WM-Noten: Das Turnier der Topstars

NED_MEX_NEUNiederlande – Mexiko 2:1 (Noten-FAQ)

Im ersten Achtelfinale des Tages fehlten nur wenige Minuten und das Favoritensterben bei dieser WM wäre weitergegangen. Mexiko hatte die Niederlande mit der in der Vorrunde erprobten Defensivtaktik am Rande einer Niederlage, doch dann setzte sich die bessere individuelle Qualität der Elftal doch noch durch. Mexiko schied zum sechsten Mal in Folge im Achtelfinale einer Weltmeisterschaft aus.

Auch ohne eigenen Treffer hatte Arjen Robben den größten Anteil am gedrehten Rückstand, was den Niederländern bei dieser WM übrigens schon zum dritten Mal gelang. Damit setzte er die Serie der unersetzlichen Schlüsselspieler fort, denn schon Brasilien mit Neymar sowie Kolumbien mit James Rodríguez siegten im Achtelfinale dank der individuellen Qualität eines einzelnen Spielers und mit Thomas Müller, Karim Benzema und Lionel Messi folgen weitere Topstars.

Robben wurde nach einer durchwachsenen ersten Hälfte nach der Pause auf seine gewohnte rechte Seite versetzt, wo er besser ins Spiel fand. Wenn Robben wie beim FC Bayern in die Mitte zog oder seine starken Standards schlug, bekamen die zuvor so sicheren Mexikaner große Probleme.

In der Schlussphase bereitete Robben dann mit einem Eckball den Treffer von Wesley Sneijder mit vor und holte den siegbringenden Elfmeter heraus. Der 30-Jährige nahm die Einladung von Mexikos Kapitän Rafael Márquez dankend an, wenn er auch etwas zu theatralisch abhob. Allerdings hätte Robben bereits im ersten Durchgang einen Elfmeter bekommen müssen.

Neben Robben war es auf niederländischer Seite zum wiederholten Male ein Joker, der erfolgreich stechen konnte. Der Schalker Klaas-Jan Huntelaar, der bisher bei der WM überhaupt keine Rolle spielte, kam nach 76 Minuten für den blassen Robin van Persie, legte mit einem überlegten Kopfball Sneijders Tor vor und verwandelte in der Nachspielzeit den Elfmeter. Weil Huntelaar keine 20 Minuten auf dem Platz stand (die Nachspielzeit wird nicht berechnet), bekommt er keine Note.

Zuvor stand ein weiterer Bundesliga-Akteur für Oranje auf dem Platz, das WM-Debüt des Augsburgers Paul Verhaegh stand allerdings unter keinem guten Stern. Verhaegh sollte die rechte Abwehrseite stärken, ließ sich stattdessen aber ein ums andere Mal von Gegenspieler Miguel Layún düpieren. Weil der Mexikaner seine Freiheiten aber nicht konsequent genug ausnutzte, blieb Verhaeghs Schläfrigkeit ohne Folgen.

Auf mexikanischer Seite überzeugte nach arbeitsloser erster Hälfte Torhüter Guillermo Ochoa, seine großartige Parade bei Stefan de Vrijs Chance in der 57. Minute knüpfte aber nahtlos an die starke Vorstellung beim 0:0 gegen Brasilien an. Bester Feldspieler war Hector Herrera, der sehr viel unterwegs war und in der Anfangsphase die beiden besten Torchancen Mexikos hatte (17./20.). (krä)

Costa Rica – Griechenland 1:1 n.V.

CRCGRE_4In der wohl überraschendsten Achtelfinalansetzung der jüngeren WM-Geschichte trafen mit Costa Rica und Griechenland zwei Teams aufeinander, die beide noch nie ein Viertelfinale erreicht hatten, beide aber auch vor allem mit ihrer Defensive zu punkten wissen. So wurde es erwartungsgemäß kein packendes Offensivspektakel mit Strafraumszenen im Minutentakt.

Zum zweiten Mal in Folge schafften die Griechen dabei ein Tor in der Nachspielzeit, wie schon gegen die Elfenbeinküste. Diesmal traf Sokratis, der beste Feldspieler auf dem Platz, in Überzahl, weil die Ticos nach der Ampelkarte gegen Óscar Duarte insgesamt fast eine Stunde zu zehnt spielen mussten. Der Treffer von Sokratis war Costa Ricas bisher einziges Gegentor aus dem Spiel heraus in 390 Minuten WM. Dass es so blieb, hatten sie Keeper Keylor Navas und der Abschlussschwäche diverser griechischer Stürmer zu verdanken. Denn Chancen spielten sich die Europäer, zumal in Überzahl, dutzendweise heraus: Am Ende standen 23 Torschüsse in der Statistik, davon acht aufs Tor. Demgegenüber musste Orestis Karnezis keinen Ball halten, der einzige, der aufs Tor kam, die Direktabnahme von Bryan Ruíz, war dann auch gleich drin. Griechenland schaffte es in der Verlängerung, sogar einen Fünf-gegen-zwei-Konter so schlecht auszuspielen, dass ein harmloser Abschluss aus spitzem Winkel dabei herauskam.

So ging es ins Elfmeterschießen, das wir, wie gestern schon anlässlich des Brasilien-Spiels erörtert, nicht mit bewerten, da wir Fußballnoten vergeben und nichts anderes. Dass Griechenland in diesem ausschied, lag an den sehr gut ausgeführten Elfmetern der Costaricaner, aber die Hellenen werden sich Vorwürfe machen, diese Chance, unter die besten Acht einer WM zu kommen, nicht in 120 Minuten nutzen konnten. So leicht wird es für Griechenland nicht so schnell wieder. (dan)

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