in der dritten Runde gegen Manchester United

Schließlich noch ein Club, der offensichtlich davon profitierte, keine Europacupspiele bestreiten zu müssen: Manchester City und Chelsea hatten jeweils 14 Pflichtspiele mehr zu bestreiten in dieser Saison, Arsenal 13 Spiele mehr, United zwölf, Tottenham elf Spiele mehr als die Reds. Das soll die große Saisonleistung von Brendan Rodgers und seinem Team keineswegs schmälern, schließlich hätte es fast sensationeller Weise zum ersten Titelgewinn seit über 20 Jahren gereicht. Vor der Saison hätten die Liverpooler Fans Platz zwei wohl begeistert genommen, als das Team am vorletzten Spieltag eine 3:0-Führung bei Crystal Palace noch verspielte, waren Spieler und Anhänger aber gleichermaßen geschockt. Kann der Traditionsclub in der neuen Saison einen neuen Anlauf auf den Titel nehmen? Leichter wird es nicht. Ich denke, schon die erneute Qualifikation für die Champions League wäre ein Erfolg. Und das selbst dann, wenn Luis Suárez seine Supersaison (31 Tore in 33 Premier League-Spielen) wiederholen sollte.

10 (9) Benfica

Bilanz: 42-10-5 (2,39)
Europa League: Aus im Finale gegen Sevilla
Primeira Liga: Meister
Taca de Portugal: Sieger
Taca da Liga: Sieger

Drei Titel in einer Saison, das heimische Treble, aber am Ende der Spielzeit überwog in Lissabon Verzagtheit darüber, dass Béla Guttmanns Fluch Bestand hatte und Benfica weiter auf den ersten internationalen Titel seit 1962 warten muss. Dass man gegen Sevilla im Elfmeterschießen scheiterte und sicher nicht die schlechtere Mannschaft über 120 Minuten gewesen war, nützt da nicht viel. Für unsere Zwecke muss man den Wert der drei portugiesischen Titel leider etwas relativieren, dennoch sehen wir Benfica als eine der zehn besten Mannschaften Europas an, gegen die zum Beispiel Liverpool in zwei KO-Spielen sicher kein klarer Favorit wäre.

9 (11) Juventus

Bilanz: 41-8-6 (2,38)
Serie A: Meister
Europa League: Aus im Halbfinale gegen Benfica
Coppa Italia: Aus im Viertelfinale gegen Roma

Viele Diskussionen gab es um die abschließende Einstufung von Juventus. Auf der Negativseite stehen das Aus in der Champions League-Vorrunde, das Scheitern im Europa League-Halbfinale gegen Benfica und das insgesamt niedrigere Niveau in der Serie A gegenüber den drei anderen großen Ligen. Auf der Habenseite aber steht die Rekordsaison der Bianconeri in der Liga, mit 102 Punkten und 33 Siegen. Das ist in dieser Form, so finden wir, dann doch mehr wert als die drei portugiesische Titel von Benfica und führt sogar dazu, dass wir Juve vor dem Team einsortieren, das sich immerhin im direkten Duell gegen die Vecchia Signora durchgesetzt hatte.

8 (8) Borussia Dortmund

Bilanz: 34-5-12 (2,10)
Champions League: Aus im Viertelfinale gegen Real Madrid
Bundesliga: Zweiter
DFB-Pokal: Aus im Finale gegen Bayern

Zwischen den BVB und Juventus passt keine Scheckkarte, wenn Sie mich fragen. Wenn diese beiden Clubs in Hin- und Rückspiel aufeinanderträfen, wüsste ich nicht, wen man als Favoriten ansehen sollte. Unterm Strich steht bei Juventus ein Titel, der Dortmund verwehrt blieb. Aber der BVB musste sich in allen drei Wettbewerben ausschließlich absoluten Weltklasseteams geschlagen geben – Bayern in Pokal und Bundesliga, Real Madrid in der Champions League. Demgegenüber scheiterte Juve an Galatasaray, Benfica und Roma in drei Wettbewerben. Das hat den hauchdünnen Ausschlag zugunsten des BVB gegeben.

7 (7) Paris Saint-Germain

Bilanz: 40-9-6 (2,35)
Champions League: Aus im Viertelfinale gegen Chelsea
Ligue 1: Meister
Coupe de France: Aus in der zehnten Runde gegen Montpellier
Coupe de la Ligue: Sieger

Zwei nationale Titel stehen nach dieser Saison neu im Briefkopf von PSG. Dazu ein etwas unglückliches, knappes Aus im Viertelfinale der Champions League an der Stamford Bridge. Das ist okay, gemessen an den Möglichkeiten und der Kaderstärke aber auch nicht mehr als das. Kein Grund zur Abstufung, denn die Qualität des Teams ist so hoch, dass PSG wohl gegen die nachfolgenden Teams Dortmund, Juventus und Benfica jeweils als Favorit in ein entscheidendes Spiel ginge. Gegen Chelsea allerdings…

6 (6) Chelsea

Bilanz: 35-10-12 (2,02)
Champions League: Aus im Halbfinale gegen Atlético
Premier League: Dritter
FA Cup: Aus im Achtelfinale gegen Manchester City
League Cup: Aus im Viertelfinale gegen Sunderland

Die zweite titellose Saison in Folge für José Mourinho – aber Chelsea war als letztes Premier League-Team in der Champions League vertreten, im Meisterrennen blieben die Blues bis kurz vor Saisonende. Warum wir das titellose Chelsea fünf Plätze besser als das vor ihnen platzierte Liverpool einstufen? Weil die Londoner auf internationaler Bühne ihre Klasse unter Beweis gestellt haben, weil sie gerade in Topspielen der Premier League ihre Klasse gezeigt haben (sechs Punkte gegen City, sechs Punkte gegen Liverpool, vier Punkte gegen Arsenal, vier Punkte gegen Tottenham, vier Punkte gegen United – der Titel wurde durch Ausrutscher gegen kleine Gegner verspielt), und weil der Kader der Blues trotz Umbaus klar besser ist als der Liverpools. Jetzt muss die viel zu lange verschleppte Verjüngung der Schlüsselpositionen an der Stamford Bridge aber auch vorangetrieben werden. Dann ist Chelsea in der neuen Saison wieder einiges zuzutrauen.

5 (5) Manchester City

Bilanz: 41-6-10 (2,26)
Champions League: Aus im Achtelfinale gegen Barcelona
Premier League: Meister
FA Cup: Aus im Viertelfinale gegen Wigan Athletic
League Cup: Sieger

Starke erste Saison für Manuel Pellegrini im englischen Fußball. Zwei Titel geholt, in der Champions League ist ein Aus gegen Barcelona keine Blamage, auch in dieser Saison nicht. Einzig das schockierende Aus im FA Cup gegen den Zweitligisten Wigan Athletic trübt die Bilanz deutlich, aber sowohl vom Kader als auch von den nationalen Resultaten her war City die beste Premier League-Mannschaft der Saison. Wir sind gespannt, ob Pellegrini in seinem zweiten Jahr nun auch in der Champions League Erfolge feiern kann. Wobei das Erreichen des Achtelfinals in dieser Saison schon der größte internationale Erfolg der Clubgeschichte war. Aber mit Villarreal (Halbfinale) und Málaga (Viertelfinale) hat Pellegrini schon wesentlich kleinere Clubs weitergebracht.

4 (4) Barcelona

Bilanz: 40-11-8 (2,20)
Champions League: Aus im Viertelfinale gegen Atlético
La Liga: Zweiter
Copa del Rey: Aus im Finale gegen Real Madrid

Es war die erste titellose Saison für Barcelona seit 2007/08 unter Frank Rijkaard. Aber die sportlichen Enttäuschungen blieben hinter der menschlichen Tragik des Todes von Tito Vilanova und den Turbulenzen um den Neymar-Transfer und den Rücktritt von Präsident Sandro Rosell zurück. Warum aber steht Barcelona ohne Titel auf Platz vier? Weil kein einziger Titel klar verpasst wurde. Gegen Atlético fehlte am letzten Spieltag nur ein Tor für die Meisterschaft, gegen Real Madrid kostete ein Gegentor fünf Minuten vor Schluss im Finale den Copa del Rey, und das 0:1 im Vicente Calderón im Viertelfinalrückspiel der Champions League war die einzige Niederlage in sechs Saisonspielen gegen Atlético. Zu wenig – aber nicht viel zu wenig. Außerdem gewannen die Blaugrana Hin- und Rückspiel im Achtelfinale gegen Manchester City, weshalb wir sie vor dem Englischen Meister einstufen.

3 (3) Atlético de Madrid

Bilanz: 42-12-7 (2,26)
Champions League: Aus im Finale gegen Real Madrid
La Liga: Meister
Copa del Rey: Aus im Halbfinale gegen Real Madrid

Nur eine Minute fehlte in der Nachspielzeit des Champions League-Endspiels, und wir würden Atlético wohl auf Platz eins bejubeln. Ist das fair? Dass solche Kleinigkeiten über Platz eins oder drei entscheiden? Was denn sonst? Ein wichtiges Tor in einem CL-Finale ist nie eine Kleinigkeit, und wie könnte man Real Madrid hinter seinem Stadtrivalen einsortieren, nachdem die Königlichen in Champions League und Copa del Rey jeweils die Oberhand behalten haben? Der Spanische Meistertitel zählt viel, aber nicht alles. Logischerweise ist die Champions League der wichtigste Wettbewerb überhaupt, und bei aller Tragik um die Verletzung von Diego Costa und die Erschöpfung Atléticos in der Verlängerung: Es kann keinen Zweifel daran geben, dass Real im Finale die bessere Mannschaft war, über 120 Minuten. Und relativ zum investierten Geld bewerten wir in dieser Rangliste halt nicht, sonst sähe sie ganz anders aus – und Atlético wäre Platz eins sicher.

2 (2) Bayern München

Bilanz: 44-6-6 (2,46)
Champions League: Aus im Halbfinale gegen Real Madrid
Bundesliga: Meister
DFB-Pokal: Sieger

Mit dem besten Punkteschnitt Europas (der allerdings deutlich hinter den 2,60 der Vorsaison zurückbleibt) und dem Double in Deutschland zählt Bayern definitiv zu den stärksten Teams des Kontinents. Aber angesichts der klaren Demontage durch Real Madrid stellt sich nicht die Frage, ob Bayern auf Platz eins, sondern nur, ob die Münchner nicht noch hinter Atlético auf Platz drei einzuordnen wären. Finden wir nicht, unterm Strich zählt das deutsche Double etwas mehr als der spanische Meistertitel. Dennoch gäbe es auch einige Argumente für eine andere Reihenfolge, in Ermangelung eines direkten Vergleichs zwischen Bayern und Atlético (den es seit 40 Jahren nicht gab) sehen wir Bayern aber als besser an.

1 (1) Real Madrid

Bilanz: 46-8-6 (2,43)
Champions League: Sieger
La Liga: Dritter
Copa del Rey: Sieger

Hier dürfte es schließlich wenig zu diskutieren geben. Den zehnten Champions League-Titel errungen, auf dem Weg dahin dem Titelverteidiger die höchste Heimniederlage seiner Europacupgeschichte beigebracht, nebenbei noch Copa del Rey-Sieger – Carlo Ancelotti zählt schon nach seiner ersten Saison in Madrid zu den legendären Trainern dieses legendären Clubs. Was neben den offensichtlichen Fakten für den Trainer spricht: Madrid hat den besten Fußballer der Welt in seinen Reihen, mit 51 Pflichtspieltoren in dieser Saison war Cristiano Ronaldo ein wesentlicher Faktor für den Erfolg. Als Ronaldo aber nach Fitness-Problemen nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war, als es drauf ankam, da sprangen eben andere ein und gewannen die Décima. Felicitaciones.

Des Rätsels Lösung

Thomas Tuchel verlässt Mainz 05. Medienvertreter mahnen, „der Ruf von Thomas Tuchel ist in Gefahr“. Wir glauben, Tuchels Ruf ist in Gefahr, wenn er diesen Schritt nicht macht. Was das Ganze mit Schalke zu tun hat? Für den kicker gleicht die Infragestellung des Schalker Trainers einem Rätsel. Gegen den Ball hat die Lösung parat. Ein Kommentar.

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Fünf Jahre ist Thomas Tuchel nun schon Trainer in Mainz. Im Winter gab es offenbar Gespräche mit Schalke und Leverkusen. Die beiden Champions League-Clubs wollten den taktisch versierten Trainer verpflichten. Nach seiner herausragenden Arbeit in Mainz wäre ein Wechsel zu einem Top-Club der Liga der logische nächste Schritt. Doch dieser wurde ihm verwehrt. Dafür gibt es Gründe.

Sein Arbeitspapier (gilt bis 2015) und ein abblockender Manager verhinderten den überfälligen Aufstieg auf der Karriereleiter. Verständlich, dass ein Manager seinen Trainer nicht einfach aus dem laufenden Vertrag entlässt. Verständlich aber auch, dass ein Trainer dieser Qualität nach fünf Jahren neue Herausforderungen sucht.

Ob es nun Amtsmüdigkeit, ein nötiger Tapetenwechsel oder die Frustration darüber, dass ihm der nächste Schritt zunächst verbaut wurde, ist. Thomas Tuchel wollte Mainz 05 verlassen und tut das nun, so muss man befürchten, im Unfrieden mit Verein und Manager. Ihm diesen Schritt vorzuwerfen, auf sein „gut dotiertes Arbeitspapier“ (kicker) zu verweisen und seinen Ruf in Frage zu stellen, ist naiv. Das hinter den Kulissen Kontakte geknüpft, Interessenlagen sondiert und Trainer und Spieler mit möglichen neuen Vereinen verhandeln, ist wohl nicht überraschend.

Es ist ebenfalls verständlich, wenn Christian Heidel auf den laufenden Vertrag pocht, wohl wissend, dass eine Ablöse fällig wäre, wenn jemand sein Trainer-Juwel vor dem Ablauf dieses Papiers verpflichten möchte. Letztlich führt aber kein Weg daran vorbei, dass ein herausragender Trainer (oder Spieler) von einem kleinen Verein zu einem größeren wechselt. Es ist nun nur noch eine Frage der beteiligten Personen, sich zu einigen und somit wohl eine Frage des Geldes.

Was das ganze mit Schalke 04 zu tun hat? Einiges. Thomas Tuchel wird schon seit geraumer Zeit auf Schalke gehandelt. Im Winter soll es Medienberichten zufolge konkretes Interesse von Schalker Seite an Tuchel gegeben haben. Tuchel, der in seinem Ruf als Taktikfuchs seinem Kollegen Jürgen Klopp in nichts nachsteht und Parallelen im Werdegang zum BVB-Coach aufweist, schürt die Schalker Hoffnung, einen ähnlichen Erfolg wie den des schwarz-gelben Nachbarn zu beschreiten, den man Anfang des Jahrtausends schon abgehängt zu haben glaubte (von November 1998 bis Mai 2005 gewann der BVB kein Spiel gegen Schalke).

Für viele Schalker ist es deshalb auch kein „Rätsel“ (kicker), dass dem derzeitigen Trainer Jens Keller eine solche Entwicklung nicht zugetraut wird. Das Hauptargument dafür ist, dass Schalke sich mannschaftstaktisch kaum weiterentwickelt hat. Bayern steht für Ballbesitzspiel, Dortmund für Gegenpressing und Vertikalspiel – wofür steht Schalke? Die Knappen haben keine erkennbare Spielidee. Sie tun sich gegen tief stehende Gegner meist enorm schwer. Gegen Spitzenmannschaften sieht Schalke meist altbacken und hilflos aus.

So gewann man in dieser derzeit so hoch gelobten Rückrunde mit viel Glück gegen Wolfsburg (die noch in Unterzahl die bessere Mannschaft waren) und Leverkusen. Beim BVB bewahrte der liebe Gott und Ralf Fährmann die Knappen vor einer Niederlage. Gegen Bayern gab sich das Team von Anpfiff an geschlagen. In der Champions League setzte es chancenlose und peinliche Pleiten gegen Chelsea (0:3 und 0:3) und Real Madrid (1:6 und 1:3). Dass Schalke dennoch am letzten Spieltag die direkte Qualifikation für die Champions League erreichen konnte, liegt an dem in Qualität und Breite enorm starken Kader.

Noch nie in der Geschichte des Clubs hatte Königsblau einen solch teuren Kader (Gehalt und Transferwerte der eingesetzten Spieler). Noch nie konnten die Knappen aus einem Pool so talentierter Jugendspieler schöpfen (Kolasinac, Ayhan, Max). Jens Keller wird als Förderer dieser Spieler geadelt. Man fragt sich nur, auf wie viele Spiele Kolasinac gekommen wäre, wenn Aogo und Fuchs nicht die gesamte Rückrunde verpasst hätten. Auf wie viele Spiele wäre Ayhan gekommen, wenn Papadopoulos, Höwedes, Santana und Matip nicht zwischendurch oder für längere Zeit gefehlt hätten?

Julian Draxler war schon zuvor etabliert und Neueinkauf Leon Goretzka profitierte ebenfalls vom Verletzungspech der angestammten Kollegen. Schalke hat aus der Not einen auf Jugend gemacht. Keine Frage. Welche Frage man sich aber stellen sollte: Könnte man sich eine eigenmächtige taktische Veränderung der Spieler, wie im Spiel gegen Bremen (1:1) gesehen, als Boateng letztlich auf drei Positionen umstellte, unter Pep Guardiola vorstellen? Auf Schalke pries man diese Aktion als Eigenverantwortung und die Spieler schoben schnell nach, dass das mit dem Trainer abgesprochen war. Nur Goretzka posaunte heraus, dass dies allein auf Boatengs Initiative geschah.

Jens Keller ist sicherlich kein schlechter Trainer. Er hat aber letztlich alle Minimalziele nur auf den letzten Drücker erreicht. Die Qualifikation für die Champions League am letzten Spieltag gegen Freiburg (2013). Das knappe Weiterkommen gegen PAOK in der Qualifikation. Die Qualifikation am letzten Spieltag gegen Nürnberg und das Überstehen der Gruppenphase gegen Basel. Für internationale Ansprüche und auch nationale Konkurrenzfähigkeit im Kampf um die Champions League-Plätze fehlt es weiterhin an einer klaren Idee und Konzeption.

Horst Heldt verteidigte seinen Trainer zuletzt im Interview mit Spiegel Online: Keller habe keine eigene Philosophie entwickeln können, da ihm „über die ganze Saison nie alle Spieler zur Verfügung“ standen. „Er musste ständig improvisieren.“ Gerade diese Aussage lässt doch die berechtigte Frage zu, warum war Keller in der Hinrunde, als ihm noch (fast) der gesamte Kader zur Verfügung stand, nicht so erfolgreich wie in der Rückrunde? Warum war auch da keine Spielidee zu erkennen?

Einen Improvisationspreis mag er gewonnen haben, eine eigene Philosophie, taktische Kniffe in der Vorbereitung auf den Gegner (wie sie Tuchel von Woche zu Woche zeigt) oder gutes In-Game-Coaching konnte ich bei Jens Keller nicht feststellen. Christoph Moritz äußerte sich nach seinem Wechsel von Schalke zu Mainz 05 in bei faz.net. „Der Trainer (Tuchel) oder auch Assistent Arno Michels schauen sich mit uns Spielern immer wieder einzelne Spielszenen an und erklären uns, wie wir sie besser lösen können. Das kannte ich so vorher nicht.“

Wenn Mainz 05 in vielen Gebieten, die dem Cheftrainer unterstellt sind, Vorreiter ist, dann ist es logisch, wenn ein großer Verein diese Experten abwirbt. Bayern München fährt diese Taktik seit Jahrzehnten und greift die Trainer, Experten und Spieler-Juwelen der Liga ab, die bei der Konkurrenz auf sich aufmerksam gemacht haben. Der Lauf der Dinge wird sich nicht aufhalten lassen. Thomas Tuchel wird in nächster Zeit einen neue Herausforderung finden und den nächsten Schritt machen. Jens Keller wird mit einem vermutlich erneut verstärkten Kader ohne nennenswerte Abgänge beweisen müssen, dass er nicht nur der Last-Minute-Ziel-Erfüller und Improvisationskünstler ist, sondern eine Idee für das Spiel mit dem Ball und (vor allem in Spielen gegen Top-Gegner) auch gegen den Ball hat.

Horst Heldt wäre mutig, einen Trainer, der in der Rückrunde 36 Punkte geholt hat und derzeit von der Medienberichterstattung getragen wird, zu entlassen. Fakt ist aber, dass sich Schalke in anderthalb Jahren unter Keller nicht weiterentwickelt hat. Auf die nächste Krise zu warten, um dann erst zu handeln, würde die Getriebenheit des Managers durch die Medien dokumentieren.

Es gab übrigens mal einen ähnlichen Fall. Mainz 05 entließ kurz vor Saisonbeginn Aufstiegstrainer Jörn Andersen und installierte einen Newbie. Der hieß Thomas Tuchel. Das Risiko wurde belohnt. Neben der überraschenden Entscheidung, trotz des Erfolges den Trainer zu entlassen, gibt es noch eine weitere Parallele. Auch Keller wurde aus der Jugendabteilung befördert. Der Unterschied zu Schalke ist nur der, dass ein Club mit Champions League-Ambitionen und einem solchen Etat wie Schalke 04 nicht auf Experimente angewiesen sein sollte und sich die Ausbildung eines Trainers im laufenden Betrieb nicht leisten kann.

Mutig zu sein, das alleine reicht also nicht, es muss auch ein Konzept dahinter stehen. Ich glaube, es liegt in Heldts Verantwortung, sich für den mutigen Weg mit dem Konzepttrainer zu entscheiden.

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Die Europarangliste – Ausgabe März

In der drittletzten Europarangliste dieser Saison hat es wieder viel Bewegung gegeben. Auf den hinteren Plätzen mussten wir uns von den Überraschungsteams der letzten Ausgabe trennen. Olympiakos verspielte in der Champions League die gute Ausgangslage gegen Manchester United, der souveräne Titel in Griechenland allein reicht dann nicht für Europas Top 20. Das gilt auch für Red Bull Salzburg. Das Team von Trainer Roger Schmidt feierte in Österreich zwar auch den frühzeitigen Titel, das Aus gegen den FC Basel in der Europa League macht die vielen guten Ansätze zunichte.

Mit Tottenham Hotspur fliegt ein weiterer Club aus dem Ranking. Unter Tim Sherwood stimmte die Tendenz ohnehin nicht, im März kamen dann noch zwei deutliche Pleiten gegen Chelsea und Liverpool hinzu, zudem schieden die Spurs in der Europa League – fast schon erwartungsgemäß – gegen Benfica aus. Sherwoods Punkteschnitt liegt deutlich hinter dem von Vorgänger André Villas-Boas. Wer erstmals auf diese Rangliste stößt, der kann sich vor den einzelnen Platzierungen die Bewertungskriterien anschauen.

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Platz 20 (neu) Ajax Amsterdam

Pflichtspiel-Bilanz: 27 Siege – 10 Unentschieden – 7 Niederlagen
Eredivisie: Tabellenführer
Europa: Aus in der 2. Runde der Europa League gegen Salzburg

Die blamable 0:3-Heimniederlage in der Europa League gegen Salzburg ist nicht vergessen, ebenso wenig wie das 1:3 im Rückspiel. Aber das waren die einzigen beiden Niederlagen von Ajax in den letzten 25 Spielen. Das Resultat dieser beeindruckenden Serie ist die inzwischen unangefochtene Tabellenführung in der Eredivisie mit acht Punkten Vorsprung vor dem Erzrivalen Feyenoord. Außerdem steht Ajax nach einem Auswärtssieg in Unterzahl in Alkmaar im Finale des KNVB Beker, des niederländischen Pokals. In der Champions League-Vorrunde hatte das Team von Frank de Boer respektable acht Punkte in einer Gruppe mit Barcelona und Milan geholt. Letzten Endes war es eine erstaunliche 1:2-Niederlage in Glasgow, die Ajax das Achtelfinale kostete. Auch nach dem Abgang von Christian Eriksen zu Tottenham Hotspur hat der Club fünf Dänen im Kader, darunter Supertalent Viktor Fischer. Insgesamt eine tolle Mannschaft, die zumindest in der Eredivisie begeisternden Fußball zeigt, dazu aber auch eine hohe defensive Stabilität aufweist.

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Platz 19 (neu) Sevilla

Pflichtspiel-Bilanz: 24-12-12
La Liga: Fünfter
Europa: Viertelfinale der Europa League (Hinspiel in Porto 0:1)

Nach fünf Spieltagen und einem schweren Auftaktprogramm (Barcelona, Atlético, Valencia und Real Sociedad) lag Sevilla mit zwei Punkten am Tabellenende der spanischen Liga. Seither aber steuert das Team von Unai Emery auf Champions League-Kurs. Nur die großen Drei holten seit Ende September so viele Punkte wie Sevilla. Einen großen Teil der Verantwortung dafür trägt neben Taktikfuchs Emery Ivan Rakitic, der die Saison seines Lebens spielt (16 Tore, 17 Assists, beides schon jetzt weitaus mehr als er jemals in einer vollen Saison sammelte). Auch der Durchbruch von Carlos Bacca, des Kolumbianers, der erst mit 25 nach Europa kam und nach 31 Toren in eineinhalb Jahren in Brügge nun auch im ungleich anspruchsvolleren spanischen Fußball schon 19 Treffer in seiner Premierensaison erzielt hat. Bacca, den noch im September nur Experten kannten, kann inzwischen davon ausgehen, mit Kolumbien bei der WM zu spielen.

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Platz 18 (15) Athletic Club

Pflichtspiel-Bilanz: 18-8-11
La Liga: 4. Platz
Europa: nicht vertreten

Wenig Neues gibt es von den Basken zu berichten. Der März war ein durchschnittlicher Monat mit Unentschieden gegen die direkten Verfolger Valencia und Villarreal, einem wichtigen Sieg gegen Getafe und einer knappen Niederlage gegen Atlético Madrid. Bilbao bleibt damit mit einem souveränen Sechs-Punkte-Vorsprung das beste Team hinter dem Führungstrio aus Madrid und Barcelona. Allerdings ist der FC Sevilla bis auf sechs Zähler herangerückt, die Andalusier sind die größten Gegner im Kampf um die Champions League-Plätze.

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Platz 17 (neu) Manchester United

Pflichtspiel-Bilanz: 26-9-13
Premier League: Siebter
Europa: Viertelfinale der Champions League (Hinspiel 1:1 gegen Bayern)

Woran soll man Manchester United derzeit messen? Am 1:1 gegen die Bayern? Am 0:3 gegen Manchester City? Am 3:0 gegen Olympiakos oder am 0:2-Hinspiel gegen dasselbe Team? Der siebte Tabellenplatz in der Premier League ist enttäuschend, das Weiterkommen in der Champions League-Gruppe und die Leistung im Hinspiel des Viertelfinals gegen Bayern München respektabel. Über die gesamte Spielzeit betrachtet, fehlt es den Red Devils an Konstanz und spielerischer Linie. Die Abwehr ist überaltert und der Spielaufbau offenbart große Schwächen. Juan Mata und Wayne Rooney müssen sich oft tief ins Mittelfeld fallen lassen, das Spiel ankurbeln und fehlen in der Offensive. Allerdings gewinnt Man Utd in den letzten Wochen die Spiele gegen die kleinen und mittleren Clubs (WBA, West Ham, Aston Villa) und nimmt man das Weiterkommen ins Viertelfinale der CL dazu, die gute Defensiv- und Konterleistung gegen die Bayern obendrauf, dann ist die Rückkehr von Manchester United in die Europarangliste durchaus verdient.

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Platz 16 (neu) Everton

Pflichtspiel-Bilanz: 21-9-7
Premier League: Fünfter
Europa: nicht vertreten

Jahrelang galt die Premier League mit den Big Four als eine Status-Quo-Liga, in der Fluktuation auf den vorderen Plätzen kaum vorkam. Das hat sich durch das massive Investment bei Manchester City, den zwischenzeitlichen Absturz des FC Liverpool und die gute Arbeit bei Tottenham in den vergangenen Jahren verändert. Nun schickt sich mit dem FC Everton der nächste Club an, in die Spitzengruppe aufzusteigen. Die Toffees haben mir vier Siegen in Serie einen glänzenden März hinter sich und können mit einem Heimsieg gegen Arsenal am kommenden Spieltag und einem Erfolg im Nachholspiel gegen Crystal Palace auf Rang vier vorpreschen und den Katzenjammer der Gunners vergrößern. Trainer Roberto Martínez hat eine homogene Mischung aus Routiniers wie Torhüter Tim Howard (35) oder Sylvain Distin (36), englischen Nationalspielern wie Gareth Barry, Leighton Baines oder Ross Barkley sowie verheißungsvollen Leih-Talenten wie Romelu Lukaku oder Gerard Deulofeu gefunden.

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Platz 15 (18) FC Schalke 04

Pflichtspiel-Bilanz: 22-8-11
Bundesliga: Dritter
Europa: Aus im CL-Achtelfinale gegen Real Madrid

Spötter behaupten, Schalke sei nur deshalb in der Liga so stark, weil Leverkusen so schlecht ist. In den letzten fünf Spielen holten die Knappen 13 Punkte, Leverkusen dagegen nur fünf. Schalke gewinnt tatsächlich gegen schwächere Teams – auch trotz der Verletztenmisere – regelmäßig und hat mittlerweile sechs Punkte Vorsprung auf den schwächelnden Werksclub. Die Spiele gegen Real Madrid und das glückliche Remis in Dortmund haben aber gezeigt, dass das Ende der Fahnenstange für Schalkes internationale Ambitionen an der Tür zur Top 12 der Europarangliste endet. Die konstante Liga-Performance lässt unsere Keller-Kritik derzeit verhallen. Wir sind aber dennoch überzeugt, mit einem Trainer auf Topniveau und dieser Kaderqualität ist Platz drei in der Bundesliga Pflicht und in der Champions League, da wäre man wohl auch mit jedem anderen Trainer ausgeschieden, hätte ein 2:9-Debakel aber verhindern können.

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Platz 14 (14) Benfica

Pflichtspiel-Bilanz: 34-6-4
Primeira Liga: Tabellenführer
Europa: Viertelfinale der Europa League (1:0-Hinspielsieg in Alkmaar)

Nach der Champions League-Gruppenniederlage gegen Olympiakos gewann Benfica 24 seiner 27 folgenden Pflichtspiele, bei drei Unentschieden und keiner Niederlage. Von Mitte Dezember bis Mitte März kassierte das Team von Jorge Jesus nur ein einziges Gegentor – in 16 Spielen! Zugegeben, das sind Werte, die so nur in Portugal zustande kommen und nicht in England, Spanien oder Deutschland. Aber wenn ein Club so eine Bilanz in einer der großen Ligen aufwiese, stünde er auch auf Platz eins unseres Rankings, und nicht auf Platz 14. Die ungeschlagene Serie kam vor einer Woche beim 0:1 in Porto im Halbfinalhinspiel des Taca de Portugal zu einem vorläufigen Ende, aber da es noch ein Rückspiel im Estádio da Luz gibt, bleiben den Adlern noch alle Chancen auf ein Quadruple aus Meisterschaft (sieben Punkte Vorsprung), Europa League, Pokal und Taca da Liga.

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Platz 13 (13) SSC Neapel

Pflichtspiel-Bilanz: 27-9-9
Serie A: Dritter
Europa: Aus im EL-Achtelfinale gegen Porto

Nicht zum ersten Mal in dieser Saison müssen wir bei Napoli die fehlende Konstanz bemängeln. Vom Potential und der Kaderstärke her kann die SSC mit den vor ihr platzierten Clubs aus Rom und Turin mithalten. Das zeigten auch die beiden Siege in den jeweiligen Topspielen gegen die Roma (1:0) und Juventus (2:0). Doch im März schied das Team von Trainer Rafael Benítez gegen Porto auch aus der Europa League aus und verlor ein Heimspiel gegen die Fiorentina. Der Rückstand in der Tabelle bleibt konstant, Florenz kann Napoli den Champions League-Qualifikationsplatz aber nicht mehr streitig machen. Neapel bleibt drittbestes italienisches Team, für einen Aufstieg in der Europarangliste fehlt dann aber doch die Rundumversorgung mit starken Ergebnissen.

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Platz 12 (11) FC Arsenal

Pflichtspiel-Bilanz: 29-9-10
Premier League: Vierter
Europa: Aus im CL-Achtelfinale gegen Bayern München

„Oh, ho, ho,Lieutenant Steve“ Oh, ho, ho, ho, Frenchy” Ähnlich witzig wie die Soldaten Adrian Cronauer-Ersatz Steven Hauk finden, muss Arsene Wenger die ständige Zurückstufung in der Europarangliste durch Gegen den Ball empfinden. “Oh, Arsene!“, Oh, ho, ho, Arsenal!“, sagen wir dazu. Die Gunners sind also die Fahrstuhlmannschaft der Europarangliste. In einem Moment des Überschwangs und der feuchtfröhlichen Verzückung, kürten wir die Gunners – sehr zum Missfallen von Kollege Katzenbach – im November zum Topaufsteiger in der Europarangliste. Seitdem hat Arsenal sechs Spiele verloren und sieben Unentschieden eingefahren. Die Niederlagen setzte es gegen Napoli, Manchester City, Liverpool, Bayern München, Stoke und Chelsea. Zum einen ist die Bilanz gegen Top-Gegner also alles Andere als positiv, zum anderen waren die Niederlagen nicht selten deutlicher Natur (0:2, 0:3, 1:5, 0:2, 0:1, 0:6). Nicht ohne Grund hat Arsenal von den vier besten Teams der Premier League das deutlich schlechteste Torverhältnis. Die Balance zwischen Offensive und Defensive stimmt nicht. Nimmt man zum Beispiel das 0:6 gegen Chelsea, dann fällt auf, dass Harakiri-Wenger nur einen tatsächlichen Defensivspieler im Mittelfeld aufstellte – Mikael Arteta. 21 Torschüsse der Blues waren die Folge. Zwei Niederlagen, drei Remis – der März war nicht der Monat der Gunners. Was bringt der April? Am Sonntag müssen die Gunners Tabellenplatz vier gegen den Fünften Everton verteidigen. Der Fahrstuhl des Grauens könnte sich weiter Abwärts bewegen. Ob da wirklich „Rising Sun Electronics“ hinter steckt, oder doch Wengers Unwille, der Offensivabteilung eine ausreichende Absicherung zur Seite zu stellen, wird die Recherche-Abteilung sicherlich demnächst herausfinden.

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Platz 11 (12) AS Roma

Pflichtspiel-Bilanz: 25-7-3
Serie A: Zweiter
Europa: nicht vertreten

Eine Niederlage kassierte die Roma seit dem letzten Erscheinen der Europarangliste bei Gegen den Ball. Ausgerechnet gegen Napoli musste das Team von Trainer Rudi Garcia eine 0:1-Auswärtspleite hinnehmen. Dennoch beträgt der Vorsprung der Roma konstante neun Punkte auf die drittplatzierten Neapolitaner. Es bleibt dabei: Nur zwei Niederlagen (wie Tabellenführer Juve) stehen zu Buche. Mit nur 15 Gegentoren stellt die Roma eine der besten Abwehrreihen Europas. Die klare Struktur des Spiels, das starke Konterspiel und die individuelle Qualität (Gervinho, Miralem Pjanic, Francesco Totti und Mattia Destro) kommen in dem Gesamtkonzept zum Einklang. Die Roma wird sich die direkte Qualifikation für die Champions League nicht nehmen lassen und sich im nächsten Jahr auch auf der ganz großen Bühne messen lassen müssen. Erst dann wäre auch ein weiterer Aufstieg in der Europarangliste möglich.

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Platz 10 (10) FC Liverpool

Pflichtspiel-Bilanz: 25-5-7
Premier League: Tabellenführer
Europa: nicht vertreten

Den letzten Meistertitel feierte der von Manchester United entthronte Rekordmeister 1990. Vor dieser Saison sprach wenig dafür, dass diese Serie enden könnte. Doch die Reds marschieren bisher ohne Niederlage durch die Rückrunde und haben es selbst in der Hand, die 19. englische Meisterschaft folgen zu lassen. Gewinnt Liverpool auch die Heimspiele gegen Manchester City (13. April) und den FC Chelsea (27. April), wird der Kop beben und die Sensation rückt näher. In der letzten Ausgabe äußerten wir noch Zweifel, ob die heißeste Offensive Europas die Defizite in der Abwehr kompensieren kann. Vier Spiele weiter, inklusive der klaren Erfolge gegen Manchester United (3:0) und Tottenham (4:0), sind die Bedenken etwas kleiner geworden. Wir haben uns trotzdem gegen einen Aufstieg innerhalb der Europarangliste entschieden, es liegt vor allem an der fehlenden internationalen Vergleichbarkeit. Als englischer Meister würde Liverpool aber sicher noch ein paar Plätze gutmachen.

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Platz 9 (9) Borussia Dortmund

Pflichtspiel-Bilanz: 27-4-11
Bundesliga: Zweiter
Europa: Viertelfinale in der Champions League (0:3 im Hinspiel bei Real Madrid)

Einen ominösen Vorgeschmack auf die Zeit nach Robert Lewandowski bekam der BVB in dieser Woche in Madrid. Ohne Chance verloren die Schwarzgelben mit 0:3. Als der ZDF-Reporter nach dem Spiel scherzhaft zu Nuri Sahin sagte „dann muss Lewandowski im Rückspiel eben fünf Tore schießen“, beendete der Mittelfeldspieler einfach das Interview. Natürlich ist die Vorstellung, dass Lewandowski im Alleingang Champions League-Spiele gewinnen könne, etwas anmaßend gegenüber seinen Teamkollegen. Aber wie schwer es ist, für so überragende Profis wie Mario Götze oder Lewandowski gleichwertigen Ersatz zu finden, zeigt die schwankende Form von Henrikh Mkhitaryan. Für die kommende Spielzeit könnte es für Dortmund nach jetzigem Anschein vor allem darum gehen, sich mit Schalke um Platz zwei zu streiten, der Meistertitel scheint ebenso weit entfernt wie ein weiteres Champions League-Finale. Das ist alles im Rahmen des Erwartbaren für einen solchen Club, aber nach drei großen Jahren unter Jürgen Klopp fällt es manchem Fan schwer, sich auf realistischere Ziele einzustellen. Und in dieser Spielzeit? Der Meistertitel ist vergeben, die Champions League, wenn kein Wunder geschieht, nächsten Dienstag vorbei. Bleibt noch der Pokal, in dem ein Heimspielsieg im Halbfinale gegen Wolfsburg ein Endspiel gegen den FC Bayern bedeuten dürfte. Das wäre zumindest noch ein Höhepunkt in einer Saison, die nicht wirklich schlecht war – aber auch alles andere als ein Triumphzug.

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Platz 8 (7) Juventus

Pflichtspiel-Bilanz: 33-7-5
Serie A: Tabellenführer
Europa: Viertelfinale der Europa League (Hinspiel 1:0 in Lyon gewonnen)

Juve gilt nach dem Weiterkommen gegen Florenz als Favorit auf den Sieg der kleinen Champions League – auch Europa League genannt. Elf Punkte Vorsprung sollten den Titelgewinn in der Serie A nicht mehr gefährden. Allerdings verlor man zuletzt mit 0:2 gegen Napoli. Die Stärken der Alten Dame bleiben aber evident. Die gute Organisation der Defensive rund um die Dreierkette, die laufstarken Stephan Lichtsteiner und Kwadwo Asamoah auf den Außen. Andrea Pirlo als tiefer Spielmacher und die dynamischen Arturo Vidal und Paul Pogba im Mittelfeld. Der souveräne Meistertitel und die Chance auf den EL-Titel halten Juventus in den Top Ten des Rankings, aber in Europas Spitzengruppe ist auch der italienische Meister nicht mehr zu finden.

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Platz 7 (5) Chelsea

Pflichtspiel-Bilanz: 30-8-10
Premier League: Zweiter
Europa: Viertelfinale der Champions League (Hinspiel 1:3 bei Paris Saint-Germain)

Fünf Niederlagen mussten die Blues in dieser Premier Leauge-Saison einstecken. Die Gegner: Everton, Newcastle, Stoke, Aston Villa und Crystal Palace. Dazu die Remis gegen WBA (2x) und West Ham. Die Blues haben entscheidenden Boden im Meisterkampf in den Spielen gegen die nicht als Top-Gegner zu bezeichnenden Mannschaften verloren. Das liegt wohl auch daran, dass Jose Mourinhos Konterteam sich schwer tut, gegen tief stehende Gegner das Spiel zu machen. Gegen Chelseas Kontermaschine sollte man aufpassen, dass man immer genug Spieler hinter den Ball bekommt. Vor allem die polyvalenten und schnellen offensiven Mittelfeldspieler der Blues sind schwer auszurechnen. Die Strafraumverteidigung ist eigentlich Trademark Mourinhos Chelsea, auch wenn John Terry gegen Paris ein dicker Patzer unterlief. Chelsea hat die beste Abwehr der Premier League (24 Gegentreffer/Man City 28/Liverpool 39). Gerade gegen starke Gegner, die auch selbst das Spiel machen wollen, ist Chelsea schwer zu schlagen. Genau dies gelang Paris im Hinspiel allerdings und nimmt man die zwei Liga-Pleiten im März dazu, dann ist das Zurückfallen der Blues hinter Paris durchaus nicht hanebüchen.

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Platz 6 (6) Paris Saint-Germain

Pflichtspiel-Bilanz: 35-8-3
Ligue 1: Tabellenführer
Europa: Viertelfinale der Champions League (3:1-Hinspielsieg gegen Chelsea)

PSG ist in der Ligue 1 seit zwölf Spielen ungeschlagen. Die letzte Niederlage datiert aus dem Januar, als die Elf von Laurent Blanc Ende Januar im Pokal gegen Montpellier ausschied. Im CL-Achtelfinale setzte man sich scheinbar spielerisch leicht gegen Bayer Leverkusen mit 6:1 durch (4:0 und 2:1). Superstar Zlatan Ibrahimovic erzielte zehn Tore in sieben Champions League spielen, auch in der Liga ist er mit 25 Treffern in 30 Matches treffsicherster Schütze der Pariser. Nach dem 3:1-Hinspielsieg gegen Chelsea droht Zlatan nun verletzungsbedingt auszufallen. Natürlich ist Edison Cavani als vorderste Spitze ebenfalls sehr stark und der Kader insgesamt überragend besetzt, dennoch wäre ein Ausfall des besten Spielers schon eine Schwächung. Denn Zlatan ist nicht nur treffsicher, er ist zudem ein exzellenter Wandspieler, er spielt die Bälle auf die Flügel heraus und reißt mit seiner Dynamik Räume auf. Genug über den Schweden, denn PSG besitzt in allen Mannschaftsteilen große Qualität. In der Europarangliste und in der Champions League geht das Duell PSG vs. Chelsea weiter. Aufgrund von Chelseas Niederlagen gegen Aston Villa, Crystal Palace und Paris sehen wir die Mannschaft von Laurent Blanc derzeit vor den Blues. Das Rückspiel wird die Hackordnung im Zweikampf PSG vs. Chelsea wohl ein weiteres Mal tangieren.

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Platz 5 (4) Manchester City

Pflichtspiel-Bilanz: 35-5-9
Premier League: 3. Platz
Europa: Aus im CL-Achtelfinale gegen Barcelona

Ob Manuel Pellegrini in seiner Debütsaison den Meistertitel mit City holen kann (nach dem Aufwärmtitel des Ligapokals), wird sich vielleicht am 13. April entscheiden. Am Palmsonntag nämlich spielt City in Anfield, beim aktuellen Tabellenführer der Premier League. Ein Sieg dort würde wahrscheinlich den Titel bedeuten, denn dann hätten die Citizens einen Punkt Rückstand auf die Reds, aber noch zwei Nachholspiele in der Hinterhand. Und von den dann verbleibenden sechs Punktspielen finden vier im heimischen Stadion statt, fünf sind gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte. Chelsea will trotzdem ebenfalls auf Distanz gehalten werden, aber bei nach jetzigem Stand könnte City sogar eines seiner restlichen Spiele verlieren und trotzdem noch aus eigener Kraft Meister werden – zumal Chelsea ebenfalls noch nach Liverpool reisen muss. Die Meisterschaft ginge an das spielerisch und individuell beste Team der Liga, wobei Chelseas taktische Möglichkeiten denen Citys nicht nachstehen. Mit zwei nationalen Titeln im Rücken könnte Pellegrini dann auch Phase zwei in Angriff nehmen: den Export der großen Klasse aus England in die Champions League. Aber das ist ein Thema für die Europarangliste der kommenden Saison.

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Platz 4 (8) Atlético Madrid

Pflichtspiel-Bilanz: 37-8-5
Primera División: Tabellenführer
Europa: CL-Viertelfinale (Hinspiel 1:1 in Barcelona)

Atlético wird zur Fahrstuhlmannschaft in der Europarangliste, weitere Gemeinsamkeiten mit dem VfL Bochum wollen uns einfach nicht einfallen. Die Colchoneros waren schon im Februar auf dem Sprung nach ganz oben, es folgte ein verfluchter Absturz mit vier Pleiten in einem Monat. Das Problem war die zuvor noch so sichere Defensive, die infolge des dünnen Kaders zu wackeln begann. Nun hat sich das Altético-Gebilde wieder deutlich stabilisiert. Als Belohnung für sechs Siege in Folge steht das Team von Trainer Diego Simeone wieder an der Spitze der Primera División und kann sich nach dem 1:1 in der Champions League berechtigte Hoffnungen auf den Halbfinaleinzug machen. Atlético spielt kaum einen Gegner an die Wand, besticht durch defensivtaktische Disziplin und hat mit Diego Costa einen zuverlässigen Torjäger. Genau diese Zutaten führten zuletzt den FC Chelsea 2012 zum Sieg in der Königsklasse. Aber warten wir mal ab, was der Fahrstuhl im April zu bieten hat.

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Platz 3 (2) Real Madrid

Pflichtspiel-Bilanz: 38-6-4
La Liga: 3. Platz
Europa: Viertelfinale in der Champions League (3:0-Hinspielsieg gegen Dortmund)

Real Madrid ist, statistisch gesehen, nach dem FC Bayern die beste Mannschaft Europas. Warum haben wir die Blancos dann um einen Platz heruntergestuft? Weil im direkten Vergleich mit Barcelona beide bisherigen Clásicos nach Katalonien gingen, zuletzt vor zehn Tagen beim 4:3-Sieg der Blaugrana im Bernabéu. Dazu rangiert Barcelona in der Tabelle vor Madrid, in der Champions League stehen beide im Viertelfinale, im Copa del Rey trifft man sich demnächst zum Finale. Unter diesen Umständen muss man Barcelona wegen der direkten Duelle leicht höher bewerten – auch wenn jedes weitere Spiel, das es in dieser Saison noch geben könnte, keinen klaren Favoriten hätte.

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Platz 2 (3) FC Barcelona

Pflichtspiel-Bilanz: 37-8-5
La Liga: 2. Platz
Europa: CL-Viertelfinale (Hinspiel 1:1 gegen Atlético)

Natürlich ist uns bewusst, dass es widersprüchlich erscheint, Atlético in der CL-Prognose zum potentiellen Sieger im Viertelfinale zu erklären, hier in der Europarangliste aber Barca weiter vorn zu platzieren. Letztlich bedeutet das aber nur, dass wir den vermeintlichen Außenseiter zum ungeliebtesten Gegner der Katalanen erklären. Mit der Mischung aus defensiver Stabilität und wohl dosiertem Risiko kam Barcelona dann im Hinspiel ja auch bereits zum vierten Mal in dieser Saison nicht zurecht. Insgesamt halten wir Barca aber für die individuell besser besetzte Mannschaft, der mit dem 4:3-Sieg gegen Real Madrid ein bemerkenswerter Big Point geglückt ist. Lionel Messis Formanstieg ist ein entscheidender Faktor für Barcelonas bessere Bewertung.

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Platz 1 (1) FC Bayern

Pflichtspiel-Bilanz: 37-6-2
Bundesliga: Tabellenführer
Europa: CL-Viertelfinale

Es ist wirklich nicht leicht, als deutsches Medium mit dieser vermaledeiten Dominanz des FC Bayern umzugehen. Nachdem das Los Manchester United feststand, wurde über die Höhe des Sieges spekuliert, Zweifel am Weiterkommen wurden keine laut. Dann erreichen die Münchner im Old Trafford „nur“ ein 1:1 und schon wird über einen „Warnschuss“ (FAZ), den „Schluffimodus“ (Süddeutsche Zeitung) oder über „verletzliche“ (Welt) Bayern geschrieben. Die Wahrheit ist: Ein Auswärts-Remis ist ein exzellentes Ergebnis, zumal die spielerischen Defizite Uniteds offensichtlich waren. Die Bayern haben sich unter Pep Guardiola zu einem Pass-Monster entwickelt, das allerdings – anders als der FC Barcelona unter Guardiola – auf taktische Kniffe der Gegner reagieren kann. Die Bayern bleiben auch im März der Topfavorit auf die Titelverteidigung in der Champions League.

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Autoren: Klaus Katzenbach, Michel W. Massing und Marcus Krämer

Drei Dinge, die mir im Revierderby aufgefallen sind

Borussia Dortmund scheiterte beim torlosen Remis gegen den FC Schalke in erster Linie am königsblauen Torhüter Ralf Fährmann. So lautet zumindest der allgemeine Tenor nach dem 144. Revierderby. Es gibt aber auch andere Lesarten dieses hochklassigen Klassikers.

1) Der BVB scheiterte an Ralf Fährmann, aber…

Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase, in der sich die Gäste aus Gelsenkirchen sogar leichte spielerische Vorteile auf die Fahne schreiben durften, begann die Dortmunder Überlegenheit ab der 20. Minute und ebbte bis zum Schlusspfiff nur in kurzen Phasen wieder ab. In nahezu allen wichtigen statistischen Spieldaten lag der BVB vorne, es gipfelte in einer leicht besseren Zweikampfquote (52,8 zu 47,2 Prozent), einer deutlich besseren Passquote (72,2 zu 63,2 Prozent) und einem klaren Übergewicht an Torschüssen (18:8).

Der beste Mann auf dem Platz war somit Schalkes Torhüter Ralf Fährmann, der insgesamt sechs Paraden zeigen musste, wovon vier wirklich herausragend waren. Fährmann wurde zu Recht gefeiert, bei genauerer Betrachtung hat die Medaille jedoch eine zweite Seite, die nicht sehr schmeichelhaft für den BVB ist.

Die Dortmunder hatten sieben Gelegenheiten, die das Prädikat „Großchance“ verdienen. Und nur bei Henrikh Mkhitaryans Fernschuss in der 31. Minute, den Fährmann mit den Fingerspitzen aus dem Eck kratzte, müssen sich die Dortmunder keinen Vorwurf machen. In den anderen Fällen musste entweder Fährmann gar nicht eingreifen (Robert Lewandowskis Kopfball in der 5. Minute und Mkhitaryans Schuss in der 73. Minute) oder die Abschlüsse waren ungenau und Fährmann wurde quasi zu seinem Glück gezwungen.

Diese Kritik richtet sich insbesondere an Marco Reus, der gleich drei gute Chancen vergab. Die mangelhafte Chancenverwertung ist ein Dauerthema in Dortmund, das Trainer Jürgen Klopp mit seiner Mannschaft nicht in den Griff bekommt. Fährmanns Anteil am 0:0 ist nicht wegzudiskutieren, die Dortmunder Ungenauigkeit im Abschluss aber auch nicht.

2) Schalke ist die zweitbeste Rückrundenmannschaft, aber…

Mit nun 23 Punkten liegt der FC Schalke auf Rang zwei der Rückrundentabelle der Bundesliga und sammelte in zehn Spielen bisher nur fünf Zähler weniger als in der gesamten Hinserie. Wenn ich dazu noch bedenke, dass beispielsweise im Derby zehn Spieler verletzt fehlten, sollte die Leistung noch mehr Beachtung finden.

Auch Trainer Jens Keller hat an dieser Entwicklung sicher seinen Anteil. Gerade gegen schwächere Teams, die tiefer stehen, kommt Schalkes individuelle Klasse im Kader mit Spielern wie Klaas-Jan Huntelaar, Jefferson Farfán, Kevin-Prince Boateng oder Julian Draxler sehr gut zum Tragen.

Es bleibt aber dabei: Gegen starke Gegner wie den FC Bayern, Real Madrid oder eben Borussia Dortmund kann sich der FC Schalke nicht durchsetzen. Und das liegt nicht an der Qualität im Kader, die durch die vielen Verletzten gelitten hat. Die Knappen machen gegen diese Mannschaften immer wieder die gleichen taktischen Fehler. Das defensive Umschaltspiel im Mittelfeld ist eine Katastrophe, Schalke bekommt in unschöner Regelmäßigkeit nicht genügend Spieler hinter den Ball und die dadurch entstehenden Räume nutzen Gegner wie Real oder Bayern (den BVB muss ich wegen der genannten Chancenverwertung ausklammern).

Keller schafft es nun schon seit über einem Jahr nicht, diese taktischen Grundfehler auszumerzen. Deshalb kann man den Verantwortlichen auf Schalke nur wünschen, sich von der aktuellen Erfolgsserie nicht zu sehr blenden zu lassen.

3) Der Schalker Jugendstil ist bemerkenswert, aber…

Wie Borussia Dortmund zu Beginn der Ära Jürgen Klopp durch finanzielle Gegebenheiten zur radikalen Verjüngung des Kaders gezwungen wurde, wird aktuell auch der FC Schalke durch die personelle Misere zu einem Jugendstil verdonnert, der alternativlos erscheint. Schalke stellte im Derby eine Startelf, die durchschnittlich 23 Jahre und 203 Tage jung war – zudem kamen mit Fährmann, Tim Hoogland, Joel Matip, Kaan Ayhan, Sead Kolasinac, Julian Draxler und Max Meyer gleich sieben Spieler aus dieser Startelf aus dem Jugendbereich der Knappen.

Das ist ein fantastischer Wert, der in Gelsenkirchen für Stolz sorgt und auch sorgen darf. Bei aller Euphorie ist aber auch wichtig, für die richtige Balance zu sorgen. Denn auch wenn die absoluten Youngster wie Meyer oder Ayhan nach dem Derby hochgejubelt werden und dabei einen besonderen Jugend-Bonus bekommen – exemplarisch sei hier die Einzelkritik auf derwesten.de genannt – so zeigt eine objektive Bewertung ihrer Leistung noch sehr viel Luft nach oben.

Meyer tauchte als Spielmacher völlig unter und hatte bis zu seiner Auswechslung nach Roman Weidenfeller die wenigsten Ballkontakte auf dem Feld. Ayhan wiederum zahlte in den Zweikämpfen mit Robert Lewandowski verständliches Lehrgeld, Einsatz allein darf für junge Spieler nicht das entscheidende Kriterium sein. Ich will damit eigentlich nur sagen: Will der FC Schalke dauerhaft ein Champions League-Kandidat bleiben, muss bei aller Euphorie um die Jugendspieler weiter externe Qualität an den Kader herangeführt werden.

Die Europarangliste – Ausgabe Februar

In der aktuellen Europarangliste finden die Simpsons genauso einen Platz wie Tim Wiese, der EA Sports-Fluch und kranke Männer. Wem das noch nicht reicht, dem sei gesagt, dass die großen Formkrisen von etablierten Clubs wie Manchester United oder Bayer Leverkusen für ordentlich Bewegung gesorgt haben.

Die Bewertungskriterien für die Europarangliste dürften mittlerweile bekannt sein. Danach haben die vier großen europäischen Ligen einen Qualitätsvorsprung, den Clubs aus kleineren Ligen nur schwer kompensieren können. Trotzdem fliegen mit den Red Devils, Leverkusen, dem FC Everton und der Fiorentina vier Mannschaften aus der Top 20, die sowohl von der Kaderstärke als auch von den tabellarischen Möglichkeiten in ihren jeweiligen Ligen vor Teams wie Olympiakos oder Galatasaray stehen müssten. Sie tun es allesamt nicht, weil die Formkurven kaum eine andere Möglichkeit lassen, Besserung derzeit nicht in Sicht ist und die Leistungen der Underdogs eine Beachtung verdient haben.

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Platz 20 (neu) FC Red Bull Salzburg

Pflichtspiel-Bilanz: 32 Siege – 5 Unentschieden – 4 Niederlagen
Bundesliga: Tabellenführer
Europa: EL-Achtelfinale

Jetzt wird es abenteuerlich. Ein Verein aus Österreich unter den besten 20 Clubs in Europa? Und dann hofieren wir auch noch diese Getränke-Dynastie, die in den vergangenen Tagen Mittelpunkt beleidigter Diskussionen deutscher Sportjournalisten war? Gegen den Ball hat zu diesem Thema eine differenzierte Meinung, die wir zu einem späteren Zeitpunkt formulieren werden. In der Europarangliste halten wir uns jedoch an Adi Preißler: „Grau ist alle Theorie – entscheidend ist auf’m Platz.“ Es geht um Fußball und nicht um Fußball-Kultur. Da leisten die Bullen seit Monaten beachtliche Arbeit. Die Dominanz in der schwachen österreichischen Liga allein reicht nicht für Rang 20 in der Europarangliste. Acht Siege in acht Europa League-Spielen beeindrucken schon etwas mehr, entscheidend ist aber die von Trainer Roger Schmidt verordnete und von der Mannschaft sehr gut umgesetzte taktische Marschroute. Das offensive Quartett Kevin Kampl, Sadio Mané, Jonathan Soriano und Alan presst sehr früh und schafft mit sehr schnellen Umschaltbewegungen extrem viele Tormöglichkeiten. Gerade Kampl und Soriano haben bei Ballgewinnen sofort den Kopf oben und spielen risikoreiche Pässe in die Tiefe. Bedanken können sich die Bullen zudem beim FC Bayern, der in der Winter-Vorbereitung in Salzburg vorbeischaute, dabei einen lustlosen Auftritt hinlegte und mit der 0:3-Niederlage das Selbstvertrauen in für österreichische Teams ungewöhnliche Größe steigern ließ.

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Platz 19 (neu) Olympiakos Piräus

Pflichtspiel-Bilanz: 32-5-3
Super League: Tabellenführer
Europa: CL-Achtelfinale

Spricht man über Olympiakos, kommt man nicht umhin, auch zwei Sätze über Manchester United zu verlieren. Die Red Devils verloren als einziger Gruppensieger der Champions League das Achtelfinal-Hinspiel und werden es in der derzeitigen Verfassung auch im Rückspiel gegen den griechischen Meister schwer haben. In dieser Saison gewann United nur vier Spiele mit drei oder mehr Toren Unterschied, ein solches Ergebnis wird am 19. März aber nötig sein. Trainer David Moyes darf trotz Krise weitermachen, die kommende Transferperiode wird für seine persönliche Zukunft entscheidend sein. In Griechenland wiederum steckt der gesamte Fußball in der Krise. Die Clubs kämpfen mit Fankrawallen, halbleeren Rängen und völlig leeren Kassen. Serienmeister Olympiakos bildet dabei die Ausnahme, gegen Panathinaikos gab es am vergangenen Spieltag – begleitet von schweren Ausschreitungen – die erste Niederlage in einem nationalen Wettbewerb. Olympiakos hat in der Super League 19 Zähler Vorsprung auf PAOK Saloniki, bei einem Torverhältnis von 78:12. Trainer Michel hat eine interessante Mannschaft aus griechischen Nationalspielern, internationalen Routiniers wie Javier Saviola, Roberto Jiménez, Paulo Machado, Nelson Valdez oder Vladimir Weiss sowie vereinzelten Talenten wie Joel Campbell oder Michael Olaitan zusammengestellt.

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Platz 18 (16) Schalke 04

Pflichtspiel-Bilanz: 18-7-10
Bundesliga: 4. Platz
Europa: CL-Achtelfinale

Schlimmer hätte die letzte Woche für den FC Schalke kaum laufen können. Schon das torlose Remis gegen Mainz entsprach nicht dem Formanstieg der bisherigen Rückrunde, die beiden Pleiten gegen Real Madrid und den FC Bayern ließen den Aufwärtstrend gefühlt sogar ins komplette Gegenteil ausufern. Die strukturellen Probleme des europäischen Fußballs machen Niederlagen gegen Spitzenclubs für Vereine wie Schalke aber immer wahrscheinlicher, ihre Heftigkeit hat allerdings Trainer Jens Keller zu verantworten. Die Knappen bleiben in der Europarangliste, weil der Ergebnis-Trend insgesamt stimmt (seit der Derby-Niederlage gegen Borussia Dortmund haben sie den Rückstand auf den BVB von elf auf vier Punkte reduziert) und die Formkurve von Leverkusen noch deutlicher nach unten zeigt.

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Platz 17 (neu) Galatasaray

Pflichtspiel-Bilanz: 20-12-5
Süper Lig: 2. Platz
Europa: CL-Achtelfinale

Der türkische Meister stand zum Abschluss der vergangenen Saison in unserer Europarangliste, schaffte es seitdem aber nicht mehr in die Top 20. Dafür war das Abschneiden in der Süper Lig nicht gut genug und Rang zwei in der Champions League-Gruppe vor Juventus war zu eindeutig den katastrophalen Platzverhältnissen in der letzten Partie gegen Juve geschuldet. Mittlerweile ist das Team von Trainer Roberto Mancini jedoch auf dem richtigen Weg, auch wenn am vergangenen Spieltag mit dem 1:1 gegen Rizespor die Aufholjagd auf Tabellenführer Fenerbahce etwas unterbrochen wurde. Respekt verdiente in jedem Fall die zweite Hälfte gegen den FC Chelsea, als
der klare Favorit am Rande einer Niederlage stand.

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Platz 16 (neu) Tottenham Hotspur

Pflichtspiel-Bilanz: 27-5-10
Premier League: 5. Platz
Europa: EL-Achtelfinale

Die Spurs haben sich wieder in den Kreis der Topteams zurückgespielt, gehören aber trotzdem zu den am schwierigsten zu bewertenden Clubs. Unter André Villas-Boas wurde mit der Ablöse für Gareth Bale ein Großangriff auf dem Transfermarkt gestartet, der – angesichts der Gehaltsstruktur der Spurs – unrealistische Erwartungen schürte. Villas-Boas musste dann im Dezember gehen, weil er seine Mannschaft taktisch zu häufig ins offene Messer laufen ließ. Seitdem hat Tim Sherwood das Sagen, der die Spurs in der Tabelle der Premier League wieder auf Rang fünf führte, den Rückstand zu den Champions League-Plätzen aber nicht entscheidend verringern konnte. Zudem sind spielerisch kaum Fortschritte zu erkennen. Andererseits marschiert Tottenham durch die Europa League, bekommt mit Benfica nun aber auch den ersten echten Prüfstein. Wir glauben an die Spurs als fünftbestes Team der Premier League – zu mehr wird es allerdings nicht reichen. Eine fundierte Aussage können wir in der nächsten Ausgabe machen, denn im März lauten die Gegner in dieser Reihenfolge: Chelsea, Benfica, Arsenal, Benfica, Southampton, Liverpool.

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Platz 15 (18) Athletic Club

Pflichtspiel-Bilanz: 17-5-10
Primera División: 4. Platz
Europa: nicht vertreten

Gäbe es in der Bundesliga tatsächlich – wie in der vergangenen Saison als Schmähung etabliert – spanische Verhältnisse, so könnten sich deutsche Fans über einen spannenden Titelkampf mit drei Mannschaften freuen. Die alles beherrschenden Bayern verhindern das. Dahinter ginge es dann um den Qualifikationsplatz für die Champions League. Im echten Spanien hat weiterhin Athletic Bilbao die besten Karten im Kampf um die Königsklasse. Das Team von Trainer Ernesto Valverde holte im Februar nur acht Punkte, der Vorsprung auf die Verfolger Villarreal und Real Socieded wuchs trotzdem um jeweils einen Zähler an. Sicher, es fehlen sowohl Konstanz als auch der internationale Vergleich, aber im 4-2-3-1 unter Valverde ist eine klare taktische Idee erkennbar und der Sieg gegen Barcelona (1:0) und das Remis gegen Real Madrid (1:1) haben gezeigt, dass Bilbao auch gegen die großen Gegner nicht chancenlos ist.

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Platz 14 (20) Benfica Lissabon

Pflichtspiel-Bilanz: 25-5-3
Primeira Liga: Tabellenführer
Europa: EL-Achtelfinale

Die Bilanz von Benfica im Jahr 2014 könnte kaum beeindruckender sein. In elf Spielen feierte das Team von Trainer Jorge Jesus zehn Siege und kassierte dabei nur einen Gegentreffer. Benfica hat sich damit in der Tabelle von Stadtrivale Sporting absetzen können, noch wichtiger sind aber die neun Zähler Vorsprung auf Serienmeister FC Porto. Der Titelverteidiger gab mittlerweile sogar die Trennung von Trainer Paulo Fonseca bekannt. Benfica gleicht die strukturellen Nachteile in der portugiesischen Liga immer wieder mit gutem Scouting und einem Transferüberschuss aus und geht deshalb leicht favorisiert in das Achtelfinale der Europa League gegen Tottenham.

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Platz 13 (13) SSC Neapel

Pflichtspiel-Bilanz: 22-8-7
Serie A: 3. Platz
Europa: EL-Achtelfinale

Die Kollegen der Nachrichtenagenturen jubilierten schon, als die Gerüchte um einen Wechsel von Tim Wiese zur SSC bekannt wurden. Wie schöne wäre es doch gewesen, neben Miroslav Kloses Lazio und Mario Gómez‘ Fiorentina nun auch von Wieses Napoli schreiben zu können. Dieser Aufhänger bleibt jedoch in der Schublade, weil Wiese doch noch an Hoffenheim gebunden ist und frühestens im Sommer wechseln darf. Napoli musste kurzfristig reagieren, weil Ersatzkeeper Rafael mit einem Kreuzbandriss ausfällt. Letztlich wurde der vereinslose Spanier Toni Doblas verpflichtet, der nun hinter Landsmann Pepe Reina und Roberto Colombo die Rolle des dritten Keepers einnimmt. Abgesehen vom Personalkarussell geht die wechselhafte Saison in Neapel weiter. In der Europa League folgt nun das Achtelfinale gegen Porto, im italienischen Pokal wurde im Halbfinale sogar ein Achtungserfolg gegen die AS Roma gefeiert. In der Serie A enteilen Juventus und die Roma jedoch weiter, wie soll es auch anders sein bei mageren Remis gegen Genoa und Livorno.

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Platz 12 (10) AS Roma

Pflichtspiel-Bilanz: 20-7-2
Serie A: 2. Platz
Europa: nicht vertreten

Es bleibt dabei: Die Roma stellt eine der besten Defensivreihen in Europa. In der Serie A kassierte das Team von Trainer Rudi Garcia im Februar erneut keinen einzigen Gegentreffer, dafür setzte es im Pokal gegen Napoli gleich fünf Gegentore. Trotzdem sehen wir die Hauptstädter knapp vor der SSC, weil das Gesamtpaket aus taktischer Disziplin, kompaktem Zentrum und schnellen Konterattacken mehr überzeugt. Sorgen bereiten die anhaltenden diskriminierenden Gesänge der eigenen Fans und die erneute Sperre gegen den so wichtigen Balleroberer Daniele de Rossi, der sein Temperament (Faustschlag gegen Inters Mauro Icardi) nicht den Griff bekommt.

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Platz 11 (5) FC Arsenal

Pflichtspiel-Bilanz: 28-5-9
Premier League: 3. Platz
Europa: CL-Achtelfinale

In der letzten Ausgabe stilisierten wir das CL-Achtelfinale gegen übermächtige Bayern zur internationalen Bewährungsprobe für die Gunners. Nach der 0:2-Niederlage vor heimischer Kulisse lautet das vorläufige Fazit: nicht bestanden. Auch wenn am 11. März noch das Rückspiel zu spielen ist, wird Arsenal zum vierten Mal in Folge in der Runde der letzten 16 ausscheiden. Diese Stagnation ist Fakt, auch wenn die Anfangsphase gegen Bayern überzeugen konnte und ein verwandelter Elfmeter von Mesut Özil für ein anderes Spiel hätte sorgen können. Den Gunners fehlt in entscheidenden Spielen seit Jahren das Vertrauen in die eigene Stärke, zudem können in dem guten Kollektiv Formschwächen einzelner Spieler nur schwer kompensiert werden. Wesentlich ärgerlicher ist die 0:1-Niederlage in Stoke, gleichbedeutend mit einem Rückschlag im sehr engen Titelrennen in England. Denn auf Erfolge gegen kleinere Teams war in dieser Saison eigentlich Verlass. Deshalb stürzt Arsenal in der Rangliste so massiv ab.

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Platz 10 (12) FC Liverpool

Pflichtspiel-Bilanz: 21-5-7
Bundesliga: 2. Platz
Europa: nicht vertreten

Ob die Reds auch in den kommenden Wochen vorne mehr Tore schießen, als sie in der Abwehr kassieren, wissen wir nicht. Eigentlich ist das auch kein Gütesiegel, denn ohne eine stabilere Defensive wird Liverpool nicht bis zum Saisonende in den Titelkampf der Premier League eingreifen können. Offensiv gehören die Reds jedoch zu den heißesten Teams in Europa. 82 Tore hat das Team von Trainer Brendan Rodgers in allen Wettbewerben erzielt, mit Luis Suárez (24 Tore) und Daniel Sturridge (18) führen gleich zwei Liverpooler Spieler die Torjägerliste der Premier League an und neunmal wurden vier oder mehr Treffer in einem Spiel erzielt. Da kommen Diskussionen über finanzielle Schwierigkeiten zur Unzeit, 60 Millionen Euro soll der Verlust im abgelaufenen Jahr betragen haben. Die Rückkehr in die Champions League wird damit zur Pflichtveranstaltung.

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Platz 9 (11) Borussia Dortmund

Pflichtspiel-Bilanz: 24-3-8
Bundesliga: 2. Platz
Europa: CL-Achtelfinale

Vier Tage lagen zwischen den beiden Auftritten in Hamburg und St. Petersburg. Vier Tage, in denen aus einer lustlosen und abschenkenden Mannschaften eine laufstarke und aggressive Pressingmaschine wurde, die Zenit eine Halbzeit lang zur Bedeutungslosigkeit verurteilte. Trainer Jürgen Klopp wird natürlich niemals zugeben, dass er seinem Team die angezogene Handbremse beim HSV verordnet hat. In den 90 Minuten wirkte die nur auf zwei Positionen veränderte Elf jedoch, als wäre Motivator Klopp daheim geblieben. Man könnte, bezogen auf die sich im Abstiegskampf befindlichen Hamburger, von Wettbewerbsverzerrung sprechen. Letztlich bedeutet diese Entwicklung aber nur, dass der BVB weiterhin nicht im Drei-Tage-Rhythmus Bestleistungen abrufen kann. Die Priorität wurde auf Zenit gelegt und das war angesichts der aussichtslosen Lage in der Bundesliga genau die richtige Entscheidung. Der BVB kann in Bestform jeder Mannschaft wehtun und hat sich im Kreis von Europas Elite etabliert.

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Platz 8 (4) Atlético Madrid

Pflichtspiel-Bilanz: 31-7-5
Primera División: 3. Platz
Europa: CL-Achtelfinale

Am 5. Februar erschien die letzte Europarangliste von Gegen den Ball. Exakt am gleichen Tag begann die Negativserie von Atlético. In sieben Pflichtspielen kassierten die Madrilenen vier Niederlagen und mit zwölf Gegentoren fast so viele wie in der gesamten Saison zuvor. Aufgrund unserer bescheidenen Größe sind wir uns aber bewusst, dass beim Googeln von Europaranglisten-Fluch die Ergebnisliste gen Null tendieren wird – anders als bei EA Sports und Fluch. Trotzdem ist es bemerkenswert, dass Atlético wie auf Knopfdruck die defensive Stabilität abhanden gekommen ist. Einen validierten Zusammenhang zur Verpflichtung des Ex-Wolfsburgers Diego können wir nicht erkennen. Vielmehr fehlen nach 43 Pflichtspielen die Alternativen in der Abwehr, Torjäger Diego Costa erzielte 2014 erst vier Pflichtspiel-Treffer und die in der Hinrunde noch überragenden Koke, Arda Turan und David Villa suchen ihre Bestform.

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Platz 7 (7) Juventus

Pflichtspiel-Bilanz: 27-6-4
Serie A: Tabellenführer
Europa: EL-Achtelfinale

Wenig Neues gibt es von der Alten Dame zu berichten. Juventus dominiert mit den bekannten Stärken (Abwehr-Dreierkette, Dynamik im Mittelfeld, Abschlussstärke) die Serie A und gilt als Topfavorit auf den Gewinn der Europa League – mit einem Finale vor heimischer Kulisse. Trotzdem wird es Juve schwer haben, in diesem Ranking weiter nach vorne zu stoßen. Wie ein Damoklesschwert hängt das Vorrundenaus in der Champions League über dem Team von Trainer Antonio Conte, das auch im Pokal an der Roma scheiterte.

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Platz 6 (9) Paris St. Germain

Pflichtspiel-Bilanz: 28-8-3
Ligue 1: Tabellenführer
Europa: CL-Achtelfinale

So unterschiedlich kann die Sichtweise auf die Erfolge von Paris St. Germain ausfallen: Leverkusens Manager Rudi Völler adelte den französischen Club schon vor dem 0:4-Debakel seiner Mannschaft im Achtelfinal-Hinspiel als eine der besten Mannschaften Europas. Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge wiederum wird nicht müde, die UEFA auf die Umsetzung des Financial Fair Plays hinzuweisen, was im Bayern-Universum ebenfalls Respekt ausdrückt. PSG meistert die Aufgaben in der unattraktiven Ligue 1 sehr zuverlässig und schafft es trotz seltener Vergleiche gegen Spitzenteams konstant, an Champions League-Tagen Topleistungen abzurufen. Über die exzellente Besetzung des Kaders, der mit Winter-Neuzugang Johan Cabaye noch flexibler geworden ist, haben wir in vorherigen Ausgaben schon geschrieben. Es bleiben aber auch die Zweifel an Trainer Laurent Blanc, was in der entscheidenden Phase der Champions League den Ausschlag zu Ungunsten der Pariser geben kann.

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Platz 5 (8) FC Chelsea

Pflichtspiel-Bilanz: 27-7-8
Premier League: Tabellenführer
Europa: CL-Achtelfinale

D’oh! Wir geben zu, dass das Zutrauen in Chelseas Stärke erst so langsam wächst. Die Überzeugung von José Mourinhos Qualität war immer vorhanden, aber der Kader schien den Anforderungen für die absolute Spitze nicht gewachsen zu sein. Die Blues haben die beste Abwehr der Premier League und schaffen es schrittweise, auch in den wichtigen Spielen offensiv Akzente zu setzen. Wirklich beeindruckend war der 1:0-Sieg bei Manchester City, als Chelsea nach Problemen in der Anfangsphase die eigene Kontertaktik immer besser umsetzen konnte und sogar ein höherer Sieg möglich war. Zwei Wochen später folgte allerdings eine verdiente 0:2-Niederlage beim gleichen Gegner, vor Rückschlägen ist Mourinhos Team – der Trainer stapelt bezüglich der Titelchancen ohnehin ungewohnt tief – noch nicht gefeit. In der Champions League wird Chelsea vermutlich als einziges englisches Team ins Viertelfinale einziehen, für das Halbfinale wird auch Losglück vonnöten sein.

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Platz 4 (3) Manchester City

Pflichtspiel-Bilanz: 32-4-7
Premier League: 4. Platz
Europa: CL-Achtelfinale

Die Sky Blues haben am vergangenen Wochenende im Ligapokal gegen Sunderland den ersten Titel der Saison gewonnen. Es können theoretisch noch drei folgen, an der Erstürmung des Camp Nou nach der 0:2-Pleite im Hinspiel der Champions League hegen wir aber berechtigte Zweifel. Wir bleiben jedoch bei der vor der Saison geäußerten Prognose, dass City nach 2012 wieder den Titel in der Premier League holen wird (bei den anderen Tipps ist schon genug falsch). Derzeit liegt das Team von Trainer Manuel Pellegrini nur auf dem vierten Rang, kann mit zwei Siegen in den Nachholspielen gegen Sunderland und Aston Villa aber nach Punkten zum FC Chelsea aufschließen. Die Rückkehr von Torjäger Kun Agüero ist das entscheidende Puzzleteil für Citys Titelambitionen, da sich die anderen Stürmer Edin Dzeko und Álvaro Negredo zu sehr ähneln.

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Platz 3 (6) FC Barcelona

Pflichtspiel-Bilanz: 32-7-4
Primera División: 2. Platz
Europa: CL-Achtelfinale

Der FC Barcelona erzielte im Jahr 2014 schon siebenmal vier oder mehr Tore. Der FC Barcelona steht in der Primera División nur einen Punkt hinter Real Madrid. Der FC Barcelona steht im Finale der Copa del Rey. Der FC Barcelona hat durch den 1:0-Sieg bei Man City eine ideale Ausgangsposition für den Einzug ins CL-Viertelfinale. Und doch wird sowohl in Spanien als auch in der internationalen Presse gemeckert, kritisiert und gejammert. Nach dem 4:1-Sieg der Blaugrana gegen Almería schrieb die Zeitung El País beispielsweise: „Barca sieht aus wie ein kranker Mann.“ Gesunden kann Barcelona vermutlich nur, wenn Lionel Messi und Neymar vor jedem Tor dreifache Doppelpässe spielen, Real im Clásico in zwei Wochen aus dem Bernabéu geschossen wird und ganz allgemein das Barca-Spektakel zurückkehrt. Wir empfinden diese Bewertung schon allein wegen der statistischen Daten (torhungrigster Angriff, beste Abwehr) als ungerecht, sehen aber auch spielerische Mängel und deshalb zumindest zwei bessere Mannschaften:

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Platz 2 (2) Real Madrid

Pflichtspiel-Bilanz: 33-6-2
Primera División: Tabellenführer
Europa: CL-Achtelfinale

Da der FC Bayern partout keine Schwäche zeigen will, bleibt für Real Madrid nur das Abo auf den zweiten Platz übrig. Die heißeste Phase der Saison beginnt in den kommenden Wochen, die Königlichen kristallisieren sich für die Münchner jedoch immer mehr als großer Widersacher auf den Champions League-Titel heraus. Trainer Carlo Ancelotti hat es mit seiner unaufgeregten und respektvollen Art geschafft, wieder Ruhe in den nach den Mourinho-Jahren aufgeschreckten Club zu bringen. In Madrid geht es in erster Linie wieder um Fußball. Ancelotti schafft es sogar, den Spagat zwischen seiner Spielphilosophie und den unternehmerischen Pflichten im Weltkonzern Real zu meistern. Mit viel Vorschusslorbeeren kamen vor der Saison Asier Illarramendi und Isco nach Madrid, zusammen mit Jesé sollten die Youngster dem internationalen Real ein spanisches Gesicht geben. Noch traut Ancelotti dem Trio in seinem neuen 4-3-3 jedoch keine Schlüsselrolle zu und setzt sie häufig auf die Bank. Anders verhält sich das bei Gareth Bale, der für die Rolle des Ersatzspielers zu viel Geld gekostet hat, also baut ihn der Trainer – sicherlich auch wegen dessen unbestrittener Qualität – in die Mannschaft ein. Die Umstellung auf das 4-3-3 mit Luka Modric und Ángel di María an der Seite von Xabi Alonso war für die defensive Balance im Team ohnehin die absolut richtige Entscheidung. Seit der Niederlage im Clásico im Oktober ist Real in 28 Pflichtspielen ungeschlagen, das Rückspiel steigt am 23. März im Bernabéu.

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Platz 1 (1) FC Bayern

Pflichtspiel-Bilanz: 31-2-2
Bundesliga: Tabellenführer
Europa: CL-Achtelfinale

Derzeit spricht nichts dafür, dass der FC Bayern in den kommenden Jahren auf nationaler Ebene einen ernsthaften Konkurrenten bekommt – international können Global Player wie Real Madrid weiterhin mithalten. Durch den Einstieg des Versicherungskonzerns Allianz als Anteilseigner der FC Bayern München AG ist der Club schuldenfrei und kann in den kommenden Jahren noch mehr in die Mannschaft investieren. Der finanzielle Vorsprung wird größer werden, auch wenn Borussia Dortmund an guten Tagen mithalten kann. Nur mit harter und konstanter Arbeit, wie es Sportvorstand Matthias Sammer in einem Interview lapidar feststellte, wird kein Bundesligist die Lücke schließen können. Abgesehen vom finanziellen Vorsprung wurden in München auf personeller Ebene in den vergangenen Jahren verdammt viele Dinge richtig gemacht, das hat sicherlich Respekt verdient. Der Marke Bundesliga wird es trotzdem schaden.

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