Top Ten: Die besten Keeper der Bundesliga

Die statistischen Werte von Torhütern können einen Hinweis geben, welche Qualitäten die einzelnen Ballfänger der Bundesliga haben. Allerdings muss man diese Werte im Zusammenhang mit den Teams bewerten, in denen die Keeper spielen. Ein Beispiel: Manuel Neuers „Minuten pro Gegentor“-Wert ist natürlich auch deshalb so überragend, weil er beim Ligaprimus Bayern München spielt. Raphael Schäfers Wert von 4,8 Torwartparaden pro 90 Minuten ist natürlich auch deshalb so hoch, weil er beim Club oft geprüft wird und viele Bälle aufs Tor bekommt. Deshalb habe ich mich in der Beurteilung von den Statistiken gelöst und sie nur zur Unterstützung der Argumentationen herangezogen. Für die Top Ten kamen nur Spieler in Frage, die mindestens die Hälfte aller Spiele für ihren Club absolviert haben. Das ist bei Marwin Hitz, Alexander Manniger und Loris Karius nicht der Fall.

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Top-Ten der Bundesligatorhüter
Quelle der Daten: sportal.de und opta

Im Blickfeld der Top Ten

Ron-Robert Zieler hat uns in dieser Saison noch in keiner Kategorie vollkommen überzeugt. Er hat nur ein einziges Spiel absolviert, bei dem am Ende eine Zwei vor dem Komma des Notenschnitts stand. Die sonstigen Leistungen waren meiner Meinung nach nur ausreichend, somit findet der 24-Jährige vorerst keinen Platz in der Top Ten der besten Bundesliga-Keeper. Timo Hildebrand ist fußballerisch einfach zu schwach (siehe Wirkungsradius und Passquote). Raphael Schäfer hatte zu viele grobe Fehler in seinem Spiel, ist in der Strafraumbeherrschung außerdem zu sehr vom Fausten abhängig und nicht der beste Fußballer.

Schäfer klopft dennoch an die Tür, seine Werte sind gut, und der erfahrene Torhüter ist für den Club ein Faustpfand im Abstiegskampf. Ebenfalls nur knapp an der Top-Ten-Platzierung gescheitert ist Heinz Müller, dessen Werte durchaus zu gefallen wissen. Gegen Hannover, Hertha und Augsburg konnte er allerdings keine guten Leistungen zeigen. Außerdem ist Müller verletzt und sein Vertreter Loris Karius zeigte in Bremen eine starke Partie, sodass bezweifelt werden darf, ob Müller noch einmal dauerhaft ins Tor der Mainzer zurückkehrt. Nun aber zu den Besten der Besten. Die Top-Torhüter der Bundesliga:

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10. Thomas Kraft (Hertha BSC)
Der reaktionsstarke Keeper hat seinen Anteil an der guten Saison des Aufsteigers. Nur in der alten Heimat München und gegen Schalke 04 sah Kraft nicht so gut aus. Diese beiden Spiele machten auch seine Schwächen deutlich. Er kommt zu selten von der Linie, lässt durchaus Kopfbälle am Fünfmeterraum zu – und wenn er mal heraus kommt, macht er Fehler wie beim Führungstreffer der Schalker. Auf der anderen Seite hat er herausragende Stärken. Im Spiel gegen den HSV wehrte Kraft sieben Torschüsse ab. Insgesamt kann der 25-Jährige 71,2 Prozent aller Schüsse parieren. An seinen fußballerischen Qualitäten muss er noch arbeiten, aber in der Disziplin Reflexe macht ihm niemand etwas vor.

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9. Rene Adler (HSV)
Rene Adler soll nur Deutschlands neuntbester Keeper sein? In der letzten Saison spielte Adler groß auf und konnte sich sogar zurück in den Kreis der Nationalmannschaft parieren. In der laufenden Spielzeit schwächelt Adler allerdings. Gegen Leverkusen patzte er ebenso wie zu Saisonbeginn gegen Schalke. Adler hat seine Stärken im Eins-Gegen-Eins, und seine Reflexe sind herausragend. Um seine fußballerischen Qualitäten zu steigern, setzte Coach Bert van Marwijk zuletzt auf Sondertraining für Adler. „Da hat er Steigerungspotenzial. Daran arbeiten wir jeden Tag. Ich habe mit ihm auch schon darüber gesprochen. Wir werden ihn durch viele Übungen besser machen“, so der Coach laut mopo.de.

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8. Diego Benaglio (VfL Wolfsburg)
Diego Benaglio ist nicht nur ein guter Torhüter, er ist ein wahrer Elfmetertöter. In seiner Karriere konnte Benaglio schon acht Elfmeter abwehren, das ist Platz 14 in der All-Time-Rangliste der Bundesliga in dieser Disziplin. In der aktuellen Saison überzeugte der 30-jährige Schweizer vor allem in Augsburg und Nürnberg. Er fing viele Flanken ab und konnte 72,2 Prozent der Schüsse auf sein Tor parieren.

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7. Sven Ulreich (VfB Stuttgart)
In sechs von seinen zehn Saisonspielen zeigte Notenprimus Sven Ulreich eine überdurchschnittliche Leistung. Nur bei der Niederlage gegen den BVB bekam er nach sechs Gegentoren keinen Blumenstrauß. Beim 1:0-Sieg in Berlin hielt er stark gegen Ben-Hatira, Skjelbred und Brooks, parierte insgesamt acht Bälle, die auf sein Tor kamen. Gegen Gladbach waren es sogar neun abgewehrte oder gehaltene Torschüsse. Der 25-Jährige zeigt 4,4 Paraden pro Spiel und fängt viele Flanken ab. Bei Distanzschüssen ist Ulreich allerdings nicht unüberwindbar, manchmal macht er den berühmten Zwischenschritt zu wenig. In unserer Top Ten steht er deshalb kurz davor, den großen Schritt in die obere Hälfte zu tun.

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6. Roman Weidenfeller (Borussia Dortmund)
„Roman Weidenfeller hat sich die Nominierung irgendwie verdient“, befand der Bundestrainer zuletzt. Dass Weidenfeller nun zum Kreis der Nationalelf gehört, hat er sich aber vor allem durch die starken Leistungen der vergangenen Spielzeit erarbeitet. In dieser Bundesligasaison – finden ich -, hat er sich den Spitzenplatz irgendwie noch nicht verdient. Er spielt bisher sehr konstant und solide, ohne allerdings Glanzpunkte setzen zu können. Seine Noten geben Zeugnis über seine befriedigende Saison. In zehn von 13 Spielen hatte er eine Drei vor dem Komma. Irgendwie verdient hat sich Weidenfeller die Top Ten aber auch, weil der 33-jährige Linksfuß einer der besten Keeper in Eins-Gegen-Eins-Situationen ist und es hervorragend versteht, seine Abwehr zu dirigieren.

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5. Oliver Baumann (SC Freiburg)
Baumann auf Platz fünf der besten Keeper der Bundesliga? Ja, seid ihr denn verrückt geworden? Habt ihr nicht das Spiel gegen den HSV gesehen? „Pannen-Olli“ verschuldete am 10. Spieltag in Slapstick-Manier drei Tore. Dieses Spiel ist uns nicht entgangen, aber die Reaktion des Keepers darauf ist uns ebenfalls noch präsent. Gleich eine Woche später glänzte Baumann mit 13 Torschuss-Paraden und verhalf dem Sportclub zum Sieg gegen Nürnberg. Auch gegen die Bayern sicherte er mit tollen Paraden einen Punkt – dazu die guten Spiele gegen Braunschweig, Mainz und Bremen. Mit 5,5 Paraden pro Spiel gehört er zu den am meisten geforderten Torhütern und gilt als rundherum kompletter Torhüter, der auch mitspielen kann und gut antizipiert. Da passieren dann auch schon mal Fehler. Doch lieber drei Fehler in einem Spiel, als in drei Spielen jeweils ein entscheidender Patzer.

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4. Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt)
Kevin Trapp behält immer die Nerven, auch wenn der Interviewpartner ihn mit Kevin Kuranyi verwechselt. Sportlich glänzte er in dieser Saison vor allem gegen Dortmund, Bremen und Mainz. Gegen Mainz hielt er 88,9 Prozent der Torschüsse – war der beste Mann seines Teams. Nur bei der 1:4-Niederlage gegen Gladbach ließ er einen Schuss aufs kurze Eck durch und machte nicht den besten Eindruck. Trapp ist stark im Eins-gegen-Eins und auf der Linie. Auch fußballerisch gehört der 23-Jährige zu den besseren Keepern der Liga.

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3. Marc-Andre ter Stegen (Borussia Mönchengladbach)
Wie groß ist eigentlich Marc-Andre ter Stegen? Wer im Netz nach Größenangaben zu ter Stegen sucht, der findet von 1,85 Meter bis 1,90 Meter die verschiedensten Angaben. Er selbst sagte dazu in einem Interview, er sei 1,89 Meter. Ich will dieser Aussage Glauben schenken. Wie lang der erst 21-jährige Keeper auch sein mag, er gehört zu den großartigsten Ballfängern der Liga und scheint sich nicht nur in der Körpergröße ständig weiterzuentwickeln. 75,4 Prozent gehaltener Bälle, eine starke Passquote und die vielen gefangenen Flanken dokumentieren seine Qualitäten. Gegen Bayern, Hannover, Bremen, Dortmund und den HSV lieferte er starke Leistungen ab. Nur gegen Leverkusen und Frankfurt unterliefen ihm Fehler. Seine Statistiken sind so stark, dass sogar der FC Barcelona aufmerksam geworden sein soll.

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2. Bernd Leno (Bayer Leverkusen)
Leverkusen bildet zusammen mit dem BVB die zweitbeste Abwehr der Liga. Bernd Leno agiert in der Werkself als stark antizipierender Keeper, der nahezu komplett ausgebildet ist. Beim Remis seines Team gegen Bayern München lieferte er eine grandiose Partie ab, konnte 90 Prozent der Torschüsse parieren und brachte die Bayern zur Verzweifelung. Gegen Hoffenheim, Braunschweig und Hertha spielte er ebenfalls stark – sein einzig schwächeres Spiel leistete er sich gegen Gladbach, als er den Gästen durch einen Patzer das 2:2 ermöglichte. Der erst 21-jährige Keeper hat praktisch keine Schwächen, ist in der Strafraumbeherrschung ebenso stark wie in den Reflexen auf der Linie. Bayer Leverkusen verlängerte vor Kurzem sicherheitshalber den bis 2017 geltenden Vertrag um ein weiteres Jahr.

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Timo Hildebrand und Manuel Neuer im Vergleich
Timo Hildebrand und Manuel Neuer im Vergleich. Dargestellt sind alle Pässe der Keeper aus dem jeweilig letzten Bundesligaspiel. (Quelle: fourfourtwo.com)

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1. Manuel Neuer (FC Bayern München)
Der Bayern-Keeper hat sich fußballerisch noch einmal verbessert. So manches Mal agiert der 27-Jährige situativ als Libero und spielt gute Flachpässe im Spielaufbau. In der Kategorie Paraden pro 90 Minuten hängt er allerdings hinterher, hat als Teil der starken Bayern-Defensive nicht so viele Möglichkeiten sich auszuzeichnen. Vielleicht ist er den Kritikern deshalb nicht auffällig genug. Vielleicht sind die gelegentlichen Patzer (wie in Hoffenheim) der Grund, warum Neuer bei einigen Fußballfans als überschätzt gilt? Für uns ist Neuer die klare Nummer eins. 80 Prozent gehaltener Bälle ist ein Spitzenwert, aber insgesamt ragt Neuer durch sein modernes Torwartspiel heraus (90 Prozent Passquote). Seine Spieleröffnung ist für einen Keeper überragend, und die Parade gegen Marco Reus im Spitzenspiel gegen Dortmund zeigt exemplarisch, dass er auch in den klassischen Torwartdisziplinen zu den Besten gehört.

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