Zurück in die Zukunft

Die Vorberichterstattung zum Achtelfinale zwischen Deutschland und Algerien dreht sich um Fußballhistorie, Mythologie und alte Rechnungen. Die Bilanz gegen Algerien ist negativ (zwei Spiele, zwei Niederlagen) – ist überall zu lesen. Die Schande von Gijón schreit nach später Rache, so der Aufhänger vieler Geschichten. Ist der deutsche Gegner sportlich betrachtet so uninteressant, vielleicht sogar ungefährlich? Ich habe mir Algeriens bisheriges Auftreten bei diesem Turnier einmal angesehen und durchaus einige Stärken entdeckt. Die Wüstenfüchse sind nicht zufällig ins Achtelfinale vorgestoßen und haben Russland und Südkorea hinter sich gelassen.

Betrachtet man die drei Vorrundenspiele, sieht man drei unterschiedliche Herangehensweisen der Algerier. Extrem defensiv im ersten Spiel, aggressiver im zweiten Spiel und eine Mischung daraus im dritten Spiel. Auch Formation und personelle Besetzung wechselten. In allen drei Spielen gleich war: Der Gegner hatte mehr Ballbesitz. Ich rechne damit, dass Algerien gegen Deutschland ähnlich kompakt und tief stehen wird wie gegen Belgien, aber mit dem Personal und der Formation aus dem Russland-Spiel. Gegen Südkorea agierte Algerien offensiver und presste früh, das kann ich mir in diesem Maße gegen Deutschland aber nicht vorstellen, deshalb habe ich das Spiel gegen Südkorea in der Analyse vernachlässigt.

Algeriens 1:2 gegen Belgien

Algerien (im 4-1-4-1) überließ den Belgiern den Ballbesitz und versuchte sich im vertikalen Konterspiel (32,1 % Ballbesitz Algerien). Gegen den Ball warteten die Wüstenfüchse relativ tief, knapp hinter der Mittellinie, um dann ins Pressing zu gehen. Vor allem das Zentrum wurde sehr kompakt gehalten. Die Algerier schoben dabei mannorientiert immer wieder zum angespielten Spieler heraus und setzten diesen unter Druck und erzwangen so den Rückpass. Belgien fehlte zunächst die passende Antwort und so schob sich die Wilmots-Truppe das Spielgerät zu, ohne großen Raumgewinn verzeichnen zu können.

Im Spiel mit dem Ball versuchten die aufbauenden Spieler – meist Innenverteidiger Rafik Halliche – Flachpässe auf die Außenstürmer zu spielen. Diese Außenstürmer kann man in diesem Fall besser als Halbraumstürmer bezeichnen, denn sie ließen sich immer wieder in Richtung Mittellinie fallen, um als Anspielstation im Spielaufbau zu dienen. Dem Führungstor der Algerier ging ein sehenswerter und offensichtlich einstudierter Spielzug voraus und der sah so aus:

Halliche spielte den zuvor erwähnten Flachpass auf den zurückfallenden Halbraumstürmer. Der legte den Ball zurück/ab und es folgte der sofortige Steilpass auf den Flügel. Dort war der Außenverteidiger längst gestartet und konnte den frei gewordenen Raum (den der Halbraumstürmer durch sein Zurückweichen geöffnet hatte) bespielen. Die anschließende Flanke führte zum Foulelfmeter und Führungstreffer durch Sofiane Feghouli.

Auffällig war die Linkslastigkeit im Spiel der Algerier (52 Prozent der Angriffe wurden über die linke Seite gespielt). Selbst wenn der Ball flach auf den starken rechten Halbraumstürmer Feghouli gespielt wurde, verlagerte der das Spiel auf die linke Seite, von wo meist der Weg in den Strafraum gesucht wurde. Rechtsverteidiger Mehdi Mostefa schlug keine einzige Flanke. Linksverteidiger Faouzi Ghoulam deren zwei, der linke Halbraumstürmer Riyad Mahrez sogar drei. Die häufigste Passkombination im Spiel der Algerier war dementsprechend Ghoulam (Linksverteidiger) auf Mahrez (Linker Halbraumsstürmer).

Algerien
Die Linkslastigkeit: Algeriens Pässe im Offensivspiel. (Daten/Abbildung: Opta/FourFourTwo.com)

Algeriens 1:1 gegen Russland

Schon vor dem Spiel gegen Südkorea hatte Coach Halilhodzic seine Startelf auf gleich fünf Positionen verändert. Mesbah, Mandi, Djaobou, Brahimi und Slimani ersetzten Goulam, Mostefa, Mahrez, Soudani und Taider. Auch die Formation wurde getauscht. Man spielte gegen Südkorea wie gegen Russland im 4-2-3-1. Gegen Russland wurde die Startelf personell nur noch auf einer Position verändert. Belkalem startete für den angeschlagenen Bougherra in der Innenverteidigung. Damit ließ Halilhodzic mit Ghoulam, Taider und Bougherra gleich drei renommierte Startelf-Spieler auf der Bank.

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Voraussichtliche Aufstellung der Algerier im asymetrischen 4-2-3-1.

Algerien presste meist höher als gegen Belgien, doch die Russen konnten das Pressing nicht selten geschickt umspielen, so dass Algerien sein Kollektiv schnell hinter den Ball bringen musste. Beim Gegentor stimmte die Abstimmung in der Innenverteidigung nicht. Das Tor fiel aber auch deshalb, weil Algerien wegen einer Behandlung von Feghouli in Unterzahl war und die Flanke auf der rechten Abwehrseite so nicht verhindert werden konnte. Die Wüstenfüchse agierten nicht so kompakt wie noch in weiten Teilen des Belgien-Spiels, da die Russen sie geschickt auf die Außen lockten, um dann wieder nach innen zu ziehen. Gegen die etwas statischen belgischen Außenverteidiger taten sich die Algerier leicht, aber das Team von Trainer Fabio Capello machte es besser, konnte weit vordringen und nach innen ziehen, so für Gefahr sorgen.

Mit dem Ball waren die spielaufbauenden Innenverteidiger auffällig. Ein erster guter Angriff fand in der 11. Minute statt, als Sofiane Feghouli den linken offensiven Halbraum überlud, zur Grundlinie durchkam und den Ball in den Strafraum bringen konnte. Die zweite nennenswerte Chance entstand aus dem Zusammenspiel von Brahimi und Feghouli am Strafraum, die sich durchkombinierten. Diese individuelle Klasse der offensiven Halbraumspieler wurde meist mit einem Flachpass eingeleitet und dann in Dreiecken im Raum vor dem Sechzehner ausgespielt.

Die generelle Linkslastigkeit war auch in diesem Spiel wieder evident. Djamel Mesbah (Linksverteidiger) und Abdelmoumene Djabou (Linker Halbraumstürmer) schlugen zusammen acht Flanken von der linken Seite, Aissa Mandi und Feghouli nur deren zwei.

Die Stärken der Algerier

  • Algerien spielt körperbetont und vor allem die Defensivspieler sind mit einer starken Athletik ausgestattet. Vorteil: Algerien ist mit 21 Tacklings pro Spiel auf Platz fünf aller WM-Teams. (Deutschland liegt auf Platz 12 mit 19,7 Tackles pro Spiel).
  • Kopfballduelle gewonnen! Algerien liegt in dieser Rubrik auf Platz 7 mit 17,7 gewonnenen Kopfballduellen pro Spiel (Deutschland kommt auf 13 gewonnene Duelle pro Spiel).
  • Die defensive Kompaktheit habe ich schon erwähnt. Das spiegelt sich auch in den Zahlen wider. Algerien lässt nur 11,3 Schüsse pro Spiel auf das eigene Tor zu und gehört zu den besten Teams in dieser Statistik. Damit liegen sie sogar knapp vor Deutschland mit 11,7.
  • Linkslastigkeit: Algerien kommt stark über die linke Seite (49% der Angriffe), kein Team bei dieser WM spielt so viele Angriffe über eine Seite. Linksverteidiger Djamel Mesbah hat eine Passerfolgsquote von 92,3 Prozent. Abdelmoumene Djabou schlägt 1,5 Flanken pro Spiel.
  • 77 Prozent ihrer Abschlüsse kamen aus dem Strafraum heraus (Platz 1). Algerien kommt also kaum über Fernschüsse, sondern versucht meist den Ball in den Strafraum zu flanken oder sich mit den starken Technikern dorthin zu kombinieren.
  • Yacine Brahimi ist bislang der auffälligste Offensivspieler der Algerier. Ihm gelangen die meisten Dribblings pro Spiel (2) und die meisten Torschussvorlagen (2,5) pro Spiel im Team der Wüstenfüchse.

Die Schwächen der Algerier

  • Algerien hat die zweitwenigsten Schüsse aller 32 Teams auf das Tor des Gegners abgegeben (8,7 Schüsse pro Spiel. Im Vergleich dazu: Frankreich gab 21 Schüsse pro Spiel ab, Deutschland 12,7).
  • Das schnelle Vertikalspiel und der Verzicht auf lange Ballstafetten in der eigenen Hälfte spiegelt sich auch in der mäßigen Passerfolgsquote wider. Dort liegt Algerien mit 76,4 Prozent nur auf Platz 29 aller WM-Teams.
  • Algerien spielt körperbetont und vor allem die Defensivspieler sind mit einer starken Athletik ausgestattet. Nachteil: Mit 16,3 „Fouls pro Spiel“ liegen die Algerier auf Platz sechs dieser unrühmlichen Statistik.
  • Auch wenn einige Beobachter uns einreden wollen, Ballbesitz sei bei dieser WM per se ein Nachteil, bleibt es dabei: Wenn man selbst den Ball hat, kann der Gegner kein Tor erzielen. Algerien ist auf Platz 27 der Ballbesitz-Statistik (41,6 Prozent) und Deutschland auf Platz zwei (62 Prozent).
  • Die fehlende individuelle Qualität mancher Spieler. Schwachstelle ist zum einen der unerfahrene Außenverteidiger Aissa Mandi, spielerisch gesehen auch Carl Medjani im defensiven Mittelfeld. Stürmer Islam Slimani sollte Mats Hummels keine schlaflosen Nächte bereiten.

Wie könnte Löw auf die Stärken & Schwächen des Gegners reagieren?

  1. Kopfballstärke des Gegners. Deutschland ist defensiv mit Per Mertesacker, Mats Hummels und Benedikt Höwedes sehr gut aufgestellt und sollte die Gefahr in der Luft bannen können. Offensiv könnte die Luftabwehr-Stärke der Algerier zum Problem werden. Die Löw-Elf erzielte fünf der sieben Treffer nach oder infolge einer Flanke bzw. eines halbhohen Balls (Kroos auf Müller). Dazu kommt ein Elfmeter und ein Tor nach Flachpass André Schürrle (unter Mithilfe von Rui Patricio). Die deutsche Mannschaft muss das Flachpassspiel, dass sie bis zum Strafraum auch schon gekonnt demonstriert hat, auch bis in den Strafraum tragen.
  2. Stichwort Flachpassspiel und Kompaktheit des Gegners. Die Mannorientiertheit im Pressing schafft auch Räume, die man mit Doppelpässen oder einstudierten Lauf- und Passkombinationen bespielen könnte. Durch geschickte Läufe besteht vielleicht die Möglichkeit, die Kompaktheit auseinanderzuziehen und einzelne Spieler aus dem Verbund zu lösen, die Lücken dann zu nutzen.
  3. Die Linkslastigkeit des Gegners muss man im Auge haben. Auf der offensiven rechten Außenposition der Deutschen könnte man mit Thomas Müller einen physisch stärkeren Spieler bringen und Mesut Özil nach links auf den relativ schwachen Aissa Mandi ansetzen. Da man im Kopfballspiel wie beschrieben vermutlich wenig Land sehen wird, könnte Mario Götze als falsche Neun beginnen und durch gezieltes Überladen der Seite und Läufe aus der Mitte die Kompaktheit auseinanderziehen.
  4. Umschaltverhalten. Eine Schwäche im deutschen Spiel war das Verhalten bei Ballverlust und die zum Teil großen Räume, die dem Gegner vor der Abwehr dadurch zur Verfügung standen. Genau in diese Räume passt die Dreiecksbildung der quirligen und technisch starken offensiven Halbraumspieler der Algerier (Sofiane Feghouli, Abdelmoumene Djabou und Yacine Brahimi). So überzeugend der Auftritt von Bastian Schweinsteiger im Spiel gegen die USA auch war, vermutlich würde ein defensiverer und physisch stärkerer Spieler wie Sami Khedira besser zu diesem Gegner passen.
  5. Sollte Vahid Halilhodzic auf den Trainerkollegen Felix Magath hören und die linke Abwehrseite mit Benedikt Höwedes als Hauptangriffsziel ausgemacht haben (und damit von der Linkslastigkeit seines Teams abweichen), dann ist André Schürrle sicherlich der in der defensiven Unterstützung der fleißigere Spieler, als es Mesut Özil ist. Ein Argument pro Schürrle! Eine Anpassung während des Spiels wäre in diesem Punkt allerdings ratsamer, denn wer wäre für die von uns empfohlenen Flachpassstafetten und Lochpässe geeigneter als Mesut Özil?

Fazit: Deutschland gewinnt das Spiel am Boden und durch starkes Kombinationsspiel, gute Laufwege und das Überladen der offensiven Halbräume. Die Gefahr besteht im defensiven Umschaltspiel, wo man dem Gegner keinen Raum geben darf. Auch in diesem Spiel könnten die körperlich frischen Joker und taktische Veränderungen im späten Spielverlauf entscheidend sein, um die kompakte Defensive des Gegners zu knacken und dem Geduldsspiel ein Ende zu bereiten. Wer es mit der deutschen Elf hält, der hofft, dass es dazu nicht kommen muss und die individuelle Stärke der DFB-Elf zusammen mit einem guten Schlachtplan schon früh zum Erfolg führt.

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13 comments

  1. Socketranger

    Sollte, muss eine klare Angelegenheit werden. Ich wünsche mir a) mehr Mut zum schnellen Direktspiel, b) eine frühere Schürrle und/oder Klose-Einwechslung sowie c) eine weiterhin und zunehmend sichere Abwehr mit starkem Umschaltspiel. Diese Punkte wären mir am Wichtigsten mit Blick auf ein mögliches Viertelfinale (ja, daran denke ich bereits) gegen Frankreich oder Nigeria.

    • Michel Massing

      @Socketranger: Das Spiel gegen Frankreich (wenn sie Nigeria schlagen) ist auch schon in meinem Kopf. Wenn Deutschland heute gewinnt, wovon ich ausgehe, dann wird das ein riesen Knaller. Aber man darf Algerien nicht unterschätzen. Die haben den stark besetzten Belgiern auch lange Zeit das Leben schwer gemacht und scheinen sich jetzt personell gefunden zu haben. Über eine Saison hinaus setzt sich Klasse immer durch, aber in einem einzigen KO-Spiel kann viel passieren!

  2. Eagleeye

    Nimmt man die Länderspiele der DDR gegen Algerien mit dazu, ist die Bilanz positiv: 4-1-2. Und da der DFB der Rechtsnachfolger des DFV ist, sollten diese Spiele imho schon mitgezählt werden …

  3. Hape

    Kann mir einer mal erklären wieso Özil so wichtig ist für die Mannschaft? Klar spielt er hier und da mal einen tollen Pass. Aber seine defensiven Qualitäten sind mehr als überschaubar, ebenso lässt seine Körpersprache immer auf Lustlosigkeit deuten. Ich sehe Klose anfangs vorne drin damit wenigstens einer etwas den kopfballstarken Verteidigern entgegen zu setzen hat. Flankiert wird er für mich von Müller und Götze oder Schürrle.
    Hinsichtlich dem wahrscheinlichen Viertelfinale und evtl. Halbfinale sehe ich immer mehr Probleme mit Özil in der Startelf – es scheint mir im Moment ein Spiel 10 Spieler plus Özil. Je besser der Gegner wird – und Frankreich sollte ein gewaltiges Kaliber aktuell werden – wird es immer problematischer ihn mitzutragen …

    • Michel Massing

      @Hape: Da bist Du bei mir an der richtigen Adresse, denn ich bin ein Özil-Befürworter. Mesut Özil mag in der Körpersprache keinem Hells Angel Angst einjagen und eine Wrestling-Karriere ist am Ende seiner Laufbahn ebenfalls keine Option, aber!
      Özil war im letzten Jahr zweitbester Assistgeber der spanischen La Liga! In dieser Saison war er auch aufgrund von Verletzungen nicht immer in Topform, konnte aber dennoch als fünfbester Vorbereiter der Liga einlaufen. Nur Man Citys David Silva hat mehr Torschussvorlagen gegeben als Özil (2,9 Schlüsselpässe pro Spiel). Auch bei der WM führt Özil die Torschussvorlagenstatistik innerhalb der deutschen Mannschaft (2,7 Schlüsselpässe pro Spiel). Wenn Du also präzises Passspiel magst, dann gibt es kaum einen besseren Spieler als Özil. Der liebe Gott (oder wer auch immer) hat das Fußballtalent halt unterschiedlich verteilt. Özil ist kein Zweikampftier und auch nicht der fleißigste in der Defensivarbeit. Allerdings kann man das von Cristiano Ronaldo und Messi auch nicht gerade behaupten. Dafür ist Özil der vielleicht beste Techniker und Passgeber für den letzten Ball in der deutschen Mannschaft.

      • Hape

        Das mag stimmen, weiss ich nicht wirklich genau. Ja ich gehe soweit und sage es MUSS sogar stimmen, weil es sonst absolut keine Berechtigung gäbe für ihn. Trotzdem sage ich dass die reinen Zahlen eben nicht immer stimmen: Wieviele „schlechte“ Laufwege, wieviele schlechte Bälle, wieviel mal ist er stehen geblieben und hat nicht den nötigen Schritt gemacht um den Gegner zu stören – das gehört für mich eben auch zu einem Gesamtpaket dazu. Und ich selber mag CR7 eig. überhaupt nicht,aber selbst er hat im CL-Finale einige Male (u.a. kurz vor dem 2:1 war es glaube ich) hinten mit voll reingeackert! Und genau das ist es was mir eben fehlt bei ihm – er ist in meinen Augen vielleicht ein guter Einwechselspieler, wenn man hinten liegt und dann evtl noch einen Pass braucht. Aber für 90 Minuten ist er für mich eher eine Last für die Mannschaft…

        • Michel Massing

          Hallo Hape! Die Fifa hat wirklich ausgezeichnete Statistiken zu den Spielen. Im Spiel gegen Ghana hat Özil die meisten Sprints nach Thomas Müller gemacht. Er gehört auch zu den schnellsten Spielern im Kader (31,43 Topspeed gegen die USA). In diesem Spiel hat er übrigens mit Abstand die meisten Sprints absolviert (52 Özil/38 Müller). Wir sind auf jeden Fall einer Meinung, dass er sich in der Defensivarbeit steigern muss. Jeder weiß auch, dass Özil nicht die Abschlussqualitäten eines Thomas Müller oder Mario Götze hat. Aber dafür hat Müller auch die schlechteste Passerfolgsquote des gesamten Teams – 77 Prozent der Pässe kommen nur an (auch nichts neues). Özil kann sich durchaus noch steigern, aber ich bin ein Fan des präziesen Passspielers und hoffe, er gibt heute auch wieder die ein oder andere Torvorlage. Jetzt muss ich aber weiter meinem Geheimfavoriten Frankreich die Aufmerksamkeit schenken.

          • Hape

            Ich bin auch der Meinung dass er sich in der Offensive steigern muss. Wie gesagt:Blanke Zahlen. Ein Thiago macht bei Bayern 180 vollständige Pässe, aber nur weil 170 davon quer oder nach hinten sind, deswegen gebe ich eben auf solche Statistiken relativ wenig. Am Ende des Tages sehe ich andere Fakten:Bei Real wurde er vom Hof gejagt, bei Arsenal hat er zwar eingeschlagen, aber er ruft auch schon Kriitiker auf den Plan. Und bei der Nationalmannschaft soll er Heilsbringer sein? Ich denke da gibt es ausreichend Alternativen, die diese Position (auf ihre jeweilige Weise) mindestens genauso gut/schlecht ausfüllen können. Und ich denke eben, je stärker de Gegner wird, desto problematischer wird ein Özil auf Dauer.
            Wir können auch gerne über Lahm auf 6 oder rechts hinten reden, da habe ich auch die Meinung, dass der beste Rechsverteidiger auf seiner Position spielen soll und auf einer anderen Postion sollte er nicht unbedingt Stamm sein, wenn das da Bombemalternativen gibt (Schweinsteiger UND Khedira zusammen). Aber ich will nicht abweichen:
            Ich lehnemich jetzt mal aus dem Fenster: Mit Özil in der Startelf werden wir keinen Titel dieses Jahr holen.
            Gegen Algerien mag es noch klappen.
            gegen Frankreich im Viertelfinale wird es schon extrem schwer für bzw mit ihm.
            Das Halbfinale könnte gegen Brasilien klappen, sollte aber Kolumbien Brasilien rauskegeln, wird es fast unmöglich zu gewinnen mit Özil. Die spielen super Umschaltspiel und da darf ein Aussenstürmer bzw. MF-Spieler nicht so defensivschwach stehen.
            Im Finale gibt es noch viele Optionen: Holland weiß ich nicht mit Özil. Costa Rica kommt nicht ins Finale. Argentinien und Belgien wird schwer mit ihm.
            Schweiz / USA sollte klappen ist aber unwahrscheinlich….

  4. Hienz

    Nun, Hape, dann ist ja alles klar. Da Du keine Argumente mehr hast, sondern nur noch sagst: „kein Özil, egal warum“, ist es eben so, dass Du ihn wohl einfach nicht magst. Alles Andere hat Michael Massing ja widerlegt. Aber es ist ja auch legitim, seine Favoriten – und Anti-Favoriten zu haben. Ich jedenfalls halte, aus Gründen, die Michael oben nennt, Özil für unverzichtbar Für die Nationalmannschaft.
    Mal sehen, wer recht behält 🙂

    • Hape

      Naja, brauche ich noch Argmunent nach dem Spiel gestern? Kaum ein offensiver Pass kam beim Mann an. Konter schlecht ausgespielt. Beim 2:0 den Ball schlimm verstoppt, deswegen abgelegt, also Glück gehabt. Ganz schwache Performance .. Ok, er war nicht alleine, es gab Schlechtere (Mustafi, Höwdes, auch Boateng), aber die spielen andere Positionen…
      Und ich habe noch viele Argumente, nur nach Statistiken zu gehen, bringt ja nichts, wenn die Einstellung nicht stimmt. Was nützt ein Spieler der 15 km im Spiel läuft und die schnellsten Sprints läuft, wenn er nicht im Richtigen Moment dies einsetzt? Und sorry, gestern war es ein grottenschlechtes Spiel von den meisten, aber Özil, mit den Erwartungen und Ansprüchen die er scheinbar auf sich selber setzt bzw seine Fans von ihm erwarten: Nö nö nö …

      • Hienz

        Klar war das Spiel schlecht, auch von Özil. Wie eben von den meisten. Und die sind, verstehe ich das richtig, entschuldigt, weil sie andere Positionen spielen? Ich kann in Deinem Post wieder kein einziges Argument für den Ausschluss von (nur) Özil lesen. Über seine Einstellung kannst Du nicht urteilen, weil Du sie schlicht nicht kennst. Und wenn sie nicht stimmte – dann die von den meisten anderen auch nicht. Dass er mit sich selbst nicht zufrieden sein dürfte, ist wahrscheinlich.
        Egal. Wir sehen beide, was wir sehen wollen. Am Ende entscheidet sowieso der Jogi.

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